Ablegerbildung: Wie viele Weiselzellen?

  • Wollt ihr damit sagen, dass das bisher Gelehrte in Bezug auf Brutableger Quatsch ist und ich deshalb jahrelang falsch vermehrt habe? Allgemeine Lehrmeinung ist doch, eben gerade nicht aus dem Schwarmtrieb zu vermehren, von wegen Schwarmneigung. Nun soll ich auf den Schwarmtrieb warten zum vermehren?
    Was denn nun?
    Verwirrte Grüße

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Nun soll ich auf den Schwarmtrieb warten zum vermehren?
    Was denn nun?
    Verwirrte Grüße



    Das große Problem mit den Schwarmzellen ist nur: Man darf eben nicht die ersten Schwarmzellen des Jahres verwenden. Denn dann selektiert man seine Bienen auf Schwarmtriebigkeit.


    Wenn man aber schon im Winter seine Aufzeichnungen durchgeht und sich sicher ist: Mein Volk XY ist von der Leistung in Sanftmut, Schwarmverhalten etc das beste Volk, von dem will ich nachziehen, dann kann man sehr wohl genau aus diesem Volk die (irgendwann mal angesetzten) Schwarmzellen verwerten.


    Der Mythos von: Vermehrung mit Schwarmzellen ergibt schwarmfreudige Bienen kommt aus der Methode:
    Ich warte, bis die ersten Königinnenzellen auftauchen und erstelle damit meine Ableger. Denn dann nimmt man genau die Völker zur Vermehrung, die sich durch Schwarmfreudigkeit auszeichnen.


    Daher kommen dann die Imkerstammtisch-Weisheiten: Vermehrung mit Schwarmzellen gibt über kurz oder lang Schwärme ohne Ende.


    Stefan

  • Moin Holmi,


    nicht falsch, aber man kann halt auch mit dem Schwarmtrieb, wenn man ihn da so in Gestalt der Zellen vor sich hat, vermehren... Abgeschwärmtes Volk aufteilen, wenn man nämlich keine Nachschwärme möchte. Das gibt meist gute Königinnen, möglicherweise auch schwarmfreudige. Bei denen siehst Du den Plan jedenfalls. Andere schwärmen dann schon mit einer Zelle los, und ich hatte das für eine geplante Umweiselung gehalten. Hinterher waren sie beide drohnenbrütig und vergangen. Das einzige Verfahren, das mir wirklich falsch vorkommt, sind zu kleine Ableger, die selber nachschaffen müssen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Dann bin ich ja halbwegs beruhigt! Ich dachte schon, Brutableger kommen aus der Mode.

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    Gruß
    holmi

  • Hallo,


    ich hab von einem Imker gehört, dass er jüngste Maden in geeignete Spielnäpfchen umlarvt, um Ableger/Königinnen zu bekommen. Allerdings habe ich nicht erfahren wie er das genau macht und was man dabei möglicherweise beachten muss. Bzw. auch nicht was dagegen spricht.


    kann man beispielsweise eine Brutwabe mit 2-3 geeigneten Spielnäpfchen umlarven und über ein Absperrgitter z.B. in den Honigraum hängen und schauen ob die Bienen diese dann zu WZ heranziehen? Und diese dann zu einem geeigneten Zeitpunkt rechtzeitig in einen Ableger geben, damit die alte Königin unten nicht auszieht? Oder ist es unwahrscheinlich dass die Bienen, die ja nicht weisellos und auch nicht in Schwarmstimmung sind diese umgelarvten Spielnäpfe überhaupt annehmen.


    oder muss man gleich einen weisellosen Ableger bilden und dort dann die Wabe mit den umgelarvten Spielnäpfchen einhängen?


    oder ist die Methode als Alternative zur Bildung reiner Brutableger mit Nachschaffungszelle aus irgendeinem anderen Grund ungeeignet?


    Danke und schöne Grüße, Wendelin


  • Hallo Wendelin. Du solltest dir erstmal einiges an Grundwissen zur KÖ-zucht aneignen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • da bin ich doch gerade dabei. Ich lese eh alles was ich zu dem Thema finde. Kann man hier nicht Fragen stellen die einen beschäftigen? Das heisst doch noch lange nicht dass ich morgen versuche irgendwas umzularven... Tut mir leid aber solche Antworten kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht will mir jemand antworten, der mir erklären kann wie, warum und ob man Spielnäpfchen zum Umlarven nehmen kann, denn darüber habe ich weder in Büchern noch in sonstigen Quellen was gefunden. Es wurde ja schliesslich argumentiert dass Nachschaffungsköniginnen mit denen ich bisher einen Teil meiner Ableger gebildet habe (die anderen mit eingeweiselten Königinnen) wegen der kleinen und ums Eck gebauten Zelle nicht wirklich gute Königinnen sind. Da ist doch die Überlegung, dass in einem schönen Spielnapf, die es ja auch ohne große Schwarmlust oft gibt mehr Platz und Eignung wäre... warum ist das denn so verkehrt? :roll:

  • Hallo,
    meisten wird das Nicotsystem zum Umlarven benutzt . Die Älteren haben zwar diese Näpfchen noch aus Wachs gegossen. Aber Nicot ist Stand der Technik. Spielnäpfchen aus den Waben schneiden ist umständlich und zerstörerisch.
    Das mit der Zucht erfordert einiges Üben und am besten einen Kurs. Angelesen kann natürlich aber auch alles. Dann ist aber die Lernkurve flacher.


    Kleinimker gründen oft mit Schwarmzellen einen neuen Ableger. Das funktioniert auch leicht. Hochwertigstes Königinnen im Durchschnitt kriegt der Imker nur mit gezielter Vermehrung und Belegstelle.
    Ich rede immer von Hebung des Durchschnittes.
    Mit Grüßen aus Nürnberg
    thomas
    Königinnenvermehrer seit 6 Jahren und 2 Zuchtkursen und immer noch blutiger Anfänger.

  • Hallo thomask,


    vielen Dank. Über Nicot habe ich natürlich gelesen, aber die 2-4 Königinnen die ich pro Jahr brauche, da lohnt sich das nicht glaube ich. Ich hätte das umgelarvte Näpfchen an der Ursprungswabe mit möglichst nur verdeckelter Brut belassen und diese Wabe dann eben entweder a) in den HR gehängt oder b) komplett in einen Ablegerkasten. Und dann einfach mal schauen ob eine Königin herangezogen wird. Ich weiss nicht ob das klappen könnte deshalb meine Frage. Aus Wachs ein Näpfchen bauen ist natürlich auch eine Alternative, darüber gibt's ja auch einige Infos.


    Mit Schwarmzellen habe ich letztes Jahr auch einen Ableger gebildet, Brutling mit Königin und Flugling mit einer Brutwabe mit WZ. Leider ging beim Flugling keine Königin in Eiablage aber das Vereinigen hat dann wieder prima geklappt ohne erneute Schwarmstimmung.


    LG, Wendelin

  • Ich ging eingentlich auch immer davon aus, daß Nachschaffungsköniginnen nicht viel taugen. Eine einzige ist nun auch noch nicht aussagekräftig. Aber diese Eine die ich habe hat alle Anderen überholt :-)


    VG

  • Hallo,
    grundsätzlich ist die geplante Zucht immer aus dem Nachschaffungstrieb. Also darf keine Königin und offene Brut vorhanden sein.
    Dann verdammt viele 'Bienen und nochmals viele Bienen. Das nennt sich Starter. Bei wenigen Völker könnte natürlich dieser Starter danach gleich als Brutvolk weiterverwendet werden. Dann wieder die Zarge mit der Königin untersetzen. Unter Absperrgitter. Dann sind wir aber mitten im Zuchtkurs. Was tut ich gegen das Verbauen usw.usw..
    Aus einem Ableger mit wenig Bienen wird immer nur eine Königin entstehen, die halt Eier legt. Aber nichts hochwertiges.
    Überleg mal wie es beim Schwarmtrieb zugeht.
    Ob diese Larve in ein Nicotnäpfchen oder in eine Spielzelle gelegt wird, dürfte egal sein. Aber wenn ich mir das ganze Drumrum anschaue, sind die Kosten für das Nicotsystem nebensächlich. Das mit den Spielnäpfchen ist keine gute Idee.

  • OK dann warte ich mal ab ob und wann die Bienen schwärmen wollen. Ich hab ein Megavolk mit 16 prallen Brutwaben, halber Honigraum ist immerhin schon voll aber die müssen sich halt auch viel um die zahlreiche Brut kümmern, sonst wär da sicher schon mehr drin. Wenn dann möchte ich aus diesem Volk Königinnen haben, um dieses Jahr zur Sicherheit mehr Ableger zu überwintern. Stelle auch von Schwammtuch auf Liebig Dispenser um, soll ja wirkungsvoller sein. Außerdem möchte ich "Teilen und Behandeln" machen, sowie bei Ablegerbildung brutfreie Zeiträume ausnutzen. Dann wird's dieses Jahr schon besser. Vorletzten Winter ist mir nur ein Volk im Winter eingegangen, aber da war wohl auch das Wetter bienenfreundlicher.