Könnten Hühner gegen den Beutenkäfer helfen?

  • Ich habe einmal gelesen, dass eine biologische Methode gegen die Kirschfruchtfliege darin besteht, unter den Kirschbäumen Hühner zu halten. Die Hühner suchen gezielt in der Erde nach den Puppen der Kirschfruchtfliege, um sie zu fressen.
    Der Beutenkäfer macht es ebenso wie die Kirschfruchtfliege: Die Larve verlässt die Beute, um sich in der Erde zu verpuppen, wo sie dann zur Beute von Hühnern werden könnte. Es entsteht natürlich die Frage, ob dann die Hühner eventuell auch die Bienen fressen. Ein mir bekannter Imker hält Bienen und Hühner und lässt seine Hühner frei laufen, während er in dem Garten arbeitet. Bisher haben sich die Hühner für die Bienen nicht interessiert.
    Gibt es irgendwelche Erfahrungen im Forum, wie sich Bienen und Hühner miteinander vertragen? Oder gibt es andere Argumente dagegen?


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,



    James Ellis antwortet - auf die Frage, ob Hühner unter dem Bienenvolk gegen den kleinen Beutenkäfer helfen. "Ich kenne Leute die das tun, es ist bisher nicht getestet worden, von daher kann man darüber diskutieren, aber Hühner mögen solche Larven - also ..." (Ende des Filmes ca. bei 1h Laufzeit)


    Wirkte auf mich, wie: 'bewiesen ist es nicht, also nagelt mich nicht darauf fest, aber es scheint mir durchaus plausibel zu sein.'


    Gruß
    Ludger

  • Ich bezweifle, dass die Hühner alle erwischen. Aber bestimmt einen deutlichen Anteil. Wichtig wäre es, den Hühnern freien Zugang zu ermöglichen.


    Bei mir halten sich die Hühner praktisch nie direkt vorm Flugloch auf, die gehen auch nicht auf die Paletten, auf denen die Beuten stehen um sich dort tote Bienen zu holen. Die werden erst gefressen, wenn sie am Boden liegen. Also keinerlei Gefährdung der Bienen.


    Was die Hühner allerdings sehr schätzen ist der trockene Bereich unter den Beuten, dort wird gerne staubgebadet und dabei sieben sie die Erde regelrecht durch.


    Fazit


    - Platz unter den Beuten lassen, damit die Hühner hinkommen
    - Fluglöcher nur in eine Richtung, sonst trauen sie sich nicht ran


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Explizit gegen den Beutenkäfer kann ich keine Antwort geben, aber:
    Ich halte immer so um die 20 Hühner auf 500 m2 "Auslauf".
    Dieses Stück erde wird von den Damen permanent umgegraben, inmitten dieser 500 m2 steht ein Gewächshaus - bis dahin schaffen es nichtmal die Schnecken. Ameisennester die in diesem Bereich waren wurden innerhalb kürzester Zeit auf 0 dezimiert. Im Prinzip haben die Hühner alles Leben was mal in diesem Garten war (abgesehen von den Bäumen) komplett dezimiert.
    Die Bienen werden größtenteils ignoriert.
    Also - theoretisch - müssten Larven vom Beutenkäfer die in Hühnerbesetzter Erde sind innerhalb kürzester Zeit gefressen werden.
    Nicht zu vergessen ist, dass Eier von eigenen Hühnern besser sind als Supermarkteier ;)


  • Also - theoretisch - müssten Larven vom Beutenkäfer die in Hühnerbesetzter Erde sind innerhalb kürzester Zeit gefressen werden.


    Hilft aber dann nicht gegen den Käfer selbst, weil der kommt angeflogen und die Larven machen den Schaden, da diese sich erst durch die Waben fressen. Bis diese aus den Beuten kommen und sich im Boden verpuppen wollen, ist der Schaden schon da.
    Die Vermehrung des Käfers an sich wird dann nur gehemmt, der Zuflug von erwachsenen Tieren (die von ausserhalb kommen) jedoch nicht verhindert.


    Stefan


  • Ich halte immer so um die 20 Hühner auf 500 m2 "Auslauf".


    Das sind auch zuviele Hühner für diese Fläche. Wenn Du jedem Huhn 100 m² gönnst, rottest Du nix aus und bekommst trotzdem Eier, ohne eiweißreiche Zufütterung.


    Der Lauf der Natur halt, fressen und gefressen werden, es gibt nix, was nicht irgendeinen Nutzen hat.


    Um den Beutenkäfer aber komplett in Schach zu halten, müsstest Du soviele Hühner bei den Bienen halten, dass da auch nix anderes mehr überlebt. Und dann steigen die Chancen, dass die Hühner sich an den Bienen vergreifen, meine Tucken interessieren sich da überhaupt nicht für.


    Gruß Sven

  • Das sind auch zuviele Hühner für diese Fläche. Wenn Du jedem Huhn 100 m² gönnst...


    Also ich würde jedem Huhn 1000m² gönnen! Das ist bei uns ortsüblich und überhaupt nicht unrealistisch! Dann legen die sogar Rühr- Spiegel- und Ostereier. Natürlich abwechselnd...


    Grüßle


    PS: Ja. Hühner sollen wohl etwas helfen. Das hatten wir schon mal im Herbst.

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  • Hilft aber dann nicht gegen den Käfer selbst, weil der kommt angeflogen und die Larven machen den Schaden, da diese sich erst durch die Waben fressen. Bis diese aus den Beuten kommen und sich im Boden verpuppen wollen, ist der Schaden schon da.
    Die Vermehrung des Käfers an sich wird dann nur gehemmt, der Zuflug von erwachsenen Tieren (die von ausserhalb kommen) jedoch nicht verhindert.


    Mag ja sein, aber im Zusammenhang mit dem Beutenkäfer wird schon von Betonieren des Bodens gesprochen (damit die Larven sich nicht eingraben können), auch von 'Kunstrasen unter den Beuten verlegen' habe ich schon gehört. Bei diesen Optionen erscheinen mir Hühner (vielleicht auch Wachteln?) die attraktivere Variante.


    Grüße,
    Robert

  • Mag ja sein, aber im Zusammenhang mit dem Beutenkäfer wird schon von Betonieren des Bodens gesprochen...


    Da würde meen Oberförster aber nicht schlecht kieken, wenn ick an meinen beiden Waldständen mal eben die Lichtung betonieren würde...


    Nee, im Ernst: Das ist doch nun wirklich Schwachsinn! In den Videos kann man die Maden fröhlich über 30m breite Betonflächen marschieren sehen. Das juckt die gar nicht.


    Gruß Jörg

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  • Das sind auch zuviele Hühner für diese Fläche. Wenn Du jedem Huhn 100 m² gönnst, rottest Du nix aus und bekommst trotzdem Eier, ohne eiweißreiche Zufütterung.
    Gruß Sven


    Ich denken nicht, dass es um die Haltung der Hühner geht, wobei 500 m2 für 20 Stück eh sehr weitläufig ist wenn man bedenkt, dass von den 20 meist 10 althühner sind und der rest Küken bzw. heranwachsende - die nach dem heranwachsen umgehend nach Sibirien wandern ;) 
    Aber wenn du 500 m2 für 20 zu wenig findest solltest du dir mal die Richtlinien für konventionell gehaltene Freilandhühner lesen ;)

  • Exkurs Hühnerhaltung - wenn im Auslauf nichts mehr hochkommt ist es zuwenig Fläche oder es sind zuviele Hühner. Man sollte ohnehin regelmässig zwischen verschiedenen Ausläufen wechseln, zwecks Krankheitsvorbeugung ... Richtlinien für konventionelle Hühnerhaltung würde ich hier höchstens zum Ofenanheizen benutzen.


    Zurück zu Hühner und Beutenkäfer - damit der spürbar dezimiert wird (ja, nachdem der Schaden angerichtet ist ...) muss man entweder zuviele Hühner um die Beuten halten (zumindest zeitweise) oder ihnen den Bereich um die Beuten so schmackhaft machen, dass sie sich dort häufig aufhalten. Hier füttern wäre sicher auch eine gute Idee.

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ich hoffe Du hast von Bienen mehr Ahnung, als von Hühnern Jörg . Es scheint mir aber nicht so zu sein.


    Grüße Sven


    Hat er. Nicht maybee, nein definitely.
    und zwar in einem Umfang, den andere nie erreichen werden, egal was Sie probieren.


    Und ich hoffe, Du hast mehr Gespür für Ironie und Sarkasmus als Fähigkeit zur Beleidigung zur Retourkutsche...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper