Königinnenableger - was nun? (Schwarmgefahr, Erweitern, Räuberei ?)

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    Ich habe am vergangenen Dienstag einen Königinnenableger aus einem prächtigen Volk entnommen und bin noch recht nervös, ob das alles so klappt, wie geplant.
    Ich bin wie folgt vorgegangen:


    - Entnahme 1 Brutwabe + 1 Futterwabe mit ansitzenden Bienen und natürlich der Königin
    - Zusätzlich noch reingekehrt habe ich die Bienen auf dem Drohnenrahmen, den ich bei der Gelegenheit ausgetauscht habe.


    Das Altvolk sitzt nun also auf 8 Waben, der Ableger hat zusätzlich noch eine halb ausgebaute Mittelwand bekommen (also insgesamt Waben)


    Meine Fragen dazu wären:


    - Wann darf/sollte ich eine Kontrolle der beiden Völker machen? Einerseits will ich sie jetzt nicht unnötig stören, andererseits möchte ich aber doch gerne wissen ob


    a) das Altvolk wie geplant nachschafft (und dabei ggfs überschüssige Zellen brechen) und
    b) ob ich dem Ableger schon mehr Raum geben muss


    - Schon am nächsten Tag flogen Flugbienen in und aus dem Ableger. Ich dachte eigentlich, dass das erstmal nicht der Fall ist, da die Flugbienen ja zum Altvolk zurückkehren. Sind die Damen so schnell im Rekrutieren / Umstrukturieren oder habe ich Räuberei zu befürchten? Ich habe das Flugloch extra auf nur 2cm. Auch, dass ich heute (tolles Flugwetter) beobachten konnte, dass einige Pollen dabei haben,
    lässt mich darauf schließen, dass alles rechtens ist.


    - Ich nehme an, dass das Altvolk jetzt natürlich den freien Platz im Brutraum nutzt, da ja nicht bestiftet wird, und da alles mit Honig voll macht. Wie würdet ihr da vorgehen? Honigraum ist ja schon drauf und wurde vergangene Woche zaghaft angenommen. Mehr Platz durch MW geben oder hoffen, dass die den Honig dann bei Eiablage der neuen Königin wieder oben eintragen und somit wieder genug PLatz ist, um nicht auf dumme (Schwarm-)Gedanken zu kommen?


    - Beim Jungvolk geht es ja nun darum es bis Herbst stark für den Winter zu bekommen (daher wohl kein Honig zu erwarten). Ich würde daher einfach zunächst 2 Mittelwände geben, keinen Honigraum und bauen lassen. Oder eher doch gleich alles mit MW auffüllen?


    Wie ihr seht, bin ich da als Anfänger noch ziemlich ratlos und die verschiedenen Infos und Threads zu dem Thema verwirren mich gerade eher...


    Ich freue mich sehr über eure Antworten! Vielen Dank schonmal.


    Sonnige Grüße!

  • Hallo Jungimker,
    Draußen ist kein Wetter für die Bienen ,da werde ich es einmal mit Dir versuchen,

    Zitat

    Entnahme 1 Brutwabe + 1 Futterwabe mit ansitzenden Bienen und natürlich der Königin
    - Zusätzlich noch reingekehrt habe ich die Bienen auf dem Drohnenrahmen, den ich bei der Gelegenheit ausgetauscht habe.


    das ist nicht viel, aber ein Anfang,
    Wärmehaushalt beachten ! eine Dadantkiste ist groß, ich hoffe Du verstehst was ich meine,

    Zitat


    - Wann darf/sollte ich eine Kontrolle der beiden Völker machen? Einerseits will ich sie jetzt nicht unnötig stören, andererseits möchte ich aber doch gerne wissen ob


    Zügel deine Neugierde ,kannst jetzt ohnehin nicht Ändern,
    der Ableger muss sich erst entwickeln,,
    das Restvolk muss Nachaffungszellen ziehen,

    Zitat


    a) das Altvolk wie geplant nachschafft (und dabei ggfs überschüssige Zellen brechen)


    am 9. Tag alle bis auf eine, sonst gibt es eine Nachschwarm,

    Zitat

    ob ich dem Ableger schon mehr Raum geben muss


    nicht Heute und nicht Morgen, behalt es im Auge, aber immer unter Beachtung des Wärmehaushalts,

    Zitat

    - Schon am nächsten Tag flogen Flugbienen in und aus dem Ableger. Ich dachte eigentlich, dass das erstmal nicht der Fall ist, da die Flugbienen ja zum Altvolk zurückkehren. Sind die Damen so schnell im Rekrutieren / Umstrukturieren oder habe ich Räuberei zu befürchten


    das halte ich für Unwahrscheinlich, wir haben ja jetzt Trachtwetter,

    Zitat

    Ich nehme an, dass das Altvolk jetzt natürlich den freien Platz im Brutraum nutzt, da ja nicht bestiftet wird, und da alles mit Honig voll macht. Wie würdet ihr da vorgehen? Honigraum ist ja schon drauf und wurde vergangene Woche zaghaft angenommen. Mehr Platz durch MW geben oder hoffen, dass die den Honig dann bei Eiablage der neuen Königin wieder oben eintragen und somit wieder genug PLatz ist, um nicht auf dumme (Schwarm-)Gedanken zu kommen?


    bei guter Tracht wird es so sein, las sie erst einmal den Honigraum vernünftig besetzen,

    Zitat

    Beim Jungvolk geht es ja nun darum es bis Herbst stark für den Winter zu bekommen (daher wohl kein Honig zu erwarten). Ich würde daher einfach zunächst 2 Mittelwände geben, keinen Honigraum und bauen lassen. Oder eher doch gleich alles mit MW auffüllen?


    wie ich schon geschrieben habe alles so nach und nach,
    viel Spaß beim Machen.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Juniper,


    in meiner Versuchs- und Experimentierphase habe ich auch schon mal Königinnen-Ableger gemacht, bin aber bald wieder davon abgekommen, da man dabei doch das Volk sehr auseinander reißt. In weniger guten Jahren kannst Du erleben, dass weder der KÖ-Ableger, noch das Altvolk einen Ertrag bringt. Wenn Du richtig Pech hast, geht Dir beim Restvolk womöglich noch die neue Königin verloren,dann eierst Du den halben Sommer damit herum, bis es wieder weiselrichtig ist.


    Weniger aufwändig und für die Muttervölker angenehmer ist die Bildung von normalen Ablegern.


    Zu Deinem Verfahren:


    An sich ist Diene Vorgehensweise richtig - wenn es denn ein Königinnenableger sein soll.


    Das Restvolk hat Flugbetrieb, weil ja täglich neue Bienen zu Flugbienen werden.


    Du solltest es nach 5 Tagen kontrollieren und alle verdeckelten WZ entfernen (zu alte Larven), offene kannst Du mehrere belassen, wenn es nicht gerade in Schwarmstimmung ist.


    Beim Kö.-Ableger brauchst Du Dich nicht so zu beeilen, eine wöchentliche Kontrolle schadet nicht (stiftet die Kö., ist genug Platz, wird gebaut, reicht der Futtervorrat bei schlechtem Wetter).


    Viel Glück


    Quirin

  • ....einen Königinnenableger aus einem prächtigen Volk entnommen ....


    Hallo,


    sind bei Dir die Trachtmöglichkeiten schon erschöpft? Ob das Jungvolk noch trachtfähig wird, hängt auch davon ab, ob und wie die nachgezogene Kö begattet wird, da ist der Ausgang leider ungewiss, wie die Vorschreiber bereits angeführt haben. Und der Kö-Ableger wurde dermaßen geschrumpft, dass davon in diesem Jahr auch nix mehr zu erwarten ist. Und im nächsten Jahr ist deren Kö ggfls bereits zu alt oder möchtest Du die im Herbst umweiseln? Hänge denen wenigstens ausgebaute Leerwaben rein, damit sie ihre Energie nicht noch für den MW-Ausbau vergeuden müssen.


    Wenn es mit dem Nachziehen nicht klappt, wäre das natürlich ein herber Verlust, die Sommerbienen leben ja nicht unendlich lange, gerade jetzt im Mai. Ich hätte aus dem Restvolk mind. 2 Einheiten gebildet, aber das kannste Dir ja immer noch überlegen, sofern Nachschaffungszellen auf mind. 2 verschiedenen Waben zu finden sind. Doppelte Chance für eine bessere Jung-Kö und von der Bienenmasse reichts immer noch für einen guten Wärmehaushalt.


    Gutes Gelingen!


    Gruß Sven

  • Hallo Juniper. Warum machst du keine gescheiten KÖ Ableger ? KÖ Ableger mit der Wabe auf der die Kö sich befindet in eine neue Zarge. Zarge mit Mittelwände auffüllen und am alten Platz aufstellen. Den angefangenen Honigraum hier aufsetzen. Schon eingeflogene Bienen fliegen dem KÖ Ableger zu und verstärken diesen. Das Muttervolk verliert durch den Verlust der Bienen die Lust am schwärmen und es vergehen wenigstens 30Tage bis neue Bienen nach der Begattung der Jungkönigin dazu kommen. Das Altvolk (Muttervolk)im KÖ Ableger dauert es auch wenigstens 21 Tage bis neue Bienen in Mengen dazu kommen, sollte auch einen neuen Honigraum bekommen. Jetzt heißt es ganz entspannt abwarten bis der Honigraum vom KÖ Ableger voll ist......


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Möglichkeiten, einen Kö-Ableger zu machen, gibt es viele. Hier ist aber nicht der Weg das Ziel sondern man sollte dieses vorab definieren. Ablegerbildung, Schwarmverhinderung, dem Trachtvolk für die Zeit der Rapsblütenspritzung und anschließenden Tage die Flugbienen entziehen, .... ?


    Erst daraus ergibt sich, wie man am besten vorgeht und was man wie aufteilt.


    Gruß Sven

  • Hallo zusammen,


    vielen herzlichen Dank erstmal für eure Antworten!


    Möglichkeiten, einen Kö-Ableger zu machen, gibt es viele. Hier ist aber nicht der Weg das Ziel sondern man sollte dieses vorab definieren. Ablegerbildung, Schwarmverhinderung, dem Trachtvolk für die Zeit der Rapsblütenspritzung und anschließenden Tage die Flugbienen entziehen, .... ?


    Erst daraus ergibt sich, wie man am besten vorgeht und was man wie aufteilt.


    Mir ging es hier vorrangig um die Schwarmverhinderung und erst sekundär um Vermehrung


    Ob das Jungvolk noch trachtfähig wird, hängt auch davon ab, ob und wie die nachgezogene Kö begattet wird, da ist der Ausgang leider ungewiss, wie die Vorschreiber bereits angeführt haben. Und der Kö-Ableger wurde dermaßen geschrumpft, dass davon in diesem Jahr auch nix mehr zu erwarten ist. Und im nächsten Jahr ist deren Kö ggfls bereits zu alt oder möchtest Du die im Herbst umweiseln?


    Bei mir ist es so, dass die alte Königin im Jungvolk (dem Ableger) ist....oder habe ich dich da falsch verstanden?


    Es ist eine Königin aus 2014 - ich dachte dieses Jahr noch nicht ans Umweiseln....ggfs dann im Altvolk wenn die neue Königin nicht gut ist.


    Warum machst du keine gescheiten KÖ Ableger ?


    Nun ja, die Art, wie ich es letztenendes gemacht habe, entsprach einer Erklärung aus dem Verein hier und daran hab ich mich gehalten. Ich gehe mal davon aus, dass es je nach Perspektive mehrere Arten gibt einen "gescheiten Kö-Ableger" zu machen ;)


    Du solltest es nach 5 Tagen kontrollieren und alle verdeckelten WZ entfernen (zu alte Larven), offene kannst Du mehrere belassen, wenn es nicht gerade in Schwarmstimmung ist. ?


    Meinst du hier das Volk, das Nachschafft? Da kann ich leider nicht ganz folgen: Ich will doch gerade eine neue Königin. Ich hätte halt alle bis auf 2 gebrochen. Neue Larven kommen da ja nichtmehr, da keine Königin mehr vorhanden ist.......oder verstehe ich gerade was falsch?


    Ich hatte nun vor bis spätestens Mittwoch eine Kontrolle durchzuführen, dem Ableger 2 neue MWs zu geben (habe leider keine Ausgebauten :( ) und im Altvolk eben die Nacschaffungszellen (bis auf 2) zu brechen. Mittwoch wären es dann 8 Tage und somit in etwa zwischen den hier genannten 5 bzw. 9 Tagen.


    Beste Grüße!

  • Natürlich weiß ich , dass Du eine neue Königin willst.
    Beim Nachschaffen wollen die Bienen möglichst schnell eine neue Königin heranziehen und bauen auch über älteren Larven Nachschaffungszellen, aber auch über jungen.
    Die älteren sind bereits nach 3-4 Tagen verdeckelt, jüngere erst nach 5-6. Da die später verdeckelten Larven länger als Königin ernährt wurden, sind sie in der Regel vollkommener als Königin entwickelt. Deshalb das Entfernen der älteren Zellen - und natürlich musst Du WZ stehenlassen!:roll:
    Bitte genau lesen!


    Viel Erfolg!


    Quirin

  • Beim Nachschaffen wollen die Bienen möglichst schnell eine neue Königin heranziehen und bauen auch über älteren Larven Nachschaffungszellen, aber auch über jungen.
    Die älteren sind bereits nach 3-4 Tagen verdeckelt, jüngere erst nach 5-6.


    Guten Abend Quirin,


    das war mir nicht klar - ich dachte, sie würden dahingehend schon optimieren (und hatte einfach immer die Standardregel 3 - 5 - 8 im Kopf). Vielen Dank für diesen Hinweis! Meine praktische Frage hierzu wäre nun, wie ich das bei der nächsten Kontrolle erkennen kann. Ist es einfach so, dass ich davon ausgehen kann, dass der Großteil, der z.B am Mittwoch verdeckelt ist, eine alte Larve war?
    Wenn ich am 05.05. den Ableger gemacht habe, wäre das dann 8 Tage (wenn meine Annahme stimmt, dass sie sofort mit dem Nachschaffen begonnen haben). Dementsprechend sind ja sowohl junge, als auch alte bereits verdeckelt.......hmm schwierig - gibt es ein Indiz, an das ich mich halten kann?


    Beste Grüße,

  • ...hmm schwierig - gibt es ein Indiz, an das ich mich halten kann?


    Hallo,


    naja, das läuft ja schon unter Nachschaffungs-Notprogramm, ob die Bienen da noch großartig optimieren können/wollen, sei mal dahingestellt. Die 3 Tage zum Entfernen der sehr früh verdeckelten WZ sind ja nun auch schon vorüber. Es wird Dir wohl nix anderes übrig bleiben, 1 oder 2 solcher Zellen stehen zu lassen, die durch überdurchschnittliche Größe überzeugen, am ehesten in Wabenmitte angeordnet sind und gut von Pflege- bzw. Wärmebienen besiedelt sind.


    Ansonsten hat der Berhard hier irgendwo im IF mal Bilder eingestellt, wie man als Imker vorgeht, wenn man den Bienen bestimmte Larven/Maden zur Nachschaffung vorgibt, indem man die unteren Zellenränder ausbricht und so die Bienen zum Umbau zur WZ anregt.


    Gruß Sven

  • Es wird Dir wohl nix anderes übrig bleiben, 1 oder 2 solcher Zellen stehen zu lassen, die durch überdurchschnittliche Größe überzeugen, am ehesten in Wabenmitte angeordnet sind und gut von Pflege- bzw. Wärmebienen besiedelt sind.
    Ansonsten hat der Berhard hier irgendwo im IF mal Bilder eingestellt, wie man als Imker vorgeht, wenn man den Bienen bestimmte Larven/Maden zur Nachschaffung vorgibt, indem man die unteren Zellenränder ausbricht und so die Bienen zum Umbau zur WZ anregt.


    Vorsicht! Die auf diese Art und Weise entstehenden "gezielten" Nachschaffungszellen fielen zumindest bei mir definitiv nicht durch Größe auf, da sie sozusagen "eine Etage tiefer" liegen, nämlich zwischen den benachbarten Arbeiterinnenzellen und nicht darauf. Bei einem Volk hatte ich auch nochmal einen ganzen Schwung wilder Nachschaffungszellen von allerallerjüngster Brut. Es handelte sich um eine frisch im Ausbau befindliche Mittelwand, wo auf einer handtellergroßen Fläche offenbar gerade erst Eier in angefangene Zellen gelegt wurden. Die daraus resultierenden elf Nachschaffungszellen haben definitiv kaum über die normalen Zellen geragt, man hat sie nur anhand des anderen Musters gesehen. Seeeehr gute Tarnung! Laut Theorie (je jünger, desto besser) sollten sie aber gute Königinnen ergeben.


    Gruß von Kikibee

    With lots of room for improvement.

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  • Hallo Juniper,


    wenn Du den Ableger am 5.5. gemacht hast, ist die Zeit für die Auswahl der jüngeren Zellen vorbei. Nach 8 Tagen sind wohl alle verdeckelt.
    Du kannst noch an Hand der umgebenden Arbeiterinnenbrut spekulieren welche jünger sind, aber an sich ist der Zeitpunkt verstrichen.
    Das muss nicht gleich ein Malheur sein; vielleicht machen die Bienen ihre Sache besser als wir denken.


    Und noch etwas zu Deiner Beruhigung: Ich habe bestimmt 3 Jahre gebraucht, bis ich kapiert habe, dass gerade bei den Bienen Versäumtes eben vorbei und nicht im Nachhinein zu optimieren ist.


    Und es ist auch nicht immer schlimm!


    Quirin