Pestizidrückstände in Rapshonig

  • Ich habe meinen Honig schon bei Wallner auf Rückstände untersuchen lassen. Beim Wirkstoff Boscalid waren es 6 Mikrogramm/Kg. Nachweisgrenze liegt bei 3 Mikrogramm. Zulässig waren zZ der Honiguntersuchung 500 Mikrogramm. Ribes schreibt von 0,05 Milligramm als Grenzwert. 1 Milligramm sind 1000 Mikrogramm. Das heißt: Macht euch nicht verrückt.
    Übrigens waren alle andere untersuchte Werte waren unter der Nachweisgrenze (3 Mikrogramm).

  • mal im Ernst, du kannst doch nicht Boscalid und Thiacloprid in einen Topf werfen


    allein wegen dem hier nicht:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=47092


    daher ist dieses Problem anders zu betrachten als bis dato irgend welche Herbizide


    außerdem waren in der Vergangenheit schon etliche Honige nahe am alten Grenzwert, und mancher schon deutlich darüber!


    Verrückt machen tun wir uns doch nicht sondern, man versucht doch nur eine Strategie zu suchen, dass nicht....

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Lieber Fritz49,


    bitte glaube mir, daß wir uns im IV sowohl mit der Umrechnung von Maßeinheiten, als auch mit unseren Flugkreisen hinreichend beschäftigt haben. 0,05 mg = 50 Mikrogramm. Deinen niedrigen Boscalidrückstand erreichen wir hier allenfalls in Sommerhonigen. Bei Frühtracht liegt er i.d.R. um das 6- bis 10-fache höher.
    Ansonsten hat Toyotafan schon hinreichend geantwortet. Schau mal in Deiner Analyse nach, ob überhaupt auf Thiacloprid untersucht wurde. M.W. ist Thiacloprid oft den Tankmischungen beigefügt, damit Landwirt nicht 2 x übern Acker fahren muß - rein vorsorglich gewissermaßen, ohne tastsächlichen Schädlingsbefall. Ob das für boscalidhaltige Spritzmittel (Cantus z.B.) zutrifft, weiß ich nicht.


    Mit freundlichen Grüßen - Gottfried

  • War es nicht so - egal ob Raps oder nicht - 30-50 % aller Honige sind mit Pestizidwirkstoffen belastet?


    Will einer diese Wahrheit wissen?

  • War es nicht so - egal ob Raps oder nicht - 30-50 % aller Honige sind mit Pestizidwirkstoffen belastet?


    Will einer diese Wahrheit wissen?


    Vielleicht ein paar "Biofreaks", aber sind wir doch ehrlich, wie sieht es denn bei Konfitüren aus, oder Nuß-Nugat-Cremes. Über Convenience will ich mich erst gar nicht .....
    Selbst in Weizenmehl Typ 405 wurde ja schon Roundup gefunden.


    Gruß Martin

  • Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.


    Aus dem bestehenden Systen heraus lassen sich keine Veränderungen bewirken. Denn das System ist in gewisser Weise wie alle lebenden Systeme selbsterhaltend.


    Parallel eine Alternative aufbauen, die das alte System dadurch ersetzt, daß es attraktiver ist. Dafür aber braucht es Afänge. Den ersten Schritt. Und den muß jeder von uns selbst machen.

  • Aus dem bestehenden Systen heraus lassen sich keine Veränderungen bewirken.


    Parallel eine Alternative aufbauen, die das alte System dadurch ersetzt, daß es attraktiver ist. Dafür aber braucht es Anfänge. Den ersten Schritt. Und den muß jeder von uns selbst machen.



    Genau so ist es Bernhard, übrigens ist das auch ein Leitgedanke von vielen Veganern, die Veränderung muss von jedem einzelnen kommen.


  • Der wäre dann das Model, welches wir ja beim Feuerbrand mit dem Antibiotika auch hatten.
    Alle Imker (oder nur die es wollen) machen bei einem Monitoring mit und der Honig der die Grenzwerte überschreitet, wird zu einem vorher festgelegten Preis aufgekauft und verwertet. Wer das dann bezahlt ist ja dann auch klar!


    Danke Toyota!
    1. Unser IV will nun im Gespräch mit den Agrariern Lösung 2 + 3 kombinieren (Thiacloprid gänzlich vermeiden, nur im absoluten Ausnahmefall + mit Vorankündigung). Kannst Du nähere Angaben zum Feuerbrandmonitoring machen oder Quellen nennen? Wir streben ähnliche Lösungen für v.g. Ausnahmefälle an und da ist es gut, wenn man auf bereits schon einmal praktizierte Modelle verweisen kann.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

  • Man kann es Aldi nur wünschen, dass es auf dem eingeschlagenen Weg weiter macht.


    In Österreich, wo Aldi unter dem Namen Hofer sein Sortiment vertreibt ist dieses Angebot schon seit Jahren absolut vorbildlich und bestens und sehr auf Umweltbewusstsein und Regionaliät ausgerichtet. Leider muss man auch sagen, dass die Österreicher in manchen Dingen wesentlich mehr Verstand haben als die Deutschen, besonders was die Lebensmittelherstellung betrifft.


    Hier wird auch österreichischer Bienenhonig verkauft, siehe:


    https://www.hofer.at/de/sortimente/neu-im-sortiment/


    Die regionalen Produkte und Bio kommen auch nicht zu kurz:
    https://www.hofer.at/de/sortimente/frischfleisch/

  • Neuester Stand hier:


    1. Ein Vergleich mit dem Einsatz des Antibiotikums Streptomycin (Plantomycin) beim Feuerbrand hinkt. Streptomycin ist verboten, sein Einsatz bedarf einer Einzel-Ausnahmegenehmigung, bei der von vorn herein geregelt und klar ist, daß der Anwender kontaminierte Lebensmittel zu einem festgelegten Preis zu entschädigen hat. Bei Thiacloprid sind wir (noch) nicht soweit. Da laufen die meisten Zulassungen (für Biscaya + Reimporte) noch bis 31.12.16:
    http://www.proplanta.de/Pflanz…psm_Mittel_005918-00.html
    und Imker ist in der Nachweispflicht, woher die Rückstände in seinem Honig stammen. Da könnte ggf. der Flugkreisrechner zusammen mit der Pflichtdokumentation des LW-Betriebes helfen.


    2. Droplegs sind hier noch nicht verbreitet, obwohl ihnen eine 50%ig bessere Wirksamkeit (resp. 50% PSM-Reduktion möglich) bescheinigt wird. Die Bauern wollen wohl erst einmal abwarten, was die ersten Wagemutigen so berichten. Der Preis für ein Paar droplegs (2 Stück) beträgt aktuell 84,- EU -> macht bei einem 30m-Spritzbalken rd. 1.600,- EU aus. Es sind ggf. noch Sonder-Verkaufsaktionen des Herstellers Fa. Lechler zu erwarten. Die Investitionskosten sind also durchaus überschaubar v.a. im Hinblick auf etwaige Schadenersatzforderungen für grenzwertüberschreitenden Honig. Außerdem lassen sich die droplegs auch anderweitig einsetzen und stellen eine Grundmittel-Investition dar zur Erhöhung der Wirksamkeit von Spritzungen, Einsparung von Spritzmitteln und für mehrere Jahre.
    Technisch erschien einem von mir kontaktierten erfahrenen LW-Reparateur und -Händler die Konstruktion und Ausführung der droplegs durchaus als stabil und robust, keine Plastikteile. Er hat die allerdings erst 1 x verkauft und noch nie repariert. Die herabhängenden legs seien sehr biegsam, so daß es nach rein theoretischer Überlegung einen gewissen „Anlaufweg“ benötigen könnte, ehe die Schläuche mit den Düsen in einen dicht gewachsenen Pflanzenbestand wirklich abgetaucht sind. Aber damit sollte jeder Spritzen-Fahrer umgehen können – falls es wirklich so sein sollte.


    3. Die theoretische Möglichkeit, übergrenzwertigen Rapshonig mit anderen Honigsorten bis zur Verkehrsfähigkeit "runterzumischen", scheidet wohl bei strenger Auffassung lebensmittelrechtlich aus: Übergrenzwertiger Honig ist und bleibt nicht verkehrsfähig und darf daher auch nicht über den Weg des Abmischens in den Verkehr gebracht werden. (Punkt)