Ablegerbildung: Wie viele Weiselzellen?

  • Hallo,


    ich habe einige Forenbeiträge und Internetquellen durchforstet aber keine eindeutige Antwort gefunden. Muss man bei der Bildung von Brutablegern ohne Königin auch bis auf eine oder zwei alle Weiselzellen entfernen oder kann man den Ableger sich selbst überlassen damit die Königinnen das unter sich ausmachen?


    Letztes Jahr habe ich einen größeren Ableger mit 2 WZ gemacht (d.h. 2 WZ stehen lassen) und da ging dann ein Schwarm mit der 1. Königin ab, die 2. Königin ging dann aber irgendwie verloren. D.h. ich hab die beiden Ableger dann wieder an einem anderen Standort vereinigt, das hat gut geklappt


    hier steht beispielsweise drin, dass man eine Brutwabe nehmen soll, Futterwabe und Mittelwand dazuhängen und dann einfach abwarten. http://www.imkerschule-sh.de/s…_Wabe_ergibt_ein_Volk.pdf


    ich habe einen Ableger dessen Königin verloren ging/abgestochen wurde mit 2 Brutwaben und die ca. 8-10 Nachschaffungs-WZ sind direkt aneinander gebaut, so dass es extrem schwierig wäre eine davon übrig zu lassen. 2 müsste eher möglich sein, die Frage ist halt ob das überhaupt eine Rolle spielt. D.h. ob man nicht auch alle stehen lassen kann. Oder riskiert man dann etliche Mini Schwärme? Was würdet ihr tun?


    LG, Wendelin


  • ich habe einen Ableger dessen Königin verloren ging/abgestochen wurde mit 2 Brutwaben und die ca. 8-10 Nachschaffungs-WZ sind direkt aneinander gebaut, so dass es extrem schwierig wäre eine davon übrig zu lassen. 2 müsste eher möglich sein, die Frage ist halt ob das überhaupt eine Rolle spielt. D.h. ob man nicht auch alle stehen lassen kann. Oder riskiert man dann etliche Mini Schwärme? Was würdet ihr tun?


    Hallo, ich würde schon aus taktischen Gründen die beiden Brutwaben auf zwei einzelne Begattungsvölkchen aufteilen. Die Change auf Begattungserfolg ist doppelt so hoch und die Gefahr des Abschwärmens gleich Null. Da spielt es auch keine Rolle, ob eine oder mehrere Weiselzellen vorhanden sind. Sollten wider Erwarten im Herbst die Ableger doch zu schwach sein, kann immer noch vereinigt werden.


    Die Gefahr des Abschwärmens nimmt mit der Größe des Ablegers stark zu. Bei Miniablegern besteht keine Gefahr.


    Gruß Honigmaul!

  • herzlichen Dank für die Antwort. Die Bienchen haben allerdings nur auf einer der beiden Brutwaben WZ gezogen. Mal sehen was ich da machen kann, ob ich da die hälfte der WZ irgendwie ausschneiden und auf die andere Wabe "umziehen" kann. Wenn nur eine der Königinnen in Eiablage gegangen ist wieder vereinigen oder beide Ablegerchen (vielleicht mit etwas Unterstützung aus zu schröpfenden Völkern) heranpäppeln falls beide Königinnen legen. Oder was würdest Du machen?

  • Zitat

    Du sollst überhaupt keine Ableger erstellen ohne richtige Schwarmzellen.


    Das Nachgeschaffe mit der wenigen Bienenmasse vom Ableger ergibt keine tauglichen Königinnen!


    Hallo Allgaeu-Imker,


    das Zitat oben ist vermutlich nicht Mehrheitsfähig unter den Imkern.


    Es gibt ein Verfahren wie man aus einer Brutwabe (auch ohne Schwarmzelle) einen Ableger macht. Warum diese Königinnen nicht tauglich sein sollten ist mir z.B. nicht bekannt.
    Ich habe auch noch nicht geklesen, dass von denjenigen die hier immer gegen dieses Verfahren wettern mal ein großangelegten Versuch gestartet wurde um Königinnen die so gewonnen wurden zu testen.
    Ich persönlich sehe keinen Grund mit der Ablegerbildung zu warten bis die Bienen Schwarmzellen bilden. Es funktioniert definitiv auch ohne. Ob Königinnen aus Schwarmzellen per se besser sind kann ich nicht wissen (weil ich auch noch keinen Großversuch gestartet habe), aber die Königinnen aus meinen einzelnen Brutwaben sind zumindest auch nicht schlecht.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hallo Holger,


    vielen Dank. Ich hab dennoch mal alles so gelassen wie es ist, sprich die beiden Brutwaben im Ableger gelassen inkl. NachschaffungsWZ und sehe ob zu gegebener Zeit Stifte zu finden sind. Mit weiteren Ablegern warte ich noch, da ich die Völker nicht zu sehr schröpfen will. Wenn ein Volk in Schwarmstimmung kommt ist das ja eine gute Gelegenheit einen Brutling mit Königin und Flugling mit WZ zu bilden.

  • Moin Holger,


    ich habe einen Kollegen, schon ein erfahrender Imker und viele Völker, der hat das getestet mit diesen 1-Wabenablegern. Er hat die alle wieder aufgelöst, weil nichts draus wurde, nicht mal eine Königin ist überhaupt geschlüpft. Ganzen Kofferraum abgeräumter Waben, und er lud ein, sich die Schweinerei anzugucken... Wieviele nun genau, weiß ich nicht, aber mir als Versuch schon entschieden zu groß.


    Ich habe im letzten Jahr einen Schwarm von Ende Mai in dieser Größe durchgepäppelt, er macht sich nicht schlecht, eine Zarge DN, aber den HR haben die noch nicht angenommen. Sie waren mal oben, die Waben angucken... Sind auch noch zu klein. Mal abwarten...


    Ableger würde ich persönlich hier jedenfalls nicht unter 3 Brutwaben bilden, und mir scheint da noch die bisher erzielte Quote an wirklich guten Völkern bis zum Folgejahr ausbaufähig... Auf 2 Zargen, für den Raumbedarf der Bienen notwendigerweise kommen die nicht, im Erstellungsjahr. Man kann das machen, aber zur Zeit denke ich, eine Zarge sollte reichen...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ob Königinnen aus Schwarmzellen per se besser sind kann ich nicht wissen (weil ich auch noch keinen Großversuch gestartet habe), Holger


    Ich schon. Mache sonst nichts. Und die sind top.


    Königinnen aus einer Brutwabe können nicht top sein, das ergibt sich aus der Biologie des Biens (Wärme, Nahrung etc)

  • Moin Holger,


    ich habe einen Kollegen, schon ein erfahrender Imker und viele Völker, der hat das getestet mit diesen 1-Wabenablegern. Er hat die alle wieder aufgelöst, weil nichts draus wurde, nicht mal eine Königin ist überhaupt geschlüpft.


    Sorry Clas,
    aber das fällt doch in die Kategorie Charly hat gesagt sein Vater hat gesagt dass.....


    Ich habe bisher dreimal das Aumeiersche Verfahren "Eine Wabe ergibt ein Volk" angewandt.
    Bestimmt kann man sich trefflich darüber streiten ob daraus "taugliche" Königinnen entstehen oder "untaugliche". Aber aus meiner Sicht wird diese Diskussion hier eher ieologisch geführt und nicht auf Sachebene.


    Zu behaupten, dass auf diese Weise aber sogar keine Königinnen schlüpfen halte ich für hanebüchene Anti-Aumeier Propaganda.
    Meine drei "Aumeier"- Königinnen sind alle geschlüpft und wurden auch erfolgreich begattet. Ich hab mich einfach an die 2seitige Anleitung im Bienenjournal gehalten.
    Das ist doch keine Hexerei!


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!


  • Königinnen aus einer Brutwabe können nicht top sein, das ergibt sich aus der Biologie des Biens (Wärme, Nahrung etc)


    getreu dem Motto: Eine starke Behauptung ist besser als ein schwacher Beweis?


    Deine Aussage finde ich genau so einleuchtend, wie dass die Erde eine Scheibe sein muss, weil die Australier ja logischerweise sonst runterfallen würden.
    Nimms mir nicht übel, aber ich kann nicht glauben, dass der Bien mit Dir redet!


    Was ich Dir aber glaube ist, dass Du mit den auf andere Weise gebildeten Ablegern sehr zufrieden bist.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Moin Holger.


    da hast Du dem Charly seinen Vater aber schlecht begriffen...


    der Kollege kam, mit den Waben der aufgelösten Ableger, zur Versammlung, durchaus angefressen und gesäuert, und möglicherweise geht sowas ja im submediterranen Bochum oder Hagen. Hier in Schleswig-Holstein habe ich noch keinen getroffen, der von dem Verfahren irgend überzeugt gewesen wäre. Und nein, der Kollege war erst nach diesem Misserfolg und in dieser Frage piaaumeierkritisch. Sonst hätte er es doch nicht probiert.


    Und es ist nicht ideologisch, jemandem, dessen Ort ich nicht kenne, zu bedenken zu geben, dass das für die Bienen äußerst knapp genäht ist. Wenn es da sowas wie eine deutliche Schafskälte und kalten Wind gibt, taugt das nicht. Dann schlüpft vielleicht eine, kann aber nicht fliegen. Das ist dann nicht schlecht tauglich, das ist keine Königinn, weil die nicht begattet werden kann. Wir sind noch im April. Hier zumindest wäre Ablegerbildung ohne legende Königin, die man zusetzen könnte, mangels Drohnen schon zu früh. Dann so eine Extremnotlösung für das Volk zu empfehlen, halte ich für hanebüchen. Das Allgäu, wo er vielleicht imkert, oder auch herstammt, kenne ich in seinem Klima nicht genau, vermute aber, dass dazugehörige Allgäuer Alpen, beispielsweise, ebenfalls noch kalte Nächte haben können.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...