Frage: Bienen auf Schnittflächen in der Thujahecke

  • Guten Abend,


    ich habe mich hier angemeldet, weil ich hoffe, dass mir jemand folgendes beantworten kann:


    Wir haben eine Thujahecke im Garten, sie trennt den hinteren vom vorderen Gartenteil. Sie wurde von den Vorbesitzern lange nicht beschnitten, aber wir haben sie letztes Jahr gekürzt (auf etwa 2,5 m), sodass sie nun "oben offen" ist, also die Schnittkanten des Holzes blank liegen. Seit dem die ersten warmen Sonnenstrahlen vor ein paar Tagen kamen, wimmelt es dort oben mächtig an Bienen. Besonders auf den Schnittflächen sieht man sie. Mich stört das nun gar nicht, ich finde das sogar sehr schön und möchte sie dort auch überhaupt nicht vertreiben, zumal sie bislang auch ganz friedlich sind (und wir auch). Ich frage mich nur, was sie dort machen und ob sie wohl so friedlich bleiben. Finden sie dort etwas Essbares oder legen sie womöglich Eier in das Holz? Der Gang neben der Hecke ist sehr schmal, sodass man die Tierchen nicht ganz ungestört lassen kann; also u.U. könnten sie sich bedroht fühlen, wenn man da lang läuft (?). Wir haben oft Kinder im Garten und ich möchte nach Möglichkeit vermeiden, dass es mal zu einer schmerzhaften Konfrontation kommt.


    Ich bin dankbar für jeden Hinweis!

  • Die Bienen legen dort ganz sicher keine Eier (so ein paar Kenntnisse der Bienenbiologie sollte man eigentlich auch bei Laien erwarten). Sie nehmen aller Wahrscheinlichkeit nur Feuchtigkeit an den frischen Schnittstellen auf. Das wird vorbei sein, sobald die Schnittstellen eintrocknen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Guten Morgen Dandelea!


    Schön, dass Du Dir Gedanken machst und Dich informierst.
    Ich denke auch, dass sie sich dort mit Feuchtigkeit versorgen. Stellt sich ja auch die Frage, um welche Bienen es sich handelt.
    Wildbienen legen ihre Eier gerne in kleine Löcher ( wo auch immer sie die finden ist manchmal sehr kurios) - aber nie legen sie die in eine Oberfläche, die mit der Lochseite nach oben zeigt.
    Manche legen die Eier sogar in die Erde und bauen vorher da ihr Nest aus Blättern


    mach Dir also keine Gedanken - über Kurz oder lang werden die Bienen dort nicht mehr verweilen

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • . Wir haben oft Kinder im Garten und ich möchte nach Möglichkeit vermeiden, dass es mal zu einer schmerzhaften Konfrontation kommt.


    Da hilft nur: die Kinder dick in Watte einpacken und gut verschnüren! *grins*


    Spass beiseite.
    Meiner Meinung nach handelt es bei den Bienen, die die Hecke umschwirren nicht um klassische Honigbienen (also die Biene-Maja-Bienen, die in Bienenvölkern leben, stechen können und Honig sammeln) sondern um Wildbienen.


    Wildbienen http://de.wikipedia.org/wiki/Wildbiene (von denen es mehrere 100 Arten in Deutschland gibt) graben sich je nach Art in Sandboden ein, bohren Gänge in Holz oder Lehm. Genau das spricht auch für das Interesse an der abgeschnittenen Hecke: offenliegende Holzflächen an den Schnittkanten.


    Diese Bienen sind VÖLLIG HARMLOS (weil stachellos) und schützenswert. :daumen:


    Stefan

  • Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten, toll!:u_idea_bulb02:


    Beim Stöbern hier im Forum und auf anderen Seiten hatte ich eben auch schon gelesen, dass Bienen durchaus vorhandene Löcher überall nutzen, um dort ihre Brut abzulegen - dass Sie dafür ein Loch wählen, das NICHT nach oben zeigt, macht natürlich Sinn, danke Anni.


    Wolltest du auf diese eher logische als bienenbiologische Erkenntnis auch hinaus mit deinem Seitenhieb, Wolfgang? Dann sei dir verziehen. Lass dir aber bitte gesagt sein, dass solche Kommentare immer eher nach Arroganz denn nach Gelehrtheit riechen... Trotzdem danke, dass du dich zu einer Erklärung herabgelassen hast.


    Stefan : Dass mit der Watte hatte ich auch in Erwägung gezogen, aber die fusselt halt immer so doll und die Kinder beschweren sich dann, dass es überall kratzt :wink:- dann doch vielleicht eher mal nen Bienstich (am liebsten allerdings auf der Kaffeetafel). Umso schöner, wenn ich mir darüber keine Sorgen machen muss. Ich finde es ja auch wichtig, dass Kinder lernen, dass wir hier eben nicht alleine auf diesem Planeten leben und jedem Lebewesen mit dem nötigen Respekt begegnet werden sollte - sonst dürfen sie sich auch mal entsprechend wehren. Wäre bloß schade, wenn aus schlechten Erfahrungen eine Panik vor dem eigenen Garten entstünde.
    Dann hoffen wir mal, dass wir den Bienen noch ein Weilchen beim Summen und Wimmeln zusehen dürfen. Vielleicht ziehen sie ja demnächst in die Kirsche um, sobald diese blüht.

  • Dandelea,


    du gefällst mir ;-)


    Schafft Euch ein Insektenhotel an, das wird Euch sicherlich gefallen! Hübsch anzusehen und auch noch unterhaltsam sind die. Am Besten sogar mit den Kindern selber gebaut - das macht Spaß!


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • kann ich nur zustimmen. dann erkennen auch Kinder das die Biene Maja eine Biene ist und nicht gelb schwarz wie eine Wespe:daumen: Wildbienen können nicht stechen!

  • ... und jetzt ratet mal, als was unsere Kleene dieses Jahr zum Fasching ging :lol:


    Wir sind ja Gartenneulinge und haben noch so einige Pläne, aber Insektenhotel steht auf jeden Fall auch auf unserer Agenda. Vielleicht etwas, was man Stück für Stück aus vorhandenem Material erweitern kann. Die gekauften haben ja (oft) ungefähr so viel Charme wie ein 70er-Jahre-Plattenbau. Bin mir nicht sicher, ob die Insekten verstehen, dass sie da einziehen sollen.
    Dann werde ich mich mal nach einem geeigneten Standort dafür umschauen.

  • ... und jetzt ratet mal, als was unsere Kleene dieses Jahr zum Fasching ging :lol:


    Wir sind ja Gartenneulinge und haben noch so einige Pläne, aber Insektenhotel steht auf jeden Fall auch auf unserer Agenda. Vielleicht etwas, was man Stück für Stück aus vorhandenem Material erweitern kann. Die gekauften haben ja (oft) ungefähr so viel Charme wie ein 70er-Jahre-Plattenbau. Bin mir nicht sicher, ob die Insekten verstehen, dass sie da einziehen sollen.
    Dann werde ich mich mal nach einem geeigneten Standort dafür umschauen.


    http://www.naturgartenfreude.d…-das-liebe-insekten-vieh/

  • Perfekt, danke für den Link, Uwe! Hat mein Bauchgefühl doch richtig gesprochen, als es mir riet, die Finger von den Discounter-Nisthilfen zu lassen...


    Im Übrigen beobachten wir seit heute, dass "unsere" Bienen (nein, Namen haben sie noch nicht) es sich gegenüber der Hecke in der Erde unter der Treppe gemütlich machen - ca. 1,5 m², durch die Treppe geschützt und von uns als "Dreckecke" nicht angerüht - scheint ein Paradies für sie zu sein. Letztes Jahr tummelten sich da schon ganz kleine Artgenossen, die ich als Erdbienen oder ähnliche Verwandten identifiziert hatte. Die sind dieses Jahr aber noch nicht gesichtet worden.

  • Hallo vielleicht noch konkreter auf eine Frage im ersten Beitrag:


    Also Angst braucht ihr von diesen Bienen nicht haben, selbst wenn man sie an ihrer Futterquelle stören würde, würden sie eher abhauen, als aktiv anzugreifen. Nur wenn man sie zerquetscht, dann können sie stechen.


    LG Salsero, der erst vor Kurzem der netten Nachbarin gezeigt hat, wie man neben den Blumen laufen kann, ohne Angst von Sammlerbienen zu haben :)

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant