Thymol & Brutschäden

  • Hallo Imker/innen,


    da nach 3 Wochen die Wirkung nachlässt, bin ich dieses Jahr zur Anschluss-Behandlung mit meinem Oxalsäure-Verdampfer ran. Aufgrund des anschließend hohen Milbenabfalles muss ich leider auf eine sehr mäßige Wirkung der Thymol-Streifen schließen. Außerdem sagte mir mein Wachs-Verarbeiter, dass man Thymol bei der Erwärmung und Verarbeitung von MW's deutlich riecht. Wie gravierend das auch immer sein mag, die geringe Wirksamkeit und die verbleibenden Rückstände sind für mich Grund genug, künftig nicht mehr mit Thymol zu behandeln.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo Gerhard,


    ich würde, wenn Du schon bedampfen willst, erst eine O-Dampf-blockbehandlung durchführen, und danach mit z. B. ALV. Nach aktueller Gebrauchsanweisung: 4 mal wöchentlich die Hälfte einer Packung.


    Bei der Dampfbehandlung ist die Menge der fallenden Milben auch stark davon abhängig, wie viele Bienen nach solch einer Behandlung schlüpfen.


    Grüße
    Ulrich

  • ...Thymol hat hier auch das Nachsehen.


    Moin zusammen,


    ich hatte dieses Jahr auch zum ersten Mal mit ApiLifeVar meine Ableger behandelt. Eine 100%ige Wirkung hatte ich nicht erwartet und vielleicht eine Abschreckung möglicher Räuber durch den Gestank. Sichtbar war, daß die Königinnen wirklich voll weiterstiften - gut! Vor allem bei den schwächeren Völkern hatte ich in diesem Jahr ordenlichen Räuberei-Druck. In den meisten Fällen ging das dann einigermaßen, Weisellose (hat der Imker zu spät gemerkt) wurden trotzdem ausgeräubert und 2 oder 3 waren trotz Fütterung auffällig leicht. Das alles war soweit ok. Aber mein Problem war, daß manche Völker einfach während und nach der Thymolbehandlung kein Futter mehr aufnehmen wollten. Da musste ich dann etwas mühselig mit Futtertaschen rumwurschteln. Diese Völker waren keine Mickerlinge, hatten die 10er Dadantkiste fast voll Bienen. Milbenprobleme haben die Völker nicht (mehr), aber das muss in diesem Jahr nichts heißen.


    Mein Fazit: Thymol funktioniert schon, stinkt mir aber zu sehr und das Futterproblem macht es für mich "unattraktiv".


    Gruß Jörg

  • Hallo Zusammen,


    ja das mit der Futteraufnahme hört man immer wieder... Gab bei mir noch keine großen Probleme.


    Und zu den ganzen Erfahrungsberichten, dass Thymol keine ausreichende Wirkung zeige:
    Ich kenne aus erfolgreichen Imkereien Thymol nur in ein Behandlungskonzept integriert. Heißt, man versucht mal ordentlich den Milbendruck zu nehmen und dann mit Thymol die Vermehrung der Restmilben / Vermehrung von eingeschleppten Milben zu verhindern. Dann macht das auch einen Sinn...


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • ...ordentlich den Milbendruck zu nehmen und dann mit Thymol die Vermehrung der Restmilben / Vermehrung von eingeschleppten Milben zu verhindern. Dann macht das auch einen Sinn...


    Ja. Gut beschrieben! So war auch mein Plan. Scheint dieses Jahr auch geklappt zu haben.


    Gruß Jörg

  • Ich möchte diesen alten Thread für Zukunftsleser ,wie ich es heute war , ergänzen.

    Man kann bei den Nebenwirkungen von ALV lesen, dass eine Behandlung während der Fütterung zur fehlenden Aufnahme von Futter führen kann und zu Unruhe.

    Das Thema finde ich gut.

    Will ein bisschen Infos sammeln.

    Wie sind eure Erfahrungen damit?


    Eröffne selbst nen Thread dazu...:)

  • Königinnenverlust und Brutschäden habe ich in 2 Jahren Thymol und 7 Jahren ApiVarLife nicht erlebt- ich frage mich, was diese Spezialisten immer reitet, solche Aussagen von sich zu geben :confused:. Selbst im LAVES in Celle habe ich vor wenigen Jahren Flyer über Varroabekämpfung entdeckt, in denen ausdrücklich von der Verwendung von ALV abgeraten wurde...

    Denke das die Leute den Verdunster immer weniger kaufen und mann das Geschäft ankurbeln muß.


    Wir verwenden Api Life WAr seit Jahren und ich habe das noch nie bemerkt.

    Da Wir wenig Zeit haben, wird auch gleichzeitig gefüttert.

    Selbst wenn die Bienen das Futter langsamer abholen würden (habe ich nie bemerkt) und was ist das dann für ein Schaden?

    Die Bienen holen das Futter eben langsamer , ein "nie" wurde nicht bemerkt.

    Dann würde ich mir mal die Kästen anschauen und überlegen wieso das so ist.

    Vielleicht ist das Volk schon so geschädigt das es das Futter eh nicht abgeholt hätte.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo!

    Selbst verwende ich Thymol kristallin seit 2002. Bis heute kenne ich keinen Winterverlust durch Varroa.

    Der größte Vorteil von Thymol, es tötet nicht nur die Milbe, sondern verhindert durch Geruchsüberlagerung den Abstieg in die Brutzelle. Brutgeschäft und Polleneintrag geht weiter.

    Einen Königinnen- oder Brutverlust Konnte ich in 16Jahren nicht feststellen.


    Gruß

    Kuno

  • wenn es konzentriert ohne Futterkranz aufgelegt wird, wird auch offene Brut ausgeräumt. Deshalb verteilen wir die Thymovar-Streifen auf die Ecken. Ich habe aber nie drauf geachtet, weil die nächste Kontrolle/Fütterung erst 2-3Wochen später war.

  • Gibt es dazu eine Untersuchung, dass Thymol durch den Geruch den Abstieg der Milbe verhindert? Kannst du mir da Literatur nennen?