Beutenkäfer-Verdacht im Kanton Uri - Schweiz

  • das Veterinäramt vom Kanton Uri lieferte gerade einen Beweis besonnenen Handelns mit Augenmaß (s. #576).


    Tja, das ist die Schweiz. Hier aus meiner Region habe ich Berichte gehört, nach denen z.B. bei Faulbrutfällen das Abschwefeln statt Kunstschwarm angeordnet wurde, die verseuchten Waben dann aber in dünnen Müllsäcken (die natürlich aufrissen) zum Entsorger transportiert wurden.


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    Womit haben Bürokraten und Lobbyisten den Beutenkäfer verbreitet, daß Du Ihnen öffentlich Deine Funde (hoffentlich gefrierschockt) vorwerfen müßtest?


    Genau das was Wald&Wiese geschrieben hat: man hat den Imkern in Italien die Bienenstände abgebrannt, die Imker aber nicht entschädigt. Genau so sorgt man dafür, dass Seuchen sich ganz sicher verbreiten.
    Ja klar, es waren und sind die Imker, die den Käfer beschleunigt verbreiten, wenn sie heimich die Sperrzone verlassen. Und ich will sie auch nicht freisprechen. Aber so sind Menschen nunmal, das ist bekannt. Wenn also Behörden die Betroffenem alleine auf dem Schaden sitzen lassen, dann ist von vornherein klar, dass das die Seuche schneller verbreitet.


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    Sind Dir die Bürokraten nicht streng, bürokratisch und vorauseilend vernichtend genug?


    Sie sind schlicht nicht effektiv. Sie schützen uns nicht. Ich meinte das ernst: jedes Jahr mehrere neue Parasiten/Seuchen/Schädlinge die von irgendwo aus der Welt hier eingeschleppt werden. Vespa velutina, Drosophila suzukii, Xylella, das sind nur ein paar der zuletzt auch hier diskutierten. Aber es sind noch viel mehr. Neue Marssonina Blattfleckenkrankheit, Walnussfruchtfliege, etc etc. Auch diverse humanpathogene Bakterien und Viren, die bei uns eher als Tropenkrankheiten galten, die aber mittlerweile auch in Europa auftreten.
    Globaler Handel, blabla... aber globalen Fruchthandel gibt es seit Jahrzehnten. Warum ist die Kirschessigfliege z.B. erst jetzt hier aufgetaucht? Irgendwas muss ja anders sein.


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    Waren die Schutzzonen und Exportverbote daraus "politischer Aktionismus, resp. was hättest Du am Schreibtisch anders gemacht? Welche Lobby verdient jetzt schon soviel an BeutenkäferTAM oder Bienentransporten, daß sie "systemrelevant" wäre?


    Es geht mir um die ganzen Seuchen, Parasiten und Invasiven Arten insgesamt. Die Lobby der Agarindustrie hat damit kein Problem. Dort wird der Acker eh totgespritzt, bevor die Monokultur angebaut wird. Ob da also Jakobskreuzkraut wuchs oder nicht ist denen egal. Und die Kirschessigfliege? Auch egal, da wird halt ein paarmal mehr gespritzt. Kostet zwar mehr, aber das zahlt ja letztendlich eh der Konsument, mit seiner Brieftasche und evtl. auch mit seiner Gesundheit. Die kleineren Betriebe werden auch zu einem Teil draufgehen, aber wen kümmert das?


    Was ich anders machen würde? Da könnte man seitenweise drüber schreiben. Deshalb nur ein paar offensichtliche Beispiele:
    - keine Betroffenen in Seuchengebieten auf dem Schaden sitzen lassen, damit niemand versucht ist Völker heimlich zu verschieben.
    - viel mehr Kontrollen/Fallen und Monitoringvölker, in ausgedehnteren Gebieten
    - viel mehr Forschung


    Wo das Geld herkommt? Man könnte Bücher darüber schreiben, wie es im Augenblick sinnlos verbrannt wird!
    Alleine in meiner Region gibt es neben dem BER noch dutzende Immobilien, die alleine durch ihre Nichtnutzung jedes Jahr Millionen kosten. Wohlgemerkt nicht etwa entgangene Gewinne, sondern echte Ausgaben, für 'Sicherungsmaßnahmen' etc.


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    Die Weiterverbreitung des Käfers hat m.E. zuallererst unsere Imkerbranche selbst zu verantworten, in der Mancher partout nicht auf Importverbreitung verzichten will...


    'Die Branche' gibt es in dem Zusammenhang nicht. Es ist keine einheitlich Imkerbranche. Es ist nur ein Teil, der die Importe zu verantworten hat. Das ist bekannt. Wenn man da genauso rigoros vorgehen würde wie gegen die Flasche Wasser, die Omi am Flughafen im Handgepäck mitbringt...


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    Ich habe manchmal die Nase voll davon, wenn reflexhaft Dinge verbreitet werden, ohne zuvor darüber nachzudenken bzw. ein solches Denken voreingenommen in Lagern oder gar Schützengräben stattfindet.


    Ich habe genug darüber nachgedacht, das kannst du ruhig glauben. Noch sehr viel mehr als hier Platz und Zeit ist, es darzulegen.
    Und wenn ich im Krieg bin, dann sind da nunmal auch Schützengräben.


    Grüße,
    Robert

  • Am 18.03. das stärkste Volk, am 28.03. alle Bienen tot, von den bösen Maden heimtückisch ermordet :roll:


    Wers glaubt wird seelig.


    Aber netter Weise verkauft er auch gleich Fallen auf seiner Seite.


    Naja, ist doch ein gutes Geschäftsmodell. Man nehme eine Pollenwabe, schmeiße ein paar tote Bienen drauf und noch ein paar Fleischmaden bzw. Pinkies aus dem Angelladen, fertig ist die Panik. Da ist weder Wabenmatsch zu sehen noch Maden mit Beinen. Dafür uralte tote Bienen, die schon den ganzen Winter aufm Bodengitter lagen und wohl beim Abschweben in den Bienenhimmel an der Wabe kleben geblieben sind.


    Wer von euch ist BSV-ler?


    Gruß Sven

  • Aus dem schweizer Dokument:

    Zitat

    Wenn also ein weiteres Weibchen vom selben Transport durch den Kanton Uri .....


    ...die Beutenkäfer sind also per LKW bereits auf dem Weg nach Norden :evil:

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Hab mich auch gefragt, an was das Volk so schnell gestorben sein soll


    ^Kontrollieren^ kann auch heissen, dass dieses Volk an dem Tag am stärksten geflogen ist.........aber ev.schon lange tot ist

    Die Unterschide zwischen Theorie und Praxis sind in der Praxis grösser, als in der Theorie, also theoretisch.

  • man hat den Imkern in Italien die Bienenstände abgebrannt, die Imker aber nicht entschädigt. Genau so sorgt man dafür, dass Seuchen sich ganz sicher verbreiten.


    Da höre ich schon Geschrei und Klagen bis zum EuGH, wenn italienische Imker aus EU-Kassen entschädigt würden, andere (z.B. deutsche) aber ihre Entschädigung bekanntlich selber aufbringen müssen - auf Basis der von ihnen bezahlten Versicherungsbeiträge in TSK und freiwilliger Versicherung. Wettbewerbsverzerrend sowas etc. Und ein weiterer Grund, eigene Völker dort hin zu bringen (um Entschädigung zu kassieren, ohne - außer Transport - groß dafür arbeiten zu müssen).
    Sollte man für "Regulierungswut" (Pflichtmitgliedschaft in der TSK) deutscher Bürokraten gar dankbar sein und bspw. die italienischen der käferverbreitenden Nachlässigkeit zeihen? Das wären hier wirklich ganz neue Töne, des Nachdenkens wert.

  • Der Drohn sieht keine Beutenkäferlarven.
    Typische Fermentationsspuren fehlen.
    Der Käfer killt keine Bienen.
    etc...


    Don´t panic auf der Titanic.


    Die Schweizer scheinen ihrer Zeit voraus zu sein und schwarzen Humor zu haben.
    1. April ist erst in zwei Minuten:roll:


    dD

  • In Uri ist es noch etwas kälter als hier. Können die Bienen ihre wärmende Traube aufrechterhalten, wenn Käferlarven durch das erste kleine Brutnest wühlen? Vielleicht sind sie deshalb tot, erfroren.
    Fermentationsspuren, wie auch immer die aussehen, sehen unter diesen Bedingungen vielleicht auch anders aus als in Afrika oder in Kalifornien? Vielleicht haben sie auch erstmal die Gefrieraktion durchgezogen, und erst später das Foto gemacht?
    Nach Aprilscherz hört es sich eigentlich nicht an. Wäre allerdings angebracht, mehr als dieses eine, grausig schlechte Foto zu zeigen...


    Grüße,
    Robert

  • Moin, moin,


    Aprilscherz wohl nicht, aber ist es nicht für den Beutenkäfer auch zu kalt in einem toten Volk im März? Das Foto ist schlecht, aber ich halte die für irgendwelche Fliegenmaden... leider wird es den Beweis so nicht mehr geben, es seie denn, man teste die DNA.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Guten Morgen,


    das Volk auf dem Bild ist wohl schon länger tot, ob die Maden da so über die Wabe kriechen, sei dahin gestellt. Aber nirgends steht, dass das Foto das besagte befallene Volk darstellen soll. Da soll was veröffentlicht werden, und man braucht noch ein Bild für die bessere Anschaulichkeit, da nimmt man halt, was so da ist oder bastelt sich was...


    Aber Entwarnung in Sachen Beutenkäfer ? Auf keinen Fall...


    Viele Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.