Datum als Losnummer

  • Lieber Holger,


    wie schon geäußert, bin ich für diese Fragestellung wohl im falschen Forum. :oops:


    Es reicht mir nicht deshalb nicht, weil es jemand anderes geschrieben hat, sondern, weil das Gesetz eben ausdrücklich andere Vorschriften zulässt. Aus meiner beruflichen Praxis kenne ich es häufig, dass die Rechtslage sich eben nicht aus einem Gesetz ergibt, sondern meist eine Kombination mehrerer Vorschriften zum Ziel führt.


    Die andere Frage, die ich hinzugefügt habe, finde ich im übrigen fast noch spannender aus juristischer Sicht: Wenn die Legaldefinition des "Loses" in einer Vorschrift (§1 LKV) steht, die nicht gilt (wg. §2 LKV), kann ich sie auch nicht anwenden. Somit brauchen die Honige mit "Ausnahmebeschriftung" auch nicht gleich zu sein. Sonst hätte nur § 1 Abs. 1 für ungültig erklärt werden dürfen.


    Aber für so etwas zu diskutieren ist hier nicht der richtige Ort. OK, ich gebe auf. :Biene:

  • Die andere Frage, die ich hinzugefügt habe, finde ich im übrigen fast noch spannender aus juristischer Sicht: Wenn die Legaldefinition des "Loses" in einer Vorschrift (§1 LKV) steht, die nicht gilt (wg. §2 LKV), kann ich sie auch nicht anwenden. Somit brauchen die Honige mit "Ausnahmebeschriftung" auch nicht gleich zu sein. Sonst hätte nur § 1 Abs. 1 für ungültig erklärt werden dürfen.


    Ist doch auch nicht schlimm:


    Entweder man sorgt dafür, dass man einheitliche Lose hat (indem man sich nach §1 richtet) oder man gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Tag und Monat an. Wenn man ersteres nicht kann (oder möchte), kann man auf die zweite Lösung (§2) ausweichen.


    Bei der von Herrn Spürgin genannten Möglichkeit, dem Mindesthaltbarkeitsdatum ein L vorzusetzen könnte man jetzt haarspalterisch argumentieren, dass die Angabe:


    "Mindestens haltbar bis: L31.02.2099"


    kein Mindesthaltbarkeitsdatum enthält, da ja nach dem Doppelpunkt eine Losnummer folgt (durch "L" gekennzeichnet) und das Datum weggelassen wurde :-O


    Schaut man auf Packungen aus dem Handel, so steht dort (auf 3 von 3 von mir eben stichpunktartig nachgesehen) eine Angabe wie z.B.


    Mindestens haltbar bis: 30.02.2016 L 35236D3


    Also sowohl das Mindesthaltbarkeitsdatum und GETRENNT davon eine Losnummer mit L



    Ich persönlich berufe mich auf §2 der Loskennzeichnungsverordnung, indem ich das Mindesthaltbarkeitsdatum in der Form Tag.Monat.Jahr angebe. Damit vereinfache ich mir die Abfüllung, da ich nicht gleichzeitig §1 erfüllen muss (weil der ja nun nicht mehr für mich gilt).
    Daher könnte ich sogar unterschiedliche Honigernten (am gleichen Tag abgefüllt) mit dem gleichen Datum versehen, obwohl diese sich in ihrer "Erzeugung" unterscheiden.
    Da dies aber für mich nachteilig wäre (weil verschiedene Ernten quasi zu einer Charge zusammengefasst werden) und im Falle eines beanstandeten Glases womöglich alles vernichtet werden müsste, unterlasse ich das. ;)


    Stefan

  • Wie ist es beim Gewährstreiben des DIB- Glases gelöst?


    "DieLos-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV) ist eine Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit und dient der Gesundheitsvorsorge.
    Ein Los ist die Menge aller in einem Produktionsdurchgang hergestellten Produkte. Man spricht auch von Charge. Lebensmittel müssen mit einer Losnummer versehen werden. Damit sind die Lebensmittel auch beim Hersteller und im weiteren Vertrieb nachverfolgbar bzw. rückverfolgbar. Wird eine Gefährdung durch ein Produkt bekannt, so können ganz gezielt die Packungen eines Produktionsgangs, einer Charge, aus den Regalen genommen werden. Durch Bekanntgabe der Losnummern können die Verbraucher ganz gezielt über die Medien gewarnt werden.
    Bei der bis zum Sommer 2010 gedruckten Form des Gewährverschlusses des Deutschen Imkerbundes war der Aufdruck mit einer durchlaufenden Kontrollnummer versehen. In diesem Fall konnte die Kontrollnummer als Loskennzeichnung verwendet werden. Voraussetzung war bzw. ist, dass sie in dieser fortlaufenden Reihenfolge verwendet werden. Die Kontrollnummern sind zu dokumentieren. Eine Möglichkeit ist, die Kontrollnummern einer Charge in einem Honigbuch zu notieren.
    Bei der ab Sommer 2010 geänderten Form des Gewährverschlusses tritt die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums MHD in der Form Tag/Monat/Jahr an die Stelle der Kontrollnummer."


    Quelle: www.die-honigmacher.de