welchen Fütterer für Dadant US?

  • Hallo.


    Ich habe die letzten 2 Jahre meine Völker mit Plastikschüsseln im Honigraum gefüttert, gefüllt mit Stroh als Steighilfe. Ich war mit dem Ergebnis nicht wirklich unzufrieden, aber überlege nun trotzdem ob es was Besseres gibt.


    Ich fand es immer unpraktisch, das Volk zu öffnen um zu füttern. Da kam mir die Idee ob die aufsetzbaren Fütterer denn nicht besser seien. Wie sind denn eure Erfahrungen? Was nutzt ihr? Gibts für 12er Dadant Füttterer aus Plastik?


    Ich danke euch.


    Gruß
    Falk

    Gelegentlich verstecke ich Rechtschreibfehler.Wer Einen findet, darf sich freuen und ihn behalten...

  • Hallo Falk,


    ich bin auch immer hin- und hergerissen, welches die beste Lösung wäre.


    Mein Fazit:
    - die meisten Probleme machen nicht die Fütterer an sich, sondern schwache Völker oder zu kaltes Wetter (zu spät...)
    - Schüsseln mit Stroh (Holzwolle ist auch gut!) funktionieren gut - man muss aber die Bienen mögen
    - Adamfütter sind eine geniale Lösung, die seitlichen Aufstiege haben zwar eine größere Fläche (=schnellere Futterabnahme möglich), scheinen mir aber eher zu ertrinkenden Bienen zu führen, schwieriger zu reinigen usw. - Vorteil von Futterzargen ist eigentlich nur die bienenfreie Nachfütterung.


    Gruß Jörg

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  • Ich habe die letzten 2 Jahre meine Völker mit Plastikschüsseln im Honigraum gefüttert, gefüllt mit Stroh als Steighilfe.
    Gibts für 12er Dadant Füttterer aus Plastik?


    Hallo Falk,


    es gibt Fütterer aus Plastik, die sind sogar unabhängig vom Beutensystem.


    Ich habe die hier.


    Das sind 6 Liter, das reicht bei Weitem einige sagen sowieso, dass man nicht zuviel auf einmal füttern soll.


    Dazu braucht es auch keinen Stroh oder Holz, davon würde ich aus hygienischen und vor allem praktischen Gründen sowieso abraten!


    Der einzige Trick bei dieser Art Fütterer (aber auch bei den Holz-Zargen des Adam-Fütterers) ist, dass die Bienen nach jeder Ration Gelegenheit bekommen müssen, die gesamte Innenfläche des Fütterers selbst zu reinigen, sonst gibt's auch bei Plastik Gammel.


    Bei den Holzfütterern ist das automatisch geregelt, bei den Plastikfütterern gibt es den Konstruktionsfehler, dass der Dom (die Plastikkappe über dem Aufstieg) den Aufstieg bienendicht abschließt, die Bienen also nicht in den Fütterer laufen können, wenn er leer geworden ist. Das soll das Nachfüllen ohne Bienenberührung/-störung ermöglichen.
    Fand ich anfangs prima, ist aber zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass die Bienen den Fütterer reinigen können, wenn er leer geworden ist.


    Dem kann man aber leicht abhelfen, indem man Löcher an den unteren Rand bohrt.


    Alternativ so bewirtschaften:
    Fütterer aufsetzen, diesen Dom aufsetzen, Futter reinfüllen.
    Wenn Bienen das Ding leer gemacht haben, den Dom abnehmen, Fütterer wieder schließen - die Bienen strömen in den nun offenen Fütterer. Nach 1 Tag ist das Ding sauber geschleckt und sogar wieder weitgehend bienenleer.


    Jetzt kann der Dom erneut aufgesetzt werden und ggf. eine neue Ration reingeschüttet werden.
    So kann man praktisch bienenfrei füttern, ohne Entsorgen von gammeligem Stroh und ähnlichem. Und die Bienen reinigen das Gerät von selbst.


    Ein weiterer Nachteil dieser Plastikfütterer ist, dass der Dom transparent ist. Dadurch sieht man zwar, was im Aufstieg vor sich geht, doch leider führt dies auch dazu, dass die restlichen Bienen beim Öffnen des leer geputzen Fütterers nicht so gut von selbst zum Dom und in den Aufstieg flüchten wie bei den Holzfütterern. Denn die Bienen wollen ins Dunkle laufen und würden bei einem dunklen, zentralen Aufstiegsdom den Fütterer beim Öffnen quasi von selbst bienenleer machen, indem sie dort hin strömen.


    Auch dem kann man abhelfen: Dom dunkel abkleben. Oder Dom aufsetzen, den restlichen Bienen im Fütterer Zeit geben abzufliegen. Manche Imker geben beim Öffnen des leergefressenen Fütterers Rauch, warten eine zeitlang bis alle Bienen geflüchtet sind. Geht halt schneller.


    Die genannten zwei (kleinen) Nachteil haben die Holzzargen des Adam-Fütterers nicht.
    Dafür sind diese erheblich teuerer, benötigen erheblich mehr Platz zum Lagern.


    Beide sind aber sehr empfehlenswert aus meiner Sicht, ich habe mich aus praktischen Gründen für die Plastikdinger entschieden, da ich hier sowieso nicht so viel füttern muss (Springkraut und anderen Spättrachten) und den Imkern glaube, die sagen, man solle sowieso nicht so große Portionen auf einmal geben.


    Kleiner Tip, an den viele nicht denken: Die Plastikfütterer sollten nicht direkt auf den Oberträgern stehen, sonst muss man ja das Volk öffnen, um den Fütterer zu geben oder zu entnehmen. Meine stehen im Deckel, der unten ein Loch zu diesem Zweck hat und außerdem so hoch ist, dass der gesamte Fütterer mti Deckel reinpasst. Genau über dem positioniere ich den Aufstieg des Fütterers. Die Bienen bekommen also gar nicht richtig mit, wenn der Fütterer augesetzt und wieder abgehommen wird. Zum Füttern wird einfach die Dämmplatte mit dem Fütterer getauscht.


    Dieser etwas höhere Innendeckel mit Loch hat den weiteren Vorteil, dass man ihn auch umdrehen kann und darunter den Nassenheider Verdunster betreiben kann, ohne eine extra Zarge mit viel zu viel Volumen darüber setzen zu müssen. Durch das Loch kann man den Verdunsterfüllstand perfekt kontrollieren ohne die Bienen zu stören.


    Mir gefallen solche aufeinander abgestimmten Systeme viel besser als noch perfektere Einzelteile, die aber nicht so perfekt zusammenarbeiten. DAs spart viel Zeit, Geld und Lagerplatz.


    Gruß
    hornet

  • Dieser etwas höhere Innendeckel mit Loch


    Bei den Innendeckeln mit Loch mußte ich feststellen, daß am Durchgangsloch im Winter Kondenswasser im erheblichen Maße entsteht. Deswegen sollten die mit einem passenden, luftdichten Stopfen versehen werden können oder aber im Winter gegen feste Innnendeckel getauscht werden.

  • Bei den Innendeckeln mit Loch mußte ich feststellen, daß am Durchgangsloch im Winter Kondenswasser im erheblichen Maße entsteht. Deswegen sollten die mit einem passenden, luftdichten Stopfen versehen werden können oder aber im Winter gegen feste Innnendeckel getauscht werden.


    Hast du eine Folie auf den Oberträgern, also zwischen Waben und der Unterseite dieses Deckels gehabt?
    Ich habe keine Folie mehr drauf, seither ist immer alles trocken.
    Nur bei schwächeren Völkern kann es an der Unterseites des Deckels zu etwas Feuchtigkeit in den Ecken über dem nicht besetzten Teil der Beute (12er Dadant) kommen, aber eben nicht beim Loch, da dieses sich i.d.R. immer in der Nähe der Traube befindet und daher gelüftet und ausreichend erwärmt ist.


    Vielleicht hilft dieser kleine Trick auch:
    Ich habe im Normalbetrieb ein kleines Stück Folie AUF dem Loch (also innen im Deckel), darauf eine dünne Platte und darauf dann die übliche Dämmplatte.


    Das hat gleich mehrere Vorteile:


    - Zwichen Dämmplatte und Boden des Innendeckels befindet sich eine weitere Luftschicht von der Dicke der kleinen Platte (3mm), das dämmt zusätzlich und von oben sollte ja ruhig gut gedämmt sein, im Gegensatz zu den Seiten.


    - Ich kann die Dämplatte abnehmen, ohne dasss die Bienen was merken (Luftsog durch die große Fläche!).


    - Ich kann nach Abnehmen der kleinen Platte durch das Plastikstück durch das Loch sehen, ohne dass die Bienen was mitbekommen.


    - Die Bienen können nicht die Dämmplatte anbauen (was sie bei mir aber eh kaum machen, da der Deckel mit beespace unten ist)


    - Etwaige Feuchtigkeit kann nicht aufsteigen und womöglich die Dämmplatte durchfeuchten (Schimmel, Verlust der Dämmeigenschaften!), wenn doch mal was schief laufen sollte. Aber wie gesagt, rund um das Loch konnte ich bisher noch keine Feuchtigkeit bemerken.


    Die Sache mit der kleinen Platte und dem Stückchen Folie nutzt mir auch bei der Varroabehandlung, da ich so quasi durch das Guckfenster bei umgedrehtem Deckel ebenfalls den Verdunster kontrollieren kann, ohne dass die Bienen gestört werden und vor allem, ohne dass Säuredämpfe im Inneren verdünnt werden oder gar durch Entweichen nach oben mein eigenes Näslein reizen.


    Gruß
    hornet

  • Ich danke euch ersteinmal. Auf den Fütterer von Nicot hatte ich bereits ein Auge geworfen, aber der passt ja bei mir nicht.


    hornet : eine Frage zu dem von dir verlinkten 6l-Fütterer. Ich habe vom selben Verkäufer die Version mit 1,5l mal getestet und war gar nicht begeistert. Grund: der Boden ist zur Mitte hin nach unten gewölbt, damit das Fütter zum Aufstieg fließt. Das hatte den Nachteil das der Fütterer wacklig stand. Beim Nachfüllen ist es nicht nur einmal passiert, dass das Ding leicht zur Seite kippt und ein Schwung Futter auf den Rähmchen landet. Ist das bei dem Großen auch so?

    Gelegentlich verstecke ich Rechtschreibfehler.Wer Einen findet, darf sich freuen und ihn behalten...

  • Ist das bei dem Großen auch so?


    Das Ding ist ein rechteckiger Kasten mit planem Boden. Es steht weitgehend eben und satt. Der Dom ist assymmetrisch positioniert, d.h. nicht in der Mitte, sondern auf einer Seite des Kastens. Ein Umkippen aus Versehen ist schon aufgrund der Flächenausdehung gar nicht möglich.


    Ich empfehle aber, den Fütterer niemals (mit größerer Menge) gefüllt zu tragen, sondern leer aufzustellen und dann erst zu füllen. Denn gefüllt schwappt das Futter wegen der großen Fläche schon mächtig darin und man ist nicht gleich darauf gefasst und dann schwappt es auch gern mal über. Der Deckel verhindert nur das gröbste wenn er aufgesetzt ist, doch der ist halt nur Bienendicht, nicht luft- oder wasserdicht.


    Generell ist es es für die Bienen besser, wenn die Beuten wirklich waagrecht stehen ODER man den Fütterer so stellt, dass das restliche Futter beim Dom am längsten steht. Andernfalls fällt der Dom trocken, obwohl sich weiter hinten im Kasten noch Futter befindet. Entfernt man dann den Dom (oder hat Löcher reingemacht), damit die Bienen den Kasten säubern, laufen sie auch zur Pfütze und dann gibt es regelmäßig Bienen die darin ertrinken. Gilt natürlich für alle ähnlichen Futtersysteme, auch die Zargen aus Holz.


    Stehen deine Beuten also sehr schief, musst du evtl. noch Kartons, Wachs, Hölzchen unterlegen, um es auszugleichen.
    Das geht z.B. mit einer ganzen Futterzarge auch nicht, die ist immer genau so schief wie die Beuten stehen.


    Gruß
    hornet

  • Ich verwende Futterwannen aus Plastik, die ich in den Bergwinkel-Werkstätten kaufe. Hier im Produktkatalog auf S. 28 unten abgebildet.
    Die Dadant-US Beuten heißen dort Magazimimkerbeuten. Die Futterwannen passen in einen Dadant-HR.


    Vorteile:

    • das Plastik ist sauber und gut zu reinigen
    • bienenfreies Befüllen/Nachfüllen/Kontrolle
    • die Domabdeckung ist ein Klarsicht-Plastikstreifen, der es erlaubt, die Futterabnahme durch die Bienen zu beobachten
    • die Wannen passen ineinander und können sehr platzsparend "gestapelt" werden. Man benötigt sie ja nur 1x im Jahr für kurze Zeit. Die meiste Zeit müssen sie irgenwo gelagert werden.


    Nachteile:

    • die Wannen benötigen eine HR-Leerzarge. Während der Fütterung müssen die HR-Waben ohne Zargen (und für Bienen unzugänglich!) irgendwo gelagert werden.
    • die Plastikwandung des Doms ist zu glatt. Bei neuen Futterwannen sind nach dem Füttern viele tote Bienen im Dom, die im Futter ertrunken sind.


    Man kann/sollte die Plastikwandung im Dom vor der ersten Benutzung mit Schleifpapier aufrauen, dann gibt es keine toten Bienen.


    Gruß vom Sammler

  • Ich verwende Futterwannen aus Plastik, die ich in den Bergwinkel-Werkstätten kaufe. Hier im Produktkatalog auf S. 28 unten abgebildet.
    Die Dadant-US Beuten heißen dort Magazimimkerbeuten. Die Futterwannen passen in einen Dadant-HR.



    Gruß vom Sammler


    Danke, auch ne gute Sache auf den 1.Blick. hab ich richtig gelesen? Knapp 21€ soll dieses Teil kosten?

    Gelegentlich verstecke ich Rechtschreibfehler.Wer Einen findet, darf sich freuen und ihn behalten...

  • Bei den Innendeckeln mit Loch mußte ich feststellen, daß am Durchgangsloch im Winter Kondenswasser im erheblichen Maße entsteht. Deswegen sollten die mit einem passenden, luftdichten Stopfen versehen werden können oder aber im Winter gegen feste Innnendeckel getauscht werden.


    Luftdicht ist egal, aber es darf keine Kältebrücke geben. Also das Loch ziemlich dicht mit Dämmmaterial verschließen, wenn man das Loch mit einem Steckdosenbohrer bohrt, kann man den Ausschnitt ja aufheben und bei Nichtbenutzung des Spundlochs dort einlegen. Ich hab auf die Oberseite ein Sperrholzbrettchen getackert, dann fällt es nicht durch.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Knapp 21€ soll dieses Teil kosten?


    Es steht mit 20,50 EUR in der Bergwinkel-Preisliste. Einmal jährlich im Februar ist dort Imkertag. Da gibt es 10% Rabatt.


    Vergleichbares Futtergeschirr gibt es auch bei Holtermann zum gleichen Preis. Dort heißt es "Futtertrog" und ist sozusagen der Mercedes unter den Futtergeschirren.


    Ich finde schon, dass die Futter-Tröge bzw. -Wannen ihr Geld wert sind. Sie werden in eine HR-Zarge eingehängt, während alle anderen Geschirre auf die Waben der darunterliegenen Zarge gestellt werden. Du kannst sie quasi ewig verwenden und der Vorteil in Punkto Stapelbarkeit überwiegt für mich am meisten.


    Gruß vom Sammler