Pestizide als Ursache für Bienensterben bestätigt

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    Quelle: http://www.spiegel.de/wissensc…-als-grund-a-1027661.html
     
    Nicht immer ist es nur die Varroa, die unseren Bienen zusetzt, auch wenn manche Wissenschaftler dies vehement behaupten. So z.B. Dr. Liebig. Siehe auch https://youtu.be/fFdqx64qLu8?t=4m23s

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  • Nicht immer ist es nur die Varroa, die unseren Bienen zusetzt, auch wenn manche Wissenschaftler dies vehement behaupten. So z.B. Dr. Liebig. Siehe auch https://youtu.be/fFdqx64qLu8?t=4m23s


    (weil ich das schon so häufig gelesen habe, muss ich es jetzt schreiben)


    Ich bezweifle stark, dass Liebig das so 1:1 behauptet bzw. unterschreiben würde.
    Ihn stört in erster Linie (das empfinde ich nach dem Video), dass manche Imker und Medien "alles" und vehement auf die Pflanzenschutzmittel schieben.
    Es nicht 100% wissenschaftlich gearbeitet wird und Fakten in den Medien ein bisschen verdreht werden um dem Aufmacher "Bienensterben" besser verkaufen zu können.
    Es stört ihn so massiv, dass er sich auch gerne mal auf das Podium stellt und den Landwirten/Pfanzenschutz-H. zuruft: "Die Mittel sind nicht Schuld am Völker(sterben)".
    Schuld, Teilschuld, tragen dazu bei .... Warum soll sich Liebig an exakte (nicht anders auslegbaren) Formulierungen und Fakten halten, wenn es der Stammtisch und die Medien nicht tun. Eher eine Trotz-Reaktion als seine wirkliche Meinung. Folge: Ein paar Imker halten Ihn als Verräter, weil er nicht genauso denkt und Baye.. etc. als Kämpfer für Ihre Sache... Money Money. Ich halte ihn für einen Wissenschaftler und Bienenfreund durch und durch.


    Ich finde es zwar gut, dass Medien da Gas geben aber ob das die Entscheidungsträger wirklich interessiert. Die brauchen unanfechtbare Ergebnisse, weil sie sonst von Baye in Grund und Boden verklagt werden.


    keine Sorge, bin eher nur Mitleser als Schreiber ... falls da jemand solche Gedanken hat ;)


    mfg Josef

  • Es ist ja sicherlich bekannt, dass Frau Aumeier und Herr Dr. Liebig eng zusammen arbeiten. Was bei mir ein Geschmäckle aufkommen lässt ist die Liste der Unternehmen, die die Universität Bochum fördern. Unter anderem findet man dort etliche Ableger von Bayer. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!


    http://www.ruhr-uni-bochum.de/…er/unternehmen/index.html


    Wie kann da noch von der Unabhängigkeit der Forschung die Rede sein?

  • Ich habe das Video gesehen und bekommen kein Gefühl, als wäre da in irgdeiner Form Bayer oder ähnliches im Hinterkopf.
    Das war mein Eindruck. Er äußert sich neutral und regt sich über die Art der Berichterstattung auf. Wenn Bayer das honoriert, dann sollten Sie lieber das Geld von der UNI Richtung Lobbyarbeit in die EU schicken bzw. aufstocken. -> Das bewirkt zig mal mehr.


    Was die Forschung angeht und der Satz "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!"
    Wissen tu ich es natürlich 100%ig nicht aber aus meiner eigener Erfahrung ist mir bekannt, dass sich private Firmen an der UNI bzw. Forschung beteiligen. Ob finanziell, mit Material oder Themen. Aber die staatlichen bekommen soviel Geld, das es wurscht ist, wer hier noch Bonbons verteilt. Hier zielt man mehr auf die potentielle Arbeitskraft ab.
    Studien die manipuliert wurden können einfach von einer anderen UNI nachgeprüft werden, weil es muss ja alles im Detail erklärt werden. Da müsste Bayer schon in allen UNI's der Welt an den richtigen Hebeln sitzen. Statistiken ist ein anderes Thema. Naja.. bevor es endlos wird. Ich habe mir eine eigene Meinung gebildet aber hinterfrage dies immer wieder. Werde das mit Unabhängigkeit weiter verfolgen.

  • Ich finde es zwar gut, dass Medien da Gas geben aber ob das die Entscheidungsträger wirklich interessiert. Die brauchen unanfechtbare Ergebnisse, weil sie sonst von Baye in Grund und Boden verklagt werden.


    Das wird mit TTIP und 'unabhängigen' Schiedsgerichten dann noch viel besser. Da kann dann eine gewählte Regierung beschließen was sie will, und die 'unabhängigen' Schiedsgerichte müssen dann 'entscheiden', wie unanfechtbar die Grundlagen dieses Verbotes sind. Die Argumentationsstruktur wir ähnlich sein wie beim Tabak, es wird IMMER ein das Gegenteil postulierendes Gutachten aufzutreiben sein. Zweifel an Tatsachen säen, hinhalten, jedes Jahr wo weiter verkauft werden kann ist Gold wert. Wenn garnix mehr geht weil die Beweise erdrückend sind, einlenken und schon immer Bio gewesen sein. Dafür sind PR-Abteilungen da. Bayer sucht den Superimker!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich halte ihn für einen Wissenschaftler und Bienenfreund durch und durch.


    Wissenschaftler veröffentlichen im Rahmen ihrer Arbeit ihre Forschungsergebnisse in unabhänigigen Journalen, wo sie zuvor von anderen Wissenschaftlern gegengeprüft wurden.


    Wo sind seine wissenschaftlichen Veröffentlichtungen?


    Ich will hier weder unken noch schlechtreden, aber bei vielen seiner Aussagen schließt er von sich auf Andere. Das gilt nicht nur für das unwissenschaftliche Publizieren auf Stammtischniveau, sondern auch für seinen Spruch: "Das Problem steht hinter dem Kasten."


    Die EU hat über einhundert (100) wissenschaftliche Studien geprüft und kommt zu dem Ergebnis, das eine mittelbare Gefahr für Honigbienen und Bestäubungsinsekten ausgeht.


    Mittlerweile wurde auch der Zusammenhang zwischen Pestizidbelastung und Varroapopulation gefunden. Siehe und lese ganz genau: http://imker.cwsurf.de/index.p…kumente?download=5:tagung


    Daraus:


    • Insektizide beeinflussen die Populationsentwicklung der Milben!
    • Insektizide lösen Stress aus!
    • deutliche Effekte im Herbst bei Varroa + Pestizide
    • Bei A und B Varroabelastung höher
    • Fütterung von Neonicotinoiden führt zur Verringerung der Hämozytenanzahl.
    • Neonics haben Einfluss auf den Wundverschluss (Wunde kann nicht gut verheilen).
    • bei Thiacloprid ist Effekt erst nach hoher Dosis, bei Clothianidin genügt geringe Dosis


    Usw. usf.


    Wer alle diese Ergebnisse völlig ignoriert, und die Hinweise gibt es schon seit 1998(!) - und wer gleichzeitig alle Imker als dämlich hinstellt, der darf sich nicht wundern, wenn er als Wissenschaftler nicht mehr ernst genommen werden kann - und auch verbale Prügel bezieht. Als Wissenschaftler ist man verpflichtet, alle Erkentnisse mit in die eigenen Betrachtungen einfließen zu lassen und alle Wertungen hintenan zu stellen.


    Es ist wahr, daß die Presse übertreibt (mangels Fachkenntnis und weil sie Sensationen für ihre Artikel verkaufen). Es ist auch wahr, daß Bienenlobbyisten mit allen Mitteln arbeiten, um die Bienen zu verteidigen. Aber: Was bleibt denn angesichts der Wirtschafts- und Finanzübermacht, der aktiven Lobbyarbeit der Chemieindustrie und der Desinformationspolitik von Instituten einem auch anderes übrig? Das ist kein Kinderspielplatz, da geht es richtig zur Sache.


    Daß aber die grundsätzlichen Beobachtungen der noch wachen Imkerschaft richtig sind, daß nämlich die Sicherungsmaßnahmen der Pestizidzulassungsverfahren veraltet sind und nicht funktionieren bei systemischen Mitteln, daß die Neonicotinoide die Bestäubungsinsekten, den Naturhaushalt durch ihre Wirkungen bedrohen, daß die präventive Verabreichung mittels Beizen (die Beizen werden ausgebracht, wo es noch gar keinen Schädlingsbefall gibt! Die Bekämpfung beginnt ganz ohne Notwendigkeit! Rein präventiv.) und daß dadurch grundsätzliche fachliche Praktiken des Pflanzenschutzes mißachtet werden - an diesen Punkten gibt es nichts zu deuteln oder zu rütteln!



    Die brauchen unanfechtbare Ergebnisse, weil sie sonst von Baye in Grund und Boden verklagt werden.


    Die unanfechtbaren Ergebnisse liegen bereits vor.


    Bayer und Co. juckt das überhaupt nicht, sie haben bereits neue Formulierungen und Wirkstoffe entwickelt. Laut Aktionärsbericht sind das 10 neue Insektizide, die sie entwickelt haben und die marktreif sind. Für die Bienen bleibt zu hoffen, daß die Behörden jetzt nicht pennen und ihre Arbeit machen. Nämlich den Naturhaushalt und die Menschen vor gefährlichen Pestiziden zu schützen. Sonst beginnt das ganze Spiel von Neuem!


    Viele Grüße


    Bernhard


  • Für die Bienen bleibt zu hoffen, daß die Behörden jetzt nicht pennen und ihre Arbeit machen. Nämlich den Naturhaushalt und die Menschen vor gefährlichen Pestiziden zu schützen. Sonst beginnt das ganze Spiel von Neuem!


    Viele Grüße


    Bernhard


    Hallo Bernhard,
    das wünsche ich mir auch. Aber wenn ich sehe, daß sich die Landwirtschaftsministerien in z.B. Hohenheim beraten lassen, dann habe ich da so meine Zweifel.
    Imho ist sehr wichtig, das Hohenheim, Würzburg, Trier usw. die Ansicht, daß Pestizide die Ursache für das Bienensterben sind, vehement vertreten müssen.
    Dann werden auch die Landwirtschaftsministerien so beraten wie wir uns das wünschen, und dann dürfen wir auf Besserung hoffen.


    VG
    Martin

  • [Na wenigstens aus den Link wieder was neues dazu gelernt und die Verkleinerung der Futtersaftdrüsen ist offenbar auch bei unseren Honigbienen zu beobachten. Wenn ich jetzt die Erkenntnisse aus dem Bereich der Hummel zu dem Thema auf die Honigbiene übertrage wundert mich so man schlechtes Begattungsergebnis auch nicht mehr.
    Der Vielschreiber Bernhard fasst ja immer alles gleich zusammen und sicher sind Neonicotinoide nicht das Hauptproblem sondern ein Teil der Zusammenhänge.


    Wir müssen/sollten allerdings die Gelegenheit nicht beim Schopfe packen und Einzelkritik üben... Erstaunlich finde ich dennoch die Offenheit mit der der Peter hier skizziert hat... noch vor ein paar Monaten wäre er von einem Landesverband als "unehrlich" bezeichnet worden... :roll:. Auch das gehört allerdings nicht hier her und wir sollten überlegen wie wir die Notizen vom Peter breit kommunizieren, denn wichtig ist das es in den Köpfen auch ankommt.


    LG
    Andreas