Honigraum aufsetzen

  • Ich hoffe, die Frage wurde nicht schon x-mal gestellt. Falls doch, könnt Ihr mich ruhig beschimpfen, trotzdem hätte ich gerne Eure Antwort:

    Ich habe vor 10 Tagen geschiedet mit 3 BW und 1 Br vor dem Schied, 1 Leerwabe und 3 Futterwaben hinter dem Schied.

    Jetzt möchte ich den HR aufsetzen, weil bei mir der Schwarzdorn, in der Nachbarschaft einige Zierkirschen und in ca. 100m Entfernung Wildgewächse blühen.

    Besteht das Risiko, daß der in den Futterwaben vorhandene, verdeckelte Honig oder Fütterungsrest in die Honigräume umgetragen wird? Ich möchte die Futterwaben eigentlich erst rausnehmen, wenn die Honigräume angenommen und wenigstens ansatzweise gefüllt werden.

    Gruß, Jürgen

  • Ich habe die HR aufgesetzt, weniger wegen der (noch zögerlichen) Tracht, mehr wegen der überraschenden Volksstärke.


    Ich habe die Völker von 2 BR (Überwinterungsgröße) auf einen gesetzt, sprich den unteren weggenommen. Aber die Völker waren einfach so stark, mir erschien dann nur ein BR ohne was drüber zu wenig Platz - zu Unrecht?

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Hallo Jürgen,


    ich empfehle immer die Futterwaben beim HR-geben komplett rauszunehmen, weil sonst der frische Nektar in die FuWa eingelagert wird. Wenn man Pech hat, dann sind die Bienen dann für dieses Saison "fehlgeprägt" und machen dir dann mit Wildbau hinter dem Schied das Lebens schwer...


    Gruß Jörg

  • Da ich in Segeberger imkere, also ohne Schied, kann das mit dem Wildbau nicht passieren.

    Aber Futterwaben habe ich weitgehend rausgenommen (jetzt habe ich mehrere Zargen voll davon!).


    Ich fragte mich nur, ob der HR nicht etwas zu zeitig kommt - bis zur "richtigen" Tracht z.B. Kirsche, ist es noch etwas hin.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Lieber nicht. 1 Futterwabe würde ich drinlassen, solange der Honigraum nicht deutlich angetragen ist. Lass sie doch in diese Wabe Nektar eintragen, na und? Imkergeiz?;);)

    Gruß Ralph

  • Hallo,


    der Jörg meint nicht generell den Nektareintrag dorthin.

    Sondern hat was gegen Eintragen hinter das Schied anstatt überkopf. Insbesondere als dann beibehalten Prinzip

    auch nach Entnahme der Waben dort

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Jörg und Kleingartendrohn,

    danke für Eure Antwort.

    Da die Brutwaben so großflächig besetzt sind, daß kaum noch Platz für Futter und Pollen ist, versuche ich es erstmal mit dem Kompromiss von Kleingartendrohn. Ich lasse eine auf halber Fläche gefüllte FW zunächst drin und kontrolliere in ein paar Tagen, ob ich sie rausnehmen kann. Allerdings gibt es noch die direkt hinter dem Schied sitzende Leerwabe, die als Reservebrutfläche gedacht ist. Ich hatte angenommen, daß sie nach meinen Vorstellungen von den Arbeiterinnen auch so genutzt wird, wenn der HR drauf sitzt. Ich würde sie natürlich vor das Schied setzen, sobald sie von Arbeiterinnen dicht besetzt ist.


    Meine Frage, ob verdeckeltes Futter umgetragen wird , habt Ihr beide nicht beantwortet. Kann ich das mit einem "nein" deuten?

    Gruß, Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    ich bin gespannt wie dein Experiment ausgehen wird.

    Zu deiner Frage: Nein. Warum sollten sie das Futter von unten links nach oben tragen? Das machen sie nur wenn sie den Platz für Brut freiräumen müssen.

    Gruß Jörg

  • Meine Auffassung und auch Erfahrung dazu ist:


    Wenn da jetzt bereits so ein Gedränge herrscht, dann sollten die HR bereits sogar was früher drauf gewesen sein.

    Sie sollten hoch, hoch, hoch - nicht weil der Imker so honiggeil ist und risikofreudig, sie verhungern zu lassen,


    sondern damit sie mit den Vorräten nicht ausweichen auf die Waben in der unteren Etage. Genau die Futterwaben hinter dem Schied. Da bauen sie sich dann nämlich außerdem noch im freien Wabenbau weitere Lagermöglichkeit in Form von Wildbau, stopfen somit die Lücken und richten sich auf die Vertikale ein. Auch vertikal kann man brutnestfern Futter ablagern, zack.

    Das ASG wird so dann eher als Barriere angesehen, der HR nicht gut oder sehr spät angenommen und auch nach Entnahme und Entfernung von FW und Wildbau machen sie mit diesem Strickmuster in diesem Raum weiter.

    Reparatur der verlorenen und verinnerlichen Strukturen. Bienentypisch eben.

    Unten nix mehr zum einlagern und oben Leerwaben über dem Kopf, dann muss der Vorrat dorthin, sie wachsen nach oben und behalten das bei.


    Und eine Leerwabe direkt hinter dem Schied ist praktisch eine Einladungskarte zur Übernahme - brüten tun sie darin allerdings nicht so wie der Leerwabenplatzierer sich das wünschte. Da kommt wegen bereits Platzmangel was rein? Richtig: Nektar


    Wir sind halt nicht bei "Wünsch Dir was" 8)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic ()

  • Zur Erläuterung evtl. noch:

    In eine Leerwabe hinter dem Schied käme erst dann Brut, wenn sie sich im Bereich vor dem Schied nicht mehr von der Brutfäche hier ausdehnen können. Die Brutfläche wächst nach außen in den Futterkranz, der wird brutnah verbraucht und sobald Platz am Rand auftaucht, wird das ganze zuerst darauf in der Form ausgedehnt, dass zunächst Futter dort auftaucht, das Brutnest würde später hineinwachsen, was durch das Schied aber nochmals ganz gehörig abgebremst wird.


    Genau die oben geschilderte Situation hieße aber: zu spät erweitert.

    Man erweitert VOR dem Schied, dort kommt die Leerwabe oder MW hin, und das auch nicht an den Rand sondern wohlweisslich an Position 2 oder auch mal 3, damit die mit Brut belegt wird.

    Hinter dem Schied auf Bebrüten warten um diese dann Brutwabe umzuhängen ist also eigentlich absurd.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Nicht das jetzt jeder, der 4 Waben mit Apfelsinengroßen Brutflecken (oder so) auf den Gedanken kommt, HONIGRAUM drauf!

    Wir haben erst Ende März! HIER war vor ein paar Tagen noch tiefster Winter!

    Bei mir kommt ne Mittelwand erst rein wenn die Drohnenwabe bestiftet ist. Ist das so, kommt die Mittelwand zwischen Drohnenwabe und angrenzender Brutwabe. Da kommt NIEMALS Honig rein!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Wenn man eine gute Honigraumannahme haben will, sollte dieser aufgesetzt sein, bevor unten Gelegenheit zum Bauen gegeben wird. Ich hätte die drei Brutwaben und eine Futterwabe statt des Baurahmens vor dem Schied. Sie können dann in die Futterwabe das Brutnest ausdehnen. Mittelwand oder Baurahmen kämen bei mir erst ins Volk (in den Brutraum), wenn der Honigraum mindestens leicht angetragen ist.

    Ob das üblich ist, weiß ich nicht. Bei mir funktionert es aber sehr gut.

    An ein Umtragen des Winterfutters glaube ich nicht; zumindest nicht im nenneswerten Umfang. Das wird wohl eher direkt vor Ort verfuttersaftet oder verheizt. Warum das Futter erst weit weg umlagern, um es später dann wieder zu holen? Vielleicht sollte man wirklich mal das Winterfutter mit Lebensmittelfarbe einfärben.

  • Da variieren die offiziellen Schilderungen z.B. von Herrn Gerdes und Reiner Schwarz ein wenig.


    Herr Gerdes z.B. gibt MW und Drohnenrahmen mehr oder weniger zusammen. Setzt dann die HR auf.


    Reiner gibt den Baurahmen, sie bekommen dann eher sofort zwei als nur einen HR und erst nach dessen Annahme wird unten mit der ersten MW erweitert.


    Ich persönlich schippere ein bisschen im Mittelding, indem ich zur HR-Gabe eben gern die FW unten entnehme, dabei oft eine frische, helle FW im Sommer des Vorjahres dem ausgebaut mit Restfutter an Position 2 umhänge. Da wachsen sie dann schnell hinein und die ist in null komma nix bestiftet und das Futter verwertet.

    Danach gibt es den Baurahmen, dann kommt dort nämlich sicher nur Drohnenbrut hin, sonst bauen sie schon mal Arbeiterinnenzellen in den "Drohnenrahmen", wenn es ihnen bereits zu knapp ist für das Expandieren.

    Und weil`s eben nicht draufstand: "Drohnenrahmen", da stand nur "Baurahmen" drauf 8)

    Gebaut wird, was fehlt, ist die Devise.

    Läuft bereits Tracht, wäre es doof, unten eine MW zu geben am Rand, da kommt dann Nektar hinein, was fehlt eben ;)

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    Hans Kasper

  • Hallo Experten,

    zunächst die Info, daß ich erstmalig mit dem Schied arbeite, nachdem ich die Mädels im vorigen Jahr per Kunstschwarm von 1,0 in die 1,5-Beuten geschickt habe.

    Meine Vorgehensweise habe ich einem Video der "Norddeutschen Zuchtgemeinschaft" angelehnt. Darin wurde vorgegeben, daß


    1. Futterwaben grundsätzlich hinter das Schied gehören, mit dem Einsetzen der Tracht aber entnommen werden. Ich habe mich noch nicht getraut, das so konsequent zu machen, weil ja auch noch immer mit Kälteeinbrüchen gerechnet werden muß

    2. Mit dem Schieden auch der Baurahmen gesetzt wird (ist bei meinen Völkern nach 1 Woche schon stark ausgebaut)

    3. Als Reserve für die Bruterweiterung eine Leerwabe hinter das Schied gesetzt wird. Sie soll in dieser Position aber nicht bebrütet werden. Nach starker Annahme (Besetzung) durch die Bienen soll sie in den Brutbereich zwischen Brut und Baurahmen umgehängt werden, um dann dort Brut aufzunehmen.

    Ich will diese Empfehlungen nicht als Evangelium nehmen, zumal Ihr funktionierende Alternativen genannt habt. Besonders die von Beetic genannte Position 2 (zwischen Baurahmen und BW oder hinter der vorletzen BW?) für eine Leerwabe scheint mir durchaus plausibel. Ich habe übrigens alle ersten Honigräume ausschließlich mit Leerwaben bestückt.

    Gruß, Jürgen