Volk auf einem Brutraum mit DNM-Beute (Empfehlung Hans Beer)

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    Klingt gut, Wolfgang. Fährst Du die 12er Einzarger mit einem oder zwei Baurahmen?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ich habe nur einen Baurahmen in der Zarge. Ich benutze den weniger wegen der Varroa, sondern mehr als Zeiger für den Volksentwicklung und zur Wachsgewinnung.
    Weil ich einen Gutteil der Waben presse, dürfen die Bienen im Honigraum viel bauen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe Völker mit einem Brutraum auf DNM und auf Zander und seit einem Jahr auch auf DNM 1,5 und Zander 1,5. Ich bin von einem Brutraum überzeugt. Jedoch entwickeln sich die 1,5 Bruträume am besten. Funktioniert aber auch mit DNM prima. Habe alle 1 zargig überwintert und keine Verluste . Mir hatten alle abgeraten und meinten ich spinne. Honigertrag war aber größer.


    Gruß
    Robert

  • Hallo Robert,


    welchen Vorteil bietet für Dich DNM 1,5 versus DNM 1,0 dabei? Welche grundsätzlichen Unterschiede machst Du in der Völkerführung (außer natürlich dem Schieden bei DNM 1,5)?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ich arbeite auf dem Vereinsstand mit Liebigbeuten DNM, dort mit einer Brutzarge.
    Die Völker werden Ende März ohne Baurahmen geschiedet, je nach Volksstärke auf 4-6 Waben. Durch das Schieden ziehen sich die Völker vor dem Schied zusammen und brüten dort recht kompakt und effizient.
    Nach dem Schlupf des ersten Brutsatzes gebe ich eine Honigraumzarge DNM 0,5 über Absperrgitter und den Baurahmen unmittelbar vor dem Schied. Futterwaben hinter dem Schied werden abhängig von der Trachtsituation reduziert, in diesem Jahr bis auf eine.
    Nach Annahme des Honigraums erweitere ich vor dem Baurahmen schrittweise mit Mittelwänden. Dadurch wird die im Brutraum wirkende Bautruppe an einer Stelle konzentriert.
    Zur Einwinterung setze ich eine Halbzarge mit leeren Honigwaben (bei mir Dickwaben) unter. Dadurch kann hinreichend Futter in das Volk gebracht werden, wonach die Bienen immer noch Leerwabenflächen für den Wintersitz zur Verfügung haben. Zur Auswinterung ist diese Halbzarge leer, die Waben sind ziemlich verschmutzt, werden entfernt und eingeschmolzen.
    Die Frühtrachtergebnisse sind mager, was der Kombination Holzmagazin/DNM geschuldet ist und nichts mit dem 1-zargigen Betrieb zu tun hat. Bei den nachfolgenden Trachten sind die Ergebnisse zufrieden stellend.
    Ich kann keinen Vergleich zwischen 1-zargigem und 2-zargigem Brutraum anstellen, aber ein Kollege sagte mir, dass die 1-zargig geführten Völker bei ihm höheren Ertrag gebracht hätten und später schwarmtriebig wurden als die 2-zargig geführten Völker. Er arbeitet mit Liebigbeuten DNM.


    Gruß Ralph

  • Vielen Dank, Ralph, für die ausführliche Schilderung.
    Ist es denn also doch nötig, bei den 12 x DNM 1,0 Liebigbeuten den BR zu erweitern (bei Dir durch Untersetzen einer 0,5-Zarge)? Meine Hoffnung war ja, eben wirklich nur mit einem einräumigen Brutraum auszukommen ...


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo alle,
    hier ein kurzer Bericht, wie es bei mir war. Geschwärmt ist nur ein Volk das auf zwei BR saß aber alle wollten schwärmen. Bin überzeugt, dass die Schwarmneigung kein wesentlicher Unterschied zwischen 2 und 1 Brutraum ist. Aber das Bearbeiten und Durchsehen geht mit einem BR viel besser für den Imker und schonender für die Bienen.


    Habe die Völker (bin mit 10 Völkern in den Winter reingegangen) auf zwei Zargen eingefüttert und überwintert. Dabei habe ich in diesem Frühjahr gesehen, man kann auch zuviel Futter geben. Ein paar Völker hatten jetzt noch sehr viel Futter übrig und sind nicht in die obere Kiste umgezogen mit ihrem Brutnest, weil da noch fast alles voll war.


    Sobald gutes Flugwetter war und Pollen eingetragen wurde, habe ich alle (das sind jetzt noch 9, eine Kö ging verloren, Buckelbrut) Völker auf einen BrutRaum (BR) eingeengt. Es gab alle Varianten: Brut nur unten, Brut nur oben (dann ist es relativ einfach) aber auch Brut verteilt über beide Zargen. Dann habe ich voll brutal die gegebene Ordnung des Brutnests zerstört und die bebrüteten Waben nebeneinander in eine Kiste gehängt. Einen BauRahmen (BR) an Position 2 dazu. Und ca. 4 bis 5 KG Futter dringelassen. Eine Woche später am 10.04. oberflächliche Durchsicht und HR aufgesetzt, denn die Kirsche blüht ja diese Woche auf. 4-5 KG Futter ist nach meiner jetztigen Einschätzung zu viel. Jetzt tragen die nämlich schon Nektar ein. Und wie soll ich jetzt mein Futter da wieder rauskriegen damit es nicht im Honig landet?


    Was mir gut gefallen hat ist der Bericht von Ralph dem Kleingartendrohn. Schied setzen!! Das wäre der Weg gewesen, den Raum besser an die Volksstärke anzupassen und Futter hinter das Schied zu tun. Beides ist vorteilhaft. Das bereite ich mir für nächstes Jahr auch für die DNM-Beuten vor!


    Ausblick: möchte in diesem Jahr Dadant probieren. Ein BR; unbeschränktes Brutnest und zugleich durch Schied gesteuertes Brutnest für den Wärmehaushalt; Menge von Pollen und Honig im Brutnest kann gesteuert werden; keine Hoffmannrähmchen; Schieben der Rähmchen auf der schmalen Metallschiene; es muß nicht ein Rähmchen rausgenommen und geparkt werden, damit man überhaupt arbeiten kann;
    Beespace wird eingehalten auch mit ASG können alle über den Oberträger laufen; weniger Bienenquetschen weil die Beute keine Falz hat; flacher HR der weniger wiegt usw. um nur ein paar Vorteile zu nennen. Das möchte ich sehen, wie sich das live anfühlt.


    Viele Grüße und danke für Eure hilfreichen Tipps
    Uli


    PS: habe jetzt nach einem Jahr den Thread noch mal durchgelesen. Einige Hinweise hatte ich gar nicht so wahrgenommen. Das liegt halt daran, dass man als Anfänger nicht alles, was wichtig ist, auch gleich richtig einordnen kann. Das wächst erst mit etwas Erfahrung. Danke für Eure Geduld.