Pestizidrückstände in Rapshonig

  • Hallo Josef,


    lies mal die Biorichtlinien, da wird das Flügelschneiden verboten....
    Aber Rapshonig kann als Bio in den Verkehr gebracht werden und wenn der Verband keinen Bioraps zertifizieren will, na dann ist es halt Biofrühtracht...


    Die großen Bioanbauverbände ist eine einzige Marketing Maschinerie die auf Hochtouren läuft und deren Ziel nicht die Rettung der Umwelt ist, sondern die Gewinnmaximierung.
    Bio würde mal von Idealisten geschaffen, wie es Sanni schön beschrieben hat.
    Jetzt ist Bio ein Marktzweig mit 2 Stelligen % Zuwächsen jedes Jahr.


    Mein Vater sagt immer "Gier frisst Hirn"


    Grüße,


    Max

  • Die Bioertifizierung ist doch längst von einer Lebenseinstellung zu einem reinen Geschäftsmodell verkommen!
    Bio heißt nicht besser und hieß noch nie besser, sondern heißt nur anders! Mehr nicht!

  • Ich verstehe schon um was es hier geht.
    Leute die Raps verkaufen, schimpfen über andere Leute die Raps verkaufen und zertifiziert sind.
    :cool:


    Kommt mir auch so vor. Auf dem Glas eines Biohonigs steht doch eindeutig, dass sich die Zertifizierung ausschließlich nur auf die Art der Haltung bzw. die Betriebsweise beziehen kann, oder nicht?
    Als Verbraucher muss ich mich getäuscht fühlen, weil mir Rapshonig da wie dort als gesundes Lebensmittel verkauft wird und zugleich allen bewusst ist, dass Schadstoffe enthalten sind. Und sich kaum einer drum kümmert und mal Geld in die Hand nimmt und analysieren lässt.


    Viele Grüße, Henrike
    die zu Hause keinen Rapshonig mehr anschleppen darf

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Meint ihr nicht, daß ihr gerade auf der falschen Baustelle arbeitet?


    Was macht ihr konkret, damit sich die Rückstände im Rapshonig verringern?

  • Meint ihr nicht, daß ihr gerade auf der falschen Baustelle arbeitet?


    Nö. Die Dinge beim (richtigen) Namen zu nennen ist ein guter Anfang. Es geht doch nicht um Raps oder Nichtraps, sondern das der selbe Honig durch eine Etikettierung als 'Frühtracht' als 'Bio' verkauft werden kann, nicht aber als 'Rapshonig', ungeachtet einer möglichen Belastung. Das ist ein krankes System.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Was macht ihr konkret, damit sich die Rückstände im Rapshonig verringern?


    Danke Bernhard, dass du von der Beschuldigungsdebatte zu konstruktiver Diskussion lenkst :p_flower01:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Was haben Rückstände im Raps mit einer Um- oder Falschdeklaration zu tun? DAS ist eine völlig andere Baustelle. Eine wichtige, aber eben auch gänzlich andere... Hier geht's doch um fragwürdige Praktiken unter dem Bio-Etikett, oder?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Was haben Rückstände im Raps ...


    Es ist der Titel des Freds....und die Basis des beschriebenen Problems.



    Die angefragte Umdeklaration ist natürlich ne Schweinerei (bestreitet hier auch keiner und da sind wir uns alle einig), die in diesem Fall allerdings dem Mitarbeiter des Kontrollunternehmens anzulasten ist. Habe davon noch nichts gehört und es gibt ja auch Rapshonig von Bioimkern. Also ist das wohl eher ne einzelne Verfehlung als eine Massenverschwörung.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Auf dem Glas eines Biohonigs steht doch eindeutig, dass sich die Zertifizierung ausschließlich nur auf die Art der Haltung bzw. die Betriebsweise beziehen kann...

    Genau.
    Bewusste Verbrauchertäuschung wäre es, wenn draufstehen würde "pestizidfreier Rapshonig" oder" Honig von Bioraps"
    ...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Luffi und David,
    wäre es nicht angebracht, die "Bioimker" oder, wenn die nicht reagieren / nicht ansprechbar sind, den Verband, auf die wahrscheinliche Verletzung der Richtlinien, denen zufolge (sinngemäß) "saubere" Bienenstandorte zu wählen sind, anzusprechen'? Allerdings ist evtl. nicht auszuschließen, dass die Imker diese Chargen ohne Biosiegel verkaufen wollen. Ich nehme zwar an, dass die meisten Bio-Imker nicht zum "konventionellen" Raps wandern und trotzdem keine 100%ige PSM-Freiheit garantieren können. Gezielt von "konventionellem" Raps geernteten Honig als "Bio" zu vermarkten - egal ob als Raps oder Frühtracht - wäre aus meiner Sicht Etikettenschwindel.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Ich nehme zwar an, dass die meisten Bio-Imker nicht zum "konventionellen" Raps wandern.... ....Gezielt von "konventionellem" Raps geernteten Honig als "Bio" zu vermarkten - egal ob als Raps oder Frühtracht - wäre aus meiner Sicht Etikettenschwindel.


    Hallo Karl,
    Da muss ich Dich leider definitiv enttäuschen. Das ist quer durchs Land gängige Praxis.


    Viele Grüße,
    Flo

  • Hallo zusammen,


    mannoman, man kann Euch ja nicht mal einen Abend allein lassen...


    Diese Diskussion ist mir sehr wichtig und wenn man eine sehr pauschalen Aussagen und Wiederholungen ausblendet auch sehr gut!


    Wir sollten vielleicht nicht so sehr mit dem Finger auf andere Imker zeigen, sondern wirklich versuchen am Problem etwas zu ändern. Das haben ja auch schon molle und Bernhard mehrfach gesagt.


    Ich hatte letztens ein Telefonat mit einem LPG-Vorsitzenden (ich weiß, daß der jetzt natürlich "Geschäftsführer der Agrargenossenschaft" heißt). Auf meine naive Frage, ob und was sie jetzt auf den Raps spritzen kam seine noch naivere Antwort: "Wir spritzen nur B4-Mittel, die sind nicht gefährlich..." Ich nehme ihm ab, daß er mich nicht verarschen wollte.


    Und bzgl. Imkerei und als Antwort auf Luffis Beitrag #17: Was wäre denn die Alternative zu einer Biozertifizierung? (der Luffi hatn dickes Fell)


    Gruß Jörg, der jetzt zu seinen Biobienen geht, HR aufsetzen...