Wabenerneuerung / 1-zargige Betriebsweise

  • Guten Abend zusammen,


    eine Frage die mich immer wieder beschäftigt ist die Wabenerneuerung in der 1-zargigen Betriebsweise.
    Methoden welche ich bisher praktiziere sind die totale Brutentnahme, alte Brutwaben am Rand auslaufen lassen, Brutwaben im Honigraum auslaufen lassen und entfernen. Was spricht eigentlich dagegen nach der 1. oder 2. Honigernte die geschleuderten Waben über Absperrgitter über dem Brutraum aufzusetzen, 2 Brutwaben + Königin dazu und warten bis der untere Brutraum ausgelaufen ist und dann entfernt wird?


    Viele Grüße, Thomasso

  • Nichts spricht dagegen du kannst auch auf Absperrgitter und Umhängen verzichten. Häufig ist noch Honig und Pollen im B1, das bekommst du nur hin, wenn du 2-zargig überwinterst und dann die untere Zarge mit den alten Waben erst im Frühjahr wegnimmst.

  • Hallo Thomasso,


    wenn du wirklich mit Zander 1zargig arbeiten möchtest, so ist das nur dann sinnvoll, wenn du Brutraumanpassung, also Pressing, betreibst. In diesem Fall gibt es typischerweise keine komplett brutfreien Waben, auch die Randwaben enthalten Brut. Deshalb können Randwaben nur selten ausgeschleust werden.
    Das, was du vorgeschlagen hast, ist ein kompletter Bruch mit der 1-zargigen Betriebsweise. Nach dem Aufsetzen der ausgeschleuderten Waben würdest du eine völlige Vermischung von Honig- und Brutbereich erhalten mit dem Ergebnis einer Fehlanpassung des Brutraums und schließlich einer Schwarmtriebigkeit des Volks.


    Gruß Ralph

  • Hallo Thomasso,
    1-zargige Zanderbetriebsweise ist nur möglich mit dem Schröpfen von Brutwaben. Du entnimmst eine möglichst verdeckelte Brutwabe, und gibst eine Mittelwand an das Brutnest und so fort. Auf diese Weise hast du die Wabenerneuerung gleich mit, ausserdem immer genügend Brutwaben für Sammelbrutableger, Königinnenzucht, oder einfach nur Ableger. Mehr als 6 Brutwaben lasse ich nie auf einmal im Brutraum, dazu immer 2 Honigräume. Denn solange der Bautrieb ausgelebt werden kann kommen seltener Schwarmgedanken auf.

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --

  • Das stimmt so nur teilweise. Der Bautrieb soll im Honigraum ausgelebt werden. Brutraumanpassung bedeutet, dass Stifte/offene Brut einerseits und verdeckelte Brut andererseits in einem Verhältnis zueinander stehen müssen, das dem Brutzyklus entspricht, also Stifte/offene Brut zu verdeckelter Brut ca. =0,75 (muss nicht so genau sein). Wenn man das einhält, braucht man keine verdeckelte Brut zu entnehmen; die Königin kann immer legen. In den kleinen Brutraumzargen ist es darüber hinaus ratsam, Mittelwände mit dem Raster 5,1mm zu verwenden. Damit steigt die Kapazität des Brutraums um 12% gegenüber Mittelwänden mit dem Raster 5,4mm.
    Mittelwände im Brutraum ziehen Baubienen aus dem Honigraum ab. Die Honig verarbeitenden Bienen wiederum lagern den Honig gerne da, wo sich viele Baubienen befinden. Zusätzlich wird wegen der mangelhaften Bautätigkeit im Honigraum die Kapazität für die Einlagerung von Honig im Honigraum knapp. Er landet dann im Brutraum, was den Schwarmtrieb anheizt. Deshalb sollte man bei Betriebsweisen mit 1 Brutzarge Mittelwände im Brutraum nur geben, wenn das Verhältnis von offener Brut zu verdeckelter Brut wesentlich zu klein wird. Deutlich gesagt: Keine Brutwaben durch Mittelwände ersetzen und sparsam erweitern.


    Gruß Ralph

  • Was spricht eigentlich dagegen nach der 1. oder 2. Honigernte die geschleuderten Waben über Absperrgitter über dem Brutraum aufzusetzen,


    Nach der 2. (letzten) Schleuderung, nicht nach der ersten. Laß das Absperrgitter weg und fütter normal ein. Im Frühjahr dann die untere Zarge wegnehmen und Deine Mädels sitzen auf neuen Waben.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife