Volk zieht sich eine Königin

  • Das passiert nicht. Selbst intakte weiselrichtige Völker lasen sich jetzt nach Abrücken einer Königin vereinigen. Ganz besonders gut, wenn man mehr als 2 Völker vereinigt und die Waben zu einem Brutnest zusammensortiert.


    Da musste ich leider vor kurzem eine andere Erfahrung machen: an meinem entfernt liegenden Stand im nördlichen Brandenburg habe ich im März aus drei Völkern eines gemacht. Alle drei waren weiselrichtig und pflegten auch Brut. Allerdings waren sie alle eher schwächlich, das kleinste bedeckte gerademal auf zwei Waben handgroße Flächen mit Bienen. Ich habe die Brutwaben der schwächeren Völker dem stärksten der drei zugehängt und auch die restlichen Bienen dazugestoßen. Selbst zu dritt reichte ihnen eine Zanderzarge. Die beiden überschüssigen Königinnen mitgenommen.


    Jetzt, wenige Wochen später: Die Beute war quasi leer. Keine Brut mehr (nur einige wenige verdeckelte Zellen am Rand des ehemaligen Brutnestes), keine Königin, nur vereinzelte Bienen, die wohl ein wenig von den Vorräten räuberten. Aber es waren noch auf mehrern Waben Vorräte vorhanden, sowohl verdeckelte als auch offene.


    Es gibt noch ein Nachbarvolk, das letzte an diesem Stand. Wenn die auf Räubern aus wären, dann hätte sie niemand mehr gehindert, aber offenbar fanden sie inzwischen genug Nektar.


    Grüße,
    Robert

  • .... werde mir die Völker morgen früh nochmal zu Gemüte führen und wenigstens Volk 1 mit Volk 2 versuchen zu vereinigen. Es soll ja ab übermorgen schon wieder deutlich kühler werden. Da Volk 2 ohnehin über keine Arbeiterinnenbrut verfügt, ist auch erstmal keine Neuordnung eines gemeinsamen Brutnestes erforderlich. Wie gehe ich da am besten vor?


    Zeitungspapier über Volk 1 und Volk 2 nach Abdrücken der Kö in eine aufgesetzte Zarge abfegen? Oder nicht abfegen und mit Waben aufsetzen, um dann nach erfolgreicher Vereinigung die obere Zarge zu entfernen?


    Und würde es das Vereinigen vielleicht erleichtern, wenn ich alle in einer neuen unbenutzten Beute unterbinge, sodass sie sich alle erstmal etwas fremd vorkommen?


    Gruß Sven

  • *hüstel* - äh, dann forget it.
    Und schreib das auch so dahin, menno:lol:


    Komisch ist das aber trotzdem, keine Königin mehr ist natürlich Murks und gibt auch nix anderes.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich habe Völker richtig Wabe für Wabe mit ansitzenden Bienen zusammengesetzt, so daß sich aus den Brutflächen und Leerwaben ein halbwegs harmonisches Brutnest ergab. Und genauso sieht es heute auch aus. Die Königin kriegte nun endlich die Pflege und das Volk die Wärme, die für das erhalten richtig großer Brutflächen nötig ist. In 3 Wochen wird das Volk zwei Zargen und den hohen Boden voller Bienen haben. Deutlich mehr, als die Mickerlinge zusammen.


    "Nicht immer klappen Dinge nicht, die nicht immer klappen - eher nur manchmal" Harry Belafonte, Türdesigner, Wolfsburg

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Schönen Abend Sven,



    Aus eigener einmaliger Erfahrung würde ich keine schlechten Nachrichten
    mehr zwischen die Völker geben oder gleich nach einem Tag Nachschau halten.
    Vorher ein wenig Honig/Wasser 3/1 42°C mit einem Spritzer Zitrone geben.
    Und viel Rauch. Das schwächere Volk muss unten/fluglochnäher sein(Möglichkeit der Bitte zur Integration)


    Beste Grüße


    till
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    https://www.youtube.com/watch?v=gzWH8Q7MI8g

  • Danke für die Infos Till und Henry. Bei der Durchsicht heute früh fand ich einzeln bestiftete Zellen und auch ein paar wenige im Futtersaft schwimmende Larven und zwar innerhalb des "Drohnenkreises", was auf befruchtete Stifte hindeutet. Dann müsste die nachgezogene Kö allerdings bereits vor etwa 2 Wochen geschlüpft sein und das wiederum würde erklären, warum da keine verdeckelte Arbeiterinnenbrut mehr zu finden war. Um es kurz zu machen, ich habs nicht übers Herz gebracht, sie abzumurksen. Zur Wärmeunterstützung hab ich den beiden Völkern eine "Heizdecke" verpasst, es soll ja am Wochenende wieder in Richtung Gefrierpunkt gehen. Wenns von Natur aus wieder wärmer wird, sehn wir weiter.


    Hat also mal wieder nicht so geklappt, wie zuvor ausgedacht.


    Gruß Sven

  • Da musste ich leider vor kurzem eine andere Erfahrung machen...Jetzt, wenige Wochen später: Die Beute war quasi leer. ..


    Was ganz gut zu gehen scheint: Das eine schwache Volk mit der gewünschten Königin kommt in der Zarge an die Fluglochseite (bei mir vorne) und wird dort geschiedet. Das andere Volk wird entweiselt, an die andere Seite der Zarge gehängt und dort geschiedet. Die Flugbienen dieses Volksteils finden sich ziemlich schnell an dem fluglochnahen Volksteil ein, sodass das zugesetzte weisellose Volk sich auf die zur Brutpflege nötige Besatzung reduziert. Es ist möglich, dass dieser Volksteil Weiselzellen anzieht. Deshalb muss nach spätestens 7 Tagen dort nachgesehen werden und etwa vorhandene Weiselzellen ausgebrochen werden. Der Rest erledigt sich von selbst: Wenn im weisellosen Volksteil nahezu alle Brut geschlüpft ist, verlassen die Bienen diese Waben, die dann entfernt werden können.


    Gruß Ralph

  • ich habs nicht übers Herz gebracht, sie abzumurksen.


    So, nachdem jetzt ne Woche nix passiert ist und die Bienen immer noch nur ein bisserl Drohnenbrut pflegten, hab ich die Gute auf der Wabe abgedrückt und 3 Brutwaben samt Bienen und Kö aus dem stärksten Reservevolk neben das Drohenbrutnest gehängt. Schaun mer mal, der Flugbetrieb, insbesondere der Pollensammlerinnen war in den letzten Tagen massiv zurückgegangen, sodass sich das bereits angedeutet hatte, dass die frühe Umweiselung nix geworden ist.


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,


    Dein Rettungsversuch ehrt Dich, der Zeitpunkt kommt reichlich spät.
    Als Hobbyimker kannst Du romantisch denken also komm ich Dir technisch.
    Die Reizschwelle der Bienen lässt sich mit Nahrung herabsetzen.
    Reine Drohnenbrut würde ich gar nicht im Volk lassen.


    Schöne Grüße


    till
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  • Hallo Till,


    so gereizt waren die garnicht. Ging relativ friedlich von statten, selbst die Flugbienen des Reserve-Kö-Volkes haben sich allesamt in der Vereinigungsbeute eingefunden. Ich hatte allerdings auch deren alte Beute 2 m weiter sofort nach Umhängen der Rähmchen entfernt.


    Schaut alles sehr friedlich aus, die Drohnenwabe wollte ich noch entfernen, wenn sich die Bienen etwas besser kennengelernt haben, momentan trennt eine Pollenwabe die beiden Brutnester.


    Gruß Sven

  • Guten Morgen,


    bei der Durchsicht gestern, habe ich auch festgestellt, dass sich ein Volk eine neue Königin nachzieht. In meinem Fall finde ich das im Moment ganz gut, da ich in einigen Zellen zwei Eier gesehen habe. Denke mal, das da etwas mit der KÖ aus 2014 nicht stimmt und das Volk das auch merkt. Ob die neue Königin besser ist oder nicht, da sie aus einer Nachschaffungszelle stammt, darüber werde ich mir im Moment keine Gedanken machen. Dennoch spiele ich mit dem Gedanken, mir eine KÖ von einem Züchter zu kaufen für das Volk, wenn die Zeit dafür gekommen ist.


    Gruß Timo