Methoden zum Klären des Heidehonigs

  • Bei Naturbau - natürlich Pressen, Stippen geht da nicht. Die Frage war nach dem Lösen des Honigs in den Waben. Beim Pressen ist auch das Klären kein Problem, da der Wachsanteil im Honig sehr gering ist, wenn man ein Trestertuch verwendet.

  • Und was machst du wenn dabei 150 rauskommen? (Siehe Meldungen von den Heideimkern mit Zargen nachlegen)

    Da ist doch der Weg zum profesionellen Handwerkszeug eher kurz oder?


    Liebe Grüße Bernd

    Ja, dann würde ich mich freuen und dann müsste ich da auf jeden Fall nachlegen. Ich rechne aber eher vorsichtig, schon die Sonnenblume war trotz riesigem Schlag nicht ergiebig... Ich werde mich diese Wochenende wohl auf den Weg machen und mal einen Blick hineinwerfen.

  • HaroldBerlin , Walzen sind M***t! Die machen nur die Zellen kaputt. Nichts geht über einen Handstipper, mit oder ohne Heizung. Natürlich braucht man ab 30 Völker besser was professionelles. Richte Dich mal auf einen Ertrag pro Volk von über 20 Kg ein, wenn die Heide so weiter honigt ist noch viel mehr drin.

    VG aus dem Raum MD

    Danke für die klaren Worte, ich habe auch befürchtet, dass die eher alles zermatschen als wirklich bis an den Zellenboden kommen.... und bis auf die Mittelwand abkratzen wollte ich eben auch nicht. Aktuell sieht es mit Sonne und Niederschlag ja wirklich nicht schlecht aus. Waage habe ich leider keine... Also fahre ich wohl am WE mal nachgucken. Wenn sich dann ein Ertrag abzeichnet, muss ich wohl.noch mal den finanziellen Spielraum neu ausloten. Mit einer Ernte fällt das natürlich leichter....

  • So.... nun einmal ein verspätetes Update:


    Nachdem das Stippen mit dem Handstipper von Swienty - oder einem baugleichen - keinen Erfolg brachte, habe ich den Schleuderraum mit einem Heizkörper ausgestattet. Bei 28 Grad war immer noch Fehlanzeige, die Waben hat es aus den Rähmchen durch die Gitterkörbe gedrückt, nicht mal 10 Prozent des Heidehonig sind in der Schleuder gelandet - auch nicht gestippt. Schneller ging es mit der Walze, der Honig bleib aber dennoch in der Wabe. Er war inzwischen bei trockener Lagerung wohl auch noch etwas dickflüssiger geworden.

    Ausschneiden und in den Entdeckelungswachsschmelzer?

    Den habe ich mir daraufhin angeschafft, es stand ja aufgrund einer wirklich guten Ernte ein Gegenwert ins Haus. Tolles Gerät, toll verarbeitet - eigentlich neben meinem Entdeckelungstisch nicht ganz so nötig, aber wenn es die Ernte ermöglicht....?!? Kurz und gut: Fehlanzeige!


    Bei niedrigen Temperaturen passiert nix, bei höheren wenig und wenn man dann weiter erhöht, rutscht eine Wachs-Heidehonig-Mischung dick wie Vanillepudding an den Rähmchen nach unten und bleibt wie Konfitüre mit Fruchtstücken auf dem Boden stehen und will nicht mal von selbst durch den Abfluss.


    Tipp von den Berufsimkern der Umgebung: Mechanische Deckelwachspresse & Hochheizen. Sprengt finanziell meinen Rahmen! Bei den Kollegen anfragen, ob ich mit Sack und Pack anrücken darf, ist wegen dem Hochheizen und der Reinigung auch schwierig. Da hätte ich mich während deren Ernte melden müssen.


    Nächster Versuch: Eine Mostpresse, die mit einem Gummiballon arbeitet. Den will ich mit erwärmten Wasser füllen und so ein Auskühlen verhindern, dann kommt eine gute Stockwärme zu den kurzen radialen Presswegen. Lohnt sich nur, wenn ich weiterhin vorhabe, in die Heide zu wandern - und das habe ich! Der Duft, die Landschaft, das Erlebnis um die Jahreszeit - und meinen Völkern ist es dort recht gut ergangen, sie waren sehr fleißig und hatten auch noch ordentlich gebrütet.


    Ich werde berichten!

  • Am besten beikommt man den Heidehonig mit einer Lösmaschine die in einem Arbeitsgang beidseitig die Waben bearbeitet heraus, nicht auf die Temperatur des Arbeitsraumes kommt es an, sondern auf die Temperatur der Waben, 30 - 35 C sind ausreichend. Dann sollte man über eine Selbswendeschleuder verfügen. So bekommt man den Honig zu 90% ohne Wabenbruch geschleudert. Das Entdecklungswachs kommt in den Wachschmelzer wo Wachs und Honig getrennt wird. Wer diese Ausrüstung nicht selbst hat, sollte sie sich ausborgen oder einen Imkerkolegen suchen der sowas hat und wo man den Schleudertaum mit benutzen darf. Heidehonig kann man so auch noch im Dezember schleudern. VG Jörg

  • Hallo Jörg,


    beheizbaren Schleuderraum mit dem Wabenlager, Waben aus dem Wärmeschrank und Selbstwendeschleuder hatte ich, Deckelwachsschmelzer jetzt auch. Stipper allerdings nur das Handmodell... Hat leider alles nicht gefurchtet... Auch das einmal "geerntete " Honig-Wachs-Gemsich liess sich im Entdeckelungswachsschmelzer nicht trennen, war wie Pudding mit Stückchen.


    Daher setze ich jetzt auf die Presse.

  • HaroldBerlin , dass Stippen ist das Wichtigste beim Heidehonig. MeIn Vater ist bereits vor 80 Jahren in die Heide gewandert, den Honig haben wir immer gestippt und geschleudert. 2019 habe ich sogar Naturbauwaben geschleudert (reine Heide, 18% Wassergehalt), die Waben sind jetzt wieder in den Honigräumen. Aber wenn Du pressen möchtest, das geht natürlich auch, wenn man die richtige Presse hat, schau dir mal die Videos auf YT dazu an und lass die Bienen in der Heide Naturbau machen, dann kannst Du den leichter pressen oder auch als Scheibenhonig verkaufen, dafür werden im Internet wahnsinnige Preise bis 6 € / 100g aufgerufen. Bei mir wird der leider nicht so nachgefragt, habe deshalb Kostproben verschenkt, einige waren begeistert, mal sehn. VG Jörg

  • Hallo Jörg,


    Deine Tips waren es 2019 auch, die mich zur Wanderung motiviert hatten - die schönste Wanderung, die ich je hatte. Ich werde auch in diesem Jahre wieder wandern, ein paar flache HR habe ich auch schon und da werde ich mal den Naturwabenbau für echten Scheibenhonig probieren.


    Ich habe den Handstipper von Swienty, habe die Waben flach auf den Tisch gelegt und sie auch mit der Walze gepflügt, da zog der Honig richtig Fäden!!! Waben waren warm, der Raum bei 29 Grad, die Schleuder hat nur die Waben zerstört und alles was rauskam, hing an der Wand fest... Schleudern probiere ich dann diesen Herbst, wenn es etwas zu Ernten gibt. Und da werde ich kräftig vorheizen und nicht mehr warten, sonder gleich nach der Ernte schleudern. Zur Not nehme ich Urlaub!


    Daher jetzt ein Versuch mit dem Pressen, dazu geht es ins überheizte Gästebad, das auch die Waben vorwärmt, die Presse wird dann mit warmen Wasser befüllt und dann mal sehen.