Flügeldeformationsvirus (wegen Varroa?)

  • Heute habe ich festgestellt dass bei neu erworbenen Bienen ein paar wenige Jungbienen mit verkrüppelten Flügeln aus dem Stock hinaus geworfen werden. Ich habe Ende März ein außerordentlich starkes 2zargiges Volk gekauft und davon mit zwei 2014 begatteten Königinnen auch schon mit je einer verdeckelten Brutwabe 2 Ableger gebildet. Bei diesen Ablegern ist mir das Problem nun aufgefallen, betroffen ist aber die Brut der alten Königin, von den neuen Königinnen gibt es erst Stifte.


    Das ist ja anscheinend dieser Flügel Deformations Virus der durch Varroa übertragen wird. Sollte ich den Varroabefall testen und ggf behandeln d.h. die Völker dann auch aus der Tracht nehmen für das Jahr? Es sind nicht viele Bienen betroffen aber man findet schon ein paar bei der Durchsicht. Ich habe die Bienen bei einem Imker erworben der offenbar auch gewissenhaft behandelt hat laut Stock Karte.


    Ich bin nun ziemlich ratlos.Herzlichen Dank für eine Antwort.


    Ich habe zu dem Thema keinen aktuellen Thread gefunden, vielleicht gibt es schon Antworten.

  • Hi,
    ich würde das nochmal genau beobachten, kann auch sein dass dir durch die Entnahme von Bienenmasse Brut verkühlt ist. Kann auch zu deformierten Flügeln führen.
    Ich hatte das im letzten Jahr beim ersten Brutsatz Drohnen (sind bei mir am Rand der Beute) - dann das ganze Jahr nie wieder (hatte da auch voll die Panik)


    Gruß
    Janos


    der die Daumen drückt




    PS: Hier ist es gerne gesehen, wenn das Profil ausgefüllt ist - ist ja dein erster Anschlag ;) stell dich doch kurz vor (wo aus dem Allgäu kommste ich wohn auch am AllgäuRand)

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Ich habe auch so ein Volk. Das ist wirklich kein gutes Zeichen. Ich werde es behandeln und gucken, ob es noch etwas wird. Natürlich werde ich davon keinen Honig ernten - so oder so...


    Scheinbar/Vielleicht gibt es eine verstärkte Veranlagung einzelner Herkünfte besonders stark an z.B. DWV zu erkranken. In meinem Fall ist es ein gefangener Schwarm.


    Gruß Jörg


    Nachtrag: Sorry! Habe Janos´s Beitrag nicht zu Ende gelesen. Könnte auch sein! Bei meinem Völkchen werde ich trotzdem mal gucken, was an Milben runterfällt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: Brutverkühlung

  • Die Ablegerbildung verstärkt auf jeden Fall den Viusdruck. Du kannst ja mal einige Zellen öffnen und sehen ob Du Milben findest. Warscheinlich kaum.
    Gib mal den Baurahmen und kontrolliere am Tag nach der Verdeckelung mit Durchleuchten.
    Beim Ableger die Brut komplett ausschneiden.
    Es zeigt aber , das in dem Muttervolk auch Virus da ist, bedeutet viele Milben.
    Aber wer in aller Welt rät Dir Anfang April Ableger zu bilden. Das ist gegen die gängige Praxis und den Regeln des Fachs.
    Such Dir einen Paten der was kann und ein Stockkartenbeleg bedeutet noch lange keinen Behandlungserfolg.
    Gruß Peter

  • Hallo,


    ich würde nicht erwarten, aus einem jetzt mit Königin und einer Brutwabe gebildeten Ableger Honig ernten zu können. Daher mußt Du gar nichts "aus der Tracht" nehmen.
    Ich würde auch keinen Ableger mit Königin bilden, sondern ohne. Und das würde ich auch nicht jetzt machen, sondern noch vielleicht zwei Wochen warten. (Drohnen sind jetzt - zumindest bei mir - noch nicht vorhanden).
    Bildest Du den Ableger ohne Königin, kannst Du in der brutfreien Zeit mit Milch- oder Oxalsäure sprühen.


    Das waren jetzt viele "würde".


    Deine jetzt gebildeten Ableger mit Ameisensäure zu behandeln, halte ich für eher kontraproduktiv, da mit großen Brutschäden zu rechnen ist.


    Wie Janos schon schrieb, beobachte weiter, zähl nach Trachtende die Milben und behandel ggfls. dann.


    Vielleicht läßt Du auch mal einen erfahrenen Imker darauf schauen?


    Beste rübengrüne Grüße aus der Eifel ins Allgäu

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • ...Ich hatte das im letzten Jahr beim ersten Brutsatz Drohnen (sind bei mir am Rand der Beute) - dann das ganze Jahr nie wieder ...



    Bienen mit Flügelmissbildungen kommen primär durch Unterkühlung


    und erst danach kommt die Milbe


    weil durch die Unterkühlung ja auch die Verdeckelungszeit länger wird


    PSM machen das nicht nur am Rand des Brutnestes sondern überall


    Also dieses Märchen, dass die Milben schuld an den verküppelten Bienen sind, gehört eigentlich längst in die Mottenkiste


    Aber jeder kann es selber mal nach testen ob das was ich hier sage stimmt.


    Nehmt mal schlupfreife Weiselzellen und bringt die in einen Brutschrank mit nur 33 ° C


    Bin gespannt über die Berichte

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo,


    erst mal herzlichen Dank für die vielen raschen Antworten. Ich imkere seit mir im Sommer 2013 ein Schwarm zugeflogen ist am Stadtrand von Kempten und habe mittlerweile 5 Völker, davon 2 Ableger.


    darauf dass Kälte Schuld sein kann bin ich gar nicht gekommen, denn wenn man Flügelmissbildungen googelt kommt man sofort auf diverse angsteinflössende Artikel zum Virus. Ich halte das auch für die wahrscheinlichste Sache v.a. weil es hier bis vor 1 Woche noch sehr sehr kalt war und evt. die Bienenmasse für ein Wärmen der kompletten Brut nicht ausreichend war. Zur Brutwabe und den anderen Waben hatte ich aber noch aufsitzende Bienen von anderen Waben gekehrt so dass ca. 4 Wabengassen gut besetzt werden. Insgesamt bin ich aber mit der Ablegerbildung sehr zufrieden, v.a. dass die postalisch geschickten Königinnen gut aufgenommen wurden. Nur eines wundert mich: Bei einem Ableger wird nach wie vor vor dem Flugloch gesterzelt als ob der Ableger weisellos ist, obwohl die neue Königin schon in der Brut ist...


    mit aus der Tracht nehmen habe ich in erster Linie den starken 2Zarger gemeint. Aber ich hoffe das hat sich erübrigt. Ich werde natürlich genau beobachten, auch was Varroen angeht. Ich werde das weiter beobachten dann wird sich hoffentlich bald herausstellen ob Kälte die (erhoffte) Ursache war. Trotzdem natürlich schade um die geschädigten Bienen, tut einem ja immer leid.

  • Hallo namenloser Allgäu-Imker,
    in Kempten Ende März Ableger zu erstellen...Respekt!
    Deine verkrüppelten Bienen sind der verkühlten Brut zuzuschreiben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ja bin früh dran, aber ich hab auch noch nie so ein enormes Volk mit 2 großteils besetzten Bruträumen im März gesehen und wollte die Winterverluste rasch wieder ausgleichen. Völker bekommt man hier kaum her weil es so hohe Verluste gab bzw. die Preise liegen bei 150 Euro je Volk.


    Bin sehr zufrieden wie sich die Ableger entwickeln, schon etliche Stifte drin. Vielleicht schaffen sie es bis zur Lindenblüte einigermaßen stark zu werden, da hab ich nämlich einen fast konkurrenzlosen Spezialplatz, vielleicht gibt's dann doch noch ein bisschen was. Nur bei dem einen Ableger macht mich das erhebliche Gesterzel trotz angenommener Weisel noch etwas stutzig...


    schöne Grüße, Wendelin

  • Die haben trotz angenommener Weisel noch eine eigene zweite Königin gezogen. Sobald diese begattet ist, wird die eingesetzte Königin abgestochen oder aber sie fliegt mit einem Minischwarm raus. Alles schon gesehen!


    Ableger im März - das kann nur mühevoll werden.


    Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!