Mittelwände bokommen Risse

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    Aus aktuellem Anlass möchte ich mal diesen Faden wiederbeleben. Habe in dieser Saison mit einer wassergekühlten Mittelwand-Gießform von GRAZE gearbeitet, hat soweit auch gut funktioniert.


    Zwischendurch hatte ich aber leider immer wieder auch MW mit einem großen Riss in der Mitte, oder mit abgerissenen Ecken.


    Wachstemperatur (75-80°C) und Kühlwasservolumenstrom (Matritze handwarm) habe ich wie in der Gebrauchsanweisung eingestellt und aber auch etwas hoch und runter variiert, was das Ergebnis nicht wirklich verbessert hat. Bei dem Wachs handelt es sich um diesjähriges Deckelwachs, Baurahmen, Honigraumwaben tlw. im Naturbau und tlw. auf MW, sowie junge (max. einjährige) Brutraumwaben. Das Wachs hatte ich wenige Tage vor dem MW-Giessen aufgekocht, geklärt und in Blöcke gegossen.


    In der Gebrauchsanweisung heißt es zum Giessvorgang:

    Das Wachs darf nicht zum Aufwallen oder Schäumen kommen. Zu stark erhitztes Wachs muss erst wieder mindestens 14 Tage im Block ausgekühlt und gelagert werden. Es neigt sonst beim Gießen zur Bildung von Rissen und Poren.


    Längsrisse in der Mittelwand, oder andere Fehlgüsse deuten darauf hin, dass zu frisches Wachs verwendet wird. Wachs sollte nach dem Aussc;hmelzen aus der Wabe 4-6 Monate lagern um einen Reifungsprozess zu erreichen.


    Letzteren Effekt kann ich mir nicht erklären und bezweifele ich deshalb: Wenn Wachs verflüssigt wird, dann nimmt es damit einen Aggregatzustand an, unabhängig davon wie lange es vorher fest war. Was soll denn da sonst chemisch-physikalisch passieren?


    Wie ist denn die Erfahrung von Euch MW-Selbstgießern? Könnt Ihr den Punkt mit der Lagerung bestätigen, oder kann jemand erklären was da genau passiert?



    Viele Grüße


    Johannes

  • Meiner Erfahrung nach spielt das Alter des Wachses keine Rolle.

    Risse kommen eigentlich immer davon, dass das Wachs nicht heiß genug war. Also erst mal die Temperatur erhöhen.

    Natürlich spielen auch die Temperatur der Gießform und die Umgebungstemperatur eine Rolle, deswegen kann man keine genauen Temperaturempfehlungen geben. Ich mache es immer so: Lösen sich die Mittelwände nicht mehr gut, senke ich die Temperatur, werden sie rissig, erhöhe ich sie. Das spielt sich so im Bereich von +-5 Grad ab.

    Eventuell kann es auch sinnnvoll sein, den Wasserumlauf abzustellen.


    Wie erhitzt Du das Wachs? Meiner Erfahrung nach ist eine möglichst große Wachsmenge gut, weil da die Temperatur stabiler bleibt. Bewährt hat sich ein Einkochautomat, in dem im Wasserbad der Schmelzbehälter steht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Johannes,

    die Risse können auch entstehen, wenn die Presse nicht schnell genug geschlossen wird und ein Teil vom Wachs schon begonnen hat auszukühlen. Da reicht schon ein kurzer Augenblick, wenn die Umgebungstemperatur recht kühl/kellerkalt ist.

    Als ich noch mit meiner wassergekühlten Form unterwegs war, habe ich das immer im Frühjahr, wenn die Temperaturen nicht zu kühl waren im Garten gemacht. (Dort war mir der Reinigungsaufwand leichter.)

    Das flüssige Wachs habe ich immer in einem doppelwandigen Topf, in dem das Wasser die Temperatur gut gehalten hat, bereit gestellt. Da musste ich nicht so große Mengen auf einmal verflüssigen.

    An den Rändern kann das Rissigwerden passieren, wenn man nicht sofort den Deckel kräftig andrückt.

    Jelle

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Wachs in einer Bahn aufgießen, nicht hin und her. Deckel relativ schnell schließen und den Druck nicht sofort runternehmen, sondern einen Moment halten.

    Wenn die anderen Faktoren stimmen, sollte es so funktionieren.

    Frisches recht reines Deckelwachs bricht aber grundsätzlich leichter als zum Beispiel leicht mit Propolis verunreinigtes "Alt"wachs. Ob Lagerung dem Problem zu Leibe rückt, vermag ich nicht zu beurteilen. Eine derartige Aussage eines Herstellers der Presse, würde ich aber nicht einfach so als Unfug vom Tisch wischen.

  • Leg unter die Scharnierseite der Presse ne 10mm Latte so das es eine scheife Ebene gibt.

    Eingefüllte Wachsmenge erhöhen, (eher einen Schluck) mehr.

    Eher kühleres Wachs hernehmen.

    Du presst besser als du gießt

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

  • Dann solltest Du vielleicht mal kurz beim Inverkehrbringer der Nachricht nachfragen. Vielleicht hat er eine Erklärung, vielleicht auch nur die bestätigende Beobachtung aus der eigenen Erfahrung ohne Begründung.

    Das habe ich getan und auch eine sehr freundliche Anwort erhalten, nämlich dass diese Erkenntnis vom Großvater aus den 60er Jahren stamme und auch die Erfahrung der letzten 20 Jahre dies uneingeschränkt bestätige. Auch konnte man mit dieser wichtigen Information bereits tausenden Imkern behilflich sein.


    Das kann man jetzt glauben oder nicht. Eine Erklärung WARUM das so sei hat man aber offenbar nicht.

  • Das liegt sicher nicht am Wachs!

    Ich mach meins genau so wie du warm und es wallt dabei auf, die errzählen dir freundlichen unkompetenten vorsindflutlichen Blödsinn!

    Das ist wie bei Pi.... A......er wenns nich klappt steht der Trottel.......:(

    Hast du probiert?

    Also mein Thermostat steht auf 82( +-2 Grad ungenau)

    Hinten 10mm unterlegen

    etwa ein drittel zuviel Wachs zügig!!! reingeben

    Sofort zudrücken, das solange bis Wachs vorne fest ist

    nach halber Minute (probieren) kannst du aufmachen

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

  • Wachs sollte nach dem Aussc;hmelzen aus der Wabe 4-6 Monate lagern um einen Reifungsprozess zu erreichen.

    Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Das gilt meiner Meinung nur für Kerzen, die dann langsamer abbrennen.

    Wie erwärmst Du das Wachs zum Gießen? Ist vielleicht Wasser mit in die Schöpfkelle gelangt?

    Wenn Du das überschüssige Wachs im Auffangbehälter der Gießform wieder in den Schmelztopf zurück tust, können Wassertropfen die Mittelwände übrigens auch rissig werden lassen.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • können Wassertropfen die Mittelwände übrigens auch rissig werden lassen.

    Nöö, Wachs ist leichter als Wasser, das findest du sofort UNTER dem Wachs wieder, auch Pollenreste ctc. werden von diesem Wasser magisch angezogen und gebunden.

    Kommt dieses Wasser versehendlich mit in die Presse, ist die Prägung fehlerhaft und darin enthaltener Schmutz versaut ebenfalls, aber rissig wurden die bei mir nicht davon.


    lg

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

  • Kommt aber als Möglichkeit in Betracht, wenn man mit der Schöpfkelle zu tief eintaucht und die Temperatur doch etwas niedriger ist.

    Kommt dieses Wasser versehendlich mit in die Presse, ist die Prägung fehlerhaft

    Stimmt, kommt häufiger vor als große Risse.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...