Frage zur Winterfütterung mit Honig

  • Hallo an Alle!


    Ich habe vor 2 Monaten angefangen Bienen zu halten. Aus 2 1/2 gekauften Völkern (zusammen mit einem Freund 5), die ich auf 10er DNM halte habe ich jetzt 2 Völker und 6 Ableger. Da sowohl die Ableger erst noch stark werden müssen und ich die Völker mehrmals geschröpft habe erwarte ich nicht viel Honig in diesem Jahr. Außerdem möchte ich mir noch zeit lassen mit der Anschaffung von Schleuder usw.
    Deshalb war mein Gedanke die anfallenden Honigrähmchen für die Herbst/Winterauffütterung aufzuheben und dann den Bienen zurückzugeben. (natürlich plus notwendigen Zucker..)
    Ein Kollege, der schon länger Bienen hat, meinte jetzt, dass das nicht ginge, da der Honig in den Waben kristallisieren würde und die Bienen ihn im Winter dann nicht nutzen könnten.


    Ist das so? Hat das von Euch schon jemand probiert? Und wie machen das dann "wildlebende" Bienen, für was sammeln die dann im Frühjahr so viel mehr als sie auch verwenden können?
    Ich freue mich wirklich auf Eure Antworten, weil so langsam muss ich Platz in den Beuten machen und Honigrähmchen entnehmen.
    Danke und Gruß
    Wolfgang

  • Nein, du kannst die Waben selbstverständlich als Winterfutter nutzen. Die Bienen kommen mit dem auskristallisierten Honig klar. Stell dir mal vor, die Bienen könnten das nicht. Melizitose-Honig wäre hier eine Ausnahme, das musst du ausschließen. Pass aber auf mit der Lagerung. Sollte der Honig in der Wabe sauer werden, wäre dies schlecht. Also gut belüftet lagern. Beste Grüße und viel Erfolg.


    Falk

    Gelegentlich verstecke ich Rechtschreibfehler.Wer Einen findet, darf sich freuen und ihn behalten...

  • Hallo Wolfgang,


    ich würde dir dazu raten den Honig zu schleudern. Wenn nicht mit der eigenen Schleuder, dann mit einer geliehenen oder einfach mal einen befreundeten Imker fragen.


    Je nach Zusammensetzung des eingetragenen Honigs, kann dieser ziemlich schnell in den Waben kristallisieren (z.B. Rapshonig oder Mischhonige mit hohem Rapsanteil).


    Diese kristallisierten Waben sind nur bedingt zur Futterversorgung geeignet, da zum lösen der Kristalle viel Wasser benötigt wird, das im Winter jedoch nicht zur Verfügung steht.


    Für das frühe Frühjahr sind diese Futterwaben durchaus geeignet, wenn für die Bienen die Möglichkeit besteht an Wasser zu kommen.


    Also besser schleudern, den Honig vermarkten und dafür dann hochwertiges Winterfutter wie Apiinvert kaufen.


    Liebe Grüße von Jürgen, der sich derzeit auch immer noch eine Schleuder leiht aber sicherlich dann nächstes Jahr eine eigene zuhause stehen hat.

    Nicht jeder, der mir Honig ums Maul schmiert, meint es auch wirklich gut mir mir. :wink:

  • Hallo Wolfgang,
    Selbst wenn dein Honig ziemlich fest werden sollte, ist das für die Bienen kein Problem.
    Ach übrigens: es soll Imker geben, die genau wie auch die Bienen, ihren festen Honig
    Vollkommen ohne Wasser verflüssigen, mit Wärme - auch im Winter
    Lg

  • Seit wann heizen Bienen im Winter Futter? Die haben mit sich selbst genug zu tun.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Weil unsere Winter nicht mehr so sind, dass die Bienen monatelang kein Wasser holen können. In strengen Wintern kann es schon mal 3 Monate dauern, aber solche winter hatten wir die letzten Jahre nicht mehr. Zum Glück.
    Zudem ist die Frage, auf welchem Honig die überwintert haben.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hi bienensammler,


    mit "wildlebenden" Bienen meinst du wahrscheinlich die damals wild lebenden, die auch ohne Menschen überleben konnten.


    Ja, die sammelten auch Frühjahshonig.
    Aber damals gab es auch keine Menschen, die hektarweise Raps angebaut hatten und deshalb auch keinen reinen Rapshonig in den Zellen.


    Könnte demnach auch sein, dass damals der Honig nicht in dem Ausmaß in den Zellen fest wurde wie heute mit unserer einseitigen Trachtlage.


    Denke ich mir so.
    Gruß
    Doro

  • Seit wann heizen Bienen im Winter Futter? Die haben mit sich selbst genug zu tun.


    Seid Anbeginn der Zeit....wie sollten Sie wohl sonst an Futter im Winter kommen ?


    Gruß Jürgen

    Nicht jeder, der mir Honig ums Maul schmiert, meint es auch wirklich gut mir mir. :wink:

  • Danke an Alle die geantwortet haben.


    Lodgy : Du schreibst, dass Du es schon 3 Jahre auch so machst. Nimmst Du allen Honig dafür also incl. Frühtracht?


    Weil wenn ich jetzt versuche aus allen Antworten die Lösung für mich zu finden, komme ich zu dem Ergebnis, vorsichtshalber den ersten Honig (komplett mit Rähmchen) separat zu lagern und dann zur Auffütterung im Februar/März zu nehmen.


    Bis wann spricht man denn überhaupt von Frühtracht? oder anders: neigt der spätere Honig denn weniger zur Kristallisation und kann man das an einem Monat (Juni..July) festmachen?
    Wolfgang

  • Auffütterung Feb./März? Das ist eine Notfütterung! Auffütterung sollte im Sept. abgeschlossen werden!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • .... Da sowohl die Ableger erst noch stark werden müssen und ich die Völker mehrmals geschröpft habe erwarte ich nicht viel Honig in diesem Jahr.


    ...... freue mich wirklich auf Eure Antworten, weil so langsam muss ich Platz in den Beuten machen und Honigrähmchen entnehmen.
    Danke und Gruß
    Wolfgang


    Tja, also doch mehr Honig als geplant?


    Wenn Du schon auf das süsse Gold verzichten möchtest, dann schaffe unten Platz zum Brüten und lass die Honigrähmchen ohne Absperrgitter darauf. Problem dabei, die werden je nach Volksentwicklung bebrütet. Kann bei bestimmten Beutenkonfigurationen später Probleme machen (Brutraum Großwaben, Honigraum Kleinwaben z.B.) u. auch dann für die Überwinterung kontraproduktiv sein (Starke Oberträger vom Brutraum könnten z. B. den Zehrweg abreissen lassen).


    Schleudern und wiedereinfüttern im Spätsommer ist der bessere Weg. Ich persönlich habe mehrere Völker schon mehrere Jahre lang auf Honig überwintert. Aber das war ausschließlich der Honig, der nach Beginn der Varroabehandlung eingetragen wurde. Frühjahrshonig war dann verbraucht, Honigräume abgeräumt. Nicht schleuderfähige Waben, da kann man den Honig *umtragen* lassen. Auf melizitosehonig muss man achten.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)