Reservekönigin (überwintern)

  • Hallo Leute,


    bei diesem Thema verstehe ich überhaupt nichts.


    Ich lese hier öfters von einer Reservekönigin,
    die auch als Reserve überwintert wird.


    Wie macht man das?


    Auf der einen Seite ist es doch so, dass nur ausreichend starke Völker über den Winter kommen.


    Aber auf der anderen Seite las ich schon öfters, dass man mehrere kleine Einheiten zusammenstellt, damit sie sich gegenseitig wärmen können.
    Wie groß müssen diese sein bzw. wie klein geht noch?
    Und ist das der Weg, um Reserveköniginnen vorzuhalten?


    Oder wie macht ihr das?


    Gruß Doro


    btw: das Thema steht im Einsteiger-Fred, damit es ev. freundlicherweise detailliert beantwortet wird.
    Dafür danke ich schon im Voraus.


  • Oder wie macht ihr das?


    Ganz einfach.:wink:


    Meinereine macht so:
    Die frischgeschlüpften Prinzessinen kommen mit ner Handvoll Bienen in eine halbe Zarge, die mit "aussortierten" Honigleerwaben und Rähmchen mit Anfangsstreifen bestückt ist.
    (Habe für die Kö. Zucht einige Honigzargen, Böden und Deckel mehr gekauft. Denn dann hab ich dasgleicheselbe Maß und muss nicht zusätzlich in unpassende Miniplus-"Spiel"beutchen investieren. Nebenbei kann ich mit dem Adamfütterer ohne Kleckerei füttern, weil dasgleichselbe Maß oder ich hänge einfach unschleuderbare HW dazu....kompatibel sein, so heißt das Zauberwort:wink:)


    Wenn die Prinzessin begattet ist, hat sie genug Platz um massig Eier zu stiften. Wird´s zu eng, setze ich einfach einen 2. halbe Zarge auf.
    Falls ich die Kö nicht im Herbst einweisle, füttere ich dieses "Reservevolk" für den Winter ein. (je nach Volksgröße auf 2-3 halbe Zargen)
    Im Frühjahr wird die, mit Bienen und Brut besetzte Zarge, einfach auf den Brutraum eines weiselloses Volk aufgesetzt/untergesetzt.
    Sobald die Queen im (großen) Brutraum stiftet, lege ich ein ASG zw. Brutraum und halbe "Reservezarge". Ist die "Reserve"Brut ausgelaufen, entferne ich die Brutwaben. Meist isses dann auch an der Zeit, den 1. HR zu geben. (d.h. ich tausche die leeren Brutwaben und Futterwaben aus der Reserve gegen MW.
    Feddisch.
    Kein umständliches Gebastel und kein verhungern/erfrieren wie manchmal in Miniplustürmchen.



    War das verständlich genug?:lol:


    Stürmische :liebe002:
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • danke euch!


    Zusatzfrage:


    Regina, wann machst du das?


    Ich frage mich deshalb, weil es so ja nicht viel anders ist als ein Ableger.
    Und von dem erwartet man ja, dass er bis zum Herbst ein hoffentlich stattliches "Völkchen" ergibt.


    Du schreibst, dass du ev. im Herbst einweiselst oder überwinterst.


    Was ist dann der Unterschied zwischen einem Ableger und einem Reservevolk?
    Oder machst du einfach mehrere Ableger und entscheidest nach Lage?
    (Aber du wirst sicher nicht Mickerlinge als Reseve-Königinnen-Lager nehmen...?)


    Das mit dem Standmaß leuchtet mir ein.
    Vereinigen auch.
    Nur das Überwintern von was und wie, das habe ich immer noch nicht kapiert.


    Gruß Doro

  • Hallo Doro


    Ob es nun einen Halbzarge, wie Regina schreibt oder ein Ableger mit 5 Waben DNM ist spielt keine Rolle. Es geht ja um die Königin und wenn sie in Ordnung ist, schafft sie sich genügend Jungbienen um gut zu überwintern. Die Völkchen oder Ableger aber geschützt aufstellen, ich habe sie auch in HBB im Bienenhaus eine in Honigraum und eine im Brutraum, da wärmen sie sich auch.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • habe ich das jetzt richtig verstanden:


    man macht eigentlich Reserve-Ableger,
    also mehr als man eigentlich Völker haben möchte,


    mit dem Ziel, sie zu vereinigen?
    oder auch mit dem Ziel, die besten KÖs zu erkennen und dann zu verwenden.


    Ich dachte immer, Reserve-Kös seien in kleinen Einheiten überwinterte
    und ich wusste (weiß) nicht, wie man kleine Einheiten gesund über den Winter bekommt.


    Also zur normalen Ableger-Zeit erstellen und dann als Reserve definieren.
    Richtig?


    Gruß Doro

  • Hallo Zusammen,


    ich überwintere meine Reserveköniginnen im Miniplus ...


    Dieses Jahr werden diese Minivölkchen wieder zur Expresszucht verwendet um Ableger zu bilden. Wenn mehr Infos benötigt werden, kann ich dies gerne weiter erläutern.


    Grüsse,
    Chris.

  • Ja bitte, Chris und andere.


    Genau das ist das, was mich irritiert.


    Du überwinterst im Miniplus
    und ich denke an die Aussage, dass nur ein starkes Volk über den Winter kommt.
    Das beißt sich für mich.


    Wann beginnst du, die Miniplus-Völkchen vorzubereiten?
    Wie genau machst du das?
    Und wieviele Bienen kommen da rein und wieviele sind es dann im Herbst /Winter?
    Und wieviel Futter benötigen sie?


    Und wieso kommen diese Kleinvölker im Miniplus über den Winter
    während man bei kleinen Völkern in Beuten das Zittern bekommt?


    Gruß Doro

  • Hab letztes Jahr noch einige Königinnen zuviel gehabt und diese Anfang September in MiniPlus gesetzt. Dazu hab ich 2-3 locker besetzte, mit wenig Brut, besetzte Waben aus den anderen Minis geklaut. Königinn dazugegeben und gefüttert.


    Futter haben sie nicht mehr genug aufgenommen, aber die großen Minis hatten eh mehr als genug und so konnte ich dort je 2-3 volle Waben entnehmen und dazu hängen. Die Wintertrauben waren in 3 Wabengassen verteilt und oben auf hab ich jeweils 1kg Zuckerteig gelegt. Ab Mitte Februar waren die dann wieder in Brut und entwickeln sich langsam immer besser.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Moin moin Doro,


    Regina, wann machst du das?


    Also, erstmal vorneweg...ich züchte keine Kö um diese zu verkaufen oder im nächsten Frühjahr viele Kö auf Halde zu haben.
    Ich bin eine kleine unbedeutende Hobbyimkerin.
    Wenn´s hoch kommt halte ich höchstens 8 Kö in Reserve.
    Die sind bei mir nur für den "Notfall"- deshalb heißen die ja auch "Reserve".:wink:, d.h. im Sommer/Herbst als Ersatz für Völker, deren Kö z.B. nicht vom Begattungsflug zurückkamen oder deren Kö nicht zufriedenstellend für die Imkerin schaffen oder sie gar mit Stichen ärgern.
    Falls eine oder zwei ReserveKöniginnenvölkchen über bleiben, überwintere ich diese, um im Frühjahr notfalls evtl. weisellose Völker zu "retten".


    Reserveköniginnevölkchen bilde ich zur Schwarmzeit (Ende April/Mai ...je nach Wetterlage)



    Zitat

    Ich frage mich deshalb, weil es so ja nicht viel anders ist als ein Ableger.


    Ableger bilde ich stärker und die bekommen auch sofort einen großen Brutraum, eben weil ich daraus ein starkes Wirtschaftsvolk im nächsten Jahr haben möchte.


    Reserveköniginnenvölker sind bei mir im Prinzip Mini-Kunstschwärmchen mit unbegatteter Königin,die ich nach einigen Wochen wieder auflösen möchte.



    Zitat

    Nur das Überwintern von was und wie, das habe ich immer noch nicht kapiert.


    Nun ja,
    vielleicht liegt der Unterschied nur darin, dass man im Ableger Kö u. alle Bienen benötigt um irgendwann ein Wirtschaftsvolk zu haben bzw.Völker zu vereinigen.
    Reservekö.völkchen dagegen werden eher "klein" gehalten, weil man nur die Kö. braucht und nicht das ganze Volk.
    Manche Profies wollen/müssen sehr viele Kö-Einheiten erstellen, weil sie Kö verkaufen.
    Deshalb bietet sich Miniplus an.
    Außerdem sind´s meistens Männer....die spielen gerne mit kleinen Beutchen (Legotürmen):cool:


    Am besten fragst Du die Miniplus-Überwinterer....aber frag auch gleich, wie hoch die Verlustrate sein kann.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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  • Hallo Doro,


    es gibt ja so Aussagen, dass die minimale Überwinterungstärke bei 5.000 Bienen liegt. Ich habe hierzu mal ein Video vom Dr. Liebig gesehen. Man glaubt gar nicht, wie wenig 5.000 Bienen in Natur sind. Ich habe vor zwei Wochen Völker gesehen, die in einer Art Mini-Plus überwintert wurden. Das waren dann ungefähr zwei Mini-Plus Türme. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass so wenig Bienne ausreichen, um zu überwintern (ACHTUNG: Das ganze war in Herten - also NRW Flachland - ist nicht auf jede Region Deutschlands übertragbar!). Anschließend ist die Frage, was man mit solchen Völkern im Frühling vorhat. Zur Honigernte kannst du solche Völker nicht nutzen. Es geht hier lediglich darum, weitere Königinnen über den Winter zu bekommen, damit eventuelle Frühjahrsausfälle ausgeglichen werden können. Gleichzeitig hat man gleich Startvölker, mit denen man im April / Mai eine ordentliche Zucht beginnt. Hier werden dann einfach die Königinnen heraus genommen und in die Völker eine verdeckelte Edelzelle gesteckt. Schon schlüpft die neue Königin nicht mehr im engen Schlupfkäfig sondern im neuen Volk(chen).


    Ich habe dieses Jahr vor, nach der Honigernte ein paar Minis für die Überwinterung vorzubereiten. Hierzu werde ich eine passende Menge an Bienen in eine Mini-Plus Beute einschlagen und die schön Füttern (samt neuer Königin). Zum Herbst hin müssen dann (nach der Erfahrung in Herten) mindestnes 2 Mini-Türme, besser drei ausgebaut und (bei zwei Türmen einer, bei drei Türmen 1,5 bis 2) Zargen mit Futter belegt sein. Im Frühling kannst du dann die Königinnen über den Imkermarkt verkaufen und die Minis mit Zellen halt neu belegen oder mit anderen Minis vereinigen.


    Ach ja, die Völker in Herten standen geschützt unter einem Dachüberstand.


    Schönen Gruß vom Frank

  • Hallo,


    Markus ist mir zuvor gekommen :) und hat eigentlich alles gesagt.


    Für den Zuchtfanatiker mag folgendes Vorgehen ein Graus sein, aber ich musste so noch nie im Herbst rumrennen und irgendwo Königinnen suchen


    Ich fange zeitig mit den MP Ablegern an - denn in den Kästchen wird es nach der Überwinterung ziemlich schnell sehr eng. Oft hat es in KW 15-17 schon Weiselzellen. Diese werden verwendet um Brutableger mit einem zweiten Volk zu machen. Alternativ künstlich einen Brutableger machen und diese Zellen verwenden.


    Ableger: Dazu nehme ich oft nur eine Brutwabe,MW, Futterwabe Schied und das ganze auf der anderen Seite nochmals. Da hänge ich dann eine Weiselzelle (grosszügig ausgeschnitten) mit rein.


    Die Minivölkchen musst Du gut füttern. Überwintern in 2 Würfeln absolut kein Problem - in einem Würfel/Zarge könnte das Futter knapp werden. Eine Strategie ist, dass ich ein Volk mehr auffüttere, die Futterzarge runternehme (da sie eh nur schimmelt) und die Waben im Frühling für das 1 Würfel Volk verwende.


    Völker deren Königinnen im Herbst entfernt wurden, vereinige ich mit anderen Völkern zur Stärkung.


    Fragen :)


    LG,
    Chris.

  • Hallo,
    das ist ein Problem der Zwergenimker, welche jedes Völkchen retten wollen. Schande, auch ich weisle gerade um.
    Reserveköniginnen überwintere ich in dreizargigen Miniplusvölkchen. Darunter geht nichts. Ein Problem ist da immer die Varroabehandlung. Vorteil ich muss die Miniplus nicht neu im Frühjahr erstellen. Besser wäre 6 Wabenableger in Reserve, damit ist auch das Umweiseln ein Klacks. Doch so kleine Völker zehren relativ stark, deshalb wäre es besser ein paar Völker mehr einwintern. Für eine Königin würde man jetzt locker 30 € hinlegen. Frage ich mich, was ist da billiger. Für 30 € Futter oder Königin im Frühjahr kaufen.


    Remstalimker, halte dich daran!


    Noch besser, ein neuer Markt. Ich wintere doppelt so viele Völker ein, verkaufe die Hälfte der Königinnen im Frühjahr mit einer Wabe, 50 € wäre ein gerechter Preis und vereinige mit dem Nachbarn zu Kraftvölkern.


    Ich vermisse Marion.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: