Pestizidrückstände in Rapshonig

  • Wie kommt das eigentlich, bzw. zu welchem Zeitpunkt wurde die Jungbiene mit ausgestrecktem Rüssel in ihrer Zelle vergiftet?


    Eigentlich muss man ja davon ausgehen, dass die letzte Fütterung vor der Verdeckelung nicht ganz genießbar war. Die Jungbienen, die bei mir stellenweise ausgeräumt werden, schauen nicht danach aus, als wären sie jemals eigenständig auf der Wabe unterwegs gewesen. Sind aber zum Teil sogar noch am Leben, was man zuckenden Fühlern/Gliedmaßen erkennen kann.


    Wie aber ist das möglich, dass die sich trotz Vergiftung äußerlich noch völlig normal entwickeln? Das lässt doch eher drauf schließen, dass die erste Mahlzeit nach dem Öffnen des Zelldeckels nicht i.O. ist?


    Grüße Sven

  • sorry Sven,


    aber du hast hier vielleicht eine falsche Vorstellung der Vergiftungen in heutiger Zeit.


    Die meisten Imker haben wohl immer noch ein Denken aus den wirklich unschönen Zeiten von DDT und E605


    Nach dem Motto, wenn nicht haufenweise tote oder kabler etc. vor den Kisten liegen dann muss es was anderes gewesen sein
    z.B. Varroa
    Ok das verstehe ich auch z.T. weil ja einiges auch einen Effekt auf die Brutnesttemperatur hat und gerade jetzt bei der Kälte es dann zu noch mehr Varroen kommen muss.
    Berhards Bilder zeigen aber, dass die Pollensammler geschädigt sind. Diese toten Pollensammler kommen nicht mehr in den Stock und können dort ihr Unheil anrichten. Das könnte sogar ein gewisser Schutz fürs Volk sein. Es fehlen aber diese Bienen. Das bedeutet es werden neue Pollensammler losgeschickt. Die gehen mit unter auch noch mal hinüber. Aber irgendwann kommen die lebend in den Stock und bringen mitunter hochbelasteten Pollen heim. Der wird an die Larven verfüttert. Die müssen aber erst mal wachsen und haben dann noch eine Verdeckelungszeit.


    d.H. diesen wirklichen Schaden sieht man nicht am Tag der Behandlung oder am Tag danach, sondern manchmal erst lange Zeit später.
    Mitunter sogar erst im Winter wenn das Winterfutter welches auf diesen Pollenzellen eingelagert war gefressen wird, weil es aus dem Pollen ins flüssige Futter raus diffundiert war.


    Das alles ist möglich


    doch die Bieneninstitute erklären uns, dass die gefundenen Werte im Pollen den LD50 Wert nicht erreichen sogar weit darunter liegt.


    Ja und das nur, weil sie den gesamten Zelleninhalt untersuchen und nicht die Schicht, welche an den Tagen der Spritzmaßnahme eingetragen wurden, für sich alleine untersuchen. Denn am Flugloch gesammelter Pollen hat diese LD50 Werte oft genug überschritten.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Ja und das nur, weil sie den gesamten Zelleninhalt untersuchen und nicht die Schicht, welche an den Tagen der Spritzmaßnahme eingetragen wurden, für sich alleine untersuchen. Denn am Flugloch gesammelter Pollen hat diese LD50 Werte oft genug überschritten.


    Hast du mal in Spritzzeiten eine Pollenfalle angebracht und den untersuchen lassen?
    Sollte man mal tun. Nur, nach Hohenheim braucht man den Pollen wohl nicht zu schicken?! Wohin dann?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • aber du hast hier vielleicht eine falsche Vorstellung der Vergiftungen in heutiger Zeit.


    Hallo Christoph,


    nee das passt schon. Und das war auch nur auf Bernhards letztes Foto bezogen, um da eine gewisse Bestätigung zu bekomnmen, dass es sich tatsächlich um vergifteten Futtersaft bzw. Pollen als Ursache handelt.


    Ich hatte ja letztes Jahr keinen Raps um Umkreis und hab solche Jungbienen das ganze Jahr überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Und kaum ist der Raps wieder da, bzw. der Trakor fährt übers Feld, schon tauchen solche vergifteten Jungbienen wieder auf. Allerdings um ca. 14 Tage zeitverzögert zu den toten Pollensammlerinnen, die direkt nach der Spritzung schon so ausschauten, wie auf Bernhards Bildern.


    Es ging mir eher darum, aufgrund solcher Vorkommnisse und deren Dauer dann den Grad der Vergiftung zu bestimmen, um dann ggfls. weitere Maßnahmen zu ergreifen, wie z.B. das Entfernen der Pollenwaben. Man sieht ja auch nicht alles sofort, die stärkeren Völker fliegen ihre Leichen ja meist weiter weg. Wenn die bei warmer Witterung alles nur noch aus dem Flugloch fallen lassen, kann es schon höchste Eisenbahn sein, was zu tun.


    Grüße Sven

  • Ist das die Zukunft?
    Heute gelesen in einem Bericht über die Geschäftsmodelle der Baywa:


    In diesem Jahr soll Niederbayern zudem auch zu einer Modellregion für eine neue Technik-Dienstleistung des Unternehmens werden: Dem Maiszünsler wird per Drohne zu Leibe gerückt. Dem Schädling können den Angaben nach bis zu 60 Prozent einzelner Mais-Bestände zum Opfer fallen. Der "Lufteinsatz" gegen den Kleinschmetterling, der auch bei bereits hohem Wuchs möglich ist, läuft rein biologisch ab, indem Papp-Kapseln mit Schlupfwespen-Eiern abgeworfen werden. Die Nützlinge machen dann wiederum die Eigelege des Maiszünslers "unschädlich". Auf bis zu 200 Hektar Fläche solle die Drohne heuer über niederbayerischen Maisfeldern zum Einsatz kommen, so das ausgegebene Ziel.

  • zukunft?
    Eher Rückschritt, weil gute landwirtschaftliche Praxis nicht mehr eingehalten wird.
    Mit ordenlichem Zerkleinern der Maisstoppeln und Tiefpflügen lässt sich auch der Zünsler problemlos in den Griff bekommen - ganz ohne Baywa-Drohnen-Schnickschnack.
    kelte

  • http://www.maz-online.de/Brand…denburgs-Felder-vergiftet
    Landwirtschaft, Pflanzenschutz, Tierschutz und Bienentrachtband mit den Förderrichtlinien und Kostendruck und Dieselsparen- kaum unter einen Hut zu bekommen.

    biologische Schädlingsbekämpfung ist doch schon mal besser als die Chemiekeule- für herkömmliche Verfahren gibts keine Förderung und entstehen auch keine neuen Geschäftsfelder für Bayer

  • wozu? es ist nur eine Schleuderung 2016 Frühjahrstracht/Raps gewesen.
    Wenn was über Grenzwerten nachgewiesen wird, habe ich das Wissen UND das Problem, ohne Wissen - kein Problem und vor allem keine Kosten. Und die sind erheblich höher als bei einer Honiganalyse auf Pollen.
    Dieses Jahr an einem Stand nur Raps gehabt und dort nicht bemerkt, das gespritzt wurde- sie wollten es in die Abendstunden legen. 2.Stand in MV Frühjahrstracht mit wenig Raps drin(ca 1-1,5km) und Berlin ohne.
    Da beim 2.Stand nächstes Jahr wieder kein Raps da ist, überlege ich erstamls auch zu Wandern, weniger Raps, aber die Phacelia-Felder in 3km Entfernung sahen 2016 im Vergleich zu unserer kümmerlichen Bienenweide so gut aus.... es fehlte an dem Strich der Regen.
    Laut unserem Pächter wird es immer schwieriger mit dem Rapsanbau, was die Pestizide und die Beizung betrifft- wenn nicht gebeizt darf/wird, muß mehr gespritzt werden.
    Gruß Fred

  • Ich lasse selbst meinen Honig untersuchen, deswegen habe ich nicht mitgemacht. Ergebnisse stehen noch aus.

  • Ergebnisse sind da. Das Ergebnis der Laboruntersuchung des Rapshonigs lautet: es ist keines der unten genannten Pestizide im Honig zu finden. Der Honig wurde mittels unterschiedlicher Methoden (GC-MS7MS und LC-MS/MS) überprüft.


    Insgesamt wurde auf 297 verschiedene Pestizide und Bienenbehandlungsmittel untersucht:


    Abamectin
    Acephate
    Acetamiprid
    Acibenzolar-S-methyl
    Aclonifen
    Acrinathrin
    Alachlor
    Aldicarb
    Aldicarb
    Aldicarb
    Aldrin
    Allethrin
    Amitraz (inklusive der Metaboliten)
    Azinphos-ethyl
    Azinphos-methyl
    Azoxystrobin
    Benalaxyl
    Benfluralin
    Bifenthrin
    Binapacryl
    Bitertanol
    Boscalid
    Bromacil
    Bromophos (-methyl)
    Bromophos-ethyl
    Bromopropylate (incl. 4,4'-Dibromobenzophenone)
    Bromuconazole
    Bupirimate
    Buprofezin
    Cadusafos
    Captan
    Carbaryl
    Carbendazim (incl. Benomyl)
    Carbetamide
    Carbofuran (incl. Carbosulfan)
    Carbofuran,
    3-Hydroxy- Carbophenothion
    Chlordane, alpha- (cis-)
    Chlordane, Oxy-
    Chlordane, gamma- (trans-)
    Chlorfenapyr
    Chlorfenson
    Chlorfenvinphos
    Chlormephos
    Chlorobenzilate
    Chloroneb
    Chloropropylate
    Chlorothalonil
    Chloroxuron sulfone (= Aldoxycarb) sulfoxide
    Chlorpropham
    Chlorpyrifos (-ethyl)
    Chlorpyrifos-methyl
    Chlorthal-dimethyl
    Chlorthion
    Chlorthiophos
    Chlozolinate
    Clofentezine
    Clomazone
    Clothianidin
    Coumaphos
    Cyanofenphos
    Cyanophos
    Cyfluthrin
    Cyhalothrin, lambda-
    Cymiazole
    Cypermethrin
    Cyproconazole
    Cyprodinil
    DDD, o,p-
    DDD, p,p-
    DDE, o,p-
    DDE, p,p-
    DDT , o,p-
    DDT , p,p-
    Deltamethrin
    Demeton-S-methyl
    Demeton-S-methyl sulfone
    Diazinon
    Dichlobenil
    Dichlofenthion
    Dichlofluanid
    Dichlorvos
    Dicloran
    Dicofol (incl. 4,4'-Dichlorobenzophenone)
    Dieldrin
    Diethofencarb
    Diethyltoluamid (DEET)
    Difenoconazole
    Diflubenzuron
    Dimethoate
    Dimethomorph
    Dimoxystrobin
    Diniconazole
    Diphenylamine
    Disulfoton
    Disulfoton-PS-sulfone
    Disulfoton-PS-sulfoxide
    Ditalimfos
    Diuron
    Dodine
    Endosulfan, alpha-
    Endosulfan, beta-
    Endosulfan-sulfate Endrin
    EPN
    Epoxiconazole
    Esfenvalerate
    Ethiofencarb
    Ethion
    Ethoprophos
    Ethoxyquin
    Etofenprox
    Etridiazole
    Etrimfos
    Famoxadone
    Famphur
    Fenamiphos
    Fenarimol
    Fenazaquin
    Fenbuconazole
    Fenchlorphos
    Fenhexamid
    Fenitrothion
    Fenoxycarb
    Fenpropathrin
    Fenpropimorph
    Fenpyroximate
    Fenson
    Fensulfothion
    Fenthion
    Fenthion-oxon
    Fenthion-PO-sulfone (= Fenthion-oxon-sulfone)
    Fenthion-PS-sulfone (= Fenthion-sulfone)
    Fenthion-sulfoxide
    Fenvalerate
    Fipronil
    Fluazifop-P-butyl
    Fluazinam
    Fluchloralin
    Flucythrinate
    Fludioxonil
    Flufenoxuron
    Fluquinconazole
    Flusilazole
    Fluvalinate, tau-
    Folpet
    Fonofos
    Formothion
    Halfenprox
    Haloxyfop
    HCH, alpha-
    HCH, beta-
    HCH, delta-
    Heptachlor
    Heptachlor epoxide, cis- (exo)
    Heptachlor epoxide, trans- (endo)
    Heptenophos
    Hexachlorobenzene (HCB)
    Hexaconazole
    Hexaflumuron
    Hexythiazox
    Imazalil
    Imidacloprid
    Indoxacarb
    Iodofenphos
    Iprobenfos
    Iprodione
    Iprovalicarb
    Isazofos
    Isocarbofos
    Isodrin
    Isofenphos
    Isofenphos-methyl
    Isoproturon
    Isoxathion
    Kresoxim-methyl
    Leptophos
    Lindane (gamma-HCH)
    Linuron
    Lufenuron
    Malaoxon
    Malathion
    Mecarbam
    Mepanipyrim
    Mepronil
    Metalaxyl
    Metamitron
    Metazachlor
    Methacrifos
    Methamidophos
    Methidathion
    Methiocarb
    Methiocarb sulfone
    Methiocarb sulfoxide
    Methomyl
    Methoxychlor
    Methoxyfenozide
    Metobromuron
    Metolcarb
    Metribuzin
    Mevinphos
    Mirex
    Monocrotophos
    Monolinuron
    Myclobutanil
    Nitenpyram
    Nitrapyrin
    Nitrofen
    Nuarimol
    Omethoate
    o-Phenylphenol (= 2-Phenylphenol)
    Oxadixyl
    Oxamyl
    Oxydemeton-methyl (= Demeton-S-methyl sulfoxide)
    Paraoxon-ethyl
    Paraoxon-methyl
    Parathion-ethyl
    Parathion-methyl
    Penconazole
    Pencycuron
    Pendimethalin
    Pentachloroaniline
    Pentachloroanisole
    Permethrin
    Phenthoate
    Phorate
    Phorate-sulfone
    Phosalone
    Phosmet
    Phosphamidon
    Piperonyl butoxide
    Pirimicarb
    Pirimicarb, Desmethyl-
    Pirimiphos-ethyl
    Pirimiphos-methyl
    Prochloraz
    Procymidone
    Profenofos
    Profluralin
    Propamocarb
    Propargite
    Propetamphos
    Propiconazole
    Propoxur
    Propyzamide
    Prothioconazole
    Prothiophos
    Pymetrozine
    Pyraclostrobin
    Pyrazophos
    Pyridaben
    Pyridaphenthion
    Pyrifenox
    Pyrimethanil
    Pyriproxyfen
    Quinalphos
    Quinoxyfen
    Quintozene
    Rotenone
    S 421 (octachlorodipropyl ether)
    Spinosad
    Spirodiclofen
    Spiromesifen
    Spiroxamine
    Sulfotep
    Sulprofos
    Tebuconazole
    Tebufenozide
    Tebufenpyrad
    Tecnazene
    Teflubenzuron
    Tefluthrin
    Terbufos
    Terbutylazine
    Tetrachlorvinphos
    Tetraconazole
    Tetramethrin
    Tetradifon
    Tetrasul
    Thiabendazole
    Thiacloprid
    Thiametoxam
    Thiodicarb
    Thionazin
    Thiophanate-methyl
    Tolclofos-methyl
    Tolylfluanid
    Triadimefon
    Triadimenol
    Triallate
    Triazophos
    Trichlorfon
    Trichloronat
    Trifloxystrobin
    Triflumizole
    Trifluralin
    Triforine
    Vinclozolin


    Fazit: Honig ist sauber. :o)