Imkerhemd, Wulstkragen, Schleier, ... was nun?

  • Hallo!


    Ich versuche mich gerade in den Tiefen der Imker-Schutzbekleidung zurecht zu finden. Am liebsten wäre mir ein Hemd mit einem Hut + Schleier, wobei man sowohl Hemd als solches alleine wie auch nur den Schleier alleine tragen kann.


    Bei meinem Imkerpaten habe ich bereits gesehen, dass es Hemden gibt, die einen Schleier dabei haben, wo man zwar das Hemd alleine tragen kann, nicht aber den Schleier, weil dieser nach unten zu weit offen wäre.


    Nun habe ich im Netz gegoogelt und zudem noch diese "Wulstkragenhemden" (zB bei holtermann-shop) gefunden.
    Nun meine Fragen:


    • Wo ist der Unterschied zwischen Wulstkragenhemd und normalem Imkerhemd? (Vor- & Nachteile?)


    • Ist bei einem Wulstkragenhemd auch immer ein Schleier mit dabei? (Falls nicht: Welchen Hut + Schleier muss man dazu nehmen?)


    • Kann man den Schleier vom Wulstkragenhemd (falls dabei?) auch allein tragen?




    Danke für Euere Hilfe!


  • Wo ist der Unterschied zwischen Wulstkragenhemd und normalem Imkerhemd? (Vor- & Nachteile?)


    Bei den "Imkerhemden" die du vermutlich meinst sind Schleier/Hut meist mit einem Reißverschluss verbunden und können bei den meisten Modellen zumindest nach hinten weggeklappt werden wenn man mal bessere Sicht braucht oder es schlicht zu warm wird. Vorteil ist: du hast eine gute Verbindung zwischen Schleier und Jacke. Wenn der Reißverschluss zu ist kommt wirklich keine Biene dort unter den Schleider: Nachteil: Du kannst Hut und Schleier meist nicht komplett abzippen und wenn kannst du ihn nicht einzeln verwenden (ohne Hemd) weil er nicht am Körper abschließt. Ein Vorteil ist, du hast das Ding meist an, wenn du zu den Bienen gehst und damit immer was an Armen und Oberkörper und Propolis oder Wachs klebt dann eher dort als auf den normalen Klamotten. Hut und Schleier sind hier immer vernäht, d.h. du musst immer die angebotene Kombi Hemd-Schleier-Hut nehmen und bist da nicht flexibel. Imkern ist körperliche Arbeit und es bleibt nicht aus, dass man auch mal schwitzt. Besonders die dünnen Stoffhüte können da schnell unangenehm werden und Schweißflecken bekommen. Die keinen richtigen Hut oben haben, sondern nur einen Distanzring sind zwar luftiger, rutschen dafür aber auf dem Kopf rum,



    Zitat


    Ist bei einem Wulstkragenhemd auch immer ein Schleier mit dabei? (Falls nicht: Welchen Hut + Schleier muss man dazu nehmen?)


    Nein! Es werden zwar auch Sets angeboten, aber man kann auch Jacke mit diversen Schleier-Hutkombinationen je nach Bedarf und Geschmack wählen. Der Schleier ist meist durch ein Gummizug oder so versehen der am Wulstkragen oder mit einer Gummizug-Armschlaufe befestigt wird. Das sitzt nicht immer so satt wie eine Reißverschlussverbindung, man ist aber flexibler. Die Jacke kann man auch ohne Schleier verwenden oder eben auch den Schleier zur Not auch ohne Jacke, dann etwas weniger bienensicher.


    Wie oben geschrieben finde ich die fest verbundenen Hut-/Schleider-Kombis nicht so optimal, sondern verwende einen Hut plus einen Schleier wenns mal sein muss. Ich bekomme aber auch keine Panik, wenn mal eine Biene unterm Schleier ist. ;-)



    Zitat


    Kann man den Schleier vom Wulstkragenhemd (falls dabei?) auch allein tragen?


    Ja, mit den Einschränkungen oben.


    Was man sich auf jeden Fall genau ansehen sollte ist das Gittergewebe im Schleier, da gibt es sehr filigrane mit einer guten Sicht, aber auch Dinger bei denen ein Fliegengitter reingenäht wurde, das wohl auch einen Hornissenschwarm abwehren könnte. Die Sicht ist entsprechend mies.


    Von der Sicht sind Moskitonetze auch gut, heutzutage sind die aber alle mit Insektiziden imprägniert, weshalb ich sie nicht bei den Bienen nutzen würde.

  • Dazu muß man noch sagen, daß es bei den Schleiern ja auch noch die kurzen und langen Varianten gibt - kurz = gerade lang genug, um am Wulstkragen eingehängt zu werden, lang = um auch auf den Schultern aufzuliegen. Die letztere Variante hatten wir früher viel im Einsatz, weil man sie auch sehr gut solo tragen kann und dann per Gummizug unter den Achseln fixiert hatte. Damit konnte man auch Schwärme abschütteln, ohne, daß der Kehlkopf schleierfrei zum Angriff dargeboten wurde.
    Auch die heutigen Jacke-Hut-Schleier-Kombis finde ich für solche Arbeiten nicht so glücklich, weil man den Kopf nicht in den Nacken legen kann (man kann es zwar, aber dann schaut man blind in den Hut statt auf den Schwarm ;-). Davon abgesehen, steht in den preiswerteren Kombis (hinten im Nacken geschlossener Stoff und nur vorn ein fenster) die Luft geradezu...


    Aber das ist halt persönliche Vorliebe, ob man lieber "rundum safe" oder luftig und beweglich sein will. Klar kriecht bei solch lockeren Schleierauflagen auch mal ein Stecher drunter... ;-)


    Gruß
    Roman

  • Finde für kurze fixe Aktionen und als Ersatz dauerhaft im Auto gelagert sowat als praktisch. Jibts ooch bein Geller.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“