Pestizidrückstände in Rapshonig

  • Ach? Wie viel Bioimker kennst Du denn konkret? Kennst Du das ganze Land?


    Natürlich nicht. Ich stelle auch niemanden an den Pranger. Die vier größten kennst du sicher selbst.
    Und die sind ganz gut im Land verteilt. Da die einen Großteil des (Raps-)Biohonigs produzieren, ist das für mich repräsentativ...


    Und wie siehst du das?

  • Und wie siehst du das?


    1. Erst mal selber besser machen.
    2. Nicht alle über einen Kamm scheren.
    3. Nicht über Dinge urteilen, von denen man zu wenig weiß.


  • ...
    Was wäre denn die Alternative zu einer Biozertifizierung? (der Luffi hatn dickes Fell)


    Analog zu den diversen Etikettierungen der Hühnereier wäre in diesem Fall wohl "...von Bienen aus artgerechter/ökölogischer/überwachter/zertifizierter Haltung" oder so ähnlich passend. Vllt. gibt es einen umgangssprachlich und sinnentsprechend noch besser geeigneten Begriff.


    Ob die Verbraucher das sinngemäß und richtig verstehen, ist ihre Sache, man kann und darf ja auch nachfragen. Diese Angabe wäre dann aber eindeutig. Wer von den Ottonormalos denkt bei "Bio..." nicht direkt an die überwachte "Reinheit" des Lebensmittels? Freilandhaltung, Bodenhaltung bei Hühnern oder Rindfleisch "vom Landwirt aus der Region" etc. kann jeder nachvollziehen - auch wenn selbst das mit Sicherheit widerlegt werden kann. Aber dass das Lebensmittel irgendwie "kontaminiert" sein darf, also doch nicht Bio, sondern Labor ist, und das Zertifikat sich nur auf die Haltung der Erzeugertiere bezieht, würde die Leute vermutlich so wütend machen, dass sie Schilder malen...


    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,


    nee sorry, darüber reden wir schon die ganze Zeit. Diese Denke: bio=100% rückstandsfrei (was auch immer) ist einfach nur sehr naiv!


    Und es gibt gar keinen Biohonig, sondern wirklich nur Honig aus biozertifizierten Imkereien. (Ich hoffe mich jetzt damit nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen...)


    Gruß Jörg

  • Und es gibt gar keinen Biohonig, sondern wirklich nur Honig aus biozertifizierten Imkereien.


    Dann wiederum kann ja problemlos das Siegel auf den Rapshonig - klatsch!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Eine Alternative zu Raps? Hab ich leider auch nicht.
    Persönlich sehe ich die Wanderungen aller Imkereien (nicht nur der Bios!!!) in Intensivkulturen wie z.B. Kirsche oder Raps als höchst kritisch. Aber wo sollen die Tonnen an Frühtracht denn sonst her kommen?
    Zumindest sollte auch Rapshonig drauf stehen, dann sieht der Verbraucher das Übel besser.

  • Ich habe auch Honig Kunden, die speziell nach Raps fragen. Die meinen aber eigentlich nur gut gerührten cremigen Honig. Ich versuche sie dann auf andere Sorten umzugewöhnen. Klappt manchmal.


    Gruß Jörg

  • Seitdem ich diesen Faden so verfolge, werfen sich bei mir einige Fragen auf.
    Daher mal die Frage und bitte Hand aus Herz, esst ihr euren Rapshonig auch selbst und das ganz unabhängig von Biosiegel etc. :wink:


    Grüße,


    Max

  • und bitte Hand aus Herz, esst ihr euren Rapshonig auch selbst und das ganz unabhängig von Biosiegel etc. :wink:


    Hallo Max,


    ja, ess ich. Ist allerdings nicht mein Favorit, weil zu langweilig. Mach ich mir nie selber ein Glas von auf. Aber das was so an halben Gläsern, Reste vom Abschäumen und -füllen übrig bleibt, verbrauchen wir selbst. Ohne Bedenken. Das wär doch auch das Allerletzte, wenn ich das verkaufen würde, aber bedenken hätte, das selber zu essen!?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • In dem Faden wird leider auch nicht gesagt um welche Werte es sich handelt, meistens wird in Microgramm pro Kilo angegeben.
    Das sind Werte von einem Milliarstel pro Kg , entspricht 0,000 000 001 kg.
    Da gibt es bestimmt Lebensmittel mit höheren Werten.
    Ich will auf keinen Fall diesen Zustand beschönigen, aber ich esse meinen Rapshonig gern.

  • Nachtrag
    BIMO Untersuchung bei mir 2011
    Bienenbrotuntersuchung und ich vermute im Honig ähnliche Werte.
    Prothioconazol-desthio mit 11micro gramm/ kg,
    Thiaclobrid mit 7 micro gramm /kg


    Gibt es zuverlässige Daten welche Mengen für den Menschen bedenklich sind.
    Da möchte ich nicht die Werte von Getreide, Zucker, Mais und Soja wissen, denn dann bekäme ich wirklich das Gruseln.
    Gruß Peter

  • Gibt es zuverlässige Daten welche Mengen für den Menschen bedenklich sind.


    ... nein, gibt's nicht. Grenzwerte sind immer politisch festgelegt und niemals an irgendwelchen objektiven Kriterien angelehnt.


    Man kann es auch nicht beim Menschen austesten ..... werden immer nur Versuchstiere heran gezogen und dann auf den Menschen extrapoliert .....