Honig aus dem Sonnenwachsschmelzer

  • Hallo Zusammen,


    ich habe gestern einige Waben, welche ich als Futter-Reserve in meinem Volk hatte, entnommen. Auf diesen Waben befindet sich (u.a. kristallisierter) Honig, den das Völker nicht genutzt hat. Diese Waben möchte ich grundsätzlich nicht mehr nutzen, da diese recht alt sind, dennoch möchte ich den Honig nicht verlieren, falls möglich. Auch ein Anritzen der Waben hat im Übrigen nicht dazu geführt, dass die Bienen den Honig ungetragen haben.


    Nun meine Frage: Kann ich den Honig, der beim Einschmelzen aus den Waben fließen würde, nutzen, d.h. verfüttern? Oder ist das eine Eselei?


    Viele Grüße,
    Stefan

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo Lord Wabe,


    beim erwärmen von Honig entsteht (mehr) HMF. Und soweit ich verstanden habe ist HMF in höheren Konzentrationen auch für Bienen giftig.
    Im Wachsschmelzer wird es schon sehr warm ;)


    Ich würde den Honig wegwerfen, auch wenn es weh tut. Wenn es zu weh tut und Du aber auch nicht schleudern willst, kannst Du die Waben auch entdeckeln und den Honig in einem Hobbock auslaufen lassen oder allen anderen möglichen Aufwand betreiben. Aber ich halte das für unnötige Arbeit für eine geringe Ausbeute.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Nein!!! Ist für die Bienen giftig.


    Gruß Ralph


    Danke für die schnelle Antwort! Dann bleibt wohl nur "entsorgen" übrig.


    Viele Grüße und Danke nochmals,
    Stefan

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.


  • Hallo Holger,


    Danke für den Tipp mit der "Verwertung" des Honigs. Denke aber genau wie Du, dass sich das nicht lohnt. (Auch wenn es weh tut...)


    Viele Grüße,
    Stefan

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo zu diesem Thema sagen, auch wenn der Honig noch so gut aussieht, bitte entsorgen, es bildet sich da ein Gift, wie Holger unten beschrieben hat. Ich habe damit mal einen Schwarm gefüttert und ihn fast zu Grunde gerichtet, die ersten toten Bienen findet man schon am nächsten Morgen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zur Ernte von vorjährigen Honig habe ich noch eine spezielle Meinung. Ich entnehme im Frühjahr alle Futterwaben und schleudere sie aus, um sie dann einzuschmelzen. Am Anfang dachte ich mir: Ich hebe das Futter auf und gebe es den Bienen, wenn sie es brauchen, vielleicht spart das auch Winterfutter. Das Ergebnis war aber, dass das ausgeschleuderte Futter in den Kübeln schlecht wurde. Es fing an zu gären, und es bildete sich nach einer gewissen Zeit ein stechender Geruch aus. Nachdem ich 2 Jahre lang versucht hatte, das jeweilige Winterfutter durch Ausschleudern zu retten, gebe ich es jetzt nur noch direkt in die Kanalisation.
    Die Frage ist aber auch: Warum lässt sich das ausgeschleuderte Winterfutter nicht lagern? Meine Vermutung: Die Lagerungsbedingungen im Winter ist in den Beuten alles andere als optimal. Feuchtigkeit, Pilze, Bakterien, alles hat freien Zutritt, das Bienenvolk kann die Vorräte nicht pflegen. Deshalb gehe ich davon aus, dass auch Honig über Winter in den Waben eine ungünstige Veränderung erfährt. Deshalb würde ich von der Ernte von vorjährigem Honig nach der Überwinterung prinzipiell abraten.
    Ich verwende überwinterte Futterwaben aus diesem Grund auch nicht für die Bildung von Ablegern. Die sollen gesundes Futter bekommen.


    Gruß Ralph

  • Musst du machen wenn Trachtlosigkeit herrscht im Herbst.


    Hallo,
    als ich die Waben angeritzt habe, gab es meiner Meinung nach keine Tracht (es war im Herbst...). Aber ich bin mir auch nicht sicher.


    Danke für Deinen Kommentar,
    Stefan

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • [...]Ich verwende überwinterte Futterwaben aus diesem Grund auch nicht für die Bildung von Ablegern. Die sollen gesundes Futter bekommen.


    Gruß Ralph


    Nach den Kommentaren denke ich, dass dies das Sinnvollste ist, was man machen kann.


    Viele Grüße,
    Stefan

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • @ Kleingartendrohn:
    Du schleuderst die Waben aus, giesst dann alles weg, musst die Schleuder putzen und dann schmilzt du die Waben ein :confused: äh, ich würde sie entweder gleich einschmelzen oder wenn sie nicht bekackt oder verschimmelt sind den Ablegern geben...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Also alte Futterwaben entdeckeln, ausschleudern und dann das ganze Geraffel wieder so putzen, dass damit wieder Lebensmittel bearbeitet (Honig schleudern) werden kann? Also Hobbys haben manche Leute...


    Ich pack alles, was gescholzen werden soll in den Dampfwachsschmelzer und habe, bei der Beladung mit viel Futter in den Waben, den Auffangeimer im Auge. Fertig. Die eventuell 0,50€ mehr Strom beim ausschmelzen von 10 Waben fallen da nicht ins Gewicht & für alles andere ist mir meine Zeit zu kostbar.


    Und die Plörre aus dem Sonnenwachsschmelzer soll auch in den Gully. Wieviele Tausend Euro wollt ihr bei der Wiederverwendung von 5kg ollem Winterfutter sparen?
    Mal abgesehen vom für Bienen giftigen HMF im Schnodder aus dem Schmelzer lohnt doch das Abfüllen in Kanister/Eimer etc auch nicht.


    Stefan