Völker Umhängen bei stürmischem Wetter?

  • Ich bin jetzt unheimlich unsicher und will die beiden unbedingt in den Frühling bekommen. Könntet ihr mir vielleicht noch ein Feedback zur Futtermenge geben? Beide Völker waren quasi völlig leer. Das eine hat nun also eine beidseitig völlig verdeckelte Futterwabe gekriegt, also ca 2kg Futter. Das andere eben die 3,7kg Futter mit Mischungsverhältnis etwas dicker als 1:1. Die beiden Wagvölker hier in meiner Nähe verlieren in den letzten Tagen ohne Flugwetter zwischen 120g bis 200g bzw zwischen 200g bis 380g täglich. Gerade mein flüssiggefüttertes Volk ist ja nun schon sehr stark. Meint ihr, ich sollte bei den beiden morgen noch einmal Futter nachlegen (vorausgesetzt, das große hat es überhaupt angenommen, was ich sehr stark hoffe) oder gut sein lassen? Flugwetter soll nach aktuellem Bericht noch über eine Woche auf sich warten lassen und das Nektarangebot dürfte da noch mau sein...


    Ich überlege mir gerade, vielleicht beiden noch einmal 3l Futter 1:1 zu geben. Alternativ könnte ich notfalls auch Futterteig geben, wenn das viel besser wäre. Müsste dafür aber 45km fahren um welchen zu kaufen, da hier in der näheren Umgebung sonst keiner was auf Lager hat leider. Selber anmischen kann ich nicht, weil ich natürlich noch keinen eigenen Honig habe und auch kein Invertin.


    Sorgsame Grüße,
    Epoché

  • Hallo Epoche,
    wie hoch ist diese Stapelbox? Bei Kälte könnte es sein, daß sie nicht zum Futter finden. Hast du eine Futterspur gelegt, damit sie es auch finden?


    Eine einfachere Alternative wäre: Zuckerwasser in Gurkenglas abfüllen, Deckel drauf, dort 20 Löcher (1-2 mm) reinbohren und dieses Glas mit dem Deckel nach unten auf die Oberträger stellen. Leerzarge drüber. Fertig.


    Das Futter finden sie sofort und das Glas wird innerhalb 1 Tages geleert. Natürlich könnte man auch 2-3 Gläser so aufsetzen.
    Es geht auch über der Folie, dann mußt du aber Löcher in die Folie schneiden (was ich gemacht hätte).


    Ciao,


    Bienenhummel

  • He Bienenhummel,


    danke für Deine Antwort! Die Angst wegen der Höhe habe ich auch... Box ist 12cm hoch. Futterspur habe ich geträufelt neben die Box auf die Folie und ein wenig auf die Oberträger da wo die Folie zurückgeschlagen war. Eine Biene war bevor ich den Deckel wieder aufgelegt habe auch schon auf der Folie am Saugen. Grüble aber auch die ganze Zeit, ob das was werden kann...


    Die Gurkenglasmethode klingt ähnlich wie die Ziplock-Variante. Vielleicht sollte ich das morgen machen, wenn sie die Box nicht angenommen haben. Hatte hier vorher auch einen Test mit Wasser mit den Beuteln gemacht, aber die waren in den Ecken nicht dicht und ich hatte Sorge, dass dann alles in die Beute läuft und das dann schlimm wäre. Könnte das mit der Glasvariante von Dir nicht passieren oder wäre das generell eigentlich nicht so das große Problem?


    Wenn das noch relevant ist: Nachts gehts heute dann bis auf 3° runter und morgen tagsüber höchstens auf 8°. Übermorgen wird es noch kälter...


    Edit: Könnte man nicht auch die Leerwabe, die ich jetzt habe, flach auf die leicht umgeschlagene Folie legen und dann die Oberseite davon mit Zuckerlösung füllen? Dann könnte ich sogar einfach den Innendeckel umgedreht drüberstülpen und mir die Leerzarge sparen. Passt halt höchstens ein Liter dann rein...

  • Hallo Epoche,


    ne, mach das mit der Leerwabe nicht. Bei der Gurkenglasmethode läuft nichts aus, nur ganz am Anfang wenn du es umdrehst. Das mache ich ausserhalb der Zarge, dann tropft etwas Futter auf den Boden. Erst dann stelle ich es rein. Achte darauf daß das Glas gerade steht! Ist es schief läuft es zum Schluß etwas aus.
    In der Regel habe ich auf der Windel nur wenige Tropfen Futter drauf.


    Gerade bei diesen Temps wäre diese Methode sicherer als eine Box, weil der Abstand Oberträger-Gurkenglas-Deckel nur 1-2 cm beträgt. Lege evtl. ein Stöckchen unter das Glas, damit du keine Biene erwischt (erdrückst). Also erst Stöcken rein, dann Glas drauf auf diese Stöckchen. Ca. 1 cm hoch.


    Die Zip-Lockvariante erscheint mir zu unzuverlässig - außerdem entsteht Plastikmüll. Der Weg zum Futter ist hier auch etwas weiter.


    Probiers mal - man muß (fast) alles mal probiert haben :)
    Ich hoffe du findest mal eine Windpause in der du das machen kannst :(


    Servus,


    Bienenhummel

  • Das mache ich ausserhalb der Zarge, dann tropft etwas Futter auf den Boden.


    Das würde ich nicht machen, also das auf den Boden-tropfen-lassen. Lieber leeren Eimer mitnehmen und auffangen; sonst provozierst du u.U. Räuberei.


    Zitat

    Die Zip-Lockvariante erscheint mir zu unzuverlässig


    Die Zip-Lock-Methode ist, denke ich, ja auch eher für die kalte Jahreszeit gedacht und ganz so kalt ist ja nicht mehr.


    Mein Imker-"Pate" lässt übrigens bei Wackelkanditaten (z.B. die Heidevölker) den ganzen Winter über einen Eimer mit Sirup (statt Gurkenglas) in einer Leerzarge auf den Völkern. Bei der Eimer-/Gurkenglas-Methode sind Leisten zwischen Oberträger und Behälter unbedingt erforderlich, finde ich.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Zurück von der Odyssee...


    Wind ist beim Stellplatz zum Glück das geringste Problem. Die Beuten stehen an einem Hang, wo es 50m entfernt auf dem Gipfel zwar alles wegbläst, doch dort unten nur ein leichter Luftstrom durchzieht. Super abgeschirmt besonders nach Westen, woher der Sturm ja gerade hauptsächlich kommt. So kam ich also bei etwa 7° an und sehe reichlich Bienen herumfliegen. Bei meinem starken Volk, das ich ja mit der aufgesetzten Zarge füttern wollte, war richtig viel los.


    Also Zwischenergebnis: Volk hat die Wanne auf der Leerzarge nicht angerührt... nicht eine Biene im Raum gefunden. Dabei sind sie draußen wie gesagt sehr viel rumgeflogen.


    Heutige Maßnahme: Beim starken Volk, welches die Futterbox verschmäht hat, 2 Beutel mit je 1l Zuckerlösung 1:1 aufgelegt, angestochen, Lösung etwas rausgepresst und Deckel umgekehrt draufgelegt. Ich wollte keine Leerzarge mehr draufhaben und habe deswegen auch keine Gläser benutzt. Das andere Volk hat auch noch einen Beutel mit 1l bekommen. Da ich nun praktischerweise noch eine Weile vor Ort war (Auto war bei der Anfahrt im Schlamm auf dem Feldweg 60m vor dem Ziel festgefahren) habe ich nach einer halben Stunde noch mal unter die Deckel gelugt. Das starke Volk mit den 2 Beuteln hat beide Beutel sehr reichlich mit Bienen besetzt! Endlich einmal ein Erfolg! Das andere hatte nur eine Biene drauf, die einsam genuckelt hat. Habe dann noch etwas nachgedrückt und die Oberträger besprenkelt und hoffe, dass sie es auch noch annehmen... Die zugehängte Futterwabe dort war übrigens, so weit ich das beim Blick in die Gassen sehen konnte, beidseitig schon entdeckelt.


    Ich denke, ich sollte morgen zumindest dem starken Volk noch einmal neue Beutel geben. Jetzt haben sie schließlich nur 2l insgesamt bekommen und ich weiß ja nicht, wie gründlich die Beutel gelehrt werden. Allerdings will ich die auch nicht ständig stören...


    Eine neue Sorge ist nun aber dazugekommen... Ich meine mehrmaliges Quaken vernommen zu haben. Meine Begleitung auch. Da wir in natura noch nie eine Königin tuten gehört haben, befürchten wir nun natürlich den nächsten Hammer. Kann das sein? Wie gesagt besetzt das Volk fast alle Wabengassen. Können die jetzt abschwärmen? Das Wetter ist doch eigentlich ziemlich blöd gewesen die letzten Tage. Und wenn ja, was heißt das für die verbleibenden Bienchen? Die haben doch selber quasi gar kein Futter und wenn der Schwarm nun auch noch welches mitnimmt? Die hätten einfach letzte Woche erweitert werden müssen. Aber ich habe sie eben erst am Samstag geholt... und nun dieser verdammte Wettereinbruch.


    Gerade habe ich das Gefühl, das alles schiefgeht, was schiefgehen kann :/


    Nachtrag für die Survival-Freunde: Nach fast 2 Stunden mit Erfindermanier, Stöcken, vertrocknetem Gras und Hackschnitzeln (umgedrehte Blechdeckel sind echt vielfältig verwendbar!) kamen wir wieder frei.

  • Hmm,wenn du bei allem was du tust oder nicht tust Angst hast, wäre ein Imkervater ein deiner Seite das Richtige. Hier aus der ferne ist es schwer dir die richtigen Tipps zu geben. Viele Köche verderben den Brei. Wird schon alles gut gehen......


    Viele Grüße Timo

  • Hallo Epoche!
    Ich denke, du brauchst einen Imkerpaten, der mal ins Bienenvolk schaut! Sollte die Altkönigin aus welchen Gründen auch immer tot sein und mithilfe Nachschaffung eine oder mehrere Jungköniginnen geschlüpft sein, können diese kein Wirtschaftsvolk mehr aufbauen. Die Drohnen sind noch nicht begattungsfähig und es wäre wirklich schade um dein Volk. LG Katrin

  • Hört sich doch ganz gut an Epoche.
    Angesichts des Wetterberichts würde ich schon nochmal Futter nachlegen. Jede Störung ist besser als verhungern lassen.
    Ein Volk braucht 5 kg Reserve, hat es weniger schaltet es auf Sparflamme. Würde es endlich warm werden, dann könnten sie sich schon selber versorgen - aber auch dann ist ständige Futterkontrolle nötig. Am besten wiegst du das Volk mal mit einer Zugwaage/Kofferwaage.


    Daß du unsicher bist und Angst hast was falsch zu machen ist doch ganz normal und zeigt, daß du dir Gedanken machst! Mit der Zeit wird das ein wenig einfacher - aber die Sorgen hören nie auf, glaube ich :)


    Ob das wirklich ein Quaken oder Tuten war? Das lässt sich auf die Ferne nicht sagen. Jetzt kannst du eh nix tun ausser für Futter sorgen. Also ruhig durchatmen ;) und auf besseres Wetter hoffen. Dann mal nachschauen.


    Ein Pate wäre nicht schlecht, aber du schaffst das auch allein. Da musst du jetzt durch :)


    Viel Glück,


    Bienenhummel

  • Da wir in natura noch nie eine Königin tuten gehört haben...


    Hör mal hier rein:


    http://www.nature-rings.de/tiere/Honigbiene/page1.html


    "Quaken einer Königin" abspielen.


    War es das, was ihr gehört habt? Ok, hört sich "in echt" etwas gedämpfter an...


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Danke für den Zuspruch, Bienenhummel! :)


    Also wir waren heute nach den Beuteln schauen und hatten auch schon welche zum Nachlegen da. Bei beiden Völkern waren die Beutel reichlich besetzt, aber sahen nicht so aus, als wäre schon irgendetwas geleert worden. Vermutlich waren wir mit Löchern zu sparsam, da wir ein Auslaufen vermeiden wollten. Haben jetzt großzügiger Löcher reingemacht und hoffen, dass das jetzt passt. Morgen wird es warm und dann schauen wir noch mal und legen evtl. nach, falls es endlich leer ist.


    Und danke für den Link, Heike. Bis jetzt hatte ich nur Aufnahmen vom Tuten der Altkönigin gehört. Und nunja, was soll ich sagen. Etwas tiefer als das auf der von dir geposteten Aufnahme war das, was ich gehört habe, denke ich... allerdings nicht in dieser Schnelligkeit, sondern so vereinzelt. Insgesamt 3 mal. Jetzt überlege ich fast, ob der rege Betrieb, von dem ich erzählt habe, vielleicht ein mickriger Schwarm war und eine der neuen Königinnen noch etwas weitergequakt hat... Wäre arg unerfreulich. Aber wirklich schlauer werden wir wohl erst Anfang nächster Woche beim Umhängen sein, wenn man ruhigen Gewissens eine Komplettdurchsicht machen kann. Sehen wir keine Stifte, dürfte die aktuelle Befürchtung bestätigt sein. Beim Umhängen und der somit ersten großen Durchsicht haben wir übrigens versierte Unterstützung. Eine Menge Unsicherheit kommt jetzt momentan eben auch, weil wir bei dem Wetter das Volk halt nicht auseinanderreißen wollten und so nicht exakt wissen, was Sache ist.


    Und Katrin: Meinst du, dass das Volk damit zum Sterben verdammt wäre? Die ersten Drohnen müssten doch auch bald schlüpfen. Ansonsten müssten wir für den Fall, dass die alte Königin weg ist, wohl vereinigen. Das wäre schon bitter... Dafür hätten wir dann aber ein ziemliches Riesenvolk.


    Viele Grüße,
    Epoché

  • Und Katrin: Meinst du, dass das Volk damit zum Sterben verdammt wäre? Die ersten Drohnen müssten doch auch bald schlüpfen. Ansonsten müssten wir für den Fall, dass die alte Königin weg ist, wohl vereinigen. Das wäre schon bitter... Dafür hätten wir dann aber ein ziemliches Riesenvolk.


    Viele Grüße,
    Epoché


    Hallo Epoché. Mit dem schlüpfen der ersten Drohnen ist es nicht getan. Eine Drohne braucht vom Ei bis zur Geschlechtsreife 42 Tage und sie sollten bis zur Begattung auch zahlreich vorhanden sein. Deshalb könnte es von Vorteil sein das Volk für 4 Wochen zu vereinigen bei wöchentlicher gründlicher Schwarmkontrolle.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Zitat

    sondern so vereinzelt. Insgesamt 3 mal.


    Man hört hin und wieder mal so ein Quak-ähnliches Geräusch aus dem Kasten. Meist sind das dann Arbieterinnen die kurz aufsurren und ihre Flügel irgendwo anstossen, oder ähnliches.
    Mach dir deswegen also keine Panik, kann alles ganz normal sein.


    Ausser füttern würde ich jetzt nichts machen.


    Servus,


    BieHu