Plötzlich ohne Königin

  • Hallo zusammen, jetzt dachte ich, ich sei gut aus dem Winter gekommen, habe vor drei Wochen meine Völker kurz durchgeschaut und in allen normale Brut gesehen. Gestern nun habe ich die Honigräume aufgesetzt und dabei kam mir mein kleinstes Volk komisch vor. Ich habe noch mal nachgesehen und nur noch Buckelbrut entdeckt. Meine Hoffnung ist jetzt, dass vielleicht jemand noch eine "alte" Königin übrig hat? Mir ist klar, dass es für eine neue Königin, die in einem Monat soweit ist, einfach zu spät ist. Aber jetzt würde es vielleicht noch gehen? Mir tut es, wahrscheinlich weil ich noch blutiger Anfängerin bin, unheimlich leid um das Volk und ich hänge daran. Vielleicht gibt es ja jemanden, der mir noch helfen kann? Hoffentlich! Viele Grüße Vroni

  • Hallo Vroni. Bei Buckelbrut hilf nur ca.20-30 m vom Bienenstandort abzufegen. Die eierlegenden Arbeiterinnen würden eine neu
    zugesetzte Königin sofort abstechen. Anders verhält es sich wenn eine Königin auf Grund von Spermamangel Drohnenbrütig wird dann ist umweiseln angesagt, müßtest aber dann die zu entfernende Kö erst suchen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Hallo Josef, das mit dem Abkehren war mir klar - aber würden dann nicht die Bienen zurück zu ihrem alten Standort fliegen und man könnte dann eine neue Königin zuhängen? So hatte ich mir das vorgestellt....? Müsste man dann eine bestimmte Zeit abwarten, oder ginge das gleich? Mit einem Ausfresskäfig? Fragen über Fragen. Viele Grüße, Vroni

  • Die Frage stellte mir auch schon mal jemand.
    Mein Gedanke aber war: Wie eine Königin, so entwickelt ja auch ein drohnenmütterchen erst ihre Fähigkeit und ist nicht sofort schwerfällig und flugunfähig.


    Könnten solche sich gerade entwickelnde Drohnenmütterchen nicht eventuell zurück fliegen, wenn man einfach die ursprüngliche Beute am Platz belässt?


    Beim Einbetteln in andere Völker würden diese nicht reingelassen werden, aber in die Ursprungsbeute?

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Es gibt einen zweiten Mechanismus beim Abfegen: Die Dröhnenmütterchen werden nicht in ein fremdes Volk eingelassen.
    Die Frage, ob sie fliegen können, ist deswegen nicht entscheidend.
    Das heißt aber: Man kann nicht Abfegen und die Beute am gleichen Platz stehen lassen. Dann würden ja die Bienen einfach zurückfliegen. Sie müssen sich in ein fremdes Volk einbetteln. Abfegen heißt das Volk auflösen.


    Außerdem hat ein drohnenbrütiges Volk nur sehr alte Arbeiterinnen. Hier ist das Umweiseln sehr kritisch. Also besser die Finger davon lassen!


    Die Frage wäre auch: wozu das Ganze? Ein Volk ohne Königin und Arbeiterinnenbrut ist nicht wirklich ein Volk. Wozu sollte man das erhalten?
    Da macht man besser später einen Ableger. In ein paar Wochen ist dafür schon die Zeit.



    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

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  • die Frage war vom Vroni aber:
    was wäre wenn man eine neue KÖ in diese Ursprungsbeute der inzwischen abgefegten Bienen hängt und die Abgefegten darin hinein zurück kehren

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Na die Frage ist doch eigentich, hat Vroni Drohnen- oder Buckelbrut und wie viel Bienenmasse ist noch da. Wenn die alte Königin Drohnenbrütig ist, kann man so ein Volk sehr gut sanieren - habe ich selber vor rund drei Wochen gemacht und gestern ein wunderschönes Brutnest über 5 Waben gesehen. Hier musste man halt die alte Königin suchen und austauschen. Wenn man aber Drohnenmütterchen hat, ist das Restvolk bestimmt schon älter und der Hinweis von Anni könnte durchaus auch passen. Also das Drohnenmütterchen schafft es irgendwie zurück zur Beute, die Fluglochwache erkennt sie als eigene Biene und lasst sie ein. Drinnen hockt die neue Königin und wird von dem Mütterchen abgestochen.


    Sind für mich aktuell in paar zu viele abers, wenns und sonst noch was. Daher am sichersten auflösen und nicht umweiseln.


    Gruß
    Frank

  • Ganz genau!
    Wenn noch eine alte Königin da ist, muss man nicht Abfegen.
    Wenn keine mehr da ist, muss man Abfegen, weil Drohnenmütterchen im Volk sind, und dann ist Sanieren keine Lösung.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Anni und Vroni,


    diese Vorgehensweise gibt es tatsächlich und soll eine der wenigen Möglichkeiten sein, wie man einem drohnenbrütigen Volk noch eine Königin zusetzen kann. Wenn das Volk der Königin zufliegen muss, soll die Annahme sehr gut sein. Ich habe es allerdings erst einmal durchgeführt - es hat geklappt - aber daraus mag ich noch keine allgemeine Regel ableiten. Dass die Afterweiseln nicht fliegen können, halte ich auch für unwahrscheinlich, aber möglicherweise ist das Durcheinander groß genug, dass die Zeit ausreicht, dass die neue Königin mit ihrem Pheromon rechtzeitig einen eigenen Hofstaat aufbauen kann, der sie vor Übergriffen der Drohnenmütterchen schützen kann.


    Gruß
    Ludger

  • aber möglicherweise ist das Durcheinander groß genug, dass die Zeit ausreicht, dass die neue Königin mit ihrem Pheromon rechtzeitig einen eigenen Hofstaat aufbauen kann, der sie vor Übergriffen der Drohnenmütterchen schützen kann.


    Das würde aber wohl eine entsprechende Bienenmasse voraussetzen, die nicht abgefegt wird
    Funktionieren würde vielleicht Folgendes: Einen Ableger bilden, die neue Königin zusetzen und den Ableger an den Platz des drohnenbrütigen Volkes stellen. Dann abfegen.
    Einziger Vorteil: Die Bienen des aufgelösten Volker verstärken den Ableger.
    Da sehe ich aber keinen großen Vorteil zum einfachen Auflösen des Volkes.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Josef, das mit dem Abkehren war mir klar - aber würden dann nicht die Bienen zurück zu ihrem alten Standort fliegen und man könnte dann eine neue Königin zuhängen? So hatte ich mir das vorgestellt....? Müsste man dann eine bestimmte Zeit abwarten, oder ginge das gleich? Mit einem Ausfresskäfig? Fragen über Fragen. Viele Grüße, Vroni


    Hallo Vroni. Die Drohnenmütterchen würden im Gras verbleiben und würden nicht zurückfliegen. Beim abkehren würden die Bienen sich auf die anderen Völker verteilen, diese verstärken und dort mitarbeiten. Die Zarge vorbereiten und die neue Kö unter ( Zuckerteigverschluss 2-3 Tage ) mittig dazuhängen und dann sofort die Bienen abfegen. An der Reaktion der Bienen testen, ob sie bereit sind für die neue. Drohnenbrut einschmelzen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • ...
    Funktionieren würde vielleicht Folgendes: Einen Ableger bilden, die neue Königin zusetzen und den Ableger an den Platz des drohnenbrütigen Volkes stellen. Dann abfegen.
    Einziger Vorteil: Die Bienen des aufgelösten Volker verstärken den Ableger.


    Das funktioniert. Habe ich letztes Jahr auch gemacht. Aber ob man jetzt mal eben so einen Ableger mit funktionierenden Hofstaat erstellen kann ist fraglich. Bei mir war das kleine Volk ein auf zwei Waben sitzender Begattungsableger, der später noch durch einen KS verstärkt werden sollte. Dann wurde ein anderes Volk buckelbrütig und ich habe das Volk im Gras abgefegt und an die Stelle des Drohnenbrütigen Volkes das andere gestellt. Hat super funktioniert und das Volk hat den Winter überstanden. Nur hatte ich da bereits schon ein kleines, aber funktionierendes Volk. Das hat sie ja aktuell nicht.


    Gruß
    Frank

  • Mir schwirrt der Kopf! Danke für die vielen Anregungen. Zum Volk kann ich ergänzend sagen, dass es buckelbrütig ist. Die Brutnester sind aber sehr akkurat angelegt, auf 5 Wabenseiten jeweils etwa handflächengroß ohne große Lücken. Ich habe keine mehrfach bestifteten Zellen gesehen, die Bienen räumen die Brut teilweise aus. Das Volk war gestern sehr laut. Es ist ein Schwarm aus dem letzten Jahr, der erste, den ich gefangen habe, deshalb bin ich sentimental. Es sitzt in einer Zander-Zarge in sechs Wabengassen. viele Grüße, Vroni