Bienenhaltung auf dem Balkon verboten (AG Hamburg-Harburg, Az. 641 C 377/13)

  • Liebe ImkerInnen,
    gerade darüber gestolpert und überrascht dass das Urteil noch keine Wellen geschlagen hat in Medien und Zeitungen:


    Das AG Hamburg-Harburg urteilte bereits am 7.3.2014 dass eine Mieterin die Bienenhaltung auf dem Balkon zu beenden hat und damit der zuvor erfolgten Aufforderung durch den Vermieter nachkommen muss nachdem sich Nachbarn belästigt fühlten.


    Leitsatz der Entscheidung: "Vom allgemeinen vertragsgemäßen Gebrauch gedeckt ist Tierhaltung grundsätzlich nur bei kleinen Haustieren, die in geschlossenen Behältnissen gehalten werden können und bei denen eine Beeinträchtigung der Vermieterbelange oder eine Störung anderer Hausbewohner grundsätzlich ausgeschlossen werden. Dies ist bei einem Bienenvolk, das für die Futtersuche in blühende Landschaften ausschwärmen und dazu nicht nur seine Beute, sondern in jedem Fall auch die vom Bienenhalter angemietete Wohnung verlassen muss, erkennbar nicht der Fall." (Amtsgericht Hamburg-Harburg, Urteil vom 07.03.2014 – 641 C 377/13)


    In diesem Fall ist das Urteil rechtskräftig; die Berufung wurde vom Balkonimker zurück genommen.


    Sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten wenn man Balkonbeute, Bienenkiste & Co. auf dem Balkon plant...


    Melanie

  • Es kann der Frömmste nicht Bienen halten, wenn es dem guten Nachbarn nicht gefällt. Bei uns soll einer Bienen entfernen, die stehen ca. 150 m von Häusern entfernt. Sie sind mit ihrer Familie ins Grüne gezogen und wollen nicht von Bienen belästigt werden.
    Balkonimkerei im urbanen Gebiet ist natürlich eine andere Sache.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Melanie,
    traurig das erst ein Gericht entscheiden muss… Ich denke ein klein wenig mehr Rücksichtnahme und Miteinander wäre wie in vielen anderen Dingen hilfreicher gewesen…
    Allerdings bin ich nach wie vor der Auffassung das man hätte vor Beginn der Bienenhaltung nicht nur die Nachbarn sondern auch den Vermieter um das Einverständnis hätte bitten sollen, auch wenn der Mietvertrag die Bienenhaltung nicht explizit verbietet. Den Ärger, den es nun um die Balkonbienen gibt, den gab es offensichtlich schon im Kleingartenwesen, denn zumindest für Berlin ist das in den Pachtverträgen geregelt und Bienenhaltung ist nur mit Genehmigung der Bezirksverbände möglich. Auch hier kann ich aus eigener Erfahrung den Unmut bzw. die Abneigung so mancher Kleingärtner verstehen, weil so mancher Schwarmfänger nicht gerade sorgsam mit dem Eigentum Dritter umgeht. Klar hat er das Betretungsrecht bei der Schwarmverfolgung, die berechtigt allerdings nicht zur plattfüßigen Verwüstung von Blumenbeeten oder das Ausdünnen von Baumästen unter Zurhilfenahme des Schwarmfangkastens. Dich mit Deinen teilweise abenteuerlichen Sammelerlebnissen meine ich jetzt allerdings nicht und hier wäre Kritik aus meiner Sicht auch unpassend…
    Ein bisserl mehr Verständnis für die andere Seite wirkt oftmals Wunder und lässt so einiges in einem anderen Licht erscheinen.

    LG
    Andreas

  • Endlich! Jetzt kann wenigstens nicht mehr jeder Jan und Pit sich Bienenvölker auf den Balkon stellen und denken, nun macht mal.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Was der Drohn rät ist mir so etwas von egal.Selbst seine Ratschläge gehören dazu, da der mir tierisch auf die Nerven geht und ich denke mal, dass es nicht nur mir so geht. Des Weiteren es wurde nun mal Recht gesprochen.


    Das war mein Wort zum Sonntag.


    Schönen Abend allen.


    Gruß Timo

  • Einen sagenhaften Stil hast Du, Timo!!


    An sich sollte schon das ganz normale Verhalten im Miteinander reichen, um sich solche Bemerkungen zu verkneifen.
    Wenigstens die Erfahrung und das Engagement langjähriger Forums-Mitglieder sollte einem aber dann doch einen angemessenen Umgangston nahelegen.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo,
    Ach die Balkonbienen sind verboten, mir doch egal, mich betrifft es nicht!
    Bienenhaltung in der Stadt verboten, mir doch egal, mich betrifft es nicht!
    Bienenhaltung im reinen Wohngebiet verboten, mir doch egal, mich betrifft es nicht!
    Bienenhaltung mit mehr als 10 Völkern im Ort verboten, mir doch egal, mich betrifft es nicht!
    Bienenhaltung im Ort grundsätzlich verboten, um Gottes Willen das betrifft mich ! Aber leider sind jetzt nur noch wenige Imker übrig die gemeinsam etwas gegen das Verbot machen können. .....
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)


  • Und: Die eigene Balkonfläche als private Belegstelle umwidmen, wenn auch nur für 14 Tage, ist auch verboten!


    Stefan


  • Erläuterung dazu ?


    Auja, das wär mal schön statt immer nur Störfeuer und Nebelkerzen....



    Nabend zusammen,


    das Gericht hat ja nicht die Bienenhaltung auf Balkonen verboten, sondern "nur" das Recht des Vermieters bestätigt dem Mieter die Bienenhaltung auf dem Balkon zu verbieten.
    Auf der "Bienenbox"Seite scheint das Urteil noch nicht bekannt zu sein. Da ist jede Menge Gesetzestext und Rechtsprechung genannt. Aber dieses Urteil fehlt.
    Mal sehen wie andere Gerichte entscheiden....


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Oha, jetzt werden die Schwarmgesuche im Imkermarkt wahrscheinlich abnehmen. Ich betrachte das Urteil als eine Aufwertung der ordentlichen Imkerei. Der Wildwuchs mit den Spaßimkern, wurde nun rechtlich eingeschränkt. Wildbienenhotels sind eine Alternative und kosten meist viel weniger, als die Wucherkästen.


  • @ all:
    Wenn ein Gast nicht weiß, wie man sich als solcher zu benehmen hat, wäre es dann nicht besser, wenn Hartmut von seinem Hausrecht Gebrauch macht und diesen "Gast" vor die Tür setzt?. Ich fände es sehr gut, so für Frieden zu sorgen.
    MbG
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)