Schleuderteil: Vernickeln oder pulverbeschichten?

  • Liebe Metallurgen und Werkstoffwissenschaftler (die wir doch bestimmt hier in der Forengemeinde haben),


    ich hoffe auf Eure Hilfe bei einem kleinen Problem: Bei der hiesigen Schleuderkontrolle ist mir ein Bauteil aufgefallen, das nicht aus Edelstahl ist, sondern Metall mit einer Tauchlackierung. Dieses Teil weist nun nach einigen Jahren Korrosion auf, d.h. die Lackschicht blättert ab und darunter rostet es.


    Unbefriedigend bei einem der Lebensmittelproduktion genutzten Gerät wie ich finde!


    Ich habe mich nun umgehört und man hat mir zwei Verfahren angeboten: Vernickeln oder Pulverbeschichten.
    Bei beiden Verfahren wird das Metallstück entlackt, entfettet und dann halt entsprechend neu beschichtet.


    Meine Frage nun an Euch - sind da wesentliche Unterschiede was die Eigenschaften angeht (Korrosionsbeständigkeit, Haltbarkeit, Abriebeigenschaften, usw.)?


    Das Teil hat selber keinen Kontakt zu Waben und Honig (es ist die Quertraverse oben aufliegend, auf die der Motor ruht) aber es hat Kontakt zu den Edelstahlwandungen des Kessels. Zudem kommt da auch bestimmt Feuchtigkeit ran wenn ich die Schleuder putze und trocknen lasse.


    Für fachgerechten Input dankt schon mal vorab
    die
    Melanie

  • Hallo Melanie,


    1. Wahl, aus Edelstahl nachfertigen lassen, von einer Edelstahlbude
    2. Wahl, erst Vernickeln und dann Hartverchromen (Gelbe Seiten)
    3. Wahl, Pulverbeschichten, aber darunter kann es auch rosten und die Beschichtung kann auch abplatzen und im Honig landen.


    Alternativ zu Edelstahl ging auch eine Traverse aus eloxiertem Aluminium.


    Grüsse
    Ulrich

  • Hallo !



    1. Wahl, aus Edelstahl nachfertigen lassen, von einer Edelstahlbude


    Das habe ich gemacht, schon zweimal aus.
    Einmal habe ich gleich die Motorhalterung angebaut.


    Hast Du keine Beziehung zu entsprechendem Material,
    dann gibt es das in der Bucht für vertretbares Geld.


    Dann braucht es nur noch die entsprechenden Bohrer (am besten in Standbohrmaschine),
    Achtung ! gut kühlen beim bohren, Edelstahl nutz HSS Bohrer gewaltig ab.


    Das wars.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Ich habe mich nun umgehört und man hat mir zwei Verfahren angeboten: Vernickeln oder Pulverbeschichten.
    Bei beiden Verfahren wird das Metallstück entlackt, entfettet und dann halt entsprechend neu beschichtet.


    Hallo, bin zwar Werkstoffwissenschaftler, aber nicht metallisch und anorganisch.....Es gibt aber noch eine 3 Methode, das Bauteil hochglanzpolieren, das hat Mauser damals für Südamerika gemacht, die Verschlüsse sehen nach 100 Jahren immer noch aus wie Nirosta.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Ah, super, ich wusste, hier bekomme ich Rat! Vielen Dank dafür!
    Die Vernickelung soll wohl für 90 Euronen zu bekommen sein; mal sehen, was sie noch für die anschliessende Hartverchromung haben wollen. Sofern das nicht jeden Rahmen sprengt, würde ich das eigentlich vorziehen; habe nur mal gelegentlich weitaus dünneres Edelstahl bohren müssen aber das war schon mörderisch genug...bei einer rund 1,2 cm dicken Traverse würde ich das nicht wagen wollen.


    Melanie

  • Wenn die Traverse nicht all zu komplex ist, würde ich das Ding ausbauen (als Muster) und in ner Schlosserei aus Edelstahl nachbauen lassen.
    Wenn ich mir meine Schleuder so anschaue, dann denke ich nicht, dass das Ding mehr als 90€ kosten wird.
    Löcher anzeichnen, körnen und Bohren, das müssen doch eh die Stifte (Lehrlinge) machen ;)


    Stefan

  • Hallo,


    Bohrer aus HSS E,
    4 oder 5 mm vorbohren,
    niedrige Drehzahl,
    viel Druck oder Vorschub (es muß sich ein Span bilden)
    Öl,


    Alternativ, wenn Du das Stück Edelstahl besitzt, mit dem Original zu mir. Fällt dann nur 2x Porto an.


    Gruß
    Ulrich


    bei dem von Dir genannten Preis plus Chrom würde ich 2. Wahl nicht machen.

  • Reizvolles Angebot aber ich habe eben das Stück Edelstahl nicht. Habe auch schon der Bucht rumgeschaut aber 15 mm Höhe bei 40 mm Breite und 930 mm Länge habe ich nicht gefunden (Problem sind Höhe und Breite...da habe ich nicht viel Spielraum). Geht alles erst ab 20er Höhe los...


    Und wer hat schon einen Bohrer um 25 mm weite Löcher in Edelstahl zu bohren?


    Diese Tauchlackierung hat zumindest 3 Jahre gehalten und ich würde mal darauf setzen wollen, dass so eine Hartverchromung noch länger hält - das Ding wird seltener mit Wasser bearbeitet als die chromglitzernden Harleys...denke ich...


    Liebe Grüße
    Melanie

  • Hi zusammen,


    Ulrich hat schon recht.


    Ich habe aber auch schon gute Erfahrungen mit Kunststoffbeschichtungen gemacht. Die Teile müssen gut vorbehandelt (gestahlt) sein, dann kann sich nur Rost entwickeln, wenn die Beschichtung beschädigt ist. Schwachstellen sind sind dabei gern Quetschungen an Verschraubungen. Wenn man das irgendwie beachtet, dann geht es.


    Gruß Jörg

  • Im Zweifel würde ich auch eher zur Kunststoffbeschichtung tendieren, die Metallsalze in der galvanisierten Oberfläche sind auch nicht gerade lecker, gerade weil sie in Kontakt mit einem ph-sauren Medium wie Honig kommen. Die mehrschichtige galvanische Schicht möchte ich nach kurzer Zeit lieber nicht sehen... Massivmaterial oder Kunststoffbeschichtung!
    Wenn das V2A oder 4A als Neumaterial zu teuer ist, könnte sich auch der Weg zu einem Metallverarbeiter in der Nähe oder zum Schrottplatz lohnen. Mit Glück bekommt man das Material beim Verarbeiter für eine Spende in die Kaffeekasse, mit noch mehr Glück bohren die auch die großen Löcher gleich noch dazu...


    Gruß Andreas

  • So, nachdem Ihr mir nun alle Mut gemacht habt, es doch mal beim Metaller zu versuchen bin ich heute mal zu unserer Edelstahlbutze um die Ecke gefahren.


    Tatsächlich war ich da doch überrascht: poliertes Edelstahl inkl. Bohrungen und Material und Märchensteuer für 86 Euronen - allerdings hatten sie nur 12 mm Stärke da. Nach etwas Messen und Denken bin ich zum Schluss gekommen, dass mir das den Versuch wert ist...es müsste/sollte eigentlich funktionieren; die 3 mm kann ich ggf. mit Scheiben ausgleichen aber ich glaube nicht mal, dass das notwendig ist.


    Also normals vielen Dank an alle Beteiligten; ich werde berichten und bebildern wie das Endergebnis dann aussieht...wenn's nicht klappt kann ich mit dem Edelstahlprügel und dieser rostigen Quertraverse ja noch was Schönes basteln...


    Herzliche Grüße
    Melanie