Pestizidrückstände in Rapshonig


  • Hallo Christoph,


    wie passt denn das zusammen beim Mospilan?


    "NN410: Das Mittel wird als schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten eingestuft. Anwendungen des Mittels in die Blüte sollten vermieden werden oder insbesondere zum Schutz von Wildbienen in den Abendstunden erfolgen."


    "NB6641: Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4)"


    Muss man das verstehen? Heute haben sie schon wieder gespritzt und zwar volle Kanne von oben in die offene Blüte. Offensichtlich hat man bei der hiesigen Genossenschaft die Befürchtung, dass der Regen vom vergangenen Wochenende die Spritzung von vor 2 Wochen zunichte gemacht hat?


    Heute erfolgte die Spritzung allerdings in den Abendstunden. Wäre überhaupt nicht erforderlich gewesen, Hummeln/Wildbienen/Wespen/Schmetterlinge heute tagsüber am Standort direkt am Raps ohnehin schon absolute Fehlanzeige ....


    Und nicht wenige Pollensammlerinnen, mit deutlichen Erschöpfungsanzeichen und z.T. bereits verklammt weitläufig verteilt rund um die dort verbliebenen Beuten.


    Grüße Sven

  • ...wie passt denn das zusammen beim Mospilan? ..."NN410: + "NB6641: B4


    Muss man das verstehen?


    nein das muss man genauso wenig verstehen wie:


    das Problem steht hinter dem Kasten


    Heute haben sie schon wieder gespritzt und zwar volle Kanne von oben in die offene Blüte. Offensichtlich hat man bei der hiesigen Genossenschaft die Befürchtung, dass der Regen vom vergangenen Wochenende die Spritzung von vor 2 Wochen zunichte gemacht hat?


    sie werden ihre Gründe haben warum sie es tun


    und wenn es nur aus Vorsorge ist



    Heute erfolgte die Spritzung allerdings in den Abendstunden. Wäre überhaupt nicht erforderlich gewesen, Hummeln/Wildbienen/Wespen/Schmetterlinge heute tagsüber am Standort direkt am Raps ohnehin schon absolute Fehlanzeige ....


    möglich, dass dies die Moslpilan Behandlung war und das da vor die Fungizid Behandlung


    Und nicht wenige Pollensammlerinnen, mit deutlichen Erschöpfungsanzeichen und z.T. bereits verklammt weitläufig verteilt rund um die dort verbliebenen Beuten.


    Grüße Sven


    das muss nicht unbedingt von den PSM her kommen


    zu NN 410 für unsere Bienenvölker ergibt sich folgendes


    Weil eine Königin z.Z. rund 500 bis 1000 Eier pro Tag legt, ist rein rechnerisch der Totalverlust an Flugbienen bei einer PSM Maßnahme gut zu verkraften. Du wirst es nicht messbar feststellen (können)


    Bei einem Hummelvolk ist es aber möglicherweise die Königin selber, die solch eine PSM Aktion treffen kann. Das kann unweigerlich zum Tod dieser Population führen. Alles rein rechnerisch.


    Bei unseren Bienenvölker werden aber auch andere Effekte eintreten. Die belasteten Pollen werden nicht zu besseren Bienengenerationen nach der PSM Maßnahme führen. Das ist aber nicht Prüfgegenstand der Zulassung.
    Ferner wird immer nur der einzelne Wirkstoff für sich geprüft. Also nicht das im Verkauf erhältliche PSM! und schon gar nicht die beliebten Tankmischungen. Diese werden eigentlich nur gedultet. Das begründet man damit, weil bei manchen Mixturen sich in der Tat effekte ergeben, die für Bienen besser sind. Aber es gibt auch Effekte die für die Bienen absolut die Katastrophe sind.


    ERGO


    Blütenspritzungen hinterlassen immer Schäden


    "man" ist aber der Meinung diese seinen vertretbar


    Einer der Schäden die ich heute für nicht mehr vertretbar halte ist der Effekt auf die Brutnesttemperatur


    und das über den Pollen


    Weil aber bei allen PSM Prüfungen die Bienenkrankheiten als Störeffekt ausgeschaltet werden (müssen) wird man einen Zusammenhang von PSM und plötzlich erhöhter Varroabelastung (durch künstlich verlängerte Verdeckelungszeit) nie erkennen können.
    Aber es gibt ihn diesen Zusammenhang! Er ist belegt.
    Der Imker tut dann noch durch sein 9 Tage Weiselzellenkontrollöffen (egal bei welchem Wetter) bei zudem noch offenen Gitterböden, das seine dazu.
    Und uns wird dann erzählt, dass es dem Nachbar seine Zusammenbrechenden Völker sind, die diese plötzlich explodierenden Varroabefall verursachen sollen.
    Du kannst also behandeln wie du willst, am Ende kommt immer ein Varroaschaden raus.
    Die Verdunstung von AS erzeugt dann nochmal Kälte im Volk, so dass inzwischen eine zweite AS Behandlung nötig wird.
    Doch es liegt nicht an den PSM sondern an der unzureichenden Wirkung wegen dem Wetter!
    Wir haben dann BAYER gesagt, wenn ihr behauptet die Varroa ist das große Problem (und nicht die PSM) dann sollen sie uns doch bitte mal sagen (erforschen) wie der MODE of ACT als der Wirkmechanismus von AS ist, damit wir (endlich) weiter kommen zu einer besseren Bekämpfung der Varroa. Doch BAYER kann uns dies immer noch nicht sagen. Also bleiben wir doch dabei, dass es einen Effekt von PSM auf die Varroavermehrung gibt und daher diese Neonics im speziellen weg gehören.


    BAYER und co wollen aber die Varroa sie brauchen sie um unser Gesellschaft da draußen zu erzählen dass die PSM kein Problem sind.


    Das Problem steht daher wirklich hinter dem Kasten


    Pu das war jetzt viel Text


    PS ich bearbeite meine Stöcke in dem ich neben dem Kasten stehe

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Das Problem steht daher wirklich hinter dem Kasten


    Hallo Christoph,


    grundsätzlich stimmt das ja auch. Oder anders formuliert, warum hebt der den Kasten nicht hoch und stellt ihn woanders hin?


    Ich hab halt einfach keinen weiteren rapsfreien Alternativplatz und am neuen Haus kann ich keine 6 Völker in einen 400 m²-Garten stellen. Mehr als 2 sind da leider nicht möglich.


    Und jetzt stehen da halt noch 4 Völker am alten Standort, die wohl vor die Hunde gehen.


    Neben den sichtlich erschöpften Flugbienen krabbeln auch schon die ersten flugunfähigen und flügeldeformierten Bienen aus den Beuten, wohl Folge der ersten Spritzung, die dann wohl auch ein Insektizid war. Sowas hab ich im gesamten letzten Jahr nicht gesehen, weder erschöpfte Bienen im weiteren Umkreis, noch Krüppelbienen. Da hatte es aber auch keinen Raps im Flugkreis.


    Ist der Mospilan-Pollen genauso schlimm für die Bienen, wie der Neonic-Pollen? Wie das ausgeht, weiß ich ja..... Ging die Kommunikation vom DBIB nicht mal in die Richtung, nur bienengefährliche Mittel einzusetzen, sodass die vergifteten Tiere das Gift weitestgehend auf dem Acker lassen, aber selbst eben auch dort bleiben?


    Grüße Sven

  • Muss man das verstehen? Heute haben sie schon wieder gespritzt und zwar volle Kanne von oben in die offene Blüte. Offensichtlich hat man bei der hiesigen Genossenschaft die Befürchtung, dass der Regen vom vergangenen Wochenende die Spritzung von vor 2 Wochen zunichte gemacht hat?


    Heute erfolgte die Spritzung allerdings in den Abendstunden. Wäre überhaupt nicht erforderlich gewesen, Hummeln/Wildbienen/Wespen/Schmetterlinge heute tagsüber am Standort direkt am Raps ohnehin schon absolute Fehlanzeige ....



    Frag doch einfach mal nach, WAS da überhaupt gespritzt worden ist? Diese ganze Rumgeunke hilft doch niemandem. Die Landwirte wollen auch Bestäubung, die sind in der Regel nicht darauf aus, uns möglichst heimtückisch die Bienen umzubringen. Frag nach, und dann können wir uns Gedanken machen. Aber so ist und bleibt es Geunke.


    Zitat

    Wäre überhaupt nicht erforderlich gewesen


    Was, wenn es Dünger war? Kannst Du das beurteilen? Oder ein Fungizid? Vielleicht nach Schadschwellenermittlung? Weißt Du's? Aber Du weißt jetzt schon, das es nicht erforderlich war. Du glaubst das. Ich kann mir auch gut vorstellen, das Du damit Recht hast, aber ohne zu Fragen isses völlig ins Blaue.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Landwirte wollen auch Bestäubung, die sind in der Regel nicht darauf aus, uns möglichst heimtückisch die Bienen umzubringen.


    Die hier wirtschaftende Land e.G. hat schon einen kompletten Imkerverein auf dem Gewissen, ich denke da kann man sich jegliche Kommunikation sparen.


    Die Hoffnung meinerseits war, dass sich durch das Neonicverbot was verbessert hätte und dass ich den alten Bauernhof als Bienenstandort weiter nutzen kann. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall und war wohl mehr Wunschdenken meinerseits. Im Gegenteil, solche Ausfallerscheinungen, wie sie derzeit schon zu sehen sind, gabs in 2013 und 2014 erst nach den Blütenspritzungen in die Vollblüte, damals aber bei bestem Flugwetter und Temperaturen deutlich über 20 Grad. So ein Wetter in Verbindung mit Blütenstand hatten wir hier dieses Jahr aber bisher noch nicht.


    Grüße Sven

  • ..Ich hab halt einfach keinen weiteren rapsfreien Alternativplatz


    wirklich nicht?
    gibt es bei euch keinen Wald?


    ..Neben den sichtlich erschöpften Flugbienen krabbeln auch schon die ersten flugunfähigen und flügeldeformierten Bienen aus den Beuten, wohl Folge der ersten Spritzung, die dann wohl auch ein Insektizid war. Sowas hab ich im gesamten letzten Jahr nicht gesehen, weder erschöpfte Bienen im weiteren Umkreis, noch Krüppelbienen.


    wenn du den Verdacht auf eine Vergiftung hast, dann kennst du ja das Prozedere oder nicht?


    Ist der Mospilan-Pollen genauso schlimm für die Bienen, wie der Neonic-Pollen?


    Acetamiprid ist auch ein Neonic

    ..... Ging die Kommunikation vom DBIB nicht mal in die Richtung, nur bienengefährliche Mittel einzusetzen, sodass die vergifteten Tiere das Gift weitestgehend auf dem Acker lassen, aber selbst eben auch dort bleiben?Grüße Sven


    jetzt bringst du aber einiges durcheinander


    Bei der Kirschessigfliegenbekämpfung im Weinbau (das ist im Herbst) sind wir der Auffassung, dass gerade bei MOSPILAN die Einstufung als B4 nicht das gleiche ist wie eben z.B. im Raps oder der Kirsche!


    Denn bei Anwendungen im Raps oder Kirsche in der Blütenzeit hat ein Bienenvolk ja noch eine lange Zeit sich zu erholen. Die hat ein Bienenvolk nicht mehr wenn es September ist. Da werden die Winterbienen gemacht. und wenn da die Hälfte weg ist hat man eine sehr schwache Einwinterung und somit auch schwache Völker im Frühjahr. Das wiederum geht zu Lasten der Bestäubung der Kirschen und dem Raps. Mit schwachen oder geschwächten Völkern steigt auch das Risiko der Winterverluste. Das wiederum hilft bei der Bestäubung auch nicht unbedingt.


    Daher wollen wir, dass für Anwendungen, in von Bienen beflogenen Kulturen ab der Sommersonnenwende die B4 Bewertung nicht mehr die gleiche sein kann wie vor der Sommersonnenwende! Aus B4 muss dann B1 werden!


    Damit ist die Bekämpfung der Kirschessigfliege weiterhin möglich, nur muss eben sichergestellt sein, dass zum einen nichts in den Weinbergen mehr blüht und die Trauben nicht saften und von Bienen besucht werden.


    Also bitte nicht alles durcheinander bringen!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von toyotafan () aus folgendem Grund: schriebkähler sind eise + ebbis hät gfählt

  • ...am neuen Haus kann ich keine 6 Völker in einen 400 m²-Garten stellen. Mehr als 2 sind da leider nicht möglich.


    Warum nicht? Dieses IF-Mitglied stellt so viele in seinen 150 qm-Kleingarten mit direkt angrenzenden kleingärtnerischen Nachbarn. Das geht - seit Jahren gut (wenn man gewisse Spielregeln beachtet, der er ja beschreibt):
    http://www.gartenimker.de/?page_id=42

  • Danke für die Infos Christoph. Heute war ich den ganzen Nachmittag bei den Bienen, da ergab sich im Vergleich zum Mittwoch ein komplett anderes Bild. Ich hab nur eine einzige Laufbiene gesehen und keine erschöpften Flugbienen. Auch keinen erhöhten Totenfall vor den Beuten, dafür mächtig viel Flugverkehr.


    Es waren auch Wildbienen und Hummeln da, ich hab am Mittwoch wohl gerade einen rabenschwarzen Spritztag erwischt, der aber offensichtlich wenig bis keine sichtbaren Nachwirkungen hat.


    Bin die Völker alle durchgegangen, die stehen richtig gut da, schön große geschlossene Brutflächen, nur vereinzelt ausgeräumte Zellen erkennbar.


    Es schaut also doch deutlich besser aus, als zunächst befürchtet.


    Warum nicht?


    Weil die nicht alle ganz nett sind. Aber ein sehr sanftes Volk hab ich noch mitgebracht und den bereits reichlich angetragenen HR gewechselt. Die sorgen dann hoffentlich für reichlich reine Obstblüte nach der Kältewoche. Den anderen Völkern hab ich teilausgebaute HR aufgesetzt, damit die was zu tun bekommen, sonst hängen sie bald im Baum. Bis zum Ende der Rapsblüte kann ich mir das dann ja noch überlegen, ob ich das Zeug mal schleudere. Umsonst bekommt man alles los :) Und vielleicht klappt das ja, dass auch die Rapsvölker nach der Rapsblüte noch zu was zu gebrauchen sind.


    Grüße Sven

  • Habe heute die Untersuchungsergebnisse von meinem Tiefbrunnen bekommen. Der Brunnen ist 69 m tief und das Wasser ist aus einem unterirdischen Zufluss des Inns, als ein richtiger Bach.
    Das Dreckzeug von PSM ist sogar in dieser Tiefe nachweisbar. Der Brunnen hat in Ca. 30 m Tiefe eine Tonschicht von 2 m Dicke und bis zu dieser Tiefe wurde ein Stahlrohr eingebaut, das mit einer Schicht Beton ummantelt ist, d.h. absolute Vorsorge gegen Verschmutzung durch Oberflächenwasser gemacht und dennoch Pestizide.


    image.jpg

  • Hallo Franz Xaver!


    Also ich lese da nur Messergebnisse unterhalb der Nachweisgrenze...


    "<0,02 Mikrogramm je Liter", also unterhalb von 0,02 Millionstel Gramm ist das Ergebnis.
    Genauer kann es nicht bestimmt werden oder nachgewiesen werden.


    Der Grenzwert ist max. 0,10 Mikrogramm/Liter


    Oder fehlt noch eine Seite deiner Analytik?


    Auch die Summe der Pflanzenschutzmittel 0,5 Mikrogramm je Liter wurde nicht überschritten...
    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Bitte mit den Landwirten reden, wenn ihr Bienen an Rapsfelder stellt. Spritzschäden wie die hier sind vermeidbar.