Ein gutes Projekt mMn

  • Hallo Maxikaner,


    hier nun der zweite, etwas längere Schwung Antworten.


    Mögliche Retoure


    Sobald die Versiegelung des Beutels geöffnet wurde, ist im Normalfall keine Retoure für den Kunden mehr möglich. Seit unserem Start in München vor 6 Monaten kam es aber zu keinem einzigen Retourenwunsch!


    Zielgruppe & Honigmarkt


    In Deutschland wird leider weiterhin ca. 80% des konsumierten Honigs importiert, oder wie du schreibst – nur ca. 20% der Nachfrage kann durch deutschen Honig gedeckt werden.


    Es ist also noch deutlich „Luft nach oben“ bzw. theoretisch ein Nachfrageüberschuss vorhanden.


    Ich glaube aber, man muss das ein wenig genauer betrachten:


    Es gibt Personen, die bereits beim heimischen Imker direkt kaufen (Bekannte, Markt, Haustüre, Online etc.).
    -> Diese sind nicht unsere Zielgruppe, da hier bereits der „lokale Konsum“ und die Unterstützung von heimischen Imkern stattfindet.


    Wir richten uns vielmehr an die immer größer werdende Personengruppe, die gerne lokale und hochwertige Produkte kaufen würden, aber noch keinen Zugang zu diesen besitzen. Und werden zudem auch weiter verstärkt in die „Aufklärungsarbeit“ gehen, um das Bewusstsein über die Bedeutung unserer Bienen und der heimischen Imkerei zu erhöhen.


    Gerade in der letzten Woche waren wir sehr viel unterwegs und konnte mit einigen hundert Personen sprechen. Was uns dabei immer wieder begegnet:
    Viele würden gerne lokalen Honig kaufen, wissen aber gerade in der Stadt nicht, wo sie diesen bekommen bzw. ist der Zugang schlicht zu zeitaufwendig.
    Viele denken, der „Imkerhonig“ aus dem Supermarkt käme auch wirklich vom heimischen Imker. Das kleine „Aus EG- und Nicht-EG Länder“ auf der Rückseite nimmt kaum jemand war.


    Unser Ziel könnte man daher kurz zusammenfassen: mehr „Supermarkt-Käufer“ zum lokalen Honig bringen.


    Dabei haben wir uns – wie geschrieben – vor allem an „kleineren“ Imkern ausgerichtet. Deswegen verzichten wir z.B. auch auf feste Mitgliedsgebühren und liefern die Beutelverpackung auch in sehr kleinen Stückzahlen.


    Zum Überblick: In München nehmen vor allem Imker mit 2 bis 20 Völker bei uns teil.


    Absatzprobleme betreffen aber auch größere Imker. Erst vorgestern wurden wir an einen Imker aus München empfohlen, der seine Völkeranzahl von über 40 auf 14 reduziert hat, da sich der Honig im Keller stapelt. Auch Studien belegen, dass weiterhin 14% der Imker aufgrund von Absatzproblemen die Anzahl ihrer Völker reduzieren wollen.


    Neben den „Onlineverkauf“ vermitteln wir auch größere Bestellungen an die eingetragenen Imker. Wir haben bereits auch Anfragen von Cafés, Läden und auch von „Unverpackt“ Läden – die wir, bei ausreichend lokalen Imkern in der direkten Umgebung – gerne gemeinsam mit euch beliefern. Wir glauben aber, dass über den Onlineverkauf langfristig die größte Anzahl an Personen zum lokalen Honig gebracht werden kann.


    Viele Grüße,
    Michael

  • Ich finde es dennoch sehr interessant, denn es stimmt schon, wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die es mittlerweile zunehmend gewohnt ist, dass man per Mausklick seine Besorgungen erledigt, um mehr Zeit für Unsinn und Sin zu haben. Ich sehe auch den Vorteil beim leidigen Thema Versand.


    Weiter so!

  • Jetzt, wo man wieder einmal viel Geld eingesammelt hat und jedem ein Tütchen zur Verfügung stellen kann, würde mich mal interessieren, ob das wieder wie Heimathonig nur von den Verprechungen und Gebühren leben wird, oder ob jemand tatsächlich mit den Tüten Geld umgesetzt bekommt?


    Wenn ich so sehe, was da an der Summe abgegriffen wird, lohnt es sich meiner Meinung nach nicht. Damit revidiere ich mein vorheriges posting.

  • Das sehe ich auch so. Bei der Spanne müsste dafür der komplette Verkauf abgewickelt werden, wie es also ein Einzelhändler macht.
    Wenn man den Beutel für nur 6 bis 7 Euro verkauft (was näher am Markt ist) sieht die Rechnung noch schlechter aus.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,
    ich hatte heute das Vergnügen gehabt bei einer Imkergeräteausstellung das Projekt betrachten können.
    Das Interesse der Imker war zwar gut und viele haben sich eine Probetüte aushändigen lassen. Wirklich überzeugt war aber kaum ein Imker. Neben den Tüten und Versandtaschen benötigt der Teilnehmer ein Gerät zum thermischen verschließen der Honigtüte. Die optimale Füllmene liegt bei 250 gr maximal bei 400 gr.
    Der Honig sollte flüssig sein um den Honig weitestgehend in den, auch von der Firma gelieferten, Honigtopf umfüllen zu können.
    Ich hätte Bedenken diese Tüten mit der Briefpost zu versende.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk