Einzarger erweitern oder direkt Honigraum

  • Werbung

    Bei mir platzen die Völker gerade. Wenn das der Stand von vor 10 Tagen war, vermute ich, das Madame die Zeit zum Stiften genutzt hat. Nimm Absperrgitter und HR mit zur nächsten Durchsicht.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Ich verstehe nicht warum schon wieder soviel herumgedoktert werden muss.
    Da wird schon wieder untergesetzt, bebrütete Waben in den HR gehängt usw. usf.


    Warum? Weil man unbedingt auch noch die letzten 100g Honig ernten will? Wem ist damit Gutes getan?
    Kein Hobbyimker ist auf 20 kg Honig mehr oder weniger im Jahr angewiesen.


    Ich bin schon eine Weile dabei und habe in unserem Verein einige Imker kommen und gehen sehen.
    Und immer sind die Imker, die Probleme haben, die - wie ich sie nenne - "Doktoren".


    Gruß


    Steven

  • Dann entscheide ich vor Ort: wenn im 2. BR Brut ist -> Absperrgitter + Honigraum drauf. Wenn nicht, Honigraum über Absperrgitter über die erste Zarge. Einfach Absperrgitter über den 1. BR ist glaube ich nicht optimal. Da hängen im 2. BR einige Waben rum, die noch Reste vom Winterfutter haben (glaube jedenfalls nicht, dass das schon Honig sein soll ;-)).



    Würdert Ihr dann später nach oben oder unten erweitern? Letztes Jahr hatte ich nach unten probiert, aber der leere Raum wurde dann einfach "überlaufen".

  • Hallo BorderCollie,
    wir wohnen ja nich so weit von einander entfernt und unsere Bienen sind vermutlich ähnlich weit. Bei mir sind die Bienen erst vor ca. vier Wochen in die Brut gegangen etwa zeitgleich mit der Saalweidenblüte. Zu dem Zeitpunkt habe ich, nach zweizargiger Überwinterung den unteren Brutraum entnommen und einen Brutraum mit Mittelwänden und ausgeschleuderten Honigwaben aufgesetzt. Der Plan war dann zur Kirschblüte mit einem Honigraum über ASG zu erweitern. Da letzte Woche die ersten Rapsblüten aufgegangen sind und die Kirsche bei mir noch ein bis zwei Wochen braucht habe ich am Samstag in die Völker geschaut.

    Zitat

    Dann entscheide ich vor Ort: wenn im 2. BR Brut ist -> Absperrgitter + Honigraum drauf. Wenn nicht, Honigraum über Absperrgitter über die erste Zarge.

    So wollte ich es auch machen. Ergebnis der Durchsicht war: Alle vier Völker haben auf mehreren Waben Brut im oberen Brutraum bis kurz unter die Oberträger und es wird in den nächsten Tagen eine Menge Brut auslaufen. Daher habe ich dann direkt den Honigraum über ASG aufgesetzt.


    LG
    Lars

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von moelmer () aus folgendem Grund: Rechtschreibung


  • Dieser Hobbyimker hier hatte letztes Jahr ein Wirtschaftsvolk (nachdem drei von vier Jungvölkern den Winter nicht überlebten) aus welchem er seinen allerersten (vielleicht 16 kg) Honig geerntet hat. Damit war er sogar zufrieden. Und aus mangelnder Erfahrung fragt er lieber nach was andere Leute tun würden bevor er "doktort". Es ging nie um Honigoptimierung sondern um Sammlung von Erfahrung und Wissensaneignung zur Entwicklung einer eigenen Betriebsweise. 20kg sind für ihn derzeit übrigens eine relevante Menge ;-).

  • Es ehrt dich das du nachfragst und dich um deine Bienen sorgst.
    Ich wollte dich keinesfalls in irgendeiner Weise kränken.


    Ich imkere in Zander, und kenne mich mit deinen Beuten nicht aus.
    Deswegen und anderer Gründe wollte ich keinen speziellen Rat oder "Handlungsleitfaden" geben.


    Aktuell gibt es einen einen schweren Fall von Münchhausen-Syndrom in meiner imkerischen Nachbarschaft, vielleicht habe ich deswegen überreagiert.


    Trotzdem sehe ich das mit dem entwickeln einer eigenen Betriebsweise kritisch.
    Halte dich doch die ersten Jahre mal an eine erprobte und nachweislich funktionierende Betriebsart, bevor du anfängst selber Sachen zu verändern.

  • BorderCollie, die Diskussion verspricht wie im letzten Jahr zu verlaufen, wo das Untersetzen eines BR bei nahezu gleichzeitiger Gabe eines HR nicht optimal war.


    Die Bienen kommen mit Tracht beladen nach Hause und übergeben die Fracht an den "Innendienst", die einlagern, wo gerade Platz ist; denn es kommt ja ständig nach. Insofern wird die untere Zarge auch gerne gefüllt; passt ja - um das Brutnest wird Pollen und Futter eingelagert, damit die Wege bei der Pflege nicht zu weit sind.


    Wie schon angemerkt, wäre eine effiziente Führung mit einem Brutraum möglich, d.h., direkt einen HR über ASG auf die jetzigen Bruträume. Das bedingt aber eine sehr enge Kontrolle und viel Fingerspitzengefühl in der Schwarmzeit, sonst sind sie weg. Da musst Du schon sehr dicht dran bleiben.


    Ich würde als Anfänger den zweiten BR aufsetzen, sie eintragen und einlagern lassen. Wenn der 2. BR bebrütet und ausreichend Bienenmasse verfügbar ist, würde ich über ASG den HR aufsetzen. Immer einen Schritt nach dem anderen. Man kennt das Potenzial Deiner Völker nicht, weiß nicht wie schnell die sich entwickeln. Davon hängt u.a. ab, wie schnell der 2. BR voll ist. Der maximal Honigertrag scheint ja nicht im Vordergrund zu stehen - insofern ist weniger manchmal mehr.


    Viel Erfolg


    Rainer

  • Wenn noch Winterfutter oben hängt, dann nehm das doch einfach raus und fülle mit MW auf und fertig ist der Honigraum... falls Du unten mit einer Zarge BR arbeiten kannst. Wie gesagt: Fingerspitzengefühl mit dem Schwarmtrieb.

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Wenn man die 2. Brutzarge gibt, hat das Volk plötzlich doppelten Platz und arbeitet erst einmal daran, den auszufüllen. Außerdem hat das Volk bei 20 DNM-Waben + 2 Baurahmen + 2 Pollenwaben ca. 110.000 Zellen für Brut zur Verfügung, braucht aber bei einer Legeleistung der Königin von 2000-2500 Eier/Tag nur 42.000-52.500 Zellen. Damit steht die Hälfte der Zellen zur Einlagerung von Nektar zur Verfügung. Im Ergebnis nehmen die Bienen den Honigraum nur noch zögerlich an und füllen stattdessen den Brutraum mit Honig. Die dicke Honigkappe im Brutraum lässt sich nicht mehr steuern und wirkt schwarmtreibend.
    Irgendetwas müssen sich die Erfinder dieser Betriebsweise ja gedacht haben, wenn sie solche Nachteile in Kauf nehmen, aber was? Das frage ich mich schon lange. Kennt da jemand einen plausiblen Grund?
    Normalerweise müsste anstelle der 2. Brutzarge der Honigraum gegeben werden, so handhabe ich das. Nachteile kann ich nicht erkennen.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    Gute Zusammenfassung!


    Ich glaube, dass sich die 2BR-Betriebsweise aus der Arbeitsweise ohne ASC entwickelt hat. Pfefferle hat in seinem Buch auch darüber philosophiert, habe ich in Erinnerung.
    Von daher kommen auch solche Sachen wie Brut hochhängen usw.


    Gruß Jörg

  • Ich habe mich gegen den 2. BR entschieden und Ende März stattdessen den HR (Zander) über ASG gegeben. Ende dieser Woche kommt vermutlich noch eine Flachzarge oben drauf.


    Nur wie ich mit dem einen Zanderbrutraum verfahre weiß ich noch nicht so recht.
    Zweiten Baurahmen? Schröpfen? Doch noch einen unterschieben?
    Das nächste mal fliegt aber unten alles erstmal raus, was nicht bebrütet ist.


    Gesendet von meinem GT-I9100G mit Tapatalk

  • Scheinbar stirbt die klassische Methode, die ich außer bei meinen Experimentalvölkern verfolge, langsam aus:


    1. Bei einzargigen Völkern zur Salweidenblüte den 2. Brutraum
    2. Zur Kirschblüte den 1. Honigraum


    Bin damit in meinen Augen eigentlich immer gut gefahren.
    Selbst wenn einzelne Völker schwächeln gehe ich so vor, da ich als von Haus aus fauler Mensch versuche die Völker relativ gleich zu führen.
    Wenig Arbeit, bewährte Methode und Honig war eigentlich auch immer drin.


  • Das nächste mal fliegt aber unten alles erstmal raus, was nicht bebrütet ist.


    ich lass bei 1 BR nur eine Pollenwabe, die nicht bebrütet wird, 2. DrWa , zT geteilt, dann kannst du bei jeder Durchsicht verdeckelte DRBrut schneiden und sie können immer bauen. DrWa habe ich mit Reißzwecken oder Farbpunkt markiert, die anderen Waben kontrolliere ich nur mit Blick von oben beim Schieben.
    Schröpfen mache ich erst, wenn mehr als 6 Brutbretter und der erste HR voll besetzt ist. Mit 2. HR 3xHW + MW oder Anfangsstreifen für Wabenhonigausbauen lassen.(DNM,1.15DNM, Kuntzsch mit 1 BR)
    Gruß Fred