Mit- oder Gegeneinander von Bienen und Ameisen?

  • Ich habe kein passendes Thema dazu gefunden.
    Wie kommen Bienen mit Ameisen klar? Nutzen die sich gegenseitig oder werden Ameisen lediglich geduldet, weil sie ggf. zahlenmäßig überlegen sind?


    Mir fiel gestern an einer Beute eine (noch) überschaubare Ameisenstraße in den Honigraum auf. Nur an einer von drei Beuten auf dem Träger.
    Ab wann sollte man *wie auch immer* eingreifen?


    Die Bienen machten mir jedenfalls keinen aufgeregten oder unruhigen Eindruck, trotz dass die Ameisen direkt neben ihnen von aussen an der Einflugseite entlang einwanderten...


    Gruß Andreas

  • Ich hatte bisher immer nur sehr wenige Ameisen in den Beuten. Meistens sammeln sie irgendetwas im Gemüll oder machen Gottweisswas auf dem Innedeckel.
    Es sind bei mir kleine schwarze Ameisen. Wenn ich eine große Zahl davon im Honigraum feststellen würde, würde ich überlegen wie ich die Beuten durch mit Wasser gefüllte Plastikbehälter schütze mit denen ich den Aufstieg versperre.


    Ich glaube Henry hatte mal ordentlich Probleme mit großen roten Waldameisen. Finde jetzt natürlich den Thraed nicht. Seitdem hab ich jedenfalls vor denen ordentlich Respekt.


    Viel Glück
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hallo Andreas,


    das ist sehr unterschiedlich.


    Es gibt natürlich sehr viele verschieden Ameisenarten.


    Ich habe z.B. oft die äußerst harmlosen Holzameisen im Bienenwagen oder unter Magazindeckeln. Die sind pechschwarz, mittelgroß und knabbern gern Weichholz hohl, tun aber sonst niemandem etwas zuleide.
    Dann gibt es noch sehr kleine Ameisen, die sich gern über Honigreste hermachen - auch harmlos.
    Und dann gibt es Waldameisen... da kann der Spaß auch schnell aufhören!


    Wenn Waldameisen an der Kiste in größerer Zahl herumkrabbeln, dann würde ich dieses Volk umstellen. Oder den Standplatz mit einem stärkeren Volk tauschen.


    Gruß Jörg


  • Ab wann sollte man *wie auch immer* eingreifen?


    Das kommt drauf an, was der Imker bereit ist zu ertragen. Wenn sich die A. statt über Flugloch bzw. Windel in den HR zu gelangen einen Weg zwischen HR und Deckel durchs Styropor fressen und das Zeug in pulverisierter Form im HR landet, dann ist das auch alles andere als toll, auch wenn es die Bienen offensichtlich wenig stört.


    Gruß Sven

  • Ich habe in meinen Beuten zur Zeit auch Ameisen, das sind die kleinen Schwarzen und krabbeln zwischen Holzdeckel und Folie über dem HR. Im Moment sehe ich das als problemlos, da es nicht übermäßig viel ist. Und die Bienen stört es offensichtlich auch nicht.

  • Das hört sich bisher normal an, so muss ich mir erstmal keine weiteren Gedanken machen und nur weiter beobachten. Bei mir sind es auch die kleinen schwarzen, obwohl ich wie vermutlich jeder andere Gartenbesitzer auch, noch weitere, andersfarbige Ameisenvölker im Garten beherberge.


    Nach Kunststoffbröseln werde ich dann genauer sehen. Mich verwundert es nur etwas, dass sie nicht im bislang vollsten Honigraum einwandern, aber die sind ja auch auf Effektivität ausgelegt und nehmen den kurzen Weg. Verschiedenfarbige Waldameisen kenne ich noch gut aus der Heide, denen bin ich gezwungenermaßen in Augenhöhe begegnet, dass muss wirklich nicht sein... :-D


    Dann werde ich sie vorerst und weiterhin unbehelligt lassen.


    Gruß Andreas

  • Ich hab einen Stand mit kleinen schwarzen Ameisen. Die tun den Bienen nix und die stört es auch kaum, glaub ich, allerdings mich, weil die immer den Styrodur der Deckeleinlage zernagen. Wenn ich unter den Außendeckel eine Dose mit Ameisenköder stelle, also ein Fraßgift, sollte es aufhören, mich stört aber die Nähe von Gift zum Honig. Das werden immer mehr, wenn ich den Außendeckel wegstelle, sind nach einer halben Stunde keine Ameisen mehr zu sehen, aber sofort wieder da, wenn ich den Metalldeckel wieder auflege. Hatte ich so noch nie. Irgendwelche Tipps für mich?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das werden immer mehr, wenn ich den Außendeckel wegstelle, sind nach einer halben Stunde keine Ameisen mehr zu sehen, aber sofort wieder da, wenn ich den Metalldeckel wieder auflege. Hatte ich so noch nie. Irgendwelche Tipps für mich?


    Beste Grüße,
    Ralf


    Hallo Ralf, das Phänomen habe ich ganz ähnlich bei meinen 1,5 DNM-Styroporbeuten. Sie krabbeln zwischen Deckel und Folie herum, verschwinden beim Abnehmen von Deckel und Folie, sind beim nächsten Mal aber wieder präsent. Ich habe sie bisher immer toleriert - es waren auch keine in den Honigräumen zu finden. Zudem ist es nicht überall - beim einen Volk vorhanden, beim Nachbarvolk so gut wie gar nicht. Ich vermute, es hängt mit dem Wasser zusammen, das sich nach Regen zwischen Deckel und Folie sammelt und evt. Lockstoffen - im einfachsten Fall Nektar / Honigtropfen, die das Wasser dann attraktiv machen.


    Gg. Ameisen ist m.E. auf Dauer kein Kraut gewachsen....


    Grüße


    Rainer

  • Hm...
    Der Effekt scheint wiederum bei Ameisen normal zu sein. Im Gegensatz zu Bienen scheuen die das Licht so weit möglich, ausser wenn es um Futterbeschaffung oder Wanderung geht. Wenn man im Garten einen Stein umdreht, unter dem sich Ameisen gesammelt haben, sind die ruckzuck im Boden abgetaucht, um die Brut und sich selbst zu schützen. Bienen zieht es ja gern zum Licht hin, bedeutet für die offenbar lediglich "Start frei"...


    Aber da ist mir eingefallen, dass beim Thema Varroawindel oft das Stichwort Ö, bzw. Fett fällt. Sollte das hier nicht auch helfen? Im Holtermann-Katalog gibt es ein Fett, dass zum Verhindern des Verkittens und auch zur "Abwehr" von Ameisen angewandt werden können soll, Schafswollfett heißt es dort, vllt. ist es auch als Wollwachs bekannt.


    Gruß Andreas

  • Vorsicht bei den roten Waldameisen!
    Mein Bienenstand im Wald steht (unglücklicherweise) direkt hinter einem Waldameisenhügel. Hab deshalb die vier Füsse des Bienenstandes in Metallschuhen, die mit Salatöl gefüllt sind. Im Vorfrühling war das Salatöl noch nicht drin, da konnten die Ameisen ungehindert hoch zu den Beute. Das war echt ziemlich martialisch, wie die Bienen mit den Ameisen gekämpft haben. Die Bienen waren auch dementsprechend gestresst. Hab dann sofort wieder das Öl aufgefüllt, dann war wieder Ruhe.
    Mein Fazit: Bienen und Waldameisen kommen nicht wirklich klar.

  • Schönen Abend Andreas,


    Ein kleiner Kübel Wollfett(augekochter Schafswoll-Talg) kann in einem Imkerhaushalt nie schaden.
    Das Zeug klebt aber wie die Pest und man weiß nicht ob es kalt oder warm
    blöder zu verarbeiten und zu entfernen ist ;). Ich verwends gelegentlich als
    Trennmitte, Füllmaterial und als Zutat zu meinen Seifen und Pflegemittelchen.


    Gegen Ameisen macht das keinen Sinn da Dreck und Ameisen kleben bleiben
    und die Sache früher oder später begehbar wird.


    Das mit dem Deckelfrass ist ein Problem. Eine Isolierung die
    nicht umgearbeitet wird hätte ich auch gerne.


    Persönlich feue ich mich über und glaube daß die
    Kleinen Schwarzen starke Bienenvölker bevorzugen.
    Ich hab schon überlegt ob ich die imkerlichen Maßnahmen
    nicht in die Nachtstunden verlege damit ich die Ameisen weniger störe :)


    Wenn bei denen das Licht angeht is aber Holland in Not!



    Schöne Grüße



    till
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    https://www.youtube.com/watch?v=IuwxZSIS__4