Jetzt noch den vierten HR im Raps?

  • Mc Fly

    Kannst du das belegen? Du stehst nicht alleine mit deiner Meinung, aber auch die gegenteilige Meinung wird oft geäußert. Was sagst du z.B. zu den Beobachtungen, die ich und andere in diesem Faden gemacht haben, wonach enger Halten im HR trockeneren Honig bringt als weiter halten?


    Ich kann es leider nicht begründen, habe es aber wiederholt beobachtet und verglichen - enger halten macht trockener und reifer. Glaube aber durchaus, dass auch die Vertreter der Gegenmeinung nicht nur einfach so daher reden. Daher interessieren mich deine Argumente.

  • Das wird man nicht pauschalisieren können.

    Wenn Masentracht herrscht und große tägliche Zunahmen, dann kann es schon förderlich sein, mehr Platz zum Ausbreiten des feuchten Nektars zu haben.

    Wenn kontinuierlich überschaubare Mengen reinkommen, können die Bienen die Trocknung dann auch mit weniger Platzangebot bewerkstelligen.

    Jetzt sind die Nächte bei uns noch kühl, das fördert auch die bessere Trocknung.

    Das starke Völker Vorraussetzung für eine bessere Honigtocknung sind, sind wir uns bestimmt einig.

    Weiterhin soll die Genetik auch eine Rolle spielen.

  • Moinsen,

    ich habe letztes Jahr die Bienen recht eng gehalten. Ergebnis: Alle HR waren bis in die Ecken schön voll, aber 50% der Völker waren in Schwarmstimmung. Der Wassergehalt lag bei rund 17%.


    In den Jahren davor (und auch dieses Jahr) gebe ich wieder sehr früh die neuen HR. Bisher nur ein Volk mit angepflegten Näpfchen (von fast 20). Nachteil ist jedoch, dass der Honig auf mehrere Waben verteilt wird. Dadurch braucht man mehr HR. Die Randwaben werden außerdem nicht bzw. nur bedingt eingetragen. Auch verdeckeln die Bienen die Waben später, da sie halt noch nicht so schnell voll werden, da der Honig auf mehr Fläche verteilt wurde. Was das beim Wassergehalt ausmacht kann man so pauschal nicht sagen. Ich hatte immer zwischen 16 und 18%. Eigentlich nie über 18%. Aber auch nie dadrunter.


    Gruß

    Frank

  • Danke Euch allen für die Tipps /Erfahrungsberichte. Habe heute früh vor Abreise dem Volk mit bisher 2 HR einen dritten aufgesetzt. Das noch stärkere mit bereits 3 HR drauf habe ich in Ruhe gelassen. Die "Ladies" dieses Volkes waren am Montag so unfreundlich zu mir gewesen, dass ich heute keinen Bedarf an näherem Kontakt hatte. Die Schwertransporte vom Rapsfeld nach Hause haben denen wohl die Laune verdorben. Mit Desertion drohen sie auch schon!

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Kannst du das belegen?

    belegen nicht, nur aus meiner gefühlten Erfahrung heraus sagen. Wenn gute Tracht ist und die HR voll werden, dann merkt man ein stagnieren je voller diese sind und wenn man dann wieder einen HR untersetzt gibt es einen regelrechten Schub.

    wonach enger Halten im HR trockeneren Honig bringt als weiter halten?

    Enger oder weiter hat damit m.E. wenig zu tun. Wenn die HR von unten komplett mit Bienen versehen sind, dann ist das m.E eher das Trocknungsoptimum und nicht wenn da ein leerer Raum unter dem halben HR ist.

    Was gerade auch im Sommer gut helfen soll, da schwört mein Imkernachbar, ist eine Lüftungsöffnung mit Gitter im Deckel damit die Luft besser zirkulieren kann.

    Das wird man nicht pauschalisieren können.

    Bei den Bienen kann man überhaupt nix pauschalisieren, das macht es ja so spannend und deshalb gibt es so viele verschiedene Vorgehensweise die für den einen passen und für den anderen nicht.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Mein Bienenvater macht zum Beispiel zum Ende oder bei unsicherem Trachtverlauf für ein vollen HR den halbvollen auf ein weniger starkes Volk und ein leeren auf das starke Volk um beide HR voll zu bekommen.


    Ich meine eine kleine Lüftungsöffnung oberhalb der HR fördert den Kamineffekt und eine Ablüftung der feuchten Luft nach außen vor allem in der Nacht.

    Kühlere Luft mit geringerer absoluter Luftfeuchtigkeit fließt durch das Brutnest und wird erwärmt. Damit steigt das Aufnahmepotential für Wasserdampf, der dann mit der warmen Luft oben entweichen kann.

    Ich meine die physikalische Wirkung wird es bei einem offenem Gitterboden wohlmöglich nicht so stark in Erscheinung treten.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Der Effekt ist sogar so stark, dass momentan die leeren Rähmchen im oberen Honigraum aud den Oberträger anfangen zu schimmeln.

    Das mit offenem Boden. Die hohen Tag Nacht Temperaturunterschiede führen dazu, dass die Feuchtigkeit im Kopf der Zargentürme kondensiert.

    Dennoch erweiter ich teilweise auf drei Honigzargen in DNM.

    Die Bienen brauchen Platz, ansonsten hat man schnell Weiselzellen in den Völkern.

    Heute hatte ich das erste Volk, dass sogar den unteren der beiden Bruträume voll Nektar hatte. Zudem haben einige wenige Völker schon zwei Honigräume voll.

    Trotz grosser Völker mit viel Bienenmasse schaffen die es einfach nicht mit bauen hinter her zu kommen.

    Ein Scheiß Jahr um mit Naturbau anzufangen. Obwohl ich vor zwei Wochen 240 Rähmchen gekauft habe, geht mein Arsenal an Zargen und Rähmchen langsam zu Ende. Aber gemessen wird erst am Auslauf der Schleuder.

    Schade das der Osten nicht was von dem vielen Nass abbekommen hat.

  • trockenen Honig bekommt man nur durch Bienenmasse als Ventilator- nicht durch natürliche Konvektion, Das Wasser kondensiert bei meinen erst in der Isolierplatte und der Dachinnenseite und am Flugbrett.


    Wenn verdeckelt - mit Refraktometer messen, ob es reicht zum Zwischenschleudern, der Raps neigt schon in den Waben zum Kristallisieren und leere Waben steigern das Sammeln der Bienen.

    Die 5. Zarge DNM(1xBR,4x 1.0DNM HR) voll runter zu holen, macht keinen Spass. Aber da ist dies Jahr nicht dran zu denken und wie bei Ede auch das Material am Ende, bevor alle auf 4 Zargen stehen. Das ist aktuell nur bei den Raps-Völkern an einem Stand in MV notwendig.

    Die Trachtwaage in B-Marzahn zeigt +6kg in den letzten 4 Wochen. (ist nicht mein Volk)

  • Bei mir ist die Völkerentwicklung sehr unterschiedlich. Trotz völlig unspektakulären Trachtverlauf und relativ überschaubaren Rapsangebot setze ich bei einem Volk jetzt den 4ten Dadant HR (10er Dickwaben in HZ) auf. Ich denke vor dem ersten Schleudergang Mitte Mai machen die auch noch den fünften HR voll. Ein weiteres Volk, nicht ganz so stark, und trotz älterer Queen, entwickelt sich ähnlich. Bei allen anderen Völkern überlege ich dagegen noch, ob es sich lohnt den Zweiten HR aufzupacken.

  • Das wäre jetzt ein guter Moment, darüber nachzudenken, ob sich Zucht lohnt, oder nicht. Offensichtlich ist ja Tracht da, sonst könnten die beiden nix holen. Der Unterschied sind die Bienen. Schön anschauliches Beispiel!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Trotz völlig unspektakulären Trachtverlauf und relativ überschaubaren Rapsangebot setze ich bei einem Volk jetzt den 4ten Dadant HR (10er Dickwaben in HZ) auf. Ich denke vor dem ersten Schleudergang Mitte Mai machen die auch noch den fünften HR voll.

    ... warum die bisherigen HR nicht schon jetzt schleudern? Frühtracht (Ahorn, Löwenzahn, Raps etc.) wird doch meist sehr hart und kristallisiert schon in den Waben aus. Hätte Angst, den Honig nicht mehr aus den Waben zu bekommen, wenn man zu spät schleudert. Und zum Anderen: Völker, denen die HR geschleudert wurden, sind sehr viel fleißiger, als solche, die einen vollen HR haben.

  • Ich schmeiße die Schleuder nur an wenn es sich wirklich lohnt ;-). Ich habe bisher nie Probleme mit zu stark auskristallisiertem Honig gehabt. Zwischenschleudern mache ich nur im absolutem Notfall. Raps wird bei mir auch erst seit kurzem eingetragen; ich sehe daher auch keine größere Gefahr der Kristallisation bei einer Schleuderung Mitte Mai.


    Der frühste Zeitpunkt an dem ich bisher geschleudert hatte, war der 9. Mai. Das war ein hervorragendes Jahr wo alle Völker vor Raps geplatzt sind.