Auskühlen der Brut/ Kälteverträglichkeit

  • Hallo,


    ich habe auch nach längerem Suchen nichts zu dem Thema gefunden. Oft hängt man ja z.B. Brutwaben in ein anderes Volk/Ableger um oder man nimmt eine Brutwabe als Weiselzelle. Dabei lässt es sich ja nicht vermeiden dass die Brutwabe mit oder ohne Bienen für einige Zeit ausserhalb der Stockwärme ist z.B. auf einem Ständer oder beim Transport wenn die neue Beute nicht gleich direkt daneben steht. Was hält Brut in den verschiedenen Stadien denn pi mal Daumen problemlos aus, natürlich abhängig von der Außentemperatur. Z.b. wieviele Minuten hält eine Brutwabe mit Stiften, offener und verdeckter Brut beispielsweise bei 15 Grad aus?



    Danke für eine kurze Antwort.


    schöne Grüße, Wendelin

  • Mein lieber Wendelin!


    Ich frage mich gerade: Was hält so ne Brutwabe und son Volk an Fürsorge seines Bienenhalters aus. Hast du denn keinen Paten vor Ort?
    Warum machst du denn Ableger im März?
    Mensch das ist wirklich eine Zumutung für jedes Bienenvolk.
    Freu dich doch, wenn du starke Völker hast.
    Wieso schlachtedt du diese gerade so einfach hin, und fragst dann hinterher hier im IF, ob du alles richtig gemacht hast.
    Also nix für ungut, aber frag doch bitte vorher!
    Das wär mein Wunsch.
    Und zu deiner Frage nur noch so viel:
    Überleg dir mal, wie du reagierst, wenn du im tiefsten Winter hinter der Ofenbank am Kachelofen sitzend auf einmal bei geöffnetem Fenster in der Zugluft sitzen würdest?
    Und dann überleg dir das ganze noch einmal, wenn du das im Frühjahr bei vielleicht 10 Grad machen würdest?
    Und wie wäre es im Sommer?
    Über die jeweiligen problemlosen Aushaltzeiten kannst du ja mal den Drohn fragen?
    Nix für ungut, dass die Antwort jetzt so lang geworden ist.


    Ich hätte auch anrworten können: je nachdem 5 bis 59,35 Minuten, ok?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Luffi,


    tatsächlich war die Ablegerbildung am Mittwoch den 8. April mit Wetteraussichten von Tageshöchsttemperaturen von 15 bis 22 Grad für die kommenden 10 Tage. Die erste Nacht war leider unter Null das habe ich nicht bedacht das stimmt. Ich habe an dem Tag zufällig noch 2 begattete 2014er Königinnen bekommen die ein Imker mir mangels Bienenmasse abgegeben hat. Wahrscheinlich war das schon sehr früh und nächstes Mal warte ich sicher länger mir hat das mit dem Kälteschaden sehr leid getan, ich hatte das nicht erwartet da ein anderes schwaches Volk von mir weniger Bienen und mehr Brut hat. Aber die sind dann halt schon richtig eingespielt und ein Ableger muss sich evt. erst neu finden. Man lernt immer. Ansonsten sieht alles ganz gut aus, Stifte drin, reger Pollen- und Nektareintrag. (mein riesiger Mirabellenbaum der 300 bis 400 kg Früchte bringt steht in vollster Blüte)


    Nein ich habe keinen wirklichen Imkerpaten aber ich kenne ein paar Imker die ich hin und wieder was fragen kann. Aber auch nicht immer dann wenn die Fragen auftauchen. Deshalb schreibe ich ja auch nun hier (so lange man auch Fragen stellen darf die für andere glasklar sind).


    Die Frage danach wie lange eine Brutwabe außerhalb der Stockwärme sein darf interessiert mich schon lange, das hat nichts mit dem Ableger zu tun. Ich versuche natürlich die Zeit wenn es sein muss so kurz wie möglich zu halten wie ich generell die Störungen möglichst klein halte. Trotzdem habe ich keine Ahnung ob die Wabe mit junger Brut oder Stiften nach 30 Sekunden wieder rein muss oder ob ich mir da zu viele Gedanken mache und die Wabe problemlos auch ein paar Minuten auf dem Ständer hängen kann.


    LG, Wendelin

  • Hallo Wendelin!


    Die Völker verlieren zu dieser Zeit trotz vermeintlich guter Volksstärke einfach noch zu viele Altbienen.
    Man nennt das Durchlenzung. Also die Bienenpflegen so viel Brut wie möglich.
    Zu keiner Zeit im Jahr ist das Verhältnis von Bienenmasse zu Brut so gering wie derzeit bzw. wie das vor ein zwei Wochen war.
    Weil da noch so viele Altbienen abgehen, ist es nicht üblich zu so einer Unzeit schon Ableger zu bilden.
    Auch wenn man überraschender weise schon mal zwei Königinnen von Altimkern erhält, die es nicht geschafft haben aus irgendeinen Grund ein Volk überlebensfähig und vor allem fortpflanzungsfähig über den Winter zu bringen.


    Ich meine jetzt hier die zwei Königinnen und nicht die Altimker, wobei auch das gewürdigt werden muss.


    Also solche Königinnen scheiden aus der normalen Vermehrung ohne wenn und aber aus und werden nur dann weiter verfolgt, wenn der Mann/Frau hinter der Beute einen Fehler gemacht hatte, der den Imker "exculpiert".


    Solche Geschenke sind nicht wirklich gute Geschenke.


    Beobachte die Völker und schau mal, wie die sich im Vergleich zu "normalen" ungeschröpften Völkern entwickeln.


    Und nochmal wegen der Dauer der Entnahme von Brutwaben und offener Brut:


    Es kommt darauf an!


    Am besten ist es nicht so viel im Brutnest herum zu wühlen.


    Je länger so ne Wabe bei niedrigen Temperaturen draußen hängt, desto schlechter ist das.
    Und ich bleibe dabei: je nachdem: 5 bis 59,35 Minuten, vielleicht auch nicht so lange...
    :Biene:


    Weniger ist hier mehr!


    Und ich würde mir wünschen deine Hilfsimker (Pate wäre der falsche Ausdruck) würden dir mit wirklichen Tipps für Jungimker helfen und nicht mit vermeintlich prima Königinnen...
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Könnten die Königinnen nicht durchaus brauchbare sein, die evtl. in Mini-Plus als Reserve überwintert wurden, wie mein Imkerpate das z. B. macht?
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • herzlichen Dank Luffi diese Antwort hat mir sehr geholfen. Ich habe heute vor einer Woche die Ableger gemacht auch weil ich diesen Artikel gelesen habe:


    http://www.imkerschule-sh.de/s…_Wabe_ergibt_ein_Volk.pdf


    dort ist die Rede davon mit einer Brutwabe Mitte April einen Ableger zu machen dann Ende April und Mitte Mai nochmal. Da wie geschrieben die Wetteraussichten sehr warm waren mit 15-22 Grad über den kompletten maximalen Vorhersagezeitraum hab ich gedacht dass ich die Gelegenheit beim Schopfe packe als mir die 2 Königinnen für insgesamt 45 Euro angeboten wurden. Ich denke nicht dass die Königinnen schwachen Völkern entnommen wurden sondern in Mini Plus überwintert haben.


    Jetzt bin ich natürlich schlauer. Danke auch für die Antwort mit den Brutwaben da hatte ich auch keinen Anhaltspunkt. Ich will auf jeden Fall dieses Jahr a) Varroa noch besser im Blick halten (obwohl ich letztes Jahr alles sehr gewissenhaft gemacht habe sind 4 von 5 Völkern eingegangen im Spätherbst, ich war jedoch hier nicht der einzige im Bekanntenkreis haben bei 3 Imkern mit ihren 18 Völkern auch nur 3 Völker mehr oder weniger schwach überlebt und ein anderer Imker den meine Schwiegermutter kennt im südlichen Oberallgäu hat alle 90 Völker verloren das ist schon bitter, das darf aber keine Ausrede sein dass man nichts hätte machen können) und b) mehr 2 Völker/Ableger einwintern als letztes Jahr.

  • http://www.imkerschule-sh.de/s…_Wabe_ergibt_ein_Volk.pdf
    dort ist die Rede davon mit einer Brutwabe Mitte April einen Ableger zu machen dann Ende April und Mitte Mai nochmal.


    Also ich lese da:
    "Mit nureinem Brutbrett im Mai gestartet, sorgtdas enorme Entwicklungspotential fürgute Völker im Oktober."


    und:


    Mitte April ist laut meinem Kalender ähmmm, genau heute!
    Und nicht vor 1 Woche :-P. Erste Aprilhälfte ist schon recht heftig.


    Wobei ehrlich gesagt auch viel Diskussionsstoff über Einwabenableger hier im Forum vorhanden ist z.B. hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=27873


    Stefan

  • Von den Anwendern dieser "Methode" höre ich immer wieder nur: "Funktioniert." Das sagt ja auch die Umfrage im verlinkten Beitrag.


    Und dann gehst Du hin und schaust Dir das Trauerspiel mal an deren Ständen an: mickrige Völker, völlig verloren in den zwei Bruträumen - dafür aber mehrere (größtenteils) leere Honigräume drauf. Diese Einwabendinger produzieren eben keine richtigen Königinnen sondern regelrechte Krüppelvölker. Schönes Imkern ist das nicht. Eher ein Rumwursteln.


    Gute fachliche Praxis kann das auch nicht sein. Bei mir geht immer eine legende Königin oder eine schlupfreife Zelle in den starken, mehrwabigen Ableger, da diese in kürzester Zeit neue Brut und damit Bienen produziert und somit wird der Ableger nie schwach auf der Brust. Das Starkhalten auch der Ableger verhindert Krankheiten. Und das gleich doppelt. Erstens weil schwache Völker schwache Brutnesttemperaturen erzeugen, was alle möglichen Brutkrankheiten Tür und Tor öffnet. Und weil weisellose Völker schnell beraubt werden (stille Räuberei) und sich weniger bis gar nicht wehren. Kleine weisellose Pipifax-Ableger werden unweigerlich beraubt. Räuberei ist einer der Hauptursachen für die Verbreitung von Krankheiten. Räuberei muß vermieden werden und das geht am einfachsten, wenn die Völker nicht weisellos gemacht und/oder geschwächt werden. Bei der Einwabenmethode wird ein schwacher Zustand erzeugt und auch noch nachschaffen gelassen! Weisellosigkeit! Eine äußerst ungünstige Situation, ich verstehe nicht, wie man sowas absichtlich herbeiführen kann.


    Dann sind solche kleinen weisellosen Ableger nicht in der Lage, vernünftige Königinnen heranzuziehen. Zumindest solche, die es wert sind, so genannt zu werden. Solchen weisellosen Ablegern fehlen alle dazu notwendigen Ressourcen. Personal, Futter und Wärme. Entsprechend mies ist die Qualität der daraus resultierenden Königinnen.


    Aber jeder wie er will. Hauptsache "funktioniert". Na dann...