Volk auf einem Brutraum mit DNM-Beute (Empfehlung Hans Beer)

  • Hallo Bienenfreunde,
    habe da mal ein paar Fragen.
    1. Vorgeschichte: Bin absoluter Anfänger in der Bienenhaltung, gestartet im April 2014 habe ich drei Völker auf DNM in zwei Bruträumen in Holzbeuten überwintert. Dann waren hier solche Beiträge, die eine eiräumige Haltung (meist auf Dadant-Beuten) beschrieben und dann gab es hier einen langen Fred zum Imkern mit dem angepassten Brutraum nach Hans Beer. Und als Termin zur Anpassung des Brutraums wurde da von Maria Lichtmess geredet, was dann Russisch-Orthodox auf den 14. Februar verortet wurde, wenn ich die Raterei und Andeutungen richtig verstanden habe. Am 05.03. schreibt der Drohn, dass seine Schieds schon über 14 Tage gesetzt sind.


    2. Vorgeschichte: war beim Vortrag von Hans Beer, der hat ernsthaft dazu aufgefordert mit einem Brutraum zu imkern, auch wenn man DNM oder Zander-Beuten hat, die ja üblicherweise mit zwei Bruträumen betrieben werden. Da mir einige seiner Überlegungen eingeleuchtet haben, dachte ich das kannste ja mal probieren.


    Dann zu meinen Bienen: Am 06.03.2015 habe ich dann die vier Waben mit Brut im unteren Brutraum zusammengehängt, die waren vorher über beide Räume verteilt. Kö runter und ASG drauf. Es war kalt, die Bienen waren überhaupt nicht begeistert von dieser Operation. (okay, habe die Aussage „Finger weg vom Brutnest“ hier bewußt ignoriert wegen Maria Lichtmess.)


    Das eng geführte Volk entwickelte sich prächtig, ich habe seit 07.05. den dritten HR drauf, die beiden anderen sind gut gefüllt, das sind DNM Ganzzargen. Das ist mein stärkstes Volk. Die beiden anderen, die auf zwei BR sitzen, haben überall Pollen und Honig eingelagert, den HR viel später angenommen und sich nicht so stark entwickelt. Aber schon am 19.04. waren einige unbestiftete Weiselnäpfen zu sehen, am 28.04. habe ich eine gut enwickelte Weiselzelle gebrochen und Brutwaben entnommen, geschröpft, Ableger gemacht und da war es noch kühl, Kirsche blüht, Raps grad noch nicht.


    Nun meine Fragen: Das auf einem BR geführte Volk steht am besten da und entwickelt weniger Schwarmneigung. Aber: inzwischen große Menge Wildbau in den Boden hinein, viele Bienen sind im Boden versammelt, heute hängen sie bei 25 Grad vor dem Flugloch rum, so ein Bart aus ein paar hundert Bienen. Wie geht es nun weiter? Was mache ich mit dem Wildbau? Wie soll ich die Schwarmzellen in diesem Volk finden? An Kippkontrolle ist nicht zu denken. Ich habe Bedenken, die Waben zu ziehen wegen dem wilden Unterbau, da ist dann alles voll verstreuter Larven.


    Vielleicht gibt es für mich ein paar praktische Tipps wie ich jetzt weitermachen kann oder sollte? Danke. :confused:
    Ulrich

  • Wildbau muß Weg, die sollen oben bauen. Also unten wegmachen (müßte Du eh, sonst brauchst Du auf den Schwarm nur zu warten) und oben bauen lassen, sprich neue Kiste mit Mittelwänden daraufstellen. Überleg mal, 'ne Bausperre zu verwenden, aber oft bekommt man sie auch so nach oben trainiert.


    Viel Erfolg und beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wildbau weg...ankippen, ordentlich einrauchen, dass die Bienen hoch gehen, von Hand oder per Stockmeißel entfernen, wenn die Bienen hochgegangen sind.
    Schwarmkontrolle machen !!!
    Leeren HR direkt über ASG (nächstesmal gleich den dritten so aufsetzen)

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Ulrich,
    also ich hab da kein gutes Gefühl. DNM ist schon nicht so gewaltig groß, ich hab Zander und selbst da würde ich nicht auf einem BR brüten lassen. Es ist einfach zu eng und ein Anfänger kann da einen Haufen verkehrt machen und die Bienen sind schneller weg als Du denkst. Das ist was für Profis.Warum machst Du das? Biete Ihnen zwei Bruträume und gut is. Wenn Du die Imkerei dann in ein paar Jahren beherrschst, kannst Du ja experimentieren. Ansonsten gebe ich meine Prognose ab: die Bienen werden abhauen. Das kann doch nicht Deine Absicht sein...LG Schäfchen

  • Ich experimentiere auch mit einem DNM-Brutraum. Die Völker neigen scheint mir dabei schneller zu Wildbau. Ich schröpfe die starken Völker kräftig (Ableger und Umhängen von Brutwaben in schwächere Völker) und gebe Mittelwände (im Brutraum).
    Ansonsten klappt das gut. Das Brutnest ist kompakter, die Entwicklung gut und der Honigraum wird besser angenommen


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang,


    warum läßt Du nicht nur im HR bauen, das klappt oft besser und unten der Wildbau hört dann oft auf. Wenn ich im BR doch mal eine Wabe entnehme (z.B. Pollenbrett mitten im Brutnest), dann gebe ich eine Mittelwand und zwar direkt neben den Baurahmen, der bei mir immer die vorletzte Wabe im Brutnest ist. Also ins Brutnest (zwischen Brutwaben und Drohnenrahmen). Hinter dem Drohnenrahmen kommt nur noch eine Speckwabe, wenn die Mittelwand zwischen dieser und Drohnenrahmen kommt, wird die mit Honig vollgetragen, auf der anderen Seite mit Brut belegt. Ist irre, wie man den Brutraum mittels Baurahmen steuern kann.


    Wenn man's überspannt und gleich mehrere Mittelwände gibt, dann kann man ein Brutnest auch zweiteilen, weil plötzlich eine Honigwand dazwischen steht.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Uli, hallo Leute,


    das wird ja sicher wieder ein Top-Fred hier!
    Gruß Jörg


    :daumen:


    Es geht alles, aber man braucht dazu schon etwas mehr Erfahrung. Obwohl einräumig für Anfänger eigentlich ideal ist.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Ulrich,
    also ich hab da kein gutes Gefühl. DNM ist schon nicht so gewaltig groß, ich hab Zander und selbst da würde ich nicht auf einem BR brüten lassen. Es ist einfach zu eng und ein


    Hallo Schäfchen, vor 30 Jahren wurden hier die Völker auf einem Brutraum Freudenstein geführt und auch eingewintert. Soviel legefreudiger sind die Königinnen heute auch nicht.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Warum läßt Du nicht nur im HR bauen, das klappt oft besser und unten der Wildbau hört dann oft auf.


    Ja, das mache ich auch. Die Völker kamen aber diese Jahr nur langsam aus den Quark, erst jetzt im Raps geht es richtig ab, und ein HR ist schnell ausgebaut. Für einen zweiten HR sind die meisten Völker nach meinem Eindruck noch nicht stark genug. Außerdem wird die Tracht nicht lange genug anhalten. Die Kastanie blüht schon, während der Raps noch in Vollblüte ist. Sonst blüht hier die Kastanie erst gegen Ende der Rapsblüte. Die Frühjahrstrachten scheinen sich zeitlich zu verdichten.


    Wenn man's überspannt und gleich mehrere Mittelwände gibt, dann kann man ein Brutnest auch zweiteilen, weil plötzlich eine Honigwand dazwischen steht.


    MW gebe ich nur an den Rand des Brutnests. MW werden weniger verhonigt als ausgebaute Waben.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • DNM ist schon nicht so gewaltig groß, ich hab Zander und selbst da würde ich nicht auf einem BR brüten.


    Ich habe 12er DNM-Zargen, das ist mehr Brutfläche als die gängigen 10er Zander.
    12 DNM-Waben voller Brut habe ich noch nicht erlebt. Die Brutfläche ist bei nur einem Brutraum dichter gepackt, nicht kleiner.


    12 DNM entsprächen, wenn ich richtig rechne, 7 bis 8 Dadant-Waben. Ist das nicht in etwa das, was den Bienen beim Pressing als Brutfläche maximal gegeben wird?


    Ich werde mal die Erfahrung dieses Jahres auswerten. Mit einem DNM-Brutraum imkern, fände ich in mancher Hinsicht attraktiver als den Umstieg auf Dadant (mit dem ich durchaus liebäugele).


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Mit einem DNM-BR imkern ist nicht das Problem, das reicht von der Fläche und Zellenzahl her. Aber du musst in dem einen Raum auch das Winterfutter unterbringen, sonst ist es nicht einräumig. Das könnte eng werden. Da bin ich mit Dadant dann sicherer, auch im Hinblick auf Futterabriss.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo holmi. Nach dem schleudern hindert den Wolfgang doch keiner die Honigräume wieder aufzusetzen und einzufüttern.
    Im Frühjahr wenn die Bienen dann in die obere Zarge gehen ist es ein leichtes, die Untere zu entfernen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.