Flugloch Verständnisproblem....

  • Runde Fluglöcher kann man doch auch mit so einem Teil anpassen und/oder verschließen.


    Anpassen ja, verschieben nein. Das Loch bleibt ja wo es ist. Klar gibt es für alles eine Lösung, dann müsste aber das runde Loch auch sehr groß sein um die Möglichkeiten eines rechteckigen über die ganze Stirnseite gehenden auszuschöpfen.
    Bei Ablegern ist es eine andere Sache, da können runde Öffnungen fast schon praktischer sein -z.b. dank dem von dir gezeigten Fluglochschieber

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Dem kann auch so abgeholfen werden: Damit kein unliebsames Viechzeug in die Kisten zieht, werden zwei eingesetzte Nägel angebracht. Einfach einschlagen und überkreuz ins Loch biegen. Paßt.


    ist auch eine Idee, hast du die dann das ganze Jahr so im Einsatz? Fand bisher die Lösung mit angetackertem Mäusegitter nicht so gut. Irgendwie hat es den Damen nie so zugesagt und es kam oft zum Stau -spätestens wenn die Ableger zu stark wurden.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Runde Fluglöcher kann man doch auch mit so einem Teil anpassen und/oder verschließen.


    Hallo Michi


    das Teil was du hier im Link zeigst ist eigentlich der Fluglochverschluß für ein EWK.


    Die Vorteile des runden Lochs hat ja Bernhard gut aufgezeigt, ist auch heute bei Schwärmen in hohlen Bäumen zutreffend und bei Naturbau, bauen die Bienen so, das es nicht in die Wabengassen zieht, auch im Strohkorb. Bei den rechteckigen Fluglöchern, welcher Größe auch immer, sollte darauf geachtet werden, das die Rähmchenunterkante oberhalb des Fluglochs hängen, wegen einer günstigeren Durchlüftung.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...hast du die dann das ganze Jahr so im Einsatz?


    Also das ist ein Photo von einem - äh - "Hornissenkasten". :wink: Also einem Schwarmfangkasten. Damit da keine Vögel drin hausen, gibt es ein Kreuz. Das hilft aber nicht gegen Mäuse. Da helfen nur ein Gitter oder der weiter oben beschriebe Vorsatz aus Holz.


    Der Vorsatz hat den Vorteil, daß die Bienen mit Pollen beladen ungehindert passieren können. Der Nachteil ist, daß die Belüftung stark verringert wird und die Völker müssen anderweitig belüftet werden. (Teilweise geöffneter Gitterboden, zum Beispiel.)


    Die Abmessungen lassen sich ja nur erahnen, aber passt da wirklich keine Spitzmaus durch?


    Gegen Mäuse ist das Kreuz nicht gedacht, nur gegen Vögel und andere größere Eindringlinge. Bei ausgewachsenen Völkern werden diese Eindringlinge aber von den Bienen selbst vertrieben. Ich mache meine Fluglöcher mit 16 mm Durchmesser und dafür lieber ein paar mehr. Wie viele, muß man ausprobieren, da die Be- und Entlüftungseigenschaften vom Aufbau der Beute abhängen.


    Der Flugverkehr wird auch bei großen Völkern kaum gestört. Ein weiterer Vorteil ist bei den runden Fluglöchern, daß die Wand von den Bienen als Anflugbrett genutzt wird.

  • ..aber passt da wirklich keine Spitzmaus durch?


    durch ein 12 mm-Loch passt sogar eine Rötelmaus durch. Sogar ne richtig Fette, die in der jüngeren Vergangenheit dutzende Honig- bzw. Futter- und Leerwaben geschreddert hat. Wenn das bei Bernhard geviertelte 16-er Löcher sind, dann würde ich einer Zwergspitzmaus gute Chancen einräumen, da rein zu kommen. Jedem Tierchen sein Pläsierschen oder so ähnlich :wink:


    Ich würde allerdings bei runden Fluglöchern generell darauf achten, dass diese ebenerdig mit dem Beutenboden sind. Wenn die Bienen beispielsweise den Totenfall erst einige cm an der inneren Beutenwand hochziehen müssen, um ihn übers Flugloch zu entsorgen, dann hat das zur Folge, dass der Beutenboden deutlich unaufgeräumter ist, als bei ebenerdigem Flugloch.


    Gruß Sven

  • Beim Lüneburger ist das kein Problem.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Ich würde allerdings bei runden Fluglöchern generell darauf achten, dass diese ebenerdig mit dem Beutenboden sind


    Womit du ja das genaue Gegenteil zur Sumpf-Anmerkung von Bernhard schreibst. In ner Baumhöhle wird es diesen Sumpf ja mit Sicherheit auch oft geben.


    Muss wohl jeder mit sich selbst abmachen: Entweder schön sauberer Boden oder weniger Gefahr des Flugloch-Verstopfens.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Es erschwert den Bienen halt die Säuberung, wenns Flugloch weiter oben ist. Dann kann es bei kleinem Durchmesser und viel Flugbetrieb durchaus schon zu Verstopfungen kommen. Das heißt aber nicht, dass es nicht trotzdem klappt.


    Schwer zu sagen, ob der Sumpf von Vor- oder Nachteil ist. Das ist in der Baumhöhle wahrscheinlich auch was anderes, als in der Beute. Mir ist es halt lieber, wenn der Boden sauber ist. Selbst bei Gitterboden gibts so Spezialisten, die schreddern die toten Bienen, damit diese dann durchs Gitter passen und auf die Windel fallen, sofern eingeschoben. Fürs Schreddern sind nicht immer Wespen verantwortlich. Da muss ich aber dann die Windel säubern, weil ich da auf der Windel eben keinen Sumpf mag. Von daher tendiere ich zu geschlossenem Boden und bodengleichem Flugloch. Aber jedem das Seine :wink:


    Gruß Sven

  • Die Biene räumen definitiv auch einen geschlossenen Boden mit vier bis sechs Zentimeter tiefen Sumpf auf!


    Die Vorteile überwiegen:


    - die Bienen können bei einem Flugloch oberhalb des Sumpfes vom Flugloch direkt auf die Wabe steigen.
    - kein Verstopfen des Flugloches im Winter durch Totenfall möglich.
    - ein hoher Boden ist sehr vorteilhaft beim Wandern da er als Trommelraum dient.
    - Ventilation und Raumklimatisierung.


    Der letzte Punkt Ventilation. Eine Studie aus Kanada hat gezeigt, daß ein hoher Boden mit Sumpf dem Wärmeerhalt sehr förderlich ist. Die von außen hereinströmende Luft vermischt sich erst mit der schon warmen Stockluft, bevor sie an den Bien gelangt. Siehe:


    Flow currents and ventilation in Langstroth beehives due to brood thermoregulation efforts of honeybees.
    http://www.uoguelph.ca/canpoli…PER-Sudarsanetal-2011.pdf


    Daraus:


    "The presence of the bottom cavity beneath the level of the hive inlet greatly reduces the volume of air which directly penetrates the hive body. Instead, air exchange occurs slowly as stale hive air is drawn off by a venturi effect and fresh air is slowly drawn up to replace it. Conceivably, this could offer an advantage to honeybees who are constantly under pressure to maintain the temperature of their brood. Having a bottom cavity minimizes direct exposure of the brood to influent air, effectively buffering the internal hive environment from the external world. An implicit advantage afforded by a slow exchange between the hive and ambient environments is the increased control honeybees may exert over that exchange."


    Im Prinzip erhöht sich mit einem hohen Boden (wobei hoher Boden meint: das Flugloch liegt höher als der Boden, also die Luft muß nach unten fallen können) der Luftaustausch zwischen Beute und Außenluft, aber der Luftstrom im Inneren ist durch den Venturi-Effekt verlangsamt. Das ermöglicht den Bienen die Kontrolle über die Belüftung im Inneren des Bienenstockes.


    Wenn das Flugloch ebenerdig ist, also der Boden auf Höhe des Flugloches liegt, ist der Luftaustausch zwischen Beute und Außenluft langsamer, aber im Innern der Beute stürmischer. Der interessante Nebeneffekt ist, daß bei einem Boden ohne "Senke" bei einem großen Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur der Luftaustausch schneller wird, während er sich stark verlangsamt, wenn die Lufttemperatur außen und innen fast gleich sind. Wenn es im Sommer heiß ist, findet also fast kein Luftaustausch statt, während es im Winter in der Beute zieht.


    Im hohen Boden, mit einem Eingang über dem Boden, wo es also hinter dem Flugloch eine Senke gibt, verhält es sich genau anders herum: wenn es draußen heiß wird, wird die Belüftung vergrößert. Je kälter es draußen ist, desto langsamer strömt die Luft durch die Beute. Für die Bienen ist das ideal.


    Von den Experimenten abgeleitet, scheint eine Senke hinter dem Flugloch mit einer Tiefe von 7 cm optimal zu sein. Also 7 cm unter dem Fluglochniveau.



    Über die Vorteile eines Sumpfes kannst Du auch bei Gerstung und bei Kuntzsch nachlesen und lernen. Siehe:


    Grundlagen für die rationelle Ein- und Durchwinterung der Bienen
    von Ferdinand Gerstung
    http://digital.zbmed.de/apidologie/content/titleinfo/2910898
    http://digital.zbmed.de/downlo…hwinterung%20der%20Bienen


    Die Lektüre von Kuntzsch hat mir Freude bereitet und auch die Ausführungen zum Leerraum unterhalb der Wintertraube entspricht meinen Erfahrungen. In Frankreich ist dieses Phänomen unter dem Begriff "vidé sanitaire" bekannt. Die "Gesundheitsleerzarge".Die Warréaner dort stellen zum Winter hin eine Leerzarge unter. So kann der Eiswind nicht hereinwirbeln und es gibt - wie Kuntzsch so schön sagt, eine Luftreserve zum Atmen.


    Denn ein großes Scheunentor macht eine Isolierung zunichte und außerdem macht es den Bienen das Ein- und Ausatmen schwer. (Luftdruck.) Kuntzsch hat hier mit der Vorhalle und Luftraum unterhalb der Bienentraube eine gute Zwischenlösung gefunden. Lektüre: http://digitale-sammlungen.ulb…ieretagige%20St%C3%A4nder

  • die Bienen können bei einem Flugloch oberhalb des Sumpfes vom Flugloch direkt auf die Wabe steigen.


    Bernhard, ich kann mir nicht genau vorstellen, warum.
    Wo genau ist dein rundes Flugloch?
    Schon in Höhe der Rähmchen?


    Gruß Doro


    PS: wenn ja: An den Seiten der Rähmchen oder in Front?

  • Hallo Bernhard,


    Danke für die Zusammenfassung und die Links. Das Wochenende ist ja noch lang :)


    Zu meinen Segebergern habe ich ja ausschließlich Hochböden, das funktioniert auch recht gut, was die Belüftung angeht, selbst bei Hitze und kleinem Flugloch. Ein echter "Sumpf" mit torfähnlicher, von Mikroorganismen u.a. Lebwesen durchsetzter Boden ist das aber trotzdem nicht. Dazu kommt, dass das was denn mal unter dem Bodengitter liegt nicht mehr im Einflußbereich der Bienen ist.


    Vielleicht ist es mal einen Versuch Wert, statt der Windel einen festen Boden einzubauen und diesen auch gut abzudichten und das Bodengitter zu entfernen, sowie eine kleine Rampe in Richtung Flugloch einzubauen, dass die Bienen den "'Unrat" leichter übers Flugloch entsorgen zu können. Die eingeschobene Windel kann man ja nicht unbedingt als dicht gegen Wind und Zugluft bezeichnen, da pfeifts an allen Ecken/Seiten rein.


    Grüße Sven

  • Mache mir gerade Gedanken zum Wärmehaushalt und da kam mir als erste einfachste Maßnahme der Sumpf von Bernhard wieder in den Sinn.


    Ich bin am Überlegen, mir mal ein paar hohe geschlossene Böden zu bauen mit Flugloch ca. 7cm über dem Innenboden. Ein paar sägerauhe Schalbretter zusammenzuschießen, kostet ja fast gar nichts und ist auch schnell gemacht.


    Bernhard : Wie machst du das mit der Varroa-Kontrolle bei solchen Böden? Gar nicht? Könnte ich auch mit leben.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Zählen per Windel ist ungenau und zu aufwendig. Ich ziehe Waben, ich sehe mir Brut und Bienen an. Das ist viel genauer. Findest Du Milben auf den Bienen ist das schlecht. Wenn Du keine Milben auf den Bienen siehst, mal ein paar verdeckelte Zellen aufmachen und dort nachsehen.


    Erfordert etwas Erfahrung, ist aber sogar genauer als Windeln auszählen.