Warnstiche ohne Gift?

  • Guten Tag an Alle!


    Ich habe seit Anfang Mai die liebsten Buckies der Welt bei mir im Garten, so etwa wie das eigene Baby immer das hübscheste ist. Habe von Anfang an alle Durchsichten zur Schwarmkontrolle inklusive Baurahmen schneiden und verdächtige Zellen stechen im T-Shirt ohne jeglichen Schutz durchgeführt. Die lassen sich wirklich viel gefallen und sind mich nie besonders angegangen. Das machte mich leider etwas nachlässig und heute habe ich den ersten Honigraum geerntet und Wildbau über dem Honigraum unter der Flucht entfernt. Dabei habe ich folgendes nicht beachtet:


    1. Ich trug ein sehr verschwitztes dunkelrotes T-Shirt.
    2. Ich nutze zum "herabkitzeln" der letzten Bienen (nicht fegen) von der Unterseite der Flucht einen Kunsthaarbesen, in den sich in einer der vorherigen Aktionen einige Bienen verbissen und sicherlich mit Alarm-Pheromonen geimpft haben.
    3. Da ich nicht wie üblich ein scharfes Küchenmesser zum Entfernen des Wildwuchs dabei hatte, nutzte ich den Stockmeißel, was zu ruckartigen Erschütterungen am Honigrähmchen führte.


    Kurzum: Diesmal fanden einige meiner Damen meinen respektlosen Umgang mit Ihnen und Ihren mühsam erarbeiteten Vorräten unpassend und stürzten sich auf mich. Zwei stachen mich in den rechten und linken Oberarm. Das fühlte sich an wie Mückenstiche und gab auch solche kleinen Pickel, etwas gerötet. Die Stachel blieben nicht in der Haut stecken und das bisschen Gejucke verschwand schon nach einer Minute. Die Pickel waren nach 4 Stunden nicht mehr zu sehen. Ich kenne Bienenstiche aus meiner Vor-Imkerzeit und weiß, dass sie gewöhnlich schmerzhafter sind und länger in Erinnerung bleiben. Offensichtlich haben sie ohne Gifteinsatz gestochen.


    Nun meine Frage zur Bienenbiologie:
    Gibt es so etwas wie "Warnstiche", ohne Gift und nicht sehr tief? Oder haben die Honigabnehmerinnen vielleicht keinen sehr entwickelten Giftvorrat?


    Falls jemand mehr darüber weiß wäre ich für Aufklärung dankbar.
    Gruß, Andreas

  • Äh, ja und nein - wenn die Damen stechen, ist ihr Leben zu Ende.
    Aber die Giftproduktion beginnt meines Wissens erst, wenn sie schon so alt sind, daß sie Pollen fressen können statt Futtersaft.
    Ist ja auch logisch. Solange sie nur im Stock sind, ist es ja nicht nötig, giftig zu sein.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    das Leben der Damen ist doch nur zu Ende, wenn ihr Stachel (mitsamt einem Teil des Hinterleibes) abreißt und sie damit an der offenen Wunde eingehen, oder? Danke für den Hinweis mit der später einsetzenden Giftproduktion - so habe ich mir das harmlose Stechen spontan auch erklärt. Aber ob die Mädels seit 'zig Millionen Jahren nach unserer relativ unerfahrenen Logig funktionieren bezweifele ich dennoch. Werde mal weiter recherchieren. Übrigens: Nachdem ich eine Minute geflüchtet war konnte ich mich dem Stock unbehelligt nähern. Also keine allgemeine Alarmstimmung.


    Danke für Deine Gedanken, Andreas

  • Guten Morgen,


    diese "harmlosen" Stiche kenne ich auch - der Stachel belibt nicht, sondern piekst nur kurz an.
    Somit kein Entleeren der Giftblase und auch keine große reaktion.
    passiert aber eher selten.
    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.