Datum als Losnummer

  • Hallo zusammen,


    bei Angabe des taggenauen Mindesthaltbarkeitsdatums braucht ja keine Losnummer angegeben zu werden. Soweit mein bisheriges Wissen. Jetzt habe ich im aktuellen DBJ gelesen, dass dem Datum dann ein "L" voranzustellen ist. Ist das so, hab ich bisher falsch gekennzeichnet? Es ist das erste Mal, dass ich diesen "kleinen Unterschied" lese, auch im Honigkurs wurde nur die Gleichung "taggenaues Datum = keine Losnummer erforderlich" aufgestellt...


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

  • In der Tabelle der Ergänzungsseiten für den Imkerordner steht aber eben (zusätzlich) ein "L" vor dem Datum.


    .... das "L" habe ich noch nie vor das Datum geschrieben. Und der Amtmann, der zweimal im Jahr meinen Honig (bzw. die Imkerei) kontrollierte, hat dieses noch nie bemängelt.
    Oder ist das neu seit diesem Jahr?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Loskennzeichnung kann bei tagesgenauem Mindesthaltbarkeitsdatum entfallen.
    Manche nutzen aber nur Monat und Jahr ( und das dann als Losnummer) - vielleicht hat Dich das irritiert

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Offenbar seid ihr genauso überrascht wie ich. In der Tabelle "Was muss aufs Etikett" steht unter "Los-Kennzeichnung" wörtlich: "Wird dem taggenauen Mindesthaltbarkeitsdatum ein 'L' vorangestellt, dient es auch als Loskennzeichnung, solange nicht mehr als eine Honigernte täglich abgefüllt wird."
    Als Beispiel ist dann "L 18.12.2016" angegeben.
    Verfasser des Artikels ist Armin Spürgin.
    (Arbeitsblatt zu 06-03-01 der Schulungsmappe "Basiswissen für Imker")
    Demnach ist das Datum ohne "L" eben kein Ersatz für die Losnummer.
    Verwirrte Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

  • Tja, warum guckt ihr, wenn ihr Fragen dazu habt, oder der Ersteller der Arbeitsblätter nicht in den Gesetzestext. Da steht alles drin.


    [h=1]Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV)
    § 1 Kennzeichnungspflicht[/h]

    (1) Lebensmittel dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie mit einer Angabe gekennzeichnet sind, aus der das Los zu ersehen ist, zu dem sie gehören. Die Angabe muß aus einer Buchstaben-Kombination, Ziffern-Kombination oder Buchstaben-/Ziffern-Kombination bestehen. Der Angabe ist der Buchstabe "L" voranzustellen, soweit sie sich nicht deutlich von den anderen Angaben der Kennzeichnung unterscheidet.






    [h=1]§ 2 Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht[/h]
    § 1 gilt nicht für


    5.Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum unverschlüsselt unter Angabe mindestens des Tages und des Monats in dieser Reihenfolge angegeben ist;





    Aus http://www.gesetze-im-internet.de/lkv/index.html zitiert.


    Daraus folgt:
    Entweder man befolgt die Kennzeichnungspflicht und gibt eine Losnummer an, dann besteht die Losnummer aus Zahlen und Buchstaben und hat ein vorangesetztes L, damit man die Losnummer auch als Losnummer erkennt.


    Oder man beruft sich auf die Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht:
    Man gibt das Datum auf den Tag genau an. Dann braucht man aber auch kein L davorsetzen, weil bei der Ausnahme nach §2 eben nicht mehr §1 gilt (der das L vorschreibt).


    Stefan

  • Lieber Stefan, ich schaue gern und häufig in Gesetze, da ich auch beruflich viele juristische Angelegenheiten zu klären und ein Faible für die Juristerei habe.


    Genau das von dir beschriebene ist ja, was mich jetzt stutzig macht: anscheinend nicht nur ich kenne die beiden Möglichkeiten so: Losnummer mit "L" davor oder taggenaues Datum. Fertig. So wie's in der LKV steht.


    Jetzt schreibt der Herr Spürgin, dass dem taggenauen Datum auch ein "L" vorangestellt werden muss. Damit wird aber doch das Datum zur Losnummer (und nicht zu deren Alternative). Es gibt ja kein vorgeschriebenes Format. Ich könnte auch mein Geburtsdatum, das meiner Frau, meines Sohnes und meiner Tochter (oder auch deren Namen) nehmen für vier verschiedene Lose. Mit einem "L" voran ist es einfach nur eine eindeutige Ziffernkombination, die das Los kennzeichnet.


    Hat er also übertrieben, beides ("L" und Datum) zu verwenden? Aufgrund der Unberührtheitsklausel der LKV (insofern steht eben nicht unbedingt alles drin) könnte es ja noch andere Vorschriften geben, die das doppelt moppeln vorgeben...

  • Deine Reaktion, jakobleipzig, finde ich, offen gesagt, etwas blöd. Da kann ich - sogar noch erfolgversprechender - zu jedem Thema viele anschreiben und erhalte viele Antworten. Dann brauche ich mich gar nicht ans Forum zu wenden.


    Ich glaub ja dem Gesetzestext, aber eben auch der hat eine Klausel, die andere Regelungen aufgrund anderer Rechtsvorschriften zulässt. Ist aber anscheinend eher was für ein Juristenforum als für Imker.

  • Nun glaub mal dem Gesetzestext statt dem Herrn S. - oder schreibe dem, dass er es erklären soll.


    Hab ihm geschrieben, bin auf die Antwort gespannt.


    Darüber hinaus habe ich gefragt: "Außerdem soll sichergestellt sein, dass für diesen Tag nur eine Sorte Honig erzeugt/abgefüllt wird. Auch dies geht nach meinem Verständnis nicht aus der Verordnung hervor, da ja der gesamte § 1 nicht gilt, wenn die Ausnahmen nach § 2 zutreffen. Und die Forderung nach vergleichbarer Erzeugung, Herstellung oder Verpackung ist in § 1 Abs. 2 geregelt, der aber bei Vorliegen der Ausnahme eben nicht gilt."


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

  • Deine Reaktion, rallemann, finde ich, offen gesagt, etwas seltsam.

    Ich glaub ja dem Gesetzestext, aber eben auch der hat eine Klausel, die andere Regelungen aufgrund anderer Rechtsvorschriften zulässt. Ist aber anscheinend eher was für ein Juristenforum als für Imker.


    Drops hat es doch jetzt super, anhand des Gesetzes, aufgedröselt, aber es reicht Dir nicht, weil irgendwer irgendwo noch was anderes geschrieben hat.
    Man könnte sich ja jetzt damit zufrieden geben, dass die Anleitung im DBJ ja wohl nicht falsch ist. Also ein L vor dem MHD geht. Oder Du vergibst eine Losnummer und ein MHD.
    Um der Sache auf en Grund zu gehen schreibst Du nur ein MHD drauf und wartest ob Dir eine Behörde versucht Dir daraus einen Strick zu drehen oder Du machst eine Selbstanzeige. Und dann kannst Du mit diesem Mordsfall bis zum Bundesverwaltungsgericht gehen und der Sache endgültig auf den Grund gehen!
    Meine Vermutung allerdings ist, dass sich kein Mensch dafür interessiert, so lange Du nachweisen kanst, dass Du für verschiedene Honigchargen auch verschiedene MHDs vergibst.
    Aber unsere Vermutungen reichen ja nicht denn wir sind nicht das BVerwG. (Auch wenn die Dir auch nichts anderes sagen als der Drops).


    Gruß
    Holger
    Also, denn man tau....

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!