Warum Begattungsvölkchen nicht in Flugschneise von Wirtschaftsvölkern?

  • Hallo zusammen,


    gestern bei der Kaffepause vor meinen Mini+Begattungskästchen konnte ich 6 von 12 Kö draußen beobachten. Die Kö waren 5 Tage alt und sie sind oft rausgeflogen aber immer nur kurz für etwa 2 bis 5 min und kamen ohne Begattungszeichen zurück.


    Die Kö haben wahrscheinlich Orientierungsflüge absolviert, oder sie wollten die Wetterlage testen. Es war zwar warm bis 20° aber leider ziemlich windig. Eine Kö ist in weniger als eine Stunde 5 Mal raus geflogen. Eigentlich dachte ich, dass sie nicht so oft fliegen!
    Die unsicheren Kö wurden oft im Flug von anderen Bienen angeflogen, auch von Bienen aus eigenen Begattungskästchen, aber ich weiß nicht was das zu bedeuten hat! Letztes Jahr, wo die Fluglöcher sehr nah zu anderen Ablegern standen, wurden die Kö von den Ablegerbienen im Flug attackiert und zum Bodenkampf runter geholt, das war ein eindeutig aggressiver Angriff mit der Absicht, die fremde Kö zu töten.


    Dieses Jahr habe ich die Begattungskästchen mit genug Abstand von einander gestellt und in etwa 3 m vor den Wirtschaftsvölkern, wo es richtig Betrieb in der Luft herrscht. Ich habe momentan leider keinen bessern Platz.


    Meine Frage nun: Weißt jemand, ob das wirklich ungünstig für die Kö ist, wenn die Begattungskästchen in der Flugschneise von starken Völkern stehen?
    Wahrscheinlich werden die Kö auch in der Luft weit weg von den Fluglöchern erkannt und leicht angeflogen, aber was hat das zu bedeuten? Nicht dass sie eingechüchtert werden und deshalb schnell zurückkehren :roll:

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Ich denke weit weg von den Fluglöchern stellen sie ja auch keine Gefahr für`s eigen Volk dar, darum wir im allgemeinen Flugraum sicher nicht angegriffen


    Also ich denke schon das mehr Abstand zu anderen Völkern von Vorteil ist


    Interessant ist Deine Beobachtung der vielen kurzen Ausflüge schon, hab ich so noch nicht beobachtet

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Ich brauche eure Antworten nicht, ich kann mich auch selber beantworten :evil:


    Falls es andere interessiert: :roll:


    Also heute habe ich auf Begattung kontrolliert, die Kö sind 11 Tage alt und war positiv überrascht. Normaerweise kontrolliere ich erst nach 2 Wochen, aber da ich die weisellose Minis wieder schnell beweiseln wollte, habe ich heute abend kontrolliert. Mittag flog keine Kö mehr.


    Die Kö, die am 5. tag geflogen sind, habe ich auch 2 Tage später draußen gesehen, der Tag dazwischen war sehr windig, da sind nicht mal die Drohnen geflogen.


    Heute waren 13 von 16 Kö in Eilage und sie sahen sehr schön und groß aus. Ich habe sie gleich gezeichnet. Sie können nicht mehr fliegen (habe ich getestet :) )
    2 Kö waren nicht mehr da, eine davon habe ich vor 4 Tagen 3 m vor den Fluglöchern gefunden mit Begattungszeichen und sogar mit Schnecken drauf :((((((


    Eine Kö ist noch da, aber sie stiftet noch nicht und sieht scheiße aus. Ich denke, sie haben mir meine eingeweiselte Jungkö gekillt und die jetzige Kö ist aus Nachschaffungzelle!
    Ich vermute das, weil diese Kö nach carnica aussieht und kleiner als die frisch geschlüpften Kös ist, meine jetzige Serie ist aber Buckfast und die Kö sind richtig blond.


    Moral der Geschichte: es ist nicht so schlimm, wenn die Begattungskistchen 3 m vor den Wirtschaftsvölkern stehen.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Die größte Gefahr dabei ist das verfliegen. Besonders wenn eins deiner Wirtschaftsvölker weisellos sein sollte, dann verirrt sich so eine Jungkönigin gern mal die 3 Meter zum besseren Volk.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Die größte Gefahr dabei ist das verfliegen. Besonders wenn eins deiner Wirtschaftsvölker weisellos sein sollte, dann verirrt sich so eine Jungkönigin gern mal die 3 Meter zum besseren Volk.


    Ja das stimmt. Wäre mir aber die beste Einweislungsmethode :daumen:


    Völker, deren Kö auf Begattungflug verloren geht, sterzeln die meiste Zeit und versuchen fremde Kö anzulocken. So habe ich das weisellose Mini+ entlarvt. Sonst sterzeln die Bienen, nur wenn die Kö ausfliegt, zwischendurch sind sie aber sehr ruhig und man sieht kaum Bienen an den Fluglöchern.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • ...Moral der Geschichte: es ist nicht so schlimm, wenn die Begattungskistchen 3 m vor den Wirtschaftsvölkern stehen.


    Boah... jetzt habe ich bei der Aufstellung meiner Kieler auf die Flugschneise und den Abstand zu den Großen geachtet und nun revidierst Du.


    Ich fand Deinen Hinweis gut und wichtig!


    Gruß Jörg

  • Ich fand Deinen Hinweis gut und wichtig!


    Ich denke, mehr Probleme entstehen, wenn die Bienen der Begattungskästchen selber aufgeregt sind (und die Nähe zu Wirtschaftsvölkern kann das verursachen) , denn mMn werden die Kö von ihren eigenen aufgeregten Bienen mehr gefährdet als von fremden Bienen, solange die Kö nicht so nah an fremden Fluglöchern schnuppern wollen. Also z.B. wenn Räuberei herrscht und die Fluglochbienen der Begattungskästchen auf Verteidigung eingestimmt sind, dann wird die Kö bei ihrer Rückkehr am Flugloch aggressiver angegriffen.


    Vom Fluglochbeobachtung bekomme ich manchmal den Eindruck, dass nicht alle Bienen das mitkriegen, dass die Kö raus geflogen ist und diese wirken dann bei der Kö-Rückkehr "verwirrt". Von den Begleitbienen, die vor der Kö ausm Flugloch quellen, sterzeln einige so lange bis die Kö zurückkommt, andere laufen aufgeregt aufm Flugloch rum und suchen nach der Kö, sind aber friedlich bei der Kö-Ankunft.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant