Stichiges Volk umweißeln oder abschwefeln?

  • Derzeit arbeite ich 9 Völker. Bis auf ein Volk funktionierts recht gut.
    Heute morgen war mein Mentor bei der Durchsicht mit dabei und mein "Lieblingsvolk" begrüßte uns schon wieder in 30 Metern Entfernung.
    Nach der Durchsicht des Volks kamen wir zusammen auf ca 100 Stiche. Auch verfolge uns dieses Volk noch bis wir wieder 30 oder 40 Meter weg waren.
    Mein Mentor ist der Meinung, dass es am einfachsten wäre dieses Volk abzuschwefeln.
    Ist das die einzig sinnvolle Lösung oder wäre es auch möglich eine neue Königin einzusetzen?
    Theoretisch müsste doch die Stechlust nach einigen Wochen ablassen, oder lernen die neu geschlüpften Bienen von den Altbienen das alles gestochen werden muss was sich der Beute nähert?


    Bei der Durchsicht der anderen Völker gabs nicht einen einzigen Stich... Nur dieses Volk fällt immer sehr unangenehm auf, da es schon auf Distanz angreift und einen auch relativ lange und hartnäckig verfolgt...

  • Bei einer Umweiselung dauerts gute 6 Wochen, bis Besserung eintritt. Aber sie tritt ein!
    Abschwefeln halte ich für ..Verzeihung... Dämlich!


    Bis die neuen Bienen schlüpfen dieses Volk
    a) zuletzt bearbeiten
    b) steht auf einer Palette, auf der auch andere Völker stehen, so dass es rumpelt, wenn du vorher an den anderen arbeitest, dieses Volk einen Tag später bearbeiten.
    c) eventuell Zwischenbodenableger bilden, um Schwarmkontrolle zu vermeiden ( solange Du nix zum umweiseln hast)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • Abschwefeln halte ich für ..Verzeihung... Dämlich!


    Danke :) genau deshalb habe ich gefragt :) 
    Mein Mentor ist 87 Jahre, und relativ schnell und hart mit seinen Maßnahmen, aber leider findet sich niemand anderes...


    Ich werde aus diesem Volk nächste Woche vermutlich Ableger bilden und die dann mit neuen Kö´s besetzen.


    Was ich noch nicht verstehe:
    Liegt es an mir das dieses Volk so derbe ist? Liegts am Raps? Kann es sein, dass dieses Volk so drauf ist, da es von Ameisen genervt wird? (Ameisen sitzen im Boden und im eingelegten Deckel...)
    Bei dem Volk habe ich noch dazu den Fehler gemacht und mir eine Beute mit Falz aufschwatzen lassen... Kann es daher kommen? Bei jeder durchsicht werden "zwangsläufig" 1-2 Bienen eingequetscht obwohl ich eigentlich ziemlich vorsichtig arbeite (Die Beute wird definitiv demnächst ins Feuer wandern, hatte anfangs 3, wovon bereits 2 durch falzlose Beuten ersetzt wurden)


    Das Volk habe ich ende März erworben, anfangs war es zwar etwas aggressiver als die anderen, aber seit ca 2 Wochen ist an arbeiten ohne Vollschutz und Handschuhe garnicht zu denken... Und das macht nicht wirklich spaß...

  • Kann an mehreren Faktoren liegen, aber wenn die Anderen alle "lieb" sind, dann denke ich, hast Du einfach Pech gehabt und eben ein stichiges Volk erwischt.
    Gibt es durchaus.
    Habe auch so eine Dame am Stand seit letztem Jahr: HÖLLE HÖLLE HÖLLE

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Das Problem: Derart stichige Völker nehmen in dieser Jahrszeit fremde Königinnen nur selten an. Umweiselung gelingt noch am Besten im Kunstschwarm. Außerdem möchte man, dass die Stichigkeit so schnell wie möglich verschwindet. Daher schlage ich vor:

    • Beute verstellen, leere Beute mit Mittelwänden und 2 Leerwaben an diese Stelle, Absperrgitter vors Flugloch, begattete Königin unter Futterteigverschluss zwischen beide Leerwaben hängen. Futterteig in die Beute geben. Bodengitter schließen!
    • Brut und alle Waben komplett entnehmen, das Volk auf ein Einlaufbrett vor der neuen Beute abstoßen.
    • Nach einer gewissen Zeit ist der größte Teil der Bienen in der Beute. Jetzt die außen gebildeten Trauben mit Rauch auseinander treiben, die Königin suchen und töten. Fertig.

    Die Verteidigungsbereitschaft des Volks müsste sofort stark zurück gehen, weil nichts mehr zu verteidigen ist. Nach etwa 4 Wochen verschwindet die Stechlust sehr schnell, weil die Altbienen sterben. Also angenehmeres Arbeiten ab Juni.


    Gruß Ralph

  • Hallo zusammen,


    ja, das klingt gut so wie Ralph es beschreibt, ein Art Flugling. Ich würde aber einfach nur ein Absperrgitter vor das Flugloch spaxen. Dann erspart man sich das Suchen der Kö.


    Und die dicke Imkermontur nicht vergessen... (etwas Schadenfreude, muss erlaubt sein)


    Gruß Jörg

  • Das mit dem KS klingt sehr gut, ich denke, dass ich das so umsetzen werde.


    Nachdem ich teils ziemlich aufschwelle und heute durch die Imkerhandschuhe gestochen wurde werde ich Pauschal Schweißerhandschuhe anziehen und die dicke Lederschürze :P :roll:

  • Dann erspart man sich das Suchen der Kö.


    Die Königin muss gefunden werden! Sonst wechseln die Bienen zwischen der draußen vorhandenen eigenen Königin und dem Beuteninnenraum und pflegen die neue Königin in der Beute nicht!


    Gruß Ralph

  • Sorry! Missverständniss!


    Ja, klar Kö suchen und abdrücken.


    Aber die Sucherei wird erleichtert, wenn sie außen vor der Beute am ASG sitzt. Dann kann man die Waben gleich vor der alten Beute abschlagen.


    Gruß Jörg

  • Hallo Golem,


    falls nicht schon geschehen, solltest du die Drohnenbrut vollständig schneiden, nicht, dass die nächste Generation an Königinnen diese werhaftigkeit erhält...


    Gruß vom Frank

  • Hi,


    ich würde es genauso machen wie Ralph schreibt. Denn abgesehen von der Frage der Annahme der neuen Königin habe ich auch schon manchmal den Eindruck gehabt, dass ein Volk nach einer totalen Bauerneuerung viel friedlicher wird.
    Zusätzlich solltest du zusehen, ob du die Beute auf einen Tisch mit Anti-Ameiseneinrichtung stellen kannst. Es gibt so Füße mit Ölschalen, damit Ameisen nicht hochlaufen können. Ich habe ebenfalls den Verdacht, dass Bienenvölker, bei denen Ameisen im Deckel oder unter dem Boden sind, agressiver sein können. Dieser Eindruck beruht zwar nur auf zwei oder drei Fällen bei mir in den letzten Jahren, aber sicher ist sicher.


    Grüße,
    Robert