Methoden zum Klären des Heidehonigs

  • Liebes Imkerforum,


    ich habe im letzten September knapp 40kg Heidehonig ernten können. Nachdem das Schleudern zu Beginn noch ganz gut lief, hatte ich bald das Problem, dass sich die Honigdoppelsiebe sehr schnell - zu schnell - zusetzten, sodass ich schließlich die letzten 25kg einfach ungeklärt in einen entsprechenden Eimer laufen ließ, um an jenem Tage noch mit der Schleuderung fertig zu werden. Das Sieben könnte ich ja vor dem Abfüllen vornehmen. So dachte ich.
    Nun zum Problem: Ich habe den Heidehonig also im Wärmeschrank bei 40°C aufgetaut und ihn dann zunächst durch Doppelsiebe laufen lassen wollen. Das gelang mir allerdings eher schlecht als recht. Zum einen hat man, bevor sich das Sieb komplett zusetzt, nur etwa 1 bis 1,5 kg gesiebten Honig, zum anderen hat man im Sieb noch immer sehr viel Honig, sodass, wenn man den Honig im Sieb zurück zum ungesiebten Honig gibt, fast sämtliche Wachsreste auch wieder mit zurückgibt und sich damit die Konzentration des Wachses im Honig immer weiter erhöht.
    Auch der Melitherm schaffte leider keine Abhilfe. Das Sieb setzt sich auch hier einfach zu.


    Habt ihr Ideen bzw. andere Verfahren und Methoden, Honig bzw. vielleicht auch explizit Heidehonig zu klären?


    Ich wäre Euch sehr dankbar, ich würde ihn nämlich doch gern noch vor der diesjährigen Frühtrachternte endlich abfüllen.


    Viele Grüße
    Friedrich


  • Hallo Friedrich,warum kratzt du nicht einfach die Honig-Wachs Schicht vor dem erwärmen im Wärmeschrank vom Honig ab ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Weils Heidehonig ist:cool:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Friedrich
    Heidehonig darf bei seiner "Bearbeitung" nie zu kalt sein. Schon die Waben werden auf ca. 33 Grad Celsius erwärmt. Geschleudert wird in einem möglichst warmen Raum. Der noch möglichst warme Honig wird am besten mit einem Spitzsieb mit Heizeinsatz gesiebt. Ludger hat recht, wenn er Dir rät, den Honig nach Möglichkeit zu bewegen/umrühren, weil er wirklich dadurch dünnflüssiger wird. WIKI scheint hier zu spinnen.
    ...und sollte alles nicht helfen, dann lasse durch einen Damenstrumpf laufen. Dort kannst Du in Maßen Druck ausüben.
    Mit imkerlichem Gruß
    Ralf

  • Verwende mal nacheinander mindestens zwei Sätze Doppelsiebe pro Hobock. Vom erwärmten Honig mit Teichschaber die obere Wachs-/Honigschicht abheben. Den darf der Imker selbst genießen oder wieder verfüttern. Anderes wie oben bereits geschrieben: Der Honigraum und damit alles darin befindliche sollte schön warm sein und gut ohne Luftzugabe rühren.
    MbG
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Zitat

    ...und sollte alles nicht helfen, dann lasse durch einen Damenstrumpf laufen. Dort kannst Du in Maßen Druck ausüben.


    Wenn möglich keinen Druck aufbauen. Das Eigengewicht des Honigs reicht aus. Drückt man, entstehen viele kleine Luftblasen die im Honig verbleiben...
    Beste Grüße
    Hartmut

  • Siehe wie es der Drohn macht:



    Vorfilter darf nie leer werden und sollte beheizbar sein.
    Der Kompressionsstrumpf muss mit einem Lederband gegen reißen geschützt sein.
    Wenn das Fass voll, den Strumpf mit Elektrowinde rausziehen und an Decke befestigen.
    Diese Technik langt bis 150 Völker.


    dD

  • ... Heidehonig ist thixotrop. Du musst ihn bewegen, damit er sich bewegt. Versuch mal, den Honig im Sieb vorsichtig zu rühren, dann sollte er wesentlich schneller laufen. ...


    So, um dazu nochmal nach längerer Abwesenheit hier im Forum eine Rückmeldung zu geben: Es ist eben sehr zeitaufwendig, aber so funktioniert es wirklich gut. Ich habe immer so viel Honig in das Doppelsieb gegeben, bis der Honig bis zum Rand stand, dann habe ich langsam mit einem Bohrmaschinen-Rührwerk gerührt. Nach etwa 2-3min war der meiste Honig durchgelaufen. Nach zwei dieser Durchgänge musste ich dann das grobe Sieb einmal abnehmen, die gröberen Wachsteile entfernen und habe dann nochmal im feinen Sieb gerührt, damit dort der Honig auch durchgeflossen ist. Nach einigen Stunden hatte ich dann meinen 25kg-Hobbock durchgesiebt.


    Danke nochmal für diesen wichtigen Tipp.


    Je wärmer der Raum war, desto besser. Zuletzt habe ich den Honig aber bei 25°C im Raum auch nicht mehr extra aufgewärmt und es ging mit dem Rühren trotzdem ganz gut.


    Viele Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,


    ich empfehle Dir bei Heidehonig folgende vorgehensweise:


    Honig nach dem schleudern im Eimer ungesiebt in Wärmeschrank oder Kammer stellen (40°C).
    Nach Erwärmung den Honig mit Rühspirale auf höchster Stufe durchquirlen, er verliert dann für
    kurze Zeit seine geleeartige Konsistenz, und durch ein Grobsieb geben, das geht dann sehr
    unproblematisch. Anschließend den Honig durch ein mittelfeines Spitzsieb im Durchmesser 45cm
    geben, diese mit Faden und Ring zum hochziehen verwenden. Bei etwas größeren Mengen baut
    man sich eine Vorrichtung in der mehere Siebe nebeneinander hängen. In dieser Art machen es
    die meisten Imker hier in der Heide.
    Das nächste Upgrade wäre dann ein Honig-Wachs Separator wie ihn FRITZ anbietet. Er wurde
    ursprünglich in Schweden zur Wachs-Honigtrennung von Heidehonig entwickelt. Damit arbeitende
    Kollegen sind sehr zu frieden. Persönliche Erfahrungen habe ich mit diesem Gerät jedoch (noch) nicht.


    LG
    Frank