Völker Umhängen bei stürmischem Wetter?

  • Grüße!



    Am Samstag habe ich unsere ersten beiden Völker abgeholt. Sie sitzen momentan noch in fremden Beuten auf einer Zarge. Eine erste Komplettdurchsicht wollte ich machen, wenn es wärmer ist und im Zuge des Umhängens in die eigenen Beuten. Ich mache mir momentan allerdings etwas Sorgen (natürlich ^^) und wollte daher hier bei euch um Rat fragen.



    Erstmal will ich eine kurze Bestandsaufnahme geben. Vor der Abholung am Samstagabend haben wir einen kurzen Blick unter die Folie geworfen und sie danach ohne weitere Öffnung und Störung zu unserem Stellplatz gebracht. Richtig aufmachen oder gar eine komplette Durchsicht war dank Wetterbisher noch nicht möglich. Deshalb zunächst folgende Eindrücke:



    Volk eins ist sehr stark und besetzt 8 Wabengassen. Es ist auch sehr schwer. An Futterdürfte es denke ich also nicht mangeln. Nach Transport kurzer Blick unter das Gitter und durchs Flugloch offenbarte Wildbau nach unten und ene dicke durchhängende Traube bis fast aufs Gitter. Der Boden ist momentan ein Herold-Hochboden. Sie haben denke ich also ordentlichen Platzmangel und dringend Erweiterung nötig, richtig?



    Volk zwei besetzt etwa 6, vielleicht auch 6,5 Wabengassen. Beim Transport ist mir aufgefallen, dass es im Vergleich zum anderen sehr leicht ist. Ich befürchte nunFuttermangel. Ist aber vielleicht unbegründet?



    Das Problem ist nun das Wetter. Hier im Raum Bamberg ist fast wie überall in Bayerngerade starker Wind bis Sturm angesagt und immer wieder Regen. Entgegen dem Bericht gibt es hier aber keinen Dauerregen und zwischendurch immer wieder länger strahlenden Sonnenschein. DieTemperaturen sind gut eingeknickt im Vergleich zur letzten Woche. Wetterbericht sagt weiterhin, dass frühestens nächste Woche wieder geeignetes Wetter für eine große Durchsicht ist, was ein Umhängen bei mir ja bedeuten würde. Nun habe ich jedoch Angst, dass Volk einsdank Platzmangel in seiner Entwicklung gehemmt wird wenn ich noch solange warten muss. Andererseits würde bei dem Wetter der zusätzliche Raum vielleicht auch nicht so viel mehr nützen, wie ich es mir gerade vorstelle? Besonders befürchte ich aber eben, dass ich eventuellen Futtermangel bei Volk zwei nicht richtig bemerke und begegnen kann und die Bienchen dort (ver)hungern kurz bevor der Frühling endlich durchstartet. Eine Futterwabe hätte ich rumliegen für den Notfall. Die wurde mir einfach noch mitgegeben. Bleibt mir nichts anderes als zu warten bis es richtig warm Ende nächster Woche wird oder kann ich die beiden bis dahin irgendwie unterstützen? Morgen am Dienstag soll es bis 13 Grad warm werden. Meint Ihr, dass man da bei Regenpause umhängen und kontrollieren sollte oder lieber ausharren? Starker Wind ist für morgen immer noch angesagt...



    Vielen Dank bereits für eure Einschätzungen und Grüße,
    Epoché

  • Grüße!


    Vielen Dank bereits für eure Einschätzungen und Grüße,
    Epoché


    Aufmachen, Futterwabe rein,fertig, zumachen. Sobald der Wind dann nächläst umhängen,was auch bei nur 13° geschehen kann, weil Bienen schon ab 10° fliegen. Futterausgleich nicht vergessen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Bei dem starken und schweren Volk würde ich auf besseres Wetter warten, es dann in die eigene Beute umsetzen und gleich den Honigraum geben. Bei dem anderen Volk würde ich den Deckel abnehmen und ohne Waben zu ziehen von oben nachsehen, ob Futterkränze vorhanden sind. Futterwaben zu diesem Zweck evtl. etwas auseinander rücken. Wenn ja, dann würde auch dort auf besseres Wetter warten. Handeln ist jetzt nur geboten, wenn unzureichende Futterkränze vorhanden sind.


    Gruß Ralph

  • Vielen Dank euch für die Ratschläge! War gerade kontrollieren. Das "schwache" Volk war staubtrocken. Von Futterkränzen keine Spur. Habe dort jetzt die volle Futterwabe eingehängt.


    Ich konnte es aus Paranoia und dunkler Vorahnung nach kurzem Ankippen beim starken Volk und dem folenden Gefühl, dass es doch nicht so wirklich schwer ist im Vergleich zum anderen, nicht lassen und habe dann noch beim starken Volk unter die Folie geschaut. Zum Glück: Ich habe 2 "Futterkränze" von nicht einmal einem cm. gefunden in den mittleren Waben. Alles andere staubtrocken... Nur was mache ich jetzt? Futterwaben habe ich nicht mehr. Kann ich die vorhin entnommene Leerwabe mit Zuckerlösung füllen und dann einhängen? Ich mache mir echt sorgen. Denn die Damen besetzen dort alle Wabengassen und haben nichts zu essen...


    Grüße,
    Epoché

  • Vielen Dank euch für die Ratschläge! War gerade kontrollieren. Das "schwache" Volk war staubtrocken. Von Futterkränzen keine Spur. Habe dort jetzt die volle Futterwabe eingehängt.


    Ich konnte es aus Paranoia und dunkler Vorahnung nach kurzem Ankippen beim starken Volk und dem folenden Gefühl, dass es doch nicht so wirklich schwer ist im Vergleich zum anderen, nicht lassen und habe dann noch beim starken Volk unter die Folie geschaut. Zum Glück: Ich habe 2 "Futterkränze" von nicht einmal einem cm. gefunden in den mittleren Waben. Alles andere staubtrocken... Nur was mache ich jetzt? Futterwaben habe ich nicht mehr. Kann ich die vorhin entnommene Leerwabe mit Zuckerlösung füllen und dann einhängen? Ich mache mir echt sorgen. Denn die Damen besetzen dort alle Wabengassen und haben nichts zu essen...


    Grüße,
    Epoché


    Hallo Epoché. Was hast Du als Futtergeschirr. Zarge aufsetzen und mit Flüssigfutter Zucker/Waser3X1 füttern. Nicht vergessen: Schwimmhilfen Ästchen von Bäumen oben dicht auflegen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ich habe leider weder Futtersirup noch Futterteig zur Hand gerade... habe dummerweise nicht auf dem Schirm gehabt, dass ich mich jetzt im Frühjahr mit Notfütterung auseinandersetzen muss. Meinst Du, die Ziplockmethode geht notfalls auch mit Sirup? Hab gerade schon Wasser abgekocht und 3:2-Lösung angerührt.

  • Josef: Leerzarge und Stapelbox. Nur sitzen sie ja noch in den Heroldbeuten vom Verkäufer. Ich selbst habe ja Hohenheimer Einfachbeuten. Sind zwar beide für Zander, aber ich weiß jetzt nicht, ob die überhaupt abschließt meine Zarge, wenn sie raufkommt. Mit der Ziplock-Methode würde ich natürlich unter den Deckel legen können. Und die Lösung dicke ich dann mal noch auf 3:1 an.

  • Hallo Epoche und Josef


    die Futterlösung 3 kg Zucker und 1 Liter Wasser finde ich nicht gut, die Bienen können diese Lösung sehr schwer aufnehmen, da ist die Lösund 3 zu 2 schon günstiger, verwendet sie aber zur Einfütterung. Zur schnellen Notfütterung empfehle ich deshalb eine Lösung 1:1, das entspricht auch dem Nektar.
    Umhängen dann erst bei günstigem Wetter.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Noch ne Querfrage von mir...


    Was für Wasser nimmt man da?


    Ich hatte den Eindruck, dass Wasser aus Leitung schlechter abgenommen wird als Wasser aus Fass...


    Der Kater hat das Wasser aus Wand auch immer erst ein paar Tage stehen gelassen und dann gesoffen...


    Hat es wirklich einen Einfluß um was für ein Wasser es sich handelt?


    Gruß GM

  • Was für Wasser nimmt man da?


    Die Wasserdiskussion könnte schnell abdriften - ob Wasser ein Gedächtnis hat oder nicht und Wassercluster usw. - Hab da meine Meinung zu und könnte sie dir gerne als PN schicken.


    Da Wasser bei uns oftmals gechlort ist und sich das Chlor beim Abstehen verflüchtigt, dürfte auch ein Grund sein, dass abgestandenes Wasser besser abgenommen wird; die Temperatur ein weiterer.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Lieb Epoche`,


    sieh mal nach einem ortsansässigen Imkereibedarfshändler oder freundlichen Kollegen, die Dir die Anrührerei mit 3:2 ersparen können, z.B.:
    http://bamberg.branchen-info.net/fp_3196387.php
    Wenn Du doch selber anrührst -> keinesfalls fremden Honig unbekannter Herkunft verfüttern (Faulbrutgefahr). Und sobald Zucker/Honig in der Mischung ist -> nicht unnötig (hoch/lange/oft) erhitzen -> HMF-Gefahr.


    Ruhig Blut - wünscht Gottfried

  • Danke für den Tipp, Gottfried. Wusste gar nicht, dass es hier einen Händler gibt und werde dort sicherlich mal vorbeischauen. Jetzt bin ich allerdings schon wieder zurück.


    Folgendes habe ich gemacht:
    Zuckerlösung im Verhältnis zwischen 1:1 und 3:2 (2kg Zucker, 1700ml Wasser - dann war der Topf voll...) angerührt. Zum Volk gefahren und Futter in Stapelbox auf Leerzage gegeben. Box mit reichlich Ästchen und vertrocknetem Gras aufgefüllt und über die Ränder stehen lassen. Zugemacht und das Flugloch noch ein halbes Stündchen beobachtet und gehofft. Bei der Ankunft war am kleineren Volk leichter Flugbetrieb, am stärkeren, das gefüttert werden sollte, keiner. Vor allem im nassen Gras um die Beute, vermutlich Wasserholerinnen. Die Sonne kam dann noch einmal heraus und es war richtig warm. Aus beiden Völkern kamen nun langsam mehr Bienen. Sowohl Wasserholerinnen als auch welche, die irgendwohin weggeflogen sind und andere, die von irgendwoher angekommen sind. Da der Betrieb leicht zunahm, bekam ich nun Angst vor Räuberei... Das Flugloch beim nun mit Lösung gefüttertem Volk habe ich dann nochmal von 6cm auf 2cm eingeengt. Bin nicht sicher, ob da nun Fremdbienen räubern wollten oder es die eigenen waren. Da manche etwas verwirrt an der zugesperrten Seite des nun verengten Fluglochs rumgemacht haben, hoffe ich, dass es vor allem meine eigenen waren. War nun auch an beiden Völkern gleichermaßen viel Betrieb. Ich hoffe, dass man damit Räuberei ausschließen kann...



    Auf jeden Fall wird es jetzt gerade wieder stürmischer und 10° dürften auch bald unterschritten sein und morgen wird es generell wieder kälter. Hoffentlich können die in Ruhe essen und werden nicht von fremden Bienen ausgeräubert... nervlich bin ich jetzt gerade doch etwas unten. Ich hoffe, die beiden halten gut durch und vor allem das jetzt Gefütterte kommt mit dem Futter klar.


    Viele Grüße und Danke für eure Hilfe!
    Epoché