Wassergehalt durch Betriebsweise beeinflussen

  • Hallo Forum,


    welche Möglichkeiten imkerlicher Betriebsweisen gibt es, um den Wassergehalt im fertigen Honig im Sinne des Imkers zu beeinflussen?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • welche Möglichkeiten imkerlicher Betriebsweisen gibt es, um den Wassergehalt im fertigen Honig im Sinne des Imkers zu beeinflussen?


    Beuten mit geschlossenen Boden. [Hinterbehandlungsbeuten haben immer geschlossenen Boden und deren Honig ist immer trockener, als aus Magazinen].

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Holzmagazine gelten hier auch als besser als Hartschaumbeuten.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Die Hinterbehandler haben aber auch nur eine "Zarge" Honig. Ist der verdeckelt, tragen die Bienen in den Brutraum sofern Platz ist, und der Imker muß schleudern. Danach tragen Sie um und wieder neu ein. Beim Imkern im Magazin folgt Honigraum auf Honigraum. Das Verhältnis Bienenmasse zu Honig ist da wesentlich ungünstiger.


    Gruß
    Ulrich

  • Moin zusammen,


    ich denke auch, daß die bessere Besstzung in den HBBs den trockneren Honig macht. Ich habe auch ein paar geschlossene Böden unter Holz-Magazinen. Die fallen vor allem durch Gammelecken und Schwitzwasser im Frühjahr auf - nicht sehr schön! Da finde ich einen Gitterboden mit eingeschobener (massiver) Windel besser. Das ist nicht 100% luftdicht und sollte trotzdem halbwegs isolierend sein.


    Zum Wassergehalt: Völker eng halten. Das ist natürlich immer eine Gratwanderung bzgl. Schwarmtendenz. Also mein Fazit -> Gute Bienen -> eng halten -> trockner Honig.


    Gruß Jörg, der auch daran arbeitet

  • Hallo Ralf


    Meine Erfahrung ist das Honig aus HBB am trockendsten ist etwa 16% in den Segebergern um die 17- 18% und in den Holzbeuten mit Lüftungsgitter selten 18%, meisten 19% Wassergehalt,trotz verdeckelter Waben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo zusammen!


    Heißt also, dass man das Warmebrett am besten immer drinnen lässt?


    Gruß vom Frank


    Hatte ich mir auch schon überlegt. Ich würde es dann im Herbst irgendwann zum Ende der Auffütterung entfernen und nach der (dann durch kalten Sitz hoffentlich brutfreien) Winterbehandlung wieder reinschieben.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Die Hinterbehandler haben aber auch nur eine "Zarge" Honig. Ist der verdeckelt, tragen die Bienen in den Brutraum sofern Platz ist, und der Imker muß schleudern. Danach tragen Sie um und wieder neu ein.


    Über dieses Thema habe ich heute auch nachgedacht....über die Nektarumtragerei.
    Wenn ich z.B. einen vorweggenommenen Schwarm mache, also Kö raus, ballern die Bienen erstmal die freigewordenen Zellen im Brutraum voll mit Nektar. Sobald die junge Kö erfolgreich begattet ist, wird alles wieder flott nach oben in den Honigraum getragen.
    Nun überlege ich: wird der Honig durch die Umtragerei wirklich trockener oder wird er feucht eingelagert, weil das Volk brutfrei ist.
    Zum Trocknen ist ja nicht nur Luft wichtig, sondern auch die Temperatur.
    Heizen die Bienen im Sommer ohne Brut genauso hoch wie mit? :confused:
    Oder spinne ich mal wieder rum und mache mir "querche" Gedanken??:roll:


    Zitat

    Beim Imkern im Magazin folgt Honigraum auf Honigraum. Das Verhältnis Bienenmasse zu Honig ist da wesentlich ungünstiger.


    Ein kluger Imker sprach einmal zu mir: "Nicht zu hoch stapeln." :wink:
    Der gesamte Honigraum sollte nicht viel größer als der Brutraum sein.



    Sonnige Grüße
    Regina, die inner Golzbeute ihren trockensten Frühjahrshonig hatte. 15,6%. Die Magazine am gleichen Standort alle 17,2 bis 18 %.
    Hach ja....*seufz* vielleicht sollte ich nur noch golzen? :wink:

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Regina


    Deine Gedankensind nich querche, aber der Honig ist auch bei normalem Brutbetrieb, genau so trocken. Der Hauptgrund ist die Temperatur, die Stirnwand ist sehr gut isoliert und auch am Fenster ist noch eine Wärmematte. Da die HBB meist im Bienenhaus oder Wanderwagen dicht bei dicht stehen, kann man sagen das sie auch doppelwandig sind und die Völker sich auch gegenseitig wärmen. Siehe gemeinsame Winterkugel zweier nebeneinander liegender Völker.
    Bei den Magazinbeuten aus Holz, spielt auch die Luftfeuchtigkeit, bzw. das Wetter eine Rolle, in Bezug auf den Wassergehalt des Honigs. Die Magazine stehen meistens einzelt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Bienenfreunde!


    So einfach wie die Zusammenhänge bezüglich Wassergehalt hier dargestellt werden, sind sie nicht.


    Das einzige was ich zu 100% bejahen kann, ist: "Keine Dickwaben".



    Zitat

    wenn wir den nächsten Honigraum erst geben würden, wenn der vorige zu 2/3 verdeckelt ist, hätten wir trockneren Honig


    Da schaut's schon ganz anders aus. Da muss man schon dazu sagen unter welchen Umständen das stimmt. Im Falle einer Massentracht ist es nämlich genau umgekehrt, da brauchen die Bienen viel Platz um den Nektar zum Trocknen ausbreiten zu können. Da würde eine solche Maßnahme genau das Gegenteil bewirken.


    Nur der Umstannd, dass eine Beute von oben (Magazin) oder von der Seite (HBB) bearbeitet wird, macht noch keinen Unterschied beim Wassergehalt. Da kommt es schon auf die restliche Betriebsweise an. Bei der HBB-Betriebsweise ist es auch sehr verbreitet Brutwaben umzuhängen und diese nach dem Auslaufen zu schleudern. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Nymphenhäutchen eine gewisse Saugwirkung haben und so die Honigtrocknung begünstigen. Der Unterschied muss nicht all zu groß sein, immerhin geht es um 1 oder 2 % Wassergehalt.


    Über alle anderen Empfehlungen ließe sich auch trefflich diskutieren.


    Erwiesen ist, dass je länger der Honig in der Beute verweilt, desto trockener ist er. Das heißt, dass z.B. die Randwaben, die ja zum Schluss befüllt werden immer den größten Wassergehalt aufweisen.


    MfG
    Honigmaul