Sind sanfte Bienen schlampig ???

  • Hier ist ein Artikel aus dem Jahre 1969 über die Vererbung verschiedener Verhaltensweisen bei der Honigbiene.


    http://www.zeit.de/1964/02/sanfte-bienen-sind-schlampig


    Zitat:
    Dieses Ergebnis zeigt, daß es leider unmöglich ist, nicht stechende Bienen zu züchten, denn Sanftmut ist bei diesen Tieren in ein und demselben Erbfaktor mit dem Unvermögen gekoppelt, den Stock von Krankheitsherden zu säubern.


    Wieviel ist an diesen Aussagen dran, ist das wirklich so ?? Was sagen die Züchter dazu ???


    Mit herzlichen Grüssen
    Manuel

  • Unsere Zuchtziele sind bekannt. Wenn diese, 1968 getroffene Aussage stimmen würde, wie könnte man dann auf Bruthygiene und gleichzeitig auf Samftmut selektieren? Aber dass Samftmut mit Wabensitz gekoppelt ist, lässt sich beobachten

  • Wenn Du eine Studie aus dem Jahr 1969 finden kannst, dann findest Du bestimmt auch die, die neueren Datums sind und diese irrige Annahme widerlegen. :liebe002:

  • Dieses Ergebnis zeigt, daß es leider unmöglich ist, nicht stechende Bienen zu züchten, denn Sanftmut ist bei diesen Tieren in ein und demselben Erbfaktor mit dem Unvermögen gekoppelt, den Stock von Krankheitsherden zu säubern.


    Da hätte etwa mehr Darwin und weniger Lorenz den Blick geschärft: Bei der (züchterisch gesteuerten) Veränderungen der Arten gibt es nicht nur die Selektion, sondern auch die Mutation. Erbfaktoren können sich also ändern und werden nicht nur neu kombiniert.



    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Das, mit Verlaub, ist Quatsch. Mein Erzfeind, PJ, hat nämlich solche. Ehre, wem Ehre gebührt!


    Viel Feind viel Ehr!


    Manche könne es halt und manche nicht...


    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Bei der (züchterisch gesteuerten) Veränderungen der Arten gibt es nicht nur die Selektion, sondern auch die Mutation. Erbfaktoren können sich also ändern und werden nicht nur neu kombiniert.


    Es gibt wahrscheinliche Mutationen und äußerst Unwahrscheinliche. Letzteres trifft zu, wenn 2 Allele (= Merkmale, z.B. Sanftmut und Wabenstetigkeit) auf dem selben Chromosom zu finden sind und zwar direkt nebeneinander. Dann sind die Merkmale gekoppelt und können nur durch Crossing Over voneinander gelöst werden, wenn Bruch/Überlappung der Cromosomenabschnitte genau zwischen diesen beiden Allelen erfolgt.


    Und dann noch als rezessiv vererbte Eigenschaft.... Halleluja, das ist ne Dauerbeschäftigung. Den Drohnen sieht man es nicht an, was sie vererben und den nicht reinerbigen weiblichen Tieren ebenfalls nicht.


    Du meinst die Sanftmut der AGT-Bienen :cool:, Herr Spessartimker?


    Viele Grüße
    Sven

  • Wenn Du eine Studie aus dem Jahr 1969 finden kannst, dann findest Du bestimmt auch die, die neueren Datums sind und diese irrige Annahme widerlegen. :liebe002:


    Ich denke du kennst dich auf diesem Gebiet besser aus als ich und bist meines Wissens der Englischen Sprache mächtig. So wie ich dich einschätze müsst sich die aktuellere Studie, welche diejenige von 1969 wiederlegt in deinen Archiven verstecken ...



    WFLP schrieb:

    Da hätte etwas mehr Darwin und weniger Lorenz den Blick geschärft: Bei der (züchterisch gesteuerten) Veränderungen der Arten gibt es nicht nur die Selektion, sondern auch die Mutation. Erbfaktoren können sich also ändern und werden nicht nur neu kombiniert.


    Mit Darwin bin ich in vielen Punkten uneinig, man würde mich wahrscheinlich Kreationist nennen, und doch gibt es eine Selektion, Mutationen können bewusst auch provoziert werden, vieles ist möglich, wenig bekannt ...
    Lorenz bin ich überhaupt nicht bewandert, muss ich mal nachholen, Bildungslücke :-)


    Mir ist mehr daran was sagen erfahrene Züchter und Imker, von den mir bekannten Wissenschaftler wurde dies bis heute nicht dementiert ...



    Doch vielleicht bin ich hier mit solchen Fragen, schlichtweg am falschen Platz ???

  • Hier ist ein Artikel aus dem Jahre 1969 ....


    Danke!
    Der Artikel ist hochinteressant.
    Er spiegelt den Kampf der Behavioristen gegen die Ethologen wider.
    Er zeigt, wie wenig man in dieser Zeit über grundlegende genetische Gesetze wußte.
    Und im Prinzip hatten sie Recht, auch wenn sie knapp daneben lagen mit ihren Interpretationen.
    Hätte man schon damals das Prinzip der kongenen Stämme gekannt, hätte man anders interpretiert.
    Und man hatte den Fehler gemacht, den auch heute viele Züchter machen: Zu geringe Ausgangsbasis.



    Leider herrscht in der gegenwärtigen populärwissenschaftlichen Literatur der Zeitgeist des Neo-Lyssenkoismus vor ......

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • die 60er Jahre waren auch die Jahre als die Nosema noch Winterverluste erzeugte


    und DDT E605 und co sogar in den Wäldern verwendet wurde per Hubschrauber!


    Ist die Nosema heute noch ein Problem?


    Ja es ist die neue Sommernosema da


    und seit wann genau?


    In Russland wurde ein Bienenstand über 15 Jahre nicht betreut. Die Bienen waren friedlich als man sie öffnete es war kein Rauch nötig. Die Bienenstöcke waren alle besetzt! kein totes Volk! nichts


    Es war das Jahr 2013 als man diese Bienenstand auf gesucht hatte.


    Er lag mitten in Sumpfgebiet ohne intensive Landwirtschaft etc.


    Eigentlich spricht doch alles gegen dieses Überleben der Völker!


    doch sie lebten ohne Varroabekämpfung Bauerneuerung etc und waren friedlich


    ein Wunder

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!


  • Doch vielleicht bin ich hier mit solchen Fragen, schlichtweg am falschen Platz ???


    Nur dann, wenn Du mit teilweise heftig-kontroversen Antworten nicht umgehen kannst. Wenn Du gerade diese interessant findest, kannst Du Dich hier ganz schön qualifizieren.