Es geht los mit der Schwärmerei

  • Heute morgen um 11 schwebte der erste große Schwarm ein, wollte sich aber nicht setzen.
    Also rumgeguckt, und ein viertelfaustgroßes Häufchen Bienen samt Königin entdeckt, und die in eine leere Kiste bugsiert - und innerhalb von Minuten saßen alle außen dran, und wanderten binnen einer Stunde komplett rein.:daumen: So mag ich das.


    Gegen 15 Uhr noch mal unter die Deckel geguckt, und eine frisch aufgesetzte Zarge von gestern an einem anderen Volk war plötzlich deutlich voller geworden, und draußen sterzelnde Bienen an den Griffen.


    Hab ich da jetzt fast zeitgleich einen Vor- und einen Nachschwarm bekommen?


    Und ich habe den Verdacht, daß unsere Kisten von der Nachbarschaft sehr gern angeflogen werden, weil hier fast alle die Drohnen schneiden, und wir welche in Mengen haben.
    Ich denke, daß den Bienen was fehlt ohne eine zufriedenstellende Menge an Drohnen, und das auch durchaus durch die Bienen kommuniziert wird.


    Und mir geht das Thema "Verwandschaftliche Beziehungen der Bienen über große Strecken und Zeit" nicht aus dem Kopf...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Weisst Du was mir an Deinem Beitrag am besten gefällt?
    Dass jemand, der seit mindestens 2002 imkert und 17.426 Beiträge geschrieben hat, trotzdem noch über bestimmte Verhaltensweisen von Bienen rätselt. Das macht dieses Hobby so interessant, weil wir den letzten Geheimnissen der Bienen wohl nie auf den Grund gehen werden
    Grüße Hermann


  • Ich denke, daß den Bienen was fehlt ohne eine zufriedenstellende Menge an Drohnen, und das auch durchaus durch die Bienen kommuniziert wird.


    Und mir geht das Thema "Verwandschaftliche Beziehungen der Bienen über große Strecken und Zeit" nicht aus dem Kopf...


    Nich umsonst investiert der Bien hier reichlich Resourcen in seine Drohnen...

  • *ggg* Angefangen hab ich 1995, aber da war Internet noch nicht das, was es heute ist.:wink:


    Was mich über die Jahre fasziniert, ist, daß ich öfter Dinge sehe, die es angeblich gar nicht geben kann, wie z.B. der vertikal geteilte Brutraum über 3 Etagen, und zwei verschiedenen Völker darin, oder der schon legenden Königin, die bei Regen allein ausflog und nach 20min mit Begattungszeichen wieder heimkam, oder der Heimholung eines Schwarms, wo die Begattung in die Hose ging, und die Vorräte und Restbienen 3 Beuten weiter zu Fuß ins Volk zurückgebracht wurden, u.v.m.


    Und die Verwandschaftsbeziehungen zwischen Völkern, Ablegern und Zugereisten - wer kümmert sich denn von der Wissenschaft darum?
    Verhaltensbiologie von Honigbienen ist ein echtes Orchideenfach - damit verdient man kein Geld, außer man heißt Tautz oder Seeley.:wink:


    Ich möchte nur alle ermutigen, genauer hinzugucken, was die Bienen da machen, und sich bei nicht sofort erklärbarem Verhalten nicht gleich mit "das kann nicht sein" niedermachen zu lassen.


    Wir wissen wirklich nicht so richtig viel, warum sie etwas tun, oder nicht.
    Wobei Leute mit sehr vielen Bienenjahren, wie der Drohn, da durchaus mehr wissen durch Erfahrung als Wochenendimker.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Guten Morgen,


    ja, auch genau DAS fasziniert mich an der Imkerei: der Imker weiß nie alles und wird immer wieder erstaunt.
    Stolz bin ich, wenn ich etwas voraus sehe oder erkenne.
    Ärgern tue ich mich, wenn ich dies nicht tue und Unerwartetes geschieht.
    So mir am Montag:
    Ein RIESEN-Schwarm hing an einem Holzzaun.
    Beim Abfegen war dieser auch noch extrem stichig, so dass ich von meinem einzig "bösen" Volk ausging.
    Seit den guten 20 Stichen allerdings sind meine Kreuzschmerzen weg, die mich seit 2 Wochen plagen...:daumen:


    Nun die Fluglöcher abgelaufen und schon dabei festgestellt. DIE waren es nicht, das war ein anderes Volk: mein Lieblingsvolk, welches eigentlich zwecks Vermehrung stark geschröpft wurde! Zudem 4 Tage vorher auf Weiselzellen kontrolliert wurde!
    (Ihr seht: hier kam mein Ärger auf, warum dieses Volk überhaupt geschwärmt ist und wo mein Fehler lag.
    Aber auch der Stolz, dies sofort am Flugloch erkannt zu haben.. - Später sichtete ich die Schwarmkönigin und bekam meine Fluglochbeobachtung bestätigt)


    Ja, Imkern macht Spaß - nur mein Mann war wenig begeistert, als ich ihm erklärte, dass ich JETZT noch schnell einen neuen Stand benötige ;-)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Wieso denn neuer Stand!
    Wegen Überfüllung?
    Also den Schwarm kannst du am gleichen Stand einschlagen, wenn du das willst.
    Er verliert beim Schwarmakt seine Orientierung...
    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Also den Schwarm kannst du am gleichen Stand einschlagen, wenn du das willst.
    Er verliert beim Schwarmakt seine Orientierung...


    Zustimmung! Selbst Schwarm direkt neben Muttervolk funktioniert.
    Schwarm fangen, bis Abend ruhig stellen, am Abend z.B. direkt neben Muttervolk aufstellen und gut ist.



    Allerdings wäre ich mir nicht so sicher, dass die Einzelbienen die Orientierung beim Schwarmakt verloren haben.
    Ich glaube eher, sie ignorieren den alten Standort, so lange alles ok ist. Aber sie kennen ihn noch.


    Habe bei einem Schwarm mal genau aufgepasst:


    Nachdem ich den Schwarm weggepackt habe, sind die Restbienen und Scout-Rückkehrer zwar erst noch eine Weile um die Stelle herumgeflogen, danach aber schnurstracks zurück zum Muttervolk! Sie wussten also sehr wohl noch, wo sie mal raus sind!


    Gruß
    hornet

  • Schön beobachtet. Danke für die Info.
    Zum Glück hab ich kaum Schwärme und weiß das aus alten Erfahrungen oder eben hier aus dem Imkerforum. [emoji41]

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Schwarzlux!


    So unterschiedlich können Ansichten sein...
    :wink:


    Aber vielleicht entgeht auch dir der Sinn der Bienenhaltung
    :lol:


    Wieder mal schlecht drauf und auf dem "PSM-ist-Schuld-an-allem-Trip"?
    :roll:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Sie wussten also sehr wohl noch, wo sie mal raus sind!


    Hallo Hornet,


    die Bienen wissen auch im Frühjahr noch, wo sie im Herbst standen, wenn der Imker übern Winter umgestellt hat. Zurückziehen werden sie trotzdem nicht, wenns ihnen am neuen Standplatz zusagt. Das ist immer das entscheidende Kriterium, auch in Bezug darauf, ob sich ein eingeschlagener Schwarm sofort heimisch fühlt oder wieder verduftet.


    Gruß Sven

  • Zitat

    Zustimmung! Selbst Schwarm direkt neben Muttervolk funktioniert.
    Schwarm fangen, bis Abend ruhig stellen, am Abend z.B. direkt neben Muttervolk aufstellen und gut ist.

    Muttervolk wegstellen, Schwarm auf den Platz vom Muttervolk stellen, so wird ein Schuh draus.
    Gruß Hermann