Volk zieht sich eine Königin

  • Hallo Sven,



    Die Frage ist allerdings, wer da die Zellen bestiftet hat. Also Drohnenmütterchen und Kö in einem Volk? Oder ist die Mehrfachbestiftung bei Königinnen, die gerade in Eilage gegangen sind öfters zu beobachten?


    Es wird hier zwar immer wieder behauptet, dass junge Königinnen mehrere Stifte in eine Zelle legen würden, aber ich habe da gewisse Zweifel. In EWKs ist mir das jedenfalls noch nicht aufgefallen. Kann ja sein, dass sie ganz am Anfang mal in der einen oder anderen Zelle mehr als ein Ei legen, aber in vielen Zellen jeweils viele Eier, und das auch noch über mehrere Tage? Zweifel.


    Ich hatte letztes Jahr in mehreren Völkern diesen Fall, dass mehrere Stifte pro Zelle am Zellgrund lagen (es heißt ja oft, dass Afterweiseln beim Legen nicht den Zellgrund erreichen würden). Da waren vier, fünf, sechs Stifte pro Zelle, und das quasi im ganzen bestifteten Bereich. Die Arbeiterinnen haben das leider nicht korrigiert, es gab also auch reihenweise Zellen mit drei, vier Larven pro Zelle... :mad:
    Gezeichnete Königinnen waren da.


    Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass der einen Königin ein Stück Fühler fehlte, einer anderen ein Stück Vorderbein. Beide waren von mir einige Wochen vorher eingeweiselt worden. Vielleicht wurden sie von einigen Arbeiterinnen attackiert und verstümmelt?
    Meine Hypothese für meine Völker ist jetzt jedenfalls, dass die beschädigten Königinnen nicht mehr korrekt prüfen konnten, ob eine Zelle schon belegt war. Deshalb die vielen Stifte.
    Wie es bei Dir ist weiß ich nicht.


    Grüße,
    Robert

  • Hoffentlich ist die junge Königin begattet


    "Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber sie stirbt!", Wendelin Wiedeking, am 23. Juli 2009

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hoffentlich ist die junge Königin begattet. Wenn du Glück hast, waren schon ausreichend Drohnen unterwegs.


    Hallo Jogi,


    soweit sind wir, was geografische Lage und Witterung bisher betrifft, nicht auseinander. Die paar bienenfreundlichen Tage in diesem Jahr reichen meiner Meinung nach nicht für eine erfolgreiche Begattung aus. Das waren zudem die ersten Drohnen in diesem Jahr, die ich heute gesehen habe und das erst auf den zweiten Blick. Die Arbeiterinnen haben die nämlich sehr geschickt verdeckt, als ob sie einen Schatz behüten wollen, weil der Hochzeitsflug bevorsteht. Die vereinzelten Stifthäufchen würde ich dann tatsächlich Afterweiseln zuschreiben, so ungleichmäßig, wie die verteilt waren.


    Naja schaun mer mal, Bienen verblüffen einen doch immer wieder, vielleicht klappts ja doch. Eine andere Wahl, als abzuwarten, hab ich aus Mangel an starken Völkern nicht, da hätte sich schon das Abkehren auf der Wiese kaum für einen anderen Beteiligten gelohnt.


    Wie Du schon richtig erwähnt hast @ Henry, wird es in diesem Jahr schwierig werden, die vielen Winterverluste regional überhaupt auszugleichen, da steht der Honig ganz weit hintenan. Ich bin schon froh, dass ich überhaupt noch Bienen hab. Das kann nicht jeder hier von sich behaupten.


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,
    eine Frage zu den Drohnenbrütigen Völkern, die durch Königinnenverlust im Winter entstehen. Ich hatte dieses Jahr leider einige solche Kandidaten, und hatte bei diesen Völkern bereits Ende Februar Drohnenflug. Anderen ging es vielleicht ähnlich? Hatte das die letzten Jahre eigentlich nicht, höchstens mal ein Volk. Sind diese Minidrohnen, die ja in normalen Arbeiterinnenzellen heranwachsen fertil? Falls ja, könnten doch frühe Königinnen durch diese begattet werden? Letzte Woche warens über 20 Grad fast im ganzen Land, vielleicht ist deine Junge ja da begattet worden.
    Falls nein, schauts natürlich eher mau aus...

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe


  • Es wird hier zwar immer wieder behauptet, dass junge Königinnen mehrere Stifte in eine Zelle legen würden, aber ich habe da gewisse Zweifel.
    Robert


    Hallo Robert,
    Ich habe es ganz sicher schon mehrmals beobachtet. Grade weil ich auch dachte, "ups, da stimmt was nicht!". Nach wenigen Tagen hat sich das gelegt und die Königin stiftete dann normal. Das kann Sven ja in ein paar Tagen sehen. Wenn dann immernoch mehrere Stifte in den Zellen liegen, stimmt wohl wirklich etwas nicht. Wenn es sich normalisiert, war es genau dieses Phänomen.
    Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo Jogi,


    Ich habe es ganz sicher schon mehrmals beobachtet.


    Ok, aber wie sah das genau aus, das mit den mehreren Stiften pro Zelle?
    Zwei, drei Stifte pro Zelle, oder auch öfter vier, fünf oder noch mehr?
    Zwischendrin hier und da mal eine mehrfachbestiftete Zelle, oder ganze Bereiche?


    Haben die Bienen bei dir auch Zellen mit mehreren Larven gepflegt?


    Und weil du schreibst, dass du schon mehrere drohnenbrütige Völker hattest: waren die Eier dort tatsächlich an der Zellwand, oder auf dem Zellgrund? Wieviele waren es dort pro Zelle? Hier und dort, oder auch zusammenhängende Bereiche?


    Hast du vielleicht Fotos gemacht?


    Wäre schön, mal ein paar Beschreibungen aus erster Hand zu lesen.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    Jungköniginnen legen immer mal wieder zwei und drei, auch mal vier in eine Zelle, die dann auf dem Grund sind.
    Die Bienen ziehen nur eine Larve auf.
    Und man hat ein Brutnest. In typischer Anordnung.


    Afterweiseln tackern immer ordentlich in die Zelle, da sind viel mehr mehrfachbestiftete zu finden, und die dann echt deutlich randständig. Und durcheinander, lückig.
    Noch Fragen Kienzle? :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Jogi,


    Sind diese Minidrohnen, die ja in normalen Arbeiterinnenzellen heranwachsen fertil? Falls ja, könnten doch frühe Königinnen durch diese begattet werden?


    ich weiß es nicht, aber dieses Merkmal, die Fähigkeit Afterweiseln durch Umstellung der Fütterung zu erzeugen, hätte sich nicht entwickelt, bzw. durchsetzen können, wenns sinnlos wäre. Auch wenns einem betroffenen drohnenbrütigen Volk nicht mehr hilft, so hilft es anderen Völkern, die noch eine Weisel heranziehen konnten.


    Ich hatte dieses Jahr leider einige solche Kandidaten, und hatte bei diesen Völkern bereits Ende Februar Drohnenflug. Anderen ging es vielleicht ähnlich? Hatte das die letzten Jahre eigentlich nicht, höchstens mal ein Volk.


    Vor ca. 3 Wochen war die grün gezeichnete Kö noch im Volk mit A-Brut über 3 Waben. Vor ca. 4 Wochen fand ich auf der Windel riesige Wachskrümelberge unter 4 Wabengassen, hatte fast den Eindruck, dass die die kompletten Waben abgeschrotet haben. Dasselbe Phänomen im anderen Volk, da scheint aber alles i.O. zu sein. Möglich ist auch, dass die Altkö mit einer Wabengasse voll Bienen abgeschwärmt ist, ich habe keine Alt-Kö-Leiche gefunden, würde einem möglichen Minischwarm aber keine allzu großen Überlebenschancen einräumen, weil zu früh für die Region.


    Robert: Die Tendenz ging eher in Richtung 5-6 Stifte pro Zelle bei ca. 10 bestifteten einzelnen Zellen pro Wabenseite. Also nicht wahnsinnig viel und sehr ungleichmäßig verteilt.


    Werde weiter berichten, das Volk aber erstmal in Ruhe lassen (außer Windelkontrolle)


    Grüße Sven

  • ... das Volk aber erstmal in Ruhe lassen

    Es mag ja vielleicht durch Wiederholung nerven, aber es kann nicht oft genug erwähnt werden, daß Völker, die jetzt kein Brutnest mit Brut in allen Stadien haben, oder sich gar Königinnen nachziehen oder drohnenbrütig oder buckelbrütig sind, verlorene Liebesmüh darstellen und auf dem Altar der unbegründeten Hoffnung geopfert werden.


    Seht Ihr denn nicht, daß ein einziges Volk, vielleicht aus dreien zusammengeworfen, wegen der sinnvoll eingesetzten Bienen jetzt mehr wert ist, als ein besetzter Boden mit Deckel und paar eingeflogenen Bienen dazwischen, die ihre letzten Tage erleben?


    Früher - als man noch von den Bienen lernte - hat man Völker zusammengeworfen und in den Schwarm getrieben und Schwärme verwertet. Da wußte man, daß frühe Schwärme aus trägen Völkern, so provoziert, gute Königinnen ziehen, Schwärme abgeben und nachher genug Zeit haben zur Tracht wieder gut da zu stehen.


    "Bienen in Schwächlingen verloren sind! Ihre Zeit ist klein. Die Macht sie verlassen hat.", Sternzeit 25842, Comm. McCoy nach Einwurf der falschen Pille.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Seht Ihr denn nicht, daß ein einziges Volk, vielleicht aus dreien zusammengeworfen, wegen der sinnvoll eingesetzten Bienen jetzt mehr wert ist, als ein besetzter Boden mit Deckel und paar eingeflogenen Bienen dazwischen, die ihre letzten Tage erleben?


    Ich bin, was das Vereinigen (aus 3 mach 1) angeht ja grundsätzlich nicht abgeneigt. Ich scheitere allerdings an der Frage, welche Königinnen abgedrückt werden und welche weiterleben darf.


    Als da wären:


    1.) eine dunkle Kö 2014, Volk war während und nach der Glyphosatspritzung im letzten Oktober sehr flugstark und lebt als einziges der flugstarken Völker noch.
    2.) die nachgeschaffte Kö aus einem Volk, dass frühzeitig im Wintersitz war.
    3.)-5.) In Wärmebox überwinterte 2014-er Begattungskasten-Kö's, die frühzeitig ihren Pollen verbrütet hatten und erst jetzt nach frischem Polleneintrag langsam in die Gänge kommen.


    Welche würdest Du nehmen und warum? Ich bin eigentlich garnicht so traurig darüber, dass es so ist, wie es ist. Der Raps ist dieses mal etwas weiter weg, ca. 1 km entfernt vom Hausstand. Vielleicht können die Bienen ja zur Abwechslung mal einen unbeschwerten Mai erleben und sind dann zur Springkrauttracht ab Juli in Form.


    Gruß Sven


  • "Bienen in Schwächlingen verloren sind! Ihre Zeit ist klein. Die Macht sie verlassen hat.", Sternzeit 25842, Comm. McCoy nach Einwurf der falschen Pille.


    Ich würde dieses Zitat beherzigen und trotz Einwurf der falschen Pille nochmal überlegen, richtig Gute zu kaufen, und dann mal gucken, was da abgeht.
    Im Zweifel und bei dieser Auswahl die Dunkle.
    Weil alles andere ganz wahrscheinlich wahrscheinlich Murks ist.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Schönen Abend Sven,


    Wenn Du Dir nicht sicher bist sollten es die Bienen entscheiden.
    Abwarten ist keine Lösung.
    Deine Favoritin ganz oben, kleines Flugloch in der Mitte
    wenns denn magazintechnisch durchführbar ist.
    Wieviel Volk haben denn die Königinnen jeweils bei sich?


    Schöne Grüße


    till
    -------------------------------------

  • Hallo allerseits,


    richtig Gute zu kaufen, und dann mal gucken, was da abgeht.


    das hatte ich eigentlich vor. Dazu brauchts aber Bienenmasse und dazu kommt, dass die Guten hier schneller tot sind, als die Schwachen. Der Ende April 14 ins Nachbarhaus eingezogene Schwarm war im August hinüber, ein hier Anfang Mai eingetrudelter Schwarm war nur durch eine TBE zu retten, ebenfalls im August. Und meine besten Ableger, die eigentlich jetzt für Tracht hätten sorgen sollen, haben den November nicht erlebt.


    Und das was hier jetzt übrig ist, entwickelt sich auch nicht so, wie gedacht, bzw. erhofft. Nichtmal mit der Wärmekiste, die im vorletzten Winter noch wunderbar funktioniert hat ist was zu machen. 2 der 3 überwinterten Minivölker mit Kö im Tassenschwarmformat nehmen keinerlei Futter auf, weder flüssig noch in teigform.




    Wenn Du Dir nicht sicher bist sollten es die Bienen entscheiden.
    Deine Favoritin ganz oben, kleines Flugloch in der Mitte
    wenns denn magazintechnisch durchführbar ist.
    Wieviel Volk haben denn die Königinnen jeweils bei sich?


    Alle zusammen würden sie eine Segeberger Zarge vollmachen. Volk 1 (Dunkle) sass heute wärmebedingt etwas lockerer auf 5 Waben, Volk 2 (Nachschaffungsvolk) ebenfalls
    und das "stärkste" Minivolk auf 3 Waben.


    Allerdings läufts bei Volk 1 auch schleppender, als gedacht, wer sagt mir, dass die nicht nächste Woche mit der Umweiselung beginnen? Volk 2 hat heute Drohnen vor die Tür gesetzt und ggfls. Drohnenmütterchen an Bord. Alle 3, die sich von der Bienenmasse her "lohnen" würden, vereinigt zu werden, verfügen noch über eine intakte Flugabwehr (Wächterbienen) und tragen alle Pollen ein. Ich denke mal, dass so eine Massenvereinigung in einem Gemetzel enden würde, bei dem noch weniger übrig bleibt, als bei Volk 1 oder 2 im momentanen Zustand. Ich hätte daher eher zu einem Kunstschwarm tendiert und diesen mit einer der Kö's auf MW gesetzt, auch um evtl. Altlasten loszuwerden, die vielleicht für die schhleppende Entwicklung verantwortlich sind. 2 Wochen Zeit gebe ich den Bienen noch, vielleicht entpuppt sich eine der Kö's noch als besonders erhaltenswert. Alles andere wäre blinder Aktionismus.


    Gruß Sven

  • ... dass so eine Massenvereinigung in einem Gemetzel enden würde, bei dem noch weniger übrig bleibt, als bei Volk 1 oder 2 im momentanen Zustand.

    Das passiert nicht. Selbst intakte weiselrichtige Völker lasen sich jetzt nach Abrücken einer Königin vereinigen. Ganz besonders gut, wenn man mehr als 2 Völker vereinigt und die Waben zu einem Brutnest zusammensortiert.

    Ich hätte daher eher zu einem Kunstschwarm tendiert und diesen mit einer der Kö's auf MW gesetzt

    Du wirst die Brut brauchen, die Bienen haben doch kein Leben mehr. Der Kunstschwarm legt Dir vielleicht 2 Waben Brut an, wenn die Bienen das ausgebaut kriegen und noch ehe eine Jungbienen schlüpft ist Chicht im Chacht.

    ... 2 Wochen Zeit gebe ich den Bienen noch,

    Wenn ich sehe, wie mir ein Ball neben einer Kindermeute vors Auto rollt, dann gebe ich dem immer noch 2 Sekunden Zeit ...

    Alles andere wäre blinder Aktionismus.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder