Völker übernommen - Fragen.

  • Hallo zusammen,


    ich habe vorgestern 3 Völker übernommen und stehe noch vor einigen Fragen.


    1: 2 der 3 Völker haben alle 9 Waben voll besetzt, waren voll Brut und fliegen auch sehr stark.
    Diesen Völkern habe ich nun den 2 BR aufgesetzt, welchen sie auch schon schön ausbauen.
    Allerdings sind die Waben auf denen ich die Völker übernommen habe komplett Naturbau ohne Mittelwände.
    Ist es sinnvoll die Naturbauwaben nach dem Ausbau des zweiten Brutraums komplett zu entnehmen und den Bienen nochmal eine Zarge mit Mittelwänden zu geben?


    Drohnenschneiden dürfte ja für mich erstmal weg fallen, da die Drohnenbrut ja überall ist, oder? :confused:


    Das dritte Volk ist relativ schwach, besetzt ca 5 der 9 Waben.
    Bei diesem Volk riet mir der Altimker zu einer Reizfütterung - 1 Liter Flüssigfutter 2:3 Teile Wasser/Zucker.
    Ist eine Reizfütterung um diese Zeit noch sinnvoll oder ist die aktuelle Tracht genug "Reizfütterung"?


    Blüten gibt es derzeit hauptsächlich Löwenzahn, Pflaume und diverse Ziergehölze.


    Dann noch eine grundsätzliche Frage: Wie lang werden die Bienen Ca brauchen um die 9 Mittelwände auszubauen? - Reine Interesse, da ich dazu nichts gefunden habe.


    Danke schonmal.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Golem ()


  • Allerdings sind die Waben auf denen ich die Völker übernommen habe komplett Naturbau ohne Mittelwände.
    Ist es sinnvoll die Naturbauwaben nach dem Ausbau des zweiten Brutraums komplett zu entnehmen und den Bienen nochmal eine Zarge mit Mittelwänden zu geben?


    Also ich sehe es eher positiv als negativ, dass deine übernommenen Völker Naturwabenbau statt Mittelwände haben: Das Wachs hat hoffentlich weniger Rückstände als sich in X mal zu Mittelwänden umgegossenen Wachs angereichert haben könnte.


    Auch die Idee, den Bienen eine weitere Zarge mit Mittelwänden aufzusetzen ist nicht verkehrt. Allerdings würde ich diesen als Honigraum nutzen. Den unteren Brutraum lässt du einfach bis zur letzten Honigernte (Mitte Juli/Anfang August). Dann nimmst du den unteren Brutraum weg, gibst den Honigraum als 2. Brutraum und beginnst mit Varroabehandlung/Auffütterung.


    Dann hast du im nächsten Jahr einen vernünftigen hellen Wabenbau in deinen Völkern.


    Und Drohnenbrut entnehme ich auch keine, auch aus dem Grund, dass ich Naturwabenbau im Brutraum betreibe.


    Stefan

  • Danke, das klingt schonmal gut.
    Nur - Steigere ich nicht die Gefahr des Schwärmens extrem wenn ich bei den Starken Völkern keinen zweiten BR gebe?
    Ich habe bei der Übernahme der Völker schon 3 Weißelzellen ausgebrochen...

  • Bist du sicher, dass es Schwarm Zellen waren? Hab auch schon etliche Spielnäpfchen Gesehen, aber schwärmen ist nun doch noch zu früh.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Golem,


    ich würde die Naturwaben entnehmen. Das bringt auf Dauer nur Ärger wenn Du Dich für eine Betriebsweise entschieden hast.
    Im Prinzip warten, bis sich die Brut in den 2. Brutraum verlagert hat und dann den 1. Brutraum entnehmen und einen weiteren untersetzen (in diesem Fall würde ich nicht auf- sondern untersetzen).
    Ich würde auch darauf achten, nicht nur Mittelwände zu nehmen, sondern 3-4 ausgebaute Waben.


    Auf die Reizfütterung würde ich verzichten. Bringt wohl nicht viel. ich würde lieber 1-2 Brutwaben aus dem starken Volk umhängen (jetzt eine und wenn nötig im Mai nochmals eine).


    Der Ausbau der Mittelwände ist anhängig vom Trachtangebot. Viel Tracht, schneller Ausbau. Bei beginnender Obstblüte können je nach Standort und Volksstärke die Waben in ~1 Woche ausgebaut sein.


    Grüße, Thomasso

  • Hallo Golem,
    sorry, kein Ratschlag von mir.


    Bei deinen Bedenken wegen der Schwarmgefahr fielen mir aber meine Gedanken aus der Anfangszeit ein.
    Ich musste mir erst mal deutlich machen,
    dass der Honigraum für Bienen auch Aufenthaltsraum ist.
    Also auch Platzangebot.
    Irgendwie hatte ich Wohnort und Arbeitsort im Kopf.
    Nein, die gehen nicht nach Feierabend nach Hause.:wink:


    Naturwaben im Brutraum finde ich übrigens gut und erstrebenswert.
    Was für Ärger soll das machen, Thomasso?


    Golem, ich habe jetzt nicht gefunden, was du für einen Beutentyp hast.
    Es gibt hier irgendwo eine Auflistung, wie groß die Fläche sein muss,
    die die Königin braucht, um ungestört zu stiften.


    Gruß Doro,
    immer noch Anfängerin

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von Doro E () aus folgendem Grund: rs

  • Oder es waren Umweiselungszellen, weil die Bienen mit der Königin nicht zufrieden sind?
    :Biene:


    Derzeit tippe ich da eher drauf.
    Oder hat es in diesen Völkern schon Drohnen?
    Im Donautal bei Straubing könnte das schon sein...
    Wie stark sind die Völker denn, denen du schon Zellen gebrochen hast?
    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ein Zander-BR hat etwa 60.000 Zellen, die Kö. braucht 42.000 Zellen (2.000 x 21). 1 BR reicht also. Ich würde auch den HR gleich drauftun und mich nicht am Naturbau stören, im Gegenteil!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo,


    ich würde die Naturbauwaben belassen, weil das bringt auf Dauer keinerlei Ärger, denn das hat mit Deiner Betriebsweise direkt nichts zu tun.
    Du hast nun eine Zweiraumbetriebsweise und sie haben jetzt unten einen, den sie sich in Rähmchen, also Mobilbau selbst erstellt haben, den behandelt man, als wäre es eine x-beliebige andere Brutraumzarge. Da lässt Du mal schön die Finger davon. Wenn Du Drohnenbrutzonen haben solltest, dann könntest Du auch den allseits verbreiteten Schnibbeltrieb folgen, wenn es denn sein unbedingt sein muss.
    Muss es aber nicht, s.o. Drohnenbrutschnitt ist nicht überlebenswichtig.


    Mach es so, wie oben beschrieben, aufgesetzt ist BR Nr.2, und direkt noch einen, das ist dann der HR, wenn keine ausgebauten Waben vorhanden sind, dann kommen da eben Mittelwände rein.
    Die Möglichkeit, jetzt schon ein ASG dazwischen zu geben und die aufgesetzte Zarge als HR zu nutzen für die erste Ernte, gibt es sichrlich und ist ein Argument. Es ist die Frage, wie firm Du imkerlich bist, um das zu managen. Man sollte da einen Blick drauf haben und ggf. Pollenwaben entfernen etc.
    Vielleicht daher hier besser das "Schema F" mit unten natürlichem Kuddelmuddel - Naturbau, dem Horror des Mittelwandfetischisten :lol:


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Mit "Ärger" meinte ich das Thema Drohnenschneiden. Wenn da jetzt eine Zarge Naturbau dabei ist würde ich die schon drin lassen, die wächst dann schon von alleine raus. Generell habe ich nix gegen Naturbau beim einen oder anderen Volk. Aber nicht vergessen, um ein Kilo Wachs zu produzieren benötigt die Biene rund 10kg Honig! Da kann dann schon mal die Futterreserve zum Start der Saison knapp werden und dann ist noch keine Brut gepflegt, etc...


    Grüße, Thomasso

  • 7 kg Honig brauchen die Bienen für 1 kg Wachs. Zum Glück besteht eine Wabe nicht aus 1 kg!! Drohnenbrut lässt sich im Naturbau besser schneiden. Feststellung von Dr. Ritter (Bienen gesind erhalten): die Varroen sind nicht so sehr in den ganzen Waben zu finden, sondern gehen lieber in die unten angebauten Drohnenecken. Und die hat man am besten bei Naturbau und die kann man einfach abschneiden.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Umweislungszellen sollten es theoretisch nicht sein, da die Kö´s aus 2014 sind. Die Völker standen aber inmitten von ziemlich ausgedehnten Weidengebieten und waren auch gut voll mit Honig. Also habe ich es jetzt richtig verstanden, dass ich das ASG zwischen den 1. BR und den 2 BR einsetzen kann, dann den eigentlichen 2 BR als HR nutzen kann und dann ende Mai den HR wieder zu einem BR machen kann? Theoretisch stehen meine Völker auf Dadant, aber die Völker habe ich komplett auf Zander übernommen. Die 3 Völker werden aber nächstes Jahr auf Dadant umziehen... Honigertrag ist bei diesen Völkern theoretisch zweitrangig, sie sollen erstmal nur über das Jahr und den Winter kommen.