Video: Schlupf der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) aus dem Kokon




  • Typisch für die Männchen ist der weiße "Bart" und die langen, gebogenen Fühler


    Heute morgen ist es mir endlich gelungen, das Schlüpfen zweier Weibchen der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) im Video festzuhalten. Eine schwere Geburt - für Fotograf und Wildbiene :-)


    Hier die Videos:


    http://www.naturgartenfreude.d…/schlupf-aus-dem-kokon-1/


    Mehr dazu auf meinem Naturgartenbalkon-Blog: http://www.naturgartenfreude.d…-kleinen-schwierigkeiten/

  • Werner,


    vielen Dank für die genialen Fotos und Videos !
    Die Mauerbienen sind mir in den letzten Wochen auch beim Blütenbesuch aufgefallen - sie sammeln schon im einstelligen Temperturbereich, auch wenn sonst noch kaum was fliegt. Was weis man eigentlich über die Evolution dieser Gattung - haben sie sich vor den Staatenbildenden entwickelt ? Auffällig ist ja die meist starke Behaarung der Wildbienen und Hummeln - scheint mit einem Nutzen verbunden zu sein, der bei der Honigbiene nicht mehr erforderlich war ?
    Die Mauerbienen sind doch angeblich in ihrem Bestand nicht bedroht - im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienen-Arten. Dies ist doch erstaunlich, da die Verarmung unserer Lanschschaft, Pestizide etc. auch die Mauerbienen beinträchtigen müsste ? Ein paar Aldi/Lidl-Insektenhotels werden zum Erhalt der Population ja keinen positiven Beitrag leisten.


    Viele Grüsse
    Kelte


  • Die Mauerbienen sind mir in den letzten Wochen auch beim Blütenbesuch aufgefallen - sie sammeln schon im einstelligen Temperturbereich, auch wenn sonst noch kaum was fliegt.


    Sandbienen starten schon im April durch, selbst wenn in unmittelbarer Nachbarschaft der Nistplätze noch Schnee liegt. Die Polar Hummel (Bombus polares) bewohnt Regionen, in denen die Temperatur selbst im Hochsommer kaum über 5 °C liegt. Hummeln sind generell unabhängig von der Außentemperatur und halten die Temperatur im Thoraxbereich konstant bei ca. 35° C. Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) startet ab 4 °C durch.



    Was weis man eigentlich über die Evolution dieser Gattung - haben sie sich vor den Staatenbildenden entwickelt ?


    Staatenbildende Hautflügler sind ja die absolute Ausnahme, ein Großteil aller Arten lebt solitär. Bei der Gruppe der Furchenbienen sind nahezu alle Typen vertreten: von der reinen solitären Lebensweise bis hin zu sehr komplexen Formen mit einem Kastensystemen und Arbeitsteilung. Nähere Infos auch hier: http://www.wildbienen.info/biologie/soziale_bienen.php



    Auffällig ist ja die meist starke Behaarung der Wildbienen und Hummeln - scheint mit einem Nutzen verbunden zu sein, der bei der Honigbiene nicht mehr erforderlich war ?


    Viele solitäre Wildbienen sind Bauchsammler d.h. sie transportieren den Pollen trocken in der üppig beharrten Haarbürste an der Unterseite des Hinterleibs. Die Honigbiene feuchtet den Pollen zum Transport an und transportiert ihn an den Beinen, deswegen kann sie auf üppige Behaarung verzichten.


    Die Mauerbienen sind doch angeblich in ihrem Bestand nicht bedroht - im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienen-Arten. Dies ist doch erstaunlich, da die Verarmung unserer Lanschschaft, Pestizide etc. auch die Mauerbienen beinträchtigen müsste ? Ein paar Aldi/Lidl-Insektenhotels werden zum Erhalt der Population ja keinen positiven Beitrag leisten.


    Mauerbienen sind Ubiquisten, sowohl im Bezug auf das Pollenangebot wie auch im Bezug auf die Nistgelegenheiten. Man hat ihre Brutzellen schon in Schlüssellöchern, Wasserhähnen, Gartenschläuchen und Blockflöten gefunden. :-) Man könnte sie schon fast als Kulturfolger bezeichnen. Sie profitieren von den Frühjahrsblühern in Gärten und Parks, nutzen aber auch blühende Obstbäume als Pollen und Nektarquelle.


    Nisthilfen alleine tragen zum Wildbienenschutz so gut wie gar nichts bei, daher sollten Sie nur der letzte Schritt im Naturgarten sein. Viel entscheidender sind Magerflächen mit einer üppig blühenden Wildstauden Flora. Von den 555 in Deutschland heimischen Wildbienenarten nisten dreiviertel im Erdboden und erscheinen damit sowieso nicht an den Nisthilfen. Hier findet sich lediglich eine Handvoll sehr häufige Arten die alle bisher nicht gefährdet sind. Um das Interesse zu wecken, also aus didaktisch pädagogischer Sicht, sind sie dennoch sinnvoll und wertvoll.


    Käufliche Nisthilfen sind zu 99 % nahezu wertlos, außer dem Kontostand des Anbieters vermehrt sich hier herzlich wenig. Ich habe eine sechsseitige Zusammenfassung mit vielen Bildbeispielen erstellt, um den Unsinn dieser Produkte aufzuzeigen (PDF Datei zum herunterladen: http://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/



    Die Nisthilfe der Firma Lidl habe ich hier besprochen: http://www.naturgartenfreude.d…-das-liebe-insekten-vieh/


    LG Werner