Ab wievielen Völkern auf mehrere Stände verteilen?

  • Hallo zusammen,


    bin in einer leichten Zwickmühle. Da ich nächstes Jahr auch nochmal erweitern möchte, kann ich nicht mehr alle Völker bei mir hinterm Haus im Garten stehen lassen. Dafür habe ich einen zweiten Stand gesucht.
    Und offenbar gefunden.


    Die Vorteile sind wirklich beachtlich. Der Besitzer am Aufstellort ist für alles zu haben: Er pflanzt instektenfreundliche Pflanzen nach meinen Vorstellungen, stellt einen Schleuderraum zur Verfügung (den ich wohl gemerkt bei mir zu Hause nicht hätte), Platz für Materialien usw.
    Er hat einen eigenen Laden, in welchem er regionale, hochwertige Produkte verkauft. Über diesen soll auch der Honig verkauft werden. Die Absatzmöglichkeit würde sich vervielfältigen zum Haustürverkauf.
    Weiterhin darf/soll ich dazu was für die Öffentlichkeit machen wie z.B. Schauschleudern, ggf. mal einen Vortrag oder ähnliches.
    Bienenvölker dürfte ich dort unbegrenzt aufstellen. Für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
    Weiterhin wäre es schön, Bio-Honig zu haben, hier würde sich sogar finanziell an Zertifizierung o.ä. beteiligt werden.



    Jetzt das große ABER:
    - Ich muss dazu meine Völker aufteilen. Bis zum Herbst werde ich voraussichtlich vier haben. Das wären dann zwei pro Stand, was ich nicht besonders viel finde.
    Ein einzelnes möchte ich nirgends aufstellen, das hab ich diese Woche gelernt.
    - In der Location an sich sind sehr viele Obstbäume, auch in der Umgebung. Und: Es ist nah am Fluss. Aber es sind auch Rapsfelder in der Nähe, zu welchen sogar Imker von weiter weg mit bis zu 30 Völkern wandern.
    - Ich bin grade selbst noch Anfänger und wachse erst rein.
    - In der Nähe sind Weinberge, es besteht die Angst, dass die Bienen sich an den Trauben zu schaffen machen (halte ich für ein Märchen, oder?)



    Mein Bauch sagt ja, ich würde das gern ausprobieren. Ich habe klargemacht, dass die ersten Jahre nicht sehr viel Honig zu erwarten ist, wenn ich ab sofort auf Jungvölker setze. Das ist kein Problem...
    Würde gern mal die ersten vier Völker nach der Aufstellung von Br. Adam hinstellen... zumindest träume ich davon.



    Was meint ihr? Ist es ein Fehler so früh die Wirtschaftsvölker auf zwei Standorte zu trennen?


    Danke für eure Einschätzung!

  • Hallo Marcel,


    ich habe ein ähnliches Problem wie du. Ich habe aktuell 7 Völker, davon 6 Wirtschaftsvölker. Die sind auf vier Standorte verteilt. Klingt doof - ist es eigentlich auch - zumindest für mich. Bei einem Stand habe ich nur 1 Volk stehen. Das werden aber nach dem Raps dann zwei. Im nächsten Jahr möchte ich an jedem Stand vier Völker aufstellen - ähnlich wie du. Ich finde das sind nicht zu wenige. Bedenke, dass viele Anfänger nur zwei Völker haben...


    Einzig das viele Fahren nervt halt. Ich brauche mehr als die doppelte Zeit für die Schwarmkontrolle. Aber auf die Bienen zu Hause möchte ich halt nicht verzichten. Da gehen halt nur zwei Völker. Dann noch ein Außenstand mit den meisten meiner Völker und ein weiterer als Freundschaftsaktion (Ich bekomme die Eier, sie die Besteubung und etwas Honig) bei meiner Tante. Gerade der ist der Zeitaufwendigste. Das viele Reden immer bei dem Schwarmkontrollen :-D


    Mehr als zehn / Standort finde ich aber etwas viel. Man kann dann auch schwer einschätzen, ob dieses Volk stichig ist oder ob das noch die Bienen vom Nachbarvolk sind, die noch immer sauer auf dich sind...


    Gruß
    Frank

  • Hallo Frank,


    danke für deine Ersteinschätzung.


    Bei mir wäre das mit dem Fahren weniger das Problem. Wie gesagt, es ist nicht weit und gut erreichbar!
    Beim Außenstand könnte ich so viele Völker wie ich möchte aufstellen (vom Platz her. Sinnvoll ist das vielleicht nicht). Ich denke da an 8-10.
    Daheim bleiben es dann 2-4.


    Wie bei dir ist es auch bei mir: Nach nur einem Jahr möchte ich auf die Bienen direkt daheim nicht mehr verzichten. Da kann man doch einfacher 5 mal am Tag hinlaufen und ins Flugloch gucken ;-)



    Gruß,
    Marcel

  • Moin


    mach es doch einfach so:
    Behalte Deine Völker zu Hause.
    Fange direkt mit der Vermehrung der Völker an, und stelle die neuen Ableger / Jungvölker auf den neuen Standplatz.
    (Völkervermehrung in 4 Schritten. Bei Fragen einfach PN)
    Belasse Deine 2 - 4 Völker am Hause und baue den 2. Standplatz als Deinen Hauptstandplatz aus.
    So hast Du immer Völker am Haus, zum gucken.


    Dieses Jahr aber schon fliegende Bienen am neuen Stand, somit den Besitzer des neuen Standes befriedigt.
    Es kann sonst sein, das wenn der Besitzer heiß auf Bienen ist, und Du nicht in die Puschen kommst, ein Anderer Imker auf dem neuen Standplatz steht.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935


  • mach es doch einfach so:
    Behalte Deine Völker zu Hause.
    Fange direkt mit der Vermehrung der Völker an, und stelle die neuen Ableger / Jungvölker auf den neuen Standplatz.


    Genau so habe ich es auch gemacht - im letzen Jahr. Dann standen bis zu sechs Völker am Außenstand.

  • Hi,


    ich bin mir nicht sicher, ob ich es mit dem Vermehren dieses Jahr so auf die Schnelle hinbekomme.


    Ich hatte im Frühjahr zwei Wirtschaftsvölker. Eins ist geschwärmt, hab den Schwarm erwischt, macht also drei.
    Das zweite Volk ist entweder geschwärmt oder hat still umgeweiselt, auf jeden Fall fehlt hier auch Bienenmasse.
    Und im Juli bekomm ich noch einen Kunstschwarm.


    Wenn also meine beiden Wirtschaftsvölker schön nachschaffen, hab ich vier. Aber ich weiß nicht so recht, von welchem Volk ich jetzt noch zur Ablegerbildung schröpfen soll, um die nicht noch mehr zu schwächen.



    Dazu muss ich sagen, dass ich nach Kunstschwarm noch eine Beute und einen Ablegerkasten Reserve habe. Muss also auch erst nochmal einkaufen ;-)



    Edit: Der Besitzer hat zugesagt, dass wir zusammenarbeiten und, dass er absolut zufrieden wäre, wenn nächstes Jahr die ersten Jungvölker bzw. Ableger dort ständen und sich diese 2017 zu Wirtschaftsvölkern entwickeln.
    Ganz so langsam möchte ich es nicht angehen lassen, aber ich verlasse mich da auf sein Wort, dass wir da zusammenarbeiten. Von den anderen Imkern (auch der Vorstand des Imkervereins) bestand bisher kein Interesse hier Bienen aufzustellen, selbst auf Nachfrage. Er ist froh endlich jemanden gefunden zu haben, der sich engagiert. Von daher, glaube ich an das Gute im Menschen!


  • Ein einzelnes möchte ich nirgends aufstellen, das hab ich diese Woche gelernt.


    Wieso nicht ? Für die Bienen ist es das Beste, für den Imker sind natürlich 30 Stück in der reihe am bequemsten.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Weil ich diese Woche vergebens Königin und Stifte gesucht habe. Da war ich froh, dass ich von dem Nachbarvolk eine Wabe mit offener Brut zur Weiselprobe einhängen konnte.


    Wenn das einzelne Volk jetzt ein paar Kilometer wegsteht, wird das mit dem Umhängen sicher aufwändiger. Nicht unmöglich, aber sicher aufwendiger!


    Gruß,
    Marcel

  • Was meint ihr? Ist es ein Fehler so früh die Wirtschaftsvölker auf zwei Standorte zu trennen?


    Nein, im Gegenteil.
    Ein Standort verträgt i.d.R. etwa 20 Völker.


    Aber das Aufteilen bringt Vorteile bei:
    - Ablegerbildung,
    - Räuberei,
    - Tracht und Schleuderzeiten,
    - Krankheiten.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Marcel,
    ich versteh die Frage nicht. Die Wirtschaftsvölker kommen an den neuen Standort, sofern der ausserhalb des Flugkreises liegt und Dein Garten hinterm Haus wird Dein Ablegerstand an dem Du päppeln kannst. Das ist dann imkern für Faule ;).
    Wenn Dir jemand schon die Futter und Raumfrage abnehmen will, dann schlag zu!


    Liebe Grüße
    Andreas